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Verdrängung hat viele Gesichter

Der Dokumentarfilm „Verdrängung hat viele Gesichter“ des Kollektivs Schwarzer Hahn thematisiert Gentrifizierung und Verdrängung im Berliner Stadtteil Alt-Treptow. Die Besonderheit der Gentrifizierung in Alt-Treptow – so argumentiert der Film – ist, dass der Aufwertungsprozess des Stadtviertels dort nicht durch klassische Immobilienspekulationen von Investor*innen in Gang gebracht wurde, sondern von sogenannten Baugruppen angestoßen wurde. Baugruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen mit dem nötigen Kleingeld, die gemeinsam den Bau einer (luxsuriösen) (Eigentums-)Wohnanlage planen. Diese Wohnanlagen entstehen vor allem auf bislang unbebautem Grund, trotzdem werten sie das Viertel entsprechend auf und bedingen Luxussanierungen, steigende Mieten und eine Anhebung des Mietspiegels. So zumindest in Alt-Treptow.

Der Film erzählt die lange Geschichte des Widerstands gegen die dadurch bedingte Verdrängung in Alt-Treptow und dokumentiert deren (nahendes vorläufiges) Scheitern. Aber er eröffnet auch Perspektiven für eine Weiterführung des Kampfes, dort wo dieser schon fast verloren scheint.

Den Fillm „Verdrängung hat viele Gesichter“ findet ihr online unter https://archive.org/details/verdraengung-hat-viele-gesichter-film.

Gentrifizierung und Verdrängung ist kein Thema, das einzelne Stadtviertel betrifft: Es ist ein Thema, das viele Menschen in ganz Deutschland, ja auf der ganzen Welt betrifft: Es ist die Gretchenfrage danach, unter welchen Bedingungen wir wohnen, unter welchen Bedingungen wir leben möchten!

Wollen wir in ständiger Angst vor Verdrängung, in ständiger Konkurrenz und zu fremdbestimmten Bedingungen leben, oder gestalten wir unser Leben selbstbestimmt und solidarisch? Wohnraum war viel zu lange eine Ware. Es ist an der Zeit, dass wir uns unseren Wohnraum zurückerkämpfen.

Deshalb beteiligt euch an diversen Aktionen gegen Verdrängung, diskutiert das Thema mit anderen, unterstützt euch gegenseitig im Kampf gegen Verdrängung und lasst Investor*innen, Eigentümer*innen, Bauunternehmer*innen und Immobilienbüros, denen das Leben und die Bedürfnisse der*des Einzelnen egal sind, keine Ruhe!