Tag Archives: Gentrifizierung

Grüne und Rote Farbkugeln für Living Isar

Das Großbauprojekt Living Isar in der Nähe des Candidplatzes in Untergiesing hat in der Nacht auf Freitag, den 04. Dezember 2020 Besuch bekommen. Über einen geöffneten Bauzaun gelangten unbekannte Angreifer*innen auf das Baustellengelände und bewarfen dort die Fassade eines noch nicht fertiggestellten Gebäudes mit Farbkugeln, die mit roter und grüner Farbe gefüllt waren. Das Gebäude wurde dabei auf einer Länge von rund 30 Metern beschädigt, der Schaden liegt laut Bullen bei mehreren Tausend Euro.

Das Bauprojekt Living Isar, das auf dem ehemaligen Osram-Gelände entsteht und rund 423 neue Wohnungen zu horrenden Preisen schafft, ist vielen Anwohner*innen ein Dorn im Auge. Nicht nur, dass mit den dort entstehenden Luxuswohnungen garantiert die*der eine oder andere unsympathische Bonze ins Viertel gelockt wird, Großprojekte wie dieses tragen auch maßgeblich zur Aufwertung eines Viertels bei und ziehen damit Spekulant*innen und andere Akteur*innen der Verdrängung an. Die Folge sind drastisch steigende Mieten im ganzen Viertel und somit die Verdrängung all derer, die sich das Wohnen dort dann nicht mehr leisten können.

Im August 2019 brannte auf dem Gelände von Living Isar ein Baucontainer, der wohl ebenfalls von Feind*innen des Bauvorhabens in Brand gesteckt wurde, im November 2019 klirrten mehrere Scheiben auf der selben Baustelle.

Farbe für Immobilienbüro im Westend

In der Nacht auf Montag, den 26.10.2020 bekam ein Immobilienbüro in der Parkstraße im Münchner Westend den Unmut eines oder mehrerer Angreifer*innen über das Treiben seiner Eigentümer*innen zu spüren: Durch mehrere Farbkugeln wurde die Fassade des Büros besudelt. Bemerkt wurde der Schaden wohl erst am Morgen darauf, als ein übereifriger Anwohner, dem schmutzige Fassaden wohl ein Dorn im Auge sind, die Cops rief.

[Leipzig] Bullenkarre abgefackelt – Solidarität mit den Gefangenen vom Wochenende

Wir haben am 05.09. einen Streifenwagen der Bullen mit Feuer unbrauchbar gemacht. Während in Connewitz Menschen dabei waren, Bullen und Luxusbuden anzugreifen, schritten wir im Leipziger Westen auf dem Gelände der Landesbeschaffungsstelle zur Tat. Bullen standen schon immer zwischen leeren Wohnungen und denen, die sie brauchen und sind somit äußerst legitimes Ziel von Angriffen!

Noch ein Paar Gedanken zum Wochenende:

„Die Steinwürfe lenken von der Gentrifizierungsthematik ab!“
Ja, ja. Wie viel wurde denn in den letzten Jahren bundesweit über die Gentrifizierung in Leipzig gesprochen? Wenig, bis garnicht. Nach dem Wochenende waren alle Regionalblätter voll damit und auch die Tagesschau berichtete von rasant steigenden Mieten in Leipzig. Diese Öffentlichkeit wurde durch militante Aktionen erzeugt und nicht dadurch, dass sich ein Paar Lokalpolitiker*innen im „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ zusammen setzen. Die selben Journalist*innen die in ihren Artikeln schreiben, die Debatte würde durch Riots in den Hintergrund rücken, schreiben in selbigen Artikeln das erste Mal überhaupt zum Thema Gentrifizierung in Leipzig! Aber was sollen sie auch anderes machen, ihre Aufgabe ist es unter anderem die bürgerliche Gesellschaft zu stabilisieren und mit staatstrangender Propaganda die Menschen zu befrieden. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern wird von den meisten Mainstreamjournalist*innen, in ihrer Definition, als vierte Gewalt im Staat auch genau so gesehen!

„Wenn ihr keinen Stein geworfen hättet, gäbe es jetzt schon bezahlbaren Wohnraum!“
Die Politiker*innen, die gerade fleißig dabei sind, dieses (Schein)Argument rauf und runter zu beten, hofieren seit Jahren Imobilienspekulant*innen, wie die CG-Gruppe oder ähnliche Stadtplaner mit Großmachtsfantasien. Sie planen eine Stadt, in der nur noch Reiche wohnen können und die Ärmeren aus der umliegenden Provinz zum Schuften pendeln dürfen. In der kapitalistischen Logik ist keine andere Form der Stadt denkbar; arme Menschen arbeiten in Jobs, die wenig Steuern abwerfen, oder verdienen erst gar kein Geld mit Lohnarbeit, sie können sich auch die Wohnungen, die gerade gebaut werden, einfach nicht leisten und werden deswegen nur gebraucht, um ihre Arbeitskraft auszubeuten und nicht um tatsächlich ein würdiges Leben in der Stadt zu führen. Politiker*innen werden immer die Interessen der Reichen vertreten, weil die moderne Stadt abhängig von Profitmaximierung und Aufwertung ist. Wir werden nicht anfangen an die Jungs und Lazars zu apellieren, sie stehen uns feindlich gegenüber, genau wie die Bullen!

„Gewalt ist kein legitimes Mittel, seine politischen Ziele durchzusetzen!“
Die alte Mähr der Gewaltlosigkeit. Die bürgerliche Gesellschaft muss, um ihre Legitimität zu behalten, ständig behaupten, sie wäre gewaltfrei. Das Gegenteil ist der Fall: Menschen werden aus ihren Wohnungen geworfen, Frauen* haben täglich mit patriarchalen Verhältnissen zu kämpfen, Leute werden von Bullen schikaniert, verprügelt und ermordet, weil sie nicht dem „klassischen nordeuropäischen Phenotyp“ entsprechen. Alles Aufgezählte ist Gewalt, strukturelle, physische und psychische. Eine kapitalistische, patriarchale, rassistische Gesellschaft produziert diese Gewalt und braucht sie um antagonistische Bestrebungen zu unterdrücken. Natürlich ist es auch Gewalt, wenn Bullen von Steinwürfen verletzt werden; doch wenn sich Menschen, die täglich von den verschiedensten Unterdrückungmechanismen betroffen sind, gegen die (Bullen) wehren, die schon immer dafür da waren, die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse zu schützen, dann ist Gegengewalt verständlich und legitim. Keine revolutionäre Umwälzung der Menschheitsgeschichte ist mit Blumen und und nettem Reden erreicht worden, obwohl es beides natürlich auch trotzdem braucht. Um sich gegen die alltägliche Gesellschaft zu behaupten braucht es Organisierung und kreative Ausdrucksformen von Widerstand!

Wütende und kämpferische Grüße an die Gefangenen; wir sind nicht Alle!
Nieder mit den Bullen!
Für die Anarchie!

Quelle: Indymedia

Brennende Mülltonnen und Angriff auf Immobilienbüro

Bereits am vergangenen Wochenende, in der Nacht auf Sonntag, den 26. Juli, zündeten Personen in Haidhausen zwei Mülltonnen an und smashten die Scheiben eines nahe gelegenen Immobilienbüros. Laut den Schweinen verursachten die Personen dabei mehrere tausend Euro Sachschaden. Tja, die Wut auf Immobilienbüros wird wohl jeder*m verständlich sein, die*der schon mal versucht hat in München eine Bleibe zu finden…

[Leipzig] Bagger abgefackelt

Im Stadtteil Connewitz ist am frühen Sonntagmorgen, den 05. April 2020 ein Bagger in Flammen aufgegangen. Der auf einer Baustelle stehende Bagger wurde dabei offensichtlich vorsätzlich abgefackelt. Er brannte vollständig aus.

Quelle: chronik.blackblogs.org

In der Vergangenheit kam es im Leipziger Stadtteil Connewitz in Leipzig wiederholt zu Brandstiftungen an Baufahrzeugen, die auf unliebsamen Baustellen abgestellt waren. Auch hat es eine Vielzahl von Angriffen auf Immobilienfirmen und deren Mitarbeiter*innen gegeben, die die Gentrifizierung im Viertel vorantreiben.

[Bremen] Auto von Immobilienunternehmen abgefackelt, Scheiben an Auto von Engel & Völkers zerstört

Wir sollen zu Hause bleiben und jeden Kontakt mit anderen vermeiden. Wir sollen solidarisch sein, denn tun wir das nicht, verbreitet sich das tödliche Virus. Wir verlieren uns in den Nachrichten. Wir verfallen in Schockstarre.

Die Pandemie ist Realität und wir alle tragen Verantwortung. Verantwortung gegenüber der Eindämmung der Krankheit. Jedoch auch Verantwortung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir sitzen nicht alle „im selben Boot“, nur weil wir alle von der Krankheit betroffen sein können. Die Pandemie, oder vielmehr der Umgang mit dieser, verschärft die sowieso schon prekären Lebensumstände. […] Parallel dazu beschleunigen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus autoritäre gesellschaftliche Entwicklungen, wir erkennen hier drei wesentliche Punkte:

– Verschärfung des technologischen Angriffs
Der Umstieg auf webbasierte Heimarbeit, die Verlegung von kulturellen Begegnungen wie Konzerten oder Partys in virtuelle Räume, online Schulunterricht, die Verdrängung von Einzelhandelsgeschäften durch den Online-Handel, sowie die Analyse von Handydaten zur biopolitischen Bevölkerungskontrolle, um nur einige Beispiele zu nennen.

– Erprobung von Aufstandsbekämpfungsmaßnahmen
Der Militäreinsatz im Inneren, die Schließung der Grenzen, Ausgangssperren, erweiterte Befugnisse für die Polizei, komplettes Wegfallen der liberalen Gegenöffentlichkeit in Form von Demos und Kundgebungen, all diese Maßnahmen sind – ungeachtet ihrer Nützlichkeit zur Eindämmung der Pandemie – auch wichtige Erfahrungen für die Bekämpfung von kommenden Aufständen.

– Verschärfte Prekarisierung
Es zeichnet sich deutlich ab, dass die Krise des Virus, von einer Krise der Wirtschaft abgelöst wird. Über die Umverteilung von Steuergeldern an die Konzerne und Unternehmen hinaus, lässt sich gerade nur schwer voraussehen, welche Auswirkungen die kommende Wirtschaftskrise haben wird. Wenn wir jedoch auf die vergangene Krise schauen wird klar, dass wir mit der ganzen Bandbreite neoliberaler Reformen zu rechnen haben.

Alles in allem gibt es gerade viele Gründe (offline) zu agieren, zu analysieren und zu beobachten.
Wir sind waren Unterwegs, um zu erfahren, ob es noch möglich ist sich Nachts zu bewegen. Und siehe da, es ist möglich.

Unsere ersten Maßnahmen sind zwei zerstörte Fahrzeuge von Immobilienunternehmen:

– ein abgebrannter Smart von IMMO-BREMEN
– zerstörte Scheiben an einem Kleinwagen von Engel und Völkers

Gegen Ohnmacht und Isolation: Kopf aus dem Sand!

Autonome Gruppen

Anmerkung: Laut Presse hat wurde durch den brennenden Smart eine Hecke in Brand gesetzt, was wiederum die Scheiben eines Wohnhaus beschädigte und zur zeitweisen Evakuierung von zwei Menschen geführt hat. Daran ist nichts schön zu reden. Wir entschuldigen uns! Und werden in Zukunft noch vorsichtiger sein! An alle Nachtaktiven: Seid vorsichtig in engen Straßen!

Quelle: Chronik

Reifen von mindestens sieben Firmenfahrzeugen aufgeschlitzt

In Neuperlach und Giesing wurden in der Nacht auf Dienstag, den 25. Februar 2020 Reifen von insgesamt sieben Firmenfahrzeugen aufgeschlitzt. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von insgesamt rund 2400 Euro. Bei den Fahrzeugen handelt es sich im Fahrzeuge eines Bauunternehmers, der Telekom, von Bosch und Sixt. Während Bauunternehmen die Gentrifizierung der Stadt durch die Aufwertung ganzer Viertel vorantreiben, tragen Technologieunternehmen wie die Telekom und Bosch zu einer technologischen Umstrukturierung der Stadt (Smart City) bei. Sie entwickeln neben Überwachungssystemen für Knäste eben auch Technologie zur Überwachung und Kontrolle der Menschen in Städten. Auch die Firma Sixt dürfte mit ihrem neuen Carsharing-Angebot zu solchen Umstrukturierungen der Stadt beitragen.

Autoreifen lassen sich übrigens mit diversen spitzen Gegenständen durchstechen. Je spitzer, desto leichter geht es: Einfach seitlich in den Reifen hineindrücken, bis ein leises Zischen das Entweichen der Luft verrät. Am besten sind dafür natürlich Gegenstände, die zuvor luftdicht verpackt waren, um beim Durchstechen der Reifen DNA-Spuren zu vermeiden. Das Ganze ist übrigens auch sehr leise und unauffällig. Je nach Größe des Lochs kann das Zischen der entweichenden Luft zum Teil kaum mehr als einige Meter weit gehört werden.

[Berlin] Project Immobilien Showroom jetzt hübscher

In der malmöer strasse 28 im prenzlauer berg plant die bundesweit agierende immobiliengruppe „PROJECT“ ein mehrere dutzend millionen euro teures haus mit eigentumswohnungen hinzubauen, und wir haben beschlossen dass wir das nicht wollen. In der nacht zum 5.1. haben wir also mit hämmern und reichlich farbe dort den showroom eingedellt und besudelt. Natürlich richtet sich diese aktion nicht ausschliesslich gegen PROJECT, sie soll sichtbares zeichen eines widerstands gegen allseits voranschreitende pläne für eine „stadt der reichen“ sein. Es wird ein heisses jahr 2020, viele abwehrkämpfe stehen an und viele angriffe werden wir führen müssen! In diesem sinne, liebste grüsse an die genoss*innen die auf parkbänken sassen, an die bedrohten projekte in unserer stadt und anderswo, an die, die auch einem kontrolleurs-schwein mal eine mitgeben (geht zu den prozessen!)

Quelle: Chronik