Tag Archives: Nr. 060

[Marseille] Brandangriff auf die Kollaborateure der Gefängnis-Stadt SNEF

Sniff Sniff SNEF

Während sich die soziale Kontrolle in Marseille (ebenso wie anderswo) mehr und mehr intensiviert und während Kameras und andere Überwachungsapparate zunehmen, hat sich SNEF als eines der Hauptziele in unserem Kampf gegen die Plage des Staates herausgestellt. Während SNEF dafür bekannt ist, sich um alle möglichen Arbeiten zu kümmern (sicher hast du ihren Namen bereits auf einer der zahlreichen Baustellen gesehen, die die Gentrifizierung von Marseille vorantreiben), ist das Unternehmen auch einer der großen „Gewinner“ und Kollaborateure der Politik der Stadt, die Kameraüberwachung auszubauen.

In der Nacht des 17. März, der auf den ersten Tag der Ausgangsbeschränkung folgenden, haben wir uns entschieden, ihnen einen kleinen Anstandsbesuch abzustatten, bei dem wir teile ihrer elektrischen Infrastruktur in Brand gesteckt haben. Eine Woche später, dieses Mal im Zentrum der Stadt und während absoluter Ausgangssperre wurde auch eines ihrer Fahrzeuge abgefackelt.

Diese Angriffe sind Teil einer Serie von Sabotageakten, die diese Firma, sowie andere, die verantwortlich für die Ausbreitung von Überwachung in Marseille zum Ziel haben, die im letzten Jahr bereits eine kleine Menge abgefackelter Fahrzeuge und Sabotagen an Glasfaserkabeln und Kameras vorweisen konnte.

Während sich das Netz in diesen Zeiten des pandemischen Wahnsinns immer enger zusammenzieht und die Versuche uns unserer Leben zu enteignen zunehmen, erscheint uns der Versuch, uns der Unterdrückung, die nach uns greift, wie ein Atemzug frischer Luft, ein Bruch mit dem Bestehenden, das uns gerne gefügig sehen würde.

Gegen Einsperrung und eine Gesellschaft der Kontrolle

Ursprünglich veröffentlicht bei Sans Attendre Demain, die deutsche Übersetzung folgt der englischen Übersetzung von Anarchists Worldwide.

[Amiens] Brandangriff gegen den Strafvollzug

In der Nacht auf den 1. April 2020, während der Ausgangssperre, wurden zwei Einrichtungen der Strafvollzugsverwaltung Ziel einer Brandattacke: fünf Autos des SPIP (Amt für Wiedereingliederung und Bewährungshilfe) und zwei Transportwägen für Gefangene wurden abgefackelt, genau gegenüber von der Justizvollzugsanstalt von Amiens (Avenue de la Défense Passive). Auf einer Mauer des Parkplatzes wurde mit schwarzer Farbe „Crève la justice, crève la taule, crève l’Etat et crève! (A)“ („Justiz verrecke, Knast verrecke, Staat verrecke und verrecke! (A)“) getaggt.

Mehrere Individuen haben sich gegen 3h30 Zugang zum Parkplatz des SPIP und des PREJ (Amt zur Verlegung von Gefangenen) verschafft, dabei sorgfältig darauf geachtet die Überwachungskameras zu vermeiden die sich auf seiten des Gefängnisses befinden. Drei Autos des SPIP sind vollständig abgebrannt, zwei weitere durch die Flammen beschädigt. Dann wurde an zwei Gefängnisbussen (des PREJ), die zum Transport von Gefangenen verwendet werden, Feuer gelegt. Die Büros dieser beiden Einrichtungen wurden anschließend angegriffen, ein Fenster wird eingeschlagen und ein Feuer entfacht, das sich (leider) nicht verbreitet hat. „Diese Individuen haben versucht das Gebäude mit einem Benzinkanister in Brand zu setzen, was ihnen aber nicht gelungen ist“, erklärt das SNP-FO (Nationale Gewerkschaft des Strafvollzugs der Arbeiter). „In diesem Moment sei ein Alarm losgegangen, der den oder die Täter*innen in die Flucht schlug, und der Wächter sei herbeigeeilt, der jedoch nur noch die Schäden feststellen konnte.“ Dieser Brandangriff interveniert, während seit dem Beginn der Gesundheitskrise in Verbindung mit der Verbreitung des Coronavirusses (Covid-19) Revolten in zahlreichen Gefängnissen in Frankreich und anderswo hart niedergeschlagen worden sind.

Quelle: Sans Attendre Demain

Von den Reichen nehmen …

Selten war es einfacher, die Kirche zu bestehlen. Nun, da Gottesdienste verboten sind und viele Kirchen geschlossen, kann es auch nicht passieren, dass einer*einem beim stehlen der Opfergaben ein*e eifrige*r Christ*in überrascht, die*der seinem*ihrem Gott noch das ein oder andere Gebet vortragen möchte.

Das dachten sich wohl auch ein oder mehrere Leute, die sich in der Nacht auf Donnerstag, den 02. April 2020 Zutritt zu einer Kirche in der Münchner Altstadt verschafften und sich die Gaben von insgesamt neun Opferstöcken aneigneten. Bei ihnen sind sie sicher besser aufgehoben, als bei der ollen Kirche!

[Lissabon] Molotow-Cocktails für das Parlament

Am späten Nachmittag des vergangenen Sonntag, den 05. April warf eine unbekannte Person zwei Molotow-Cocktails auf das Parlamentsgebäude in Lissabon. Die beiden Molotow-Cocktails zerschellten auf den Stufen vor dem Parlament, ohne dabei bleibenden Schaden zu hinterlassen oder irgendjemanden zu verletzen. Dennoch, den Politiker*innen dürfte klar geworden sein, dass sie auch trotz ihrer Repression keineswegs unnahbar sind und es ein leichtes ist, sie zur Verantwortung zu ziehen.

LASST. MICH. STERBEN. – Pandas, Technologie und das Ende der Welt. [Auszüge]

Unsterblichkeit zerstören

1. Die primäre Verteidigung der Zivilisation in dieser Epoche (insbesondere in der westlichen Welt) ist das Argument, dass Zivilisation das ‚Leben‘ verlängert, oder wenigstens die Lebenserwartung.

2. Die Wissenschaft erzählt, dass mensch erwarten könne länger zu leben, gesünder und produktiver als jede Generation vor uns.

3. Vermeintlich bessere medizinische Versorgung, die Fähigkeit viele Viren und Infektionen zu heilen oder einzudämmen, die Sterilisation von Umweltgefahren und die Verminderung der allgemeinen Risiken bei der eigenen Fortpflanzung tragen alle zu der Perspektive bei, dass diese Welt und ihre Organisation das Leben fördert.

4. Technologie hofiert unsere Todesangst mit dem Versprechen von Computern, die in der Lage dazu sind, unsere Psychen herunterzuladen, von der Möglichkeit uns in einer gigantischen Datenwolke zu speichern, ewig zu ‚leben‘.

5. Gleichzeitig sammeln Algorithmen von Werbetreibenden und Staaten bereits gewaltige Schwaden an individualisierten Daten – Musikgeschmack, Essgewohnheiten, innere Zweifel und Sorgen, Beziehungs’status‘, Freundeskreis etc. – und speichern diese in Datenbanken und Geräten, die deutlich langsamer verrotten werden als jeder menschliche Körper.

6. Der Prozess der Androidifizierung, der mit der Einführung ’smarter‘ Telefone in den Alltag begann; und nun mit ’smarten‘ Apps, Homes, Cities fortgeführt wird, verändert für immer die Natur nicht nur des menschlichen ‚Lebens‘, sondern auch den menschlichen Körper, wie wir ihn kennen. Mensch kann heute einen Gedanken in weniger als der Zeit, die benötigt wird, um ihn zu denken, um die ganze Welt schicken und dafür sorgen, dass dieser Gedanken ‚ewig‘ im Netzwerk aufgehoben wird. Die nächsten Schritte werden wahrscheinlich die Implantation solcher Technologien nicht nur auf, sondern auch in den menschlichen Körper sein [1].

7. Mensch muss nur in die Richtung sehen, die die Nanotechnologie und andere ‚hochmoderne‘ Wissenschaft eingeschlagen hat, um diesen Trend zu sehen – das Chaos der letzten Epoche aufräumen (kohlenstoffessende Technologien [2], ‚Recycling‘ bis zum Erbrechen), die Gefahr eindämmen, die in der Dunkelheit lauert (Sterblichkeit/Aussterben), und das Leben wieder einmal bis zu irgendeiner imaginären goldenen Ewigkeit verlängern.

8. Der Himmel ist nicht länger ein mythischer Ort neben Gott, in Kultur und Tradition verankert, sondern ein paar sehr konkrete wenige Quadratmillimeter Mikrochip und eine WLAN-Verbindung.

9. Selbst die endliche Existenz des Habitats (das Ende der Erde als gastlicher Planet aufgrund von Umweltzerstörung, ‚Natur’katastrophen etc.) wird mit dem Versprechen einer für das Weltall bereiten Menschheit abgemildert, die die Galaxie kolonisieren und dem Tod ein weiteres Mal entkommen wird.

10. Jenseits der Aufrechterhaltung lediglich des menschlichen Lebens betrachtet es diese Epoche als ihre Pflicht keimfrei alles zu bewahren, was die menschliche Zivilisation zerstört hat. Schau auf die Zoos, die ‚Umweltschutzprojekte‘, das Aufzwingen des Verlangens der Menschheit ewig zu leben auf andere Spezies, die bis heute ohne unsere Einmischung glücklich aufgehört hätten zu existieren (beispielsweise Pandas, die sich überwiegend der reproduktiven Futurorität [futurority] [*] verweigern [insbesondere in Zoos] und für die ‚Pandaporno [3]‘, Phäromonbehandlungen und künstliche Befruchtung erfunden wurden, um die Aufrechterhaltung der Spezies in Gefangenschaft zu erzwingen).

11. Alles muss leben. Alles muss ewig leben (egal um welchen Preis und um welche Konsequenzen). Tod ist etwas, dem wir entfliehen können. Qualität ist unwichtig, Fortdauer ist der Schlüssel.

12. Bei alledem scheint niemand die einfachste aller Fragen zu stellen. Warum? Warum sollte ein Leben länger dauern? Warum sollte ein Leben ewig dauern? Warum haben wir es nötig unendlich lange zu existieren?

13. Und indem diese Frage nicht gestellt wird, marschiert die Menschheit in einen viel wahreren, viel realeren Tod als das körperliche Ende eines einzelnen Wesens. Sterblichkeit ist, was die Möglichkeit zu leben, wirklich zu leben, erschafft – leben ohne Käfig oder Petrischale, gefährlich leben, leben mit dem Risiko zu sterben. Ohne Tod kann es kein Leben geben.

14. Die Aufrechterhaltung des ‚Lebens‘ auf Kosten des Lebens, sicher und beschützt vor den Gefahren von außerhalb, bildet straffere und straffere Beschränkungen gegenüber dem, was es bedeuten kann zu leben, die gesamte Zivilisation wird eine ‚lebenserhaltende Maschine‘ und im Austausch akzeptieren wir vollkommen komatös zu existieren.

15. Der Mythos des Himmels verlangte, dass mensch die Übel der Welt für das Versprechen eines glorreichen Jenseitses akzeptierte, der Mythos der Technologie vollstreckt die Übel der Welt im Austausch dafür, dass mensch innerhalb dieser für immer existieren kann.

16. Gefängnismauern, Irrenhäuser, Schulen, Büros, Wohnhäuser bedeuteten, dass menschliches Leben gezügelt werden konnte, bewahrt, beschützt (aber nie frei war eine Form zu finden) innerhalb einiger weniger Quadratmeter, Computertechnologie reduziert die Größe des Käfigs tausendfach.

17. Die Frage, die sich freie Wesen in dieser Epoche stellen müssen, ist, ob die Kosten fürs ‚Leben‘ die immer klinischere Umgebung rechtfertigen, in der sie reproduziert werden. Mensch muss sich selbst fragen: Möchte ich überleben? Oder möchte ich LEBEN? Die beiden sind nicht mehr länger dasselbe.

18. Mit der sehr realen Möglichkeit konfrontiert, dass es einer*m nicht mehr erlaubt wird zu sterben – kommt mensch zu der Forderung danach als eine Form der Weigerung.

19. Der Lebenskult – der paradoxerweise ein Kult des lebendigen Todes ist, muss zerstört werden.

20. Lassen wir die Finsternis ein, lassen wir diese fragilen Körper welken und schwinden, lassen wir den Wüstenwind die zerbrochenen Trümmer der Zivilisation zerstreuen, sorgen wir dafür, dass das Universum die Spuren vergisst, die wir hinterlassen haben.

21. Zerbrechlichkeit, Zeitlichkeit, Sterblichkeit ist nichts, vor dem mensch sich fürchten müsste; sondern dass es zu feiern gilt – „flüchtig, bedeutungslos und kurz“ sind wahrscheinlicher Synonyme für Freiheit als es „ewig, technologisch und gezügelt“ jemals sein könnten.

Sicherheit als Illusion – Gefahr als Bruch

1. Mit der Erhaltung des Lebens als lebendiger Tod ist das zweite Versprechen der Mauern der Zivilisation verbunden, das Versprechen von Sicherheit.

2. Sicherheit ist immer eine Illusion, wie die unzähligen Attentate und die ständig sich ändernden Sicherheitsprotokolle am Flughafen offenbaren – ihre Auferlegungen jedoch sind sehr solide. Nimm die traditionelle Mauer rund um eine Stadt oder eine Siedlung (die den Schutz vor Bedrohungen von außen – vor dem Barbarischen – verspricht); die Mauer kann untergraben, erklommen, ja sogar zerstört werden, wenn mensch denn Zeit und Motivation dazu hat, sie zerfällt mit der Zeit und ohne beständige Wartung und kann einfach nur dadurch überwunden werden, dass die Person verführt wird, die sie bewacht. Trotzdem scheint für das Individuum innerhalb der Mauern die Masse an Steinen undurchdringlich und unüberwindbar und stellt eine sehr materielle Abschneidung von dem dar, was sich draußen befindet (zum Beispiel kann mensch nicht einmal sehen, was sich außerhalb der Mauern befindet).

3. So ist die Illusion von Sicherheit bloßgestellt, nicht als eine Form von Schutz, sondern als eine Form der Einhegung; nur diejenigen, die innerhalb der Mauern leben, können von der Undurchdringlichkeit von Sicherheit überzeugt sein – jede*r willens genug jenseits der Mauer zu existieren, kann den Papiertiger so sehen, wie er wirklich ist – eine Falle, um Flucht zu verhindern und ein Schutz vor Zutritt.

4. Heutzutage sind Mauern viel diffuser; produziert auf psychischer Ebene und in der Psyche in den Schulen und innerhalb von menschlichen Beziehungen werden die Mauern in den Köpfen der Individuen errichtet, die über so viele Generationen hinweg innerhalb derselben gelebt haben und die es nun nicht mehr brauchen, dass sie das Außen nicht sehen, um davor Angst zu haben.

5. Die Illusion von Sicherheit durchdringt jeden Aspekt unseres Alltags, was ‚Sicherheit‘ bedeutet wird nie konkret definiert; abgesehen von den Kolonnen an Fußsoldat*innen, die in den Straßen patrouillieren, und Videoüberwachung an jeder Straßenecke gibt es keine diskursive Definition, was es bedeuten könnte ’sicher‘ zu sein und keine konkrete Beschreibung dessen, was denn die Gefahr wirklich ist.

6. Sogar radikale Milieus haben diese Logik übernommen, durch Forderungen nach ’safe spaces‘, durch Policies, die Sicherheit definieren und durch die Vorstellungen, mensch könne Orte oder Gemeinschaften schaffen, die frei seien von den ‚Gefahren‘ der äußeren Welt.

7. Sicherheit setzt immer imaginäre Gefahren voraus – normalerweise die Gefahren von außen, vom ‚anderen‘ oder am allermeisten die der Sterblichkeit. Im Namen der Überlebenssicherung wird jede repressive Maßnahme normalisiert.

8. Beim Suizid behilflich zu sein oder ihn zu erlauben ist fast überall auf der Welt illegalisiert [4], die Käfige von psychiatrischen Kliniken und Gefängnissen sind voller Individuen, die eine ‚Gefahr‘ für ihr eigenes oder das Leben anderer darstellen.

9. Die Forderung nach Sicherheit geht immer Hand in Hand mit den Kräften der Herrschaft. Mag es auch in der Tradition des radikalen Feminismusses liegen, die ’sicherere Straßen‘ für Frauen vor maskierten und rassifizierten Angreifern forderten (was zu riesigen Polizeieinmärschen in arme und rassifizierte Communities führte), oder der Vorstoß von LGBT Organisationen zu einer Gesetzgebung bezüglich Hassverbrechen, die Individuen vor Belästigung und Übergriffen auf der Straße beschützen sollte (und die als Vorwand hergenommen wurde, um im Zweifel jede*n damit festnehmen zu können und die die Zahl derer, die ins Gefängnis gesperrt wurden oder eine sonstige Strafe erhielten, in die Höhe trieb, für so geringe Dinge wie ‚fuck‘ in der Öffentlichkeit gesagt zu haben). [5]

10. Ein passendes Beispiel für die anthropozentrische Obsession mit Sicherheit ist die ‚Hauskatze‘; ein Wesen, das die Gesamtheit seiner Existenz in den begrenzten Mauern einer Wohnung verbringt. Auf der Idee basierend, dass die Gefahren der äußeren Welt – sich zu verlaufen, zu verhungern, von einem Auto überfahren zu werden – so angsteinflößend sind (aus der Sicht der*s menschlichen Geiselnehmers*in), dass sie als Rechtfertigung für diese absolute Grausamkeit und Beschneidung von Freiheit dienen. Die Katze wird komplett ’sicher‘ gehalten, in einem sterilen Umfeld, das ihr nichts tun kann; und doch kann mensch ehrlich sagen, dass [für] ein Wesen, für das lange Nächte, rastlose Jagden, eine schulterzuckende Geringschätzung gegenüber der Menschheit normale Charakterzüge sind – dass die vier Wände eines menschengemachten Gefängnisses sie glücklich machen werden?

11. Die ‚Hauskatze‘ fungiert auch als passende Analogie für unser eigenes Leben – die Gebieter*innen der Herrschaft halten uns sicher gezügelt in den Städten, dem Arbeitsplatz, zuhause; und wir mögen ein bisschen zappeln, aufgeregt vom Versprechen der Turnhalle oder des Schwimmbades –, aber hinauszugehen, wahrhaft außerhalb ihrer Welt ist nicht nur verboten, sondern heute auch unmöglich. Wir begrüßen die zerquetschenden Reifen des Autos oder den Nachbarshund, der uns davonträgt – Gefahr bedeutet Freiheit.

12. Individuen oszillieren zwischen Geiselnehmer*in und Geisel, da sie die Logik von Sicherheit internalisieren und reproduzieren. Vom*n der Bull*in an der Straßenecke zum Elternteil, der seine Kinder vor den Gefahren durch die Pädophilen warnt, zur liberalen queeren Person, die gewaltsame oder konfrontative Aktionen für daneben hält und Passivität im Namen von ‚Inklusivität‘ durchsetzt.

13. Individuen dieser Epoche müssen dem Fakt ins Auge sehen, dass es nirgends ’sicher‘ ist, und dass jede*r, die*der verspricht für Sicherheit zu sorgen, in Wahrheit lediglich Gefangenschaft (re)produziert.

14. Wenn mensch sich im Netz der Sicherheitshüter*innen (der Polizei oder ihren Repräsentant*innen) verfängt, wird einer*m bald klar, dass die Illusion von Sicherheit nicht irgendeine absolute Sicherheit vor Schädigung [harm] ist, sondern ein imaginärer Parameter von Sicherheit, der durch die Apparatschicks und Algorithmen der Herrschaft definiert wird.

15. Wenn mensch in Konflikt mit den Sicherheitshüter*innen gerät, erkennt mensch schnell, dass ihre Version davon ‚dich zu beschützen‘ [keeping you safe] in Wirklichkeit bedeutet dich unter Kontrolle zu halten [keeping you under control], oder meistens dich vor einer imaginären Gefahr zu retten, damit sie dir ihren eigenen sehr realen Schaden zufügen können.

16. Zum Beispiel kann mensch dafür angehalten werden zu schnell mit dem Auto gefahren zu sein, über eine rote Ampel gefahren zu sein, versucht zu haben von einer Brücke zu springen, eine verlassene Lagerhalle erkundet zu haben oder sich in eine physische Auseinandersetzung begeben zu haben, in allen Beispielen wird das Verhalten zuerst als ‚gefährlich‘ definiert werden und das Narrativ folgt normalerweise dem „wir sind hier, um dich zu beschützen“. Sobald mensch sich natürlich in den Händen der Sicherheitshüter*innen befindet, kann mensch erwarten, geschlagen, gefoltert, in einen Käfig gesperrt zu werden, sexualisierten Übergriffen ausgesetzt zu sein, gedemütigt, gemobbt und verletzt zu werden, auf alle möglichen unbenennbaren Arten und Weisen.

17. „Dich zu beschützen“ [keeping you safe] ist gleichbedeutend mit der Aufrechterhaltung des Monopols auf Gefahr, Schädigung [harm] und Gewalt.

18. Es nützt der Herrschaft möglichst viele imaginäre Gefahren an der Hand zu haben für egal welchen Moment. Je mehr und desto gefährlicher die Gefahren, desto größer der Spielraum um sich Wege auszudenken, um ‚Sicherheit‘ zu gewährleisten.

19. Die immer wachsende Anzahl an Gefahren, die die zivilisierte Ordnung sehr gerne in ihre Logik integriert – sei es die Bedrohung durch Terrorismus, Umweltkatastrophen, Kleinkriminalität, Homophobie, vergeschlechtlichte Gewalt oder Rassismus [oder aus aktuellem Anlass durch einen Virus, Anm. d. Übers.] – rechtfertigt eine immer wachsende Anzahl an Bestrafungen, Eingrenzungen und Käfigen.

20. In vielen ‚liberalen Demokratien‘ sehen wir, wie die Antwort auf die allgemeine Erkenntnis über strukturelle Unterdrückung darin bestand, jedes Individuum zu kriminalisieren, das beschuldigt wird Täter*in zu sein (wobei dabei die Realität ignoriert wird, dass der Staat immer der größte Übeltäter ist). Von der Gesetzgebung zu Hassverbrechen, um ‚unterdrückte Minderheiten‘ zu beschützen, zu Versuchen, Netzwerke wie Tor zu verbieten (weil das da ist, wo Terrorist*innen leben), sehen wir wieder und immer wieder, dass das Versprechen, uns vor Gefahr zu bewahren verzerrt wird zu einer sehr realen Anwendung von Schaden und Leid [harm].

21. Die Illusion von Sicherheit basiert auf einem sehr fluiden Verständnis davon, von was oder wem Gefahr ausgeht. In der Logik der Herrschaft wird uns täglich eingeredet, dass eine schwer bewaffnete Gang, die das Recht hat zu ermorden, zu entführen, zu vergewaltigen und zu foltern (die Polizei) ’sicher‘ ist und dass irgendein Kind, das eine rote Ampel überfährt oder wo entlang geht und dabei schwarz ist, eine Gefahr darstellt.

22. Das wird weiterhin verkompliziert durch einen Status, der Individuen verliehen wird und der auf einer angenommenen Konformität/Non-Konformität basiert. Der Flüchtling ist ’sicher‘, der*die illegale Immigrant*in ist gefährlich, der*die Stahlarbeiter*in ist ’sicher‘, die*der Sexarbeiter*in ist gefährlich, die*der gesetzestreue Bürger*in ist ’sicher‘, die*der Kriminelle ist gefährlich. Die willkürliche Verleihung des Rechts auf Sicherheit ist in Wirklichkeit die reale Gefahr.

23. Solche willkürlichen Verleihungen bedeuten, dass wir im Namen von Sicherheit bewaffnete Hooligans haben, die mit Sturmgewehren in den Straßen patrouillieren – und dass jemand dafür in den Knast kommen kann, ein Küchenmesser vom Laden zur Heimstätte zu tragen.

24. Jede*r, die*der glaubt, dass wir innerhalb der Mauern sicher sind, ist bestenfalls wahnhaft, wahrscheinlicher aber selbstmordgefährdet.

25. Einige ‚gute Bürger*innen‘ (weiß, reich, cis, hetero, gesetzestreu) könnten in der Lage sein die Lüge aufrechtzuerhalten, dass sie innerhalb der Mauern sicher sind (selbst wenn sie die giftigen Dämpfe und Radiowellen, die sie langsam dahinraffen, außer Acht lassen); aber selbst sie werden dazu gezwungen sein ihren Fehler zuzugeben, wenn sie im Namen der ‚Sicherheit‘ ihren Heimkäfig nicht mehr verlassen können, außer, um zu ihrem (re)produktiven Käfig zu gehen.

26. Mehr als das alles jedoch, warum brauchen wir es sicher zu sein? Warum haben wir es zugelassen, dass eine Angst vor Gefahr in unseren Köpfen brütet und in unserer Praxis wuchert? Wissen wir überhaupt wirklich, was wir meinen, wenn wir sagen, dass wir sicher sein wollen? Wir sind in Illusionen gefangen, die von Tyrann*innen kuratiert werden.

27. Sicherheit mag illusorisch sein, aber Gefahr kann sehr real sein. Nicht die imaginären Gefahren, mit denen die Herrschaft ihre Subjekte füttert, um sie unterwürfig zu halten – aber die Gefahr, vor der die Herrschaft selbst beständig Angst hat.

28. Aus der Gefangenschaft auszubrechen bedeutet Gefahr im eigenen Leben zu akzeptieren – nicht die falschen Gefahren, die Sicherheit ausschließt; aber die wahren Gefahren der aktiven Konfrontation mit denjenigen, die für sich in Anspruch nehmen für sie zu sorgen (Sicherheit). Reale Gefahr zu akzeptieren bedeutet die Konfliktualität mit dem Staat, der Polizei, der Technologie, pazifistischen Ideologien und vielleicht sogar mit sich selbst zu bewaffnen– es ist die Realisierung, dass selbst wenn es nichts gibt, für das es sich zu sterben oder in den Knast zu gehen lohnt, diese Möglichkeiten vielleicht weniger grauenerregend sind als sicher zu bleiben (d. h. in Gefangenschaft).

29. Die Illusion von Sicherheit aufrechtzuerhalten, in jedem Aspekt des Lebens, ist immer das Ziel der Herrschaft, jedes Mal, wenn jemand Konfliktualitäten bewaffnet, Gefahr inspiriert, einen Bruch kreiert; wird Sicherheit herbeieilen, um das Leck abzudichten. So wie mensch fast keine Chance hat die Zivilisation zu zerstören, gibt es wenig Hoffnung, Sicherheit in ihrer Totalität zu zerstören; mensch kann weghacken und Brüche vergrößern, aber mensch muss immer vorbereitet sein, dass diese Brüche neue Formen erschaffen werden und die Durchsetzung von Sicherheit – die Schlacht wird eine unendliche sein.

30. Der Kampf gegen Sicherheit an sich erschafft Gefahr für die Person, die diesen Kampf führt.

31. Wenn jemand ernsthaft die Illusion von Sicherheit erkennen, und von dieser Erkenntnis aus handeln will, um diese zu zerstören: diese Person muss zuerst Gefahr als stetige Freundin und Gefährtin willkommen heißen.

32. Im Laufe des Prozesses des Gefährlichwerdens muss sie sich den realen Gefahren innerhalb der Mauern stellen (Repression, Angriff, Mord) und ihr Herz allen möglichen imaginären Gefahren von außerhalb der Mauern öffnen.

33. Herrschaft wird an jeder Tür sein, wenn mensch sich selbst voll der Gefahr öffnet. Sie wird in dichten Reihen um eine*n zusammenrücken und versuchen Sicherheit um jeden Preis der*mjenigen aufzuzwingen, die*der danach sucht.

34. Gefahr muss all die Angst vor dem Unbekannten verkörpern, allen instinktiven Terror vor den Gebieten außerhalb der Mauern, sie muss tief in die Finsternis eintauchen und nie ein Licht erstrahlen lassen.

35. Wenn Gefahr sich verbreitet, wird ‚Sicherheit‘ verwelken.

Endnoten

[1] Vgl. die Implantierung von NFC-Chips in Leute in Schweden. https://www.npr.org/201 8/1 0/22/658808705/thousands-of-swedes-are-inserting-microchips-under-their-skin? t=1 570529276200.

[2] Vgl. Reise in Richtung Abgrund – Lose Betrachtungen zur Technowelt für eine Kritik an Nanotechnologien, die für diesen Zweck entwickelt wurden oder die neueste Entwicklung von Metall’bäumen‘ in Irland für denselben Zweck: https://oilprice.com/Latest-Energy-News/World-News/Metal-Trees-Suck-Up-CO2-From-Air.html als Beispiele.

[*]  „Futurorität ist das Versprechen der Zivilisation, dass die menschliche Spezies fortdauern wird. Mehr als das, es ist das Versprechen, dass die ‚richtige‘ menschliche Spezies fortdauern wird. Jenseits des Versprechens ist es auch der Zwang, dass sie fortdauern MUSS.“ (Fighting Futurority. In: LET. ME. DIE., S. 15) [Anm. d. Übers.]

[3] Zoos und Forschungseinrichtungen in China entwickelten diese Technik, die bisher in dutzenden Fällen angewendet worden ist. https://www.nationalgeographic.com.au/animals/panda-porn-and-other-desperate-measures-to-get-rare-species-to-mate.aspx

[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Suicide_legislation

[5] Vgl. Dean Spade: ‚Normal Life: Administrative Violence, Critical Trans Politics, and the Limits of Law‘ für eine verständliche Kritik an diesen Verläufen, oder Teil 5 des Public Order Offenses Acts in Großbritannien als konkretes Beispiel.

Übersetzt aus dem Englischen. Den vollständigen Text mit dem Titel „LET. ME. DIE. Pandas, Technology, and the End of the World.“ findet ihr beim Down & Out Distro.

Menschen als Versuchskaninchen

Es mag eine Klugscheisserei sein, aber: wenn Bakunin im 19. Jahrhundert behaupten konnte, dass die Wissenschaftler nur Versuchskaninchen benutzen würden… so hat er – vielleicht zu seinem Glück – das 20. Jahrhundert eben nicht erlebt. Es war in Deutschland, wo die Nazi-Mediziner und Ärzte eben Menschen nicht wie, sondern wirklich als Versuchskaninchen oder eben: Versuchsmenschen benutzt haben. Es waren eben gerade Leute aus der Ärzte- und Medizinerzunft, welche besonders oft und früh die NSDAP unterstützten und 1933 dann auch sofort ihren Spielraum massiv erweitert kriegten.

Das mag ein Klugschiss sein. Vielleicht müsste man diese Fakten aber im Hinterkopf behalten. So würde z.B. die Eugen… ähm… Genetik niemals an dem Punkt sein, an welchem sie heute ist, wenn es die Nazi-Menschenexperimente nicht gegeben hätte. Gleiches gilt für ganz viele, ach so neutrale wissenschaftliche Erkenntnisse. Es ist mir zu blöd, hier im Dreck zu wühlen, welche anderen „Erkenntnisse“ auch noch…

Ich will hier ja niemandem irgendwas unterstellen, aber zumindest sollte man aus dem Nationalsozialismus auch ein gewisses Misstrauen gegenüber den Medizinern und Ärzten gelernt haben.

Und es mag geschmacklos sein, es zu sagen, aber ich kann auch wenig dafür, wenn mir gerade heute das „Deine Gesundheit gehört nicht dir!“ und „Gesundheit ist Pflicht“ der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik in den Sinn kommt. Natürlich unter gänzlich anderen Vorzeichen. Natürlich: das Gegenteil der Philosophie von „Ausmerze und Auslese“ als Argument und gesundheitspolitische Absicht, aber dennoch… Irgendwie fällt es mir schwer, die Paralelle aus dem Kopf zu kriegen, und – für mich zu behalten.

Ein schwieriger Patient

[Birmingham, Merseyside, Belfast] Angriffe auf die 5G-Infrastruktur

Am Donnerstag, den 02. April und Freitag, den 03. April wurden in Sparkhill, Birmingham und Melling, Merseyside 5G-Mobilfunkmasten in Brand gesteckt.

Der 70 Fuß hohe Mobilfunkturm in Birmingham wurde kurz nach acht Uhr Abends abgefackelt. Die Feuerwehr wurde zu der „gut beleuchteten“ Einrichtung in der Spring Road in Tyseley gerufen. Die Polizei versuchte außerdem, die Straße zu sperren, während die Flammen über den Zeitraum von mehr als einer Stunde bekämpft wurden.

In Melling, Merseyside berichteten Feuerwehr und Rettungskräfte, dass sie einen 5G-Funkturm am M57 motorway spät am Freitagabend gelöscht hätten.

Bereits Ende September 2019 wurde ein EE/BT-Funkmast in Porth, Wales, durch einen Brandanschlag zerstört.

Gegen jede Schädlichkeit und Toxizität

Gegen die Techno-Gefängniswelt

Eine globale Karte der 5G-Infrastruktur findet sich unter https://www.speedtest.net/ookla-5g-map

Update von Sans Attendre Demain: Ebenfalls in der Nacht des 03. Aprils wurde in Belfast, Nordirland eine 5G-Antenne niedergebrannt: In einem im Internet veröffentlichten Video sieht mensch Flammen am Fuße eines Masts an der Antrim Road, einer Nachbarschaft im Norden der Stadt. Wir hören außerdem Stimmen, die sagen „Fick 5G!“ und „Lang lebe die Revolution!“. Ein Feuerwehrmann bestätigt, dass mehrere Brände am Fuß der Antenne gelegt worden seien, die Kabel und einen elektrischen Schaltkasten teilweise zerstörten.

Übersetzung des englischen Originals bei 325.

Anmerkung: In den deutschen Medien wird von diesen und weiteren Angriffen auf die 5G-Infrastruktur berichtet. Dabei werden die Angreifer*innen als Verschwörungstheoretiker*innen diffamiert, die angeblich glauben sollen, dass 5G entweder das Immunsystem schwäche oder dass der Coronavirus dazu diene, 5G schneller einzuführen und dabei die Risiken zu vertuschen. Aber wird hier nicht vielleicht das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt? Ist die Essenz solcher Behauptungen wirklich so falsch? Fakt ist doch, dass die mit dem Coronavirus gerechtfertigten Ausgangssperren und Beschränkungen des Lebens weltweit dazu führen, dass 5G und andere technologische Neuerungen schneller etabliert werden. Neuerungen, die uns noch besser kontrollierbar machen werden. Es klingt absurd, dass das Coronavirus aus diesem Zweck von irgendwem in die Welt gesetzt worden sei, aber gelegen kommt es den 5G-Befürworter*innen, ebenso wie allen Protagonist*innen einer Digitalisierungsbewegung doch allemal.

Einladung zu einem gefährlichen Mai 2020

Lasst uns im Mai spielen: Ein Aufruf des Konflikts

Es war leicht für uns festzustellen, dass das alkoholbasierte Desinfektionsmittel auch dazu genutzt werden kann, ein Feuer zu entfachen. Mit anderen Worten: Wir brauchen keine staatlichen Richtlinien, um uns um unsere Freund*innen zu kümmern, und wenn wir ersteinmal damit fertig sind, uns um die Sache mit dem Überleben zu kümmern, gibt es für uns nichts besseres zu tun, als rauszugehen und bösartige Pläne zu schmieden. Mehr denn je verlangt es uns nach Rache und wahrer Freundschaft.

Wir sind nun in diesem futuristischen System gefangen und unsere einzige Lösung ist es, der Normalität den Krieg zu erklären, wenn wir nicht in steriler Langeweile sterben wollen.

Wir sind mit einer zweiseitigen Entwicklung konfrontiert. Einerseits scheint es, dass die Macht niemals so stark gewesen ist, wenn sie den Geist und die Herzen der gehorsamen Bürger*innen für sich gewinnt. Andererseits scheint es auch, dass sie noch nie eine so komplexe Situation verwalten musste (zumindest nicht, seit wir geboren sind).

Deshalb können wir möglicherweise zwei Dinge schlussfolgern:

Erstens können wir nicht auf irgendwelche Massen warten, die erwachen, um die Macht zu konfrontieren.

Zweitens sieht es so aus, als sei es eine gute Gelegenheit anzugreifen.

Diese gute Gelegenheit bedeutet nicht, dass es die einzige gute Gelegenheit ist. Es ist immer eine gute Gelegenheit, um zu kämpfen.

Nein, gute Gelegenheit bedeutet hier, dass unser Gegner vollkommen mit anderen Dingen beschäftigt ist und wir weder wissen können, was die genauen Konsequenzen unserer Aktionen (in einer so undurchschaubaren Lage) sind, noch ob wir in der nächsten Zeit eine weitere Gelegenheit haben werden.

Es sieht nach einer interessanten Wette für alle Feind*innen der Macht aus, die Gelegenheit zu ergreifen und zu sehen, was passieren kann.

Nun, da die Einsatzkräfte, die das Gebiet mit Fahrzeugen, Drohnen oder zu Fuß durchstreifen, mehr als je zuvor eingesetzt und überarbeitet sind, was würde passieren, wenn diese innerhalb ihrer Festung angegriffen werden würden? Gesprühte Todesdrohungen? Regelmäßige Angriffe mittels Steinen, Molotowcocktails, Feuerwerk, Böller inmitten der Nacht, während ihres Schalfes? Wenn mensch ihnen auf ihrer Patrouillie auflauern würde?

Nun, da die Käfige gerammelt voll sind und wir langsam hinter Schloss und Riegel sterben, was würde passieren, wenn die Fahrzeuge der Wärter*innen unglücklicherweise Bekanntschaft mit einem Schraubenzieher, einem Hammer oder einem Grillanzünder machen würden? Wenn die Menschen, die andere einsperren und bewachen – und dabei bereits unter beständigem Druck stehen – verprügelt und zusammengeschlagen werden würden, wenn sie nach Hause kommen?

Nun, da beinahe jede*r vor einem Bildschirm arbeitet/lernt/entspannt/rebelliert/Sex hat/…, was würde da passieren, wenn einige einfach zugängliche Glasfaserkabel sabotiert werden würden?

Nun, da beinahe jede*r durch Mobiltelefone „kommuniziert“, bestellt, befiehlt, systematisch plant, die Produktion organisiert (und manchmal aufbegehrt) oder sich mithilfe von Apps und permanenten Anrufen „kümmert“, was könnte da passieren, wenn einige Übertragungsantennen, die manchmal irgendwo im Nirgendwo liegen, zerstört werden würden?

Nun, da beinahe jeder*r eingesperrt in automatisierten Nestern, die mit der Matrix verbunden sind lebt, als wären diese ein Ersatz für das Leben, was könnte da passieren, wenn ein Strommast einstürzen würde?

Wir haben absolut keine Ahnung, was passieren würde. Und das ist der Grund warum wir es dringend ausprobieren sollten.

Verbreite und übersetze diesen Text, wenn er dir gefallen hat. Greife an und verschwöre dich, wenn du mitmachen willst. Entwickle und verbreite deine Ideen, wenn du mit anderen Rebell*innen in Dialog treten willst.

Dieser kurze Text ist eine Einladung für einen gefährlichen Mai.

Anmerkung 1: Wenn du zu ungeduldig bist, bis Mai zu warten und dir diese Einladung zugesagt hat, kannst du bereits im April angreifen und das in einem potenziellen Bekenntnis sagen.

Anmerkung 2: Wenn du zu ungeduldig bist, um zu warten, kannst du auch im April und Mai angreifen!

Übersetzung des englischen Orginals bei Act For Freedom Now!

Polizeikontrolle endet für Bulle im Krankenhaus

Vergangenen Donnerstag, den 02. April 2020, meinte ein Münchner Bulle, er müsse eine Person, die ihm in der Innenstadt begegnete, kontrollieren. Die hatte darauf jedoch keine Lust und so kam es, dass sich der Bulle mir nichts, dir nichts im Dreck wiederfand.

Leider waren an diesem Tag wohl eine Menge Bullenfreunde in der Nähe, was dazu führte, dass die Person, die eben noch den Bullen niedergestreckt hatte, sich nun im Knast befindet.

Immerhin musste der Drecksbulle in ein Krankenhaus gebracht werden und sofern es nur einen Hauch Gerechtigkeit gibt, hat er sich dort vielleicht eine tödliche Coronainfektion eingefangen. Ich drücke jedenfalls die Daumen.

Auf dass bald jede Schikane der Bullen damit endet, dass sich die Schikanierten zur Wehr setzen.