Tag Archives: Nr. 046

[Osnabrück] Teststrecke für Autonomes Fahren angegriffen

Seit letztem Monat dreht ein autonomer Bus (genannt Hubi…) im sogenannten Wissenschaftspark in Osnabrück seine Runden, nachdem das Ding im Oktober noch stolz bei der “Smart Country Convention” in Berlin präsentiert wurde (der Name sagt alles). Das Fahrzeug soll die Strecke einlesen und später dann willige Mithelfer*innen, die sich, natürlich per App, als Testnutzer*innen verdingen können, aufnehmen. Im Klartext: Der Bus filmt alles und jede*n ab, sammelt also Daten ohne Ende. Die werden analysiert, verarbeitet und dank vieler vernetzter Sensoren Bewegungsmuster erstellt.

Tja, das ist jetzt doof gelaufen für „Hubi”. Denn wir haben Wegmarken, Verkehrszeichen und Haltestellenschilder entfernt bzw. farblich so verändert, dass das Fahrzeug sie nicht mehr erkennen sollte. Und wo keine Haltestellen, wird es auch nicht stoppen und auch keine Menschen mitnehmen. Gegen die Smartifizierung von Städten, Kontrolle und Macht. Smarte Infrastruktur angreifen; “Hubi” geh sterben.

Quelle: Indymedia

[Hamburg] Knastprofiteure angegriffen. car2go und DriveNow Flotte sabotiert

In den letzten Nächten (17. + 18.12.) wurden in verschiedenen Stadtteilen Hamburgs Autos von car2go und DriveNow beschädigt. Es wurden Reifen zerstochen, Fenster eingeschlagen und sie wurden mit Farbe beschmiert.

SHARE NOW heißt das neue Carsharing-Unternehmen, das car2go und DriveNow unter einem Dach vereint. Durch den Zusammenschluss der beiden Dienste wird SHARE NOW zum weltweit führenden Anbieter im free-floating Carsharing. In 30 Metropolen in Europa und Nordamerika steht eine Flotte von mehr als 20.000 Fahrzeugen zur Verfügung.“

SHARE NOW ist eine Tochterfirma der BMW Group und der Daimler AG, die beide vom Knast profitieren indem sie eingesperrte Menschen für sich arbeiten lassen. Knast dient nicht nur der Einschüchterung und des Wegsperrens von in der Gesellschaft unerwünschten Menschen. Schon lange ist des Knastsystem für viele Unternehmen ein profitables Geschäft. Für Gefangene gibt es z.B. keinen Mindestlohn, also sehen große Firmen wie Daimler und BMW billige Arbeitskräfte in ihnen. Supermärkte wie Edeka und Telefonanbieter wie Telio können ihre Waren dank der Monopolstellung in den jeweiligen Knästen zu völlig überteuerten Preisen anbieten. Außerdem gibt es natürlich noch die Baufirmen und Architekt*innen, die Sicherheitsfirmen und Hersteller von Sicherheitstechnik sowie viele weitere, die Profite aus dem Knast ziehen.

Wenn wir den Knast zerstören wollen und die Gefangenen befreien wollen, ist es leider nicht so einfach die Mauern zu sprengen oder nieder zu brennen. Was wir aber können ist diejenigen Firmen und Personen anzugreifen, die dafür sorgen, dass das Knastsystem funktioniert und die von ihm profitieren. Dies ist eine praktische Art, Solidarität mit den Gefangenen zu zeigen. Außerdem ist es ein Vorschlag, gegen Knäste und die Gesellschaft die sie benötigt zu kämpfen. Es ist auch ein Akt der Selbstermächtigung, die Regeln zu missachten, die durch Repressionsorgane wie den Knast beschützt werden und sich im Umkehrschluss nicht permanent von der Bedrohung des Knastes einschüchtern zu lassen. Wenn wir unsere Handlungen durch die Angst vorm Gefängnis einschränken lassen merken wir, dass der Knast in unserem Kopf wirkt. Wenn wir trotzdem die Gesetze brechen verliert der Knast ein wenig an Wirkung.

Nicht nur der Knast trägt dazu bei, dass es für den Staat möglich ist, seine Bevölkerung zu unterdrücken. Auch die Stadt an sich ist darauf ausgelegt Menschen zu kontrollieren. Dies wird in einem sich beschleunigenden Prozess und besonders durch Technologien optimiert. Das Ziel ist ein Freiluftknast aka. Smart City, in dem jeder Winkel der Stadt abgefilmt und jeder Schritt der Bewohner*innen überwacht ist. Besonders gut funktioniert diese Strategie, weil die Menschen freiwillig mitmachen und sich als Versuchskaninchen bereitwillig die Apps auf dem Smartphone installieren. Sie vernetzen sich so mit den Smart City Projekten und liefern Daten, mit denen sie die Fremdkontrolle über ihr eigenes Leben erheblich erleichtern. Zu den Projekten der Smart City gehört unter Anderen die Shared Mobility, bei denen Menschen von einem Fahrzeug ins Nächste switchen können und dabei Daten wie z.B. wann sie sich wo aufhalten, durch ihre Apps gebündelt, den Konzernen wie Daimler und BMW liefern. Diese sind führende Akteur*innen und Profiteur*innen der Smart City, unter anderem mit ihren neuen Angeboten, die sich unter dem Namen YOU NOW bündeln. Dazu gehören die Apps REACH NOW, mit der verschiedene Verkehrsmittel kombiniert werden können; PARK NOW ist ein smartes Koordinierungssystem für Parkplätze in der Stadt; CHARGE NOW, zum Aufladen des Elektroautos;FREE NOW, fürs bargeldlose Taxi Fahren und SHARE NOW mit der du dich bei Leihautos registrieren kannst. So smartifizieren Daimler und BMW mit ihren neuen Diensten nicht nur verschiedene Bereiche des Verkehrs in der Stadt sondern bekommen auch Unmengen an Daten von ihren Kund*innen.

In den Visionen der Technologiekonzerne gibt es nur noch selbstfahrende Autos die alle „geshared“ werden. Selbstfahrend bedeutet ihre Umgebung permanent abfilmend und geshared heißt mit allen Nutzer*innen verbunden und noch mehr Verfügbarkeit über die eigenen Daten. Die eigentlichen Absichten der Smart City, mehr Kontrolle und Profit werden immer wieder mit grünen lügen verschleiert. Spätestens seit dem die Fridays For Future Bewegung existiert, ist Greenwashing die effektivste und beliebteste Marketing Strategie. Wir befürworten es, wenn Menschen sich im Freund*innenkreis oder in einer Nachbar*innenschaft zusammen tun um Autos zu teilen. Smart City Projekten muss aber weiterhin der Kampf angesagt werden.

Denn in so einer Stadt wäre ein Knast immer weniger nötig, um uns den Freiheiten die wir noch haben zu berauben. Es wäre immer schwieriger die uns auferlegten Regeln zu übertreten. Lasst es uns nicht soweit kommen lassen. Lasst uns das System, welches (Freiluft-) Knäste benötigt angreifen und überwinden!

Solidarität mit den dreien von der Parkbank!
Feuer allen Knästen – Freiheit für alle Gefangenen!
Smart City angreifen!

Hier ist eine Liste von weiteren Knastprofiteur*innen, am besten nur mit dem TOR Browser aufrufen:
https://ggboberlin.blackblogs.org/clickandact/profiteurinnen/

Quelle: Indymedia

[Leipzig] Autos und Funkmast der Bullen brennen

„Die Schweine haben dieses Jahr zu Silvester nach eigenen Angaben eine Falle für die Autonomen vorbereitet, um sie zu fangen, wenn sie wieder mal staatliches Eigentum in Brand setzen. Wie das aussehen soll ist uns unklar, aber wir gehen das Risiko nicht ein es herauszufinden und haben Silvester daher ein paar Tage vorverlegt.

Wir haben am Abend des 29.12. in Leutzsch am Funkmast der Bullen und an ein paar Ordnungsamtskarren einiges an Brennbarem platziert. Offenbar hat sich das Meiste davon entzündet.

Am 29. Januar 2020 wird vor dem Bundesverwaltunggericht die Verhandlung über das Verbot von linksunten.indymedia.org geführt. Dieser Anschlag gilt in erster Linie den Repressionsorganen, die linksunten verboten haben, also den Bullen und ihren Chefs in den Innenministerien: Nehmt ihr uns unsere Medien weg, dann machen wir eben euren Kram kaputt.“

Quelle: Indymedia

[Tübingen] Evangelikale TOS angegriffen

„Während die meisten sich vom vorweihnachtlichen Konsumrausch erholen und die freien Tage fröhlich um einen abgesägten und mit Plastik versehenen Baum sitzen, haben wir […] uns entschieden diese symbolträchtige und für Aktionen angenehm ruhige Zeit zu nutzen, um auf einen überregionalen antifeministischen Akteur, die Tübinger Offensive Stadtmission (TOS), hinzuweisen und diesen mit Farbe und Feuer anzugreifen. Dabei wurde das Foyer des TOS Gemeindezentrums mit lila Farbe eingedeckt und ein Kleinbus der reaktionären evangelikalen Gruppe niedergebrannt.“

Quelle: Indymedia

Ein rebellischer Jahresrückblick

Das Jahr nähert sich dem Ende, die unsägliche Weihnachtsquälerei ist einmal wieder überstanden und in Kürze dürfen wir uns an Kriegsspielerei und massiver Luftverschmutzung erfreuen. Und sei das alles nicht genug, so werden wir überall auch noch von Jahresrückblicken überschüttet. Doch bei diesem Punkt sehen doch auch wir uns genötigt in diesen Reigen einzusteigen und euch einen etwas anderen Jahresrückblick zu präsentieren, der einen Blick auf die Momente der Rebellion und des Unmuts gegen Herrschaft in München wirft. Das, was wir hier zusammengetragen haben, ist natürlich unvollständig, denn vieles wird nicht berichtet, vieles haben wir nicht mitbekommen und wir haben die Nachrichten auch danach ausgesucht, was uns gefallen hat.

Gentrifizierung

Das leidigste Thema in München, die Wohnsituation. Unbezahlbare und weiterhin ansteigende Mieten, Luxussanierungen und der Bau von luxuriösen Eigentumswohnungen bei gleichzeitiger Wohnungsnot, die Immobilienbranche hat ihren Spaß, die meisten Menschen wissen aber nicht mehr, wo, wie oder wie lange sie in München noch wohnen können. Doch selbst wenn die Mieten „bezahlbar“ wären – was auch immer das heißen mag, denn es wird immer Menschen geben, die sich die Miete für eine Wohnung nicht leisten können werden –, so ist es doch absurd, dass einigen Menschen einfach aufgrund der Tatsache, dass ihnen ein Haus gehört, ein monatliches Einkommen durch andere Personen ermöglicht wird, die einfach nur dort wohnen wollen. Wir sind nur Gäste, dort, wo wir wohnen, wir haben keine Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich unseres Wohnraums. Wir können einfach nur zuschauen, wie andere entscheiden, wann wie saniert werden soll, wie die Fassade aussehen soll, wir kennen unsere Nachbar*innen nicht, es ist ungewiss, wie lange wir noch bleiben können, ehe wir uns unsere Wohnung oder unser Zimmer nicht mehr leisten können. Gleichzeitig müssen Leute auf der Straße schlafen und wer sich Raum einfach nimmt – in einem der zahlreichen Leerstände dieser Stadt –, die*der wird bei Entdeckung vertrieben oder sogar bestraft. All das macht wütend und diese Wut macht sich bemerkbar.

Cops, Hobbycops, die Knastgesellschaft und das Geschrei nach mehr „Sicherheit“

Sicherheit – das Lieblingsargument aller Liebhaber*innen autoritärer Maßnahmen. Denn mit dem Stichwort „Sicherheit“ lassen sich alle Einschränkungen der Freiheit von Menschen rechtfertigen – (Video-)Überwachung, ein riesiges Waffenarsenal und vom Staat bezahlte sowie freiberufliche Schläger*innentrupps (Securities, KVR-Hilfssheriffs, MVG-Wacht usw. und natürlich die Cops und die Bundeswehr). Sicherheit zu gewährleisten ist auch der angebliche Anspruch, der es notwendig mache, das Zusammenleben der Menschen über Gesetze, die Justiz und den Knast zu regeln. Denn ohne diese „Sicherheits“vorkehrungen wären alle Menschen angeblich die ganze Zeit nur damit beschäftigt sich gegenseitig aufs Maul zu hauen und würden ausschließlich danach streben Herrschaft über alle anderen auszuüben. Das berühmte Argument mit der „Macht des Stärkeren“, die herrschen würde, wenn der Staat dem keinen Einhalt gebieten würde. Um dies zu verhindern, liegt also die ganze Stärke beim Staat. Denn wenn der Starke der Staat ist und nicht jemand anders, dann ist es ja was ganz anderes. Der Staat kontrolliert uns auf Schritt und Tritt, das, was er über uns gespeichert hat (etwa die Daten aus dem Personalausweis, das Geburts- und das Melderegister, Eintragung über unsere Staatsangehörigkeit, Sterberegister), ist bedeutender für unsere Existenz, als das, was wir selbst zu uns zu sagen haben. Unsere Handlungsspielräume sind in dieser angeblich „freien“ Gesellschaft unfassbar klein, und wenn wir diese übertreten, so gibt es ein ansehnliches Arsenal an Mitteln, um uns zur Einhaltung der vom Staat auferlegten Spielregeln zu zwingen – bis hin dazu, dass wir für den Rest unseres Lebens eingesperrt werden und die Gestaltung unses Lebens vollständig von den Entscheidungen anderer Menschen abhängt. Ausgeliefert – durch und durch. Dass wir uns ja so benehmen, dass das System der Herrschaft von Menschen über Menschen nicht ins Wanken kommt. Das ist das Ziel. Wer stiehlt, wer ohne Ticket fährt, wer sich der Lohnarbeit verweigert, wer sich dagegen wehrt, Subjekt eines Staates zu sein, die*der weiß, dass einer*m nur ein kleiner Handlungsspielraum gelassen wird. Und jede Maßnahme, die zum Aufrechterhalten der „Sicherheit“ zusätzlich eingeführt wird, macht diesen Spielraum noch kleiner. Doch wo es Herrschaft gibt, gibt es auch immer Widerstand.

Mobs vs. Cops

Eine eigene Rubrik wollen wir den spontanen Revolten gegen autoritäre Anwandlungen widmen, meist wenn eine größere Menschenmenge eigentlich nur ihren Spaß haben wollte, und dann so uniformierte Schläger*innen meinen, sich einmischen und rummackern zu müssen.

Abschiebungen und Asylpolitik

„Leitkultur“, „verwirktes Gastrecht“, „Rückführung“, „kriminelle Asylbewerber“ und „Obergrenze“, die deutsche Volksgemeinschaft mobilisiert sich gegen die Zuwanderung flüchtender Menschen aus anderen Teilen der Welt und macht ihren Rassismus so deutlich wie eigentlich immer schon. Das Zusammenpferchen in Lagern, die ständigen Schikanen, die Misshandlungen rufen einigen Widerstand auf den Plan.

Antifaschismus

Da leben wir schon in autoritären Zeiten, doch gibt es Leute, die es gerne noch autoritärer hätten und die sich eine Volksgemeinschaft zusammenfantasieren, die es vor „fremden“ Einflüssen zu beschützen gilt.

Smart City, E-Mobilität und grüner Kapitalismus

Smarte Mobilität, E-Technik, smarte Kommunikation. Die Digitalisierung macht sich immer mehr bemerkbar. „Sharing“-Dienste mit jedem vorstellbaren Fortbewegungsmittel, alle mit Elektro-Antrieb, alle über App entsperrbar. Per Smartphone bezahlen, jederzeit, überall. Dank Smartphone wird alles immer bequemer – und auch immer besser überwachbar. Denn die smarte Technologie sammelt Unmengen an Daten. Kameras an smarten Autos, die auch noch selbst die Cops rufen, wenn sie angezündet werden, GPS auf jedem Handy, in jedem Fortbewegungsmittel, die Zuordnung jeden Zahlungsvorgangs zu deinem Profil, das natürlich vollständige Daten über dich preisgibt, eine immer bessere Gesichtserkennungssoftware. Die Überwachungsmechanismen werden allumfassender, unsichtbarer, selbstverständlicher – und genießen breite Akzeptanz. Denn die smarte Technologie ist dann doch so bequem. Bequem zahlen – schon kommt bequem klauen gar nicht mehr in Betracht. Mensch habe doch nichts zu verbergen. Das gängige Argument. Gleichzeitig kann mensch gleich das schlechte Gewissen beruhigen, angesichts von Klimawandel und kapitalistischer Ausbeutung. Denn dank grüner E-Technologie tue mensch durch seinen Konsum etwas für die Umwelt. Eine der absurdesten Lügen der neuen E-Mobilitätswelle, so offensichtlich, dass ich darüber nicht viel Worte verlieren will. Doch Digitalisierung, Technologie und Energiegewinnung haben einen wunden Punkt: sie brauchen eine krasse Infrastruktur, viele, viele Kabel… und bieten dadurch nette Angriffspunkte.

Reclaim the City

Wem gehört die Stadt? Wer darf sie wie gestalten, wer kann einfach machen, wer muss um Erlaubnis bitten? Warum darf ich am Stadtbild nichts einfach so verändern, bin jedoch selbst mit tausenden Änderungen konfrontiert, auf die ich keinen Einfluss habe. Weder im Haus, in dem ich wohne, noch in der Straße oder dem Viertel kann ich irgendetwas mitgestalten, dafür werde ich mit großflächigen Werbungen gequält, mit einem zubetonierten hässlichen Hof konfrontiert, der nur als Parkplatz dient, mit Überwachungskameras und einer langweiligen Fassade und einer grauen Stadt. Wenn ich jedoch etwas Farbe hineinbringen will oder etwas verändern, dann bekomme ich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung oder wegen Verstoßes gegen die Bauordnung. Wenn ich gegen irgendetwas protestieren will, mich zum Feiern zusammenfinden will, leben will, muss ich es anmelden oder sogar um Erlaubnis bitten. Dass sich das nicht alle gefallen lassen, sieht mensch besonders an den zahlreichen Graffiti, die München schmücken.

Gott töten

Wieviel Einfluss Religion und hierzulande insbesondere das Christentum hat, wird mir immer wieder deutlich, wenn ich im Gerichtssaal dieses fucking Kreuz hängen sehe. Das Christentum, aber auch jede sonstige Gottesvorstellung, hat dabei autoritären Charakter, denn Gott oder das Göttliche oder die Götter – whatever! – verlangen immer eine Unterwerfung des Individuums vor Gott. Religion ist die Vorstellung, dass der Mensch keinen freien Willen hat, sondern einem göttlichen Plan folgen muss. Religion wurde schon immer als Vorwand verwendet, um damit Herrschaft über andere Menschen zu legitimieren, sei es um die Herrschaft eines Königs oder eines Papstes zu rechtfertigen, als auch um sich als individuelle*r Priester*in der jeweiligen Gottheit Autorität gegenüber anderen Menschen zu verschaffen. Was gibt es Geileres als Menschen, die vor dir auf den Knien rumrutschen und ihr Leben danach gestalten, was du ihnen aufträgst? Gerade im Dezembermonat werden wir mit der vollen Ladung Christentum zugeballert. Und das hat wohl einigen Menschen nicht gefallen…

Solidarität mit Kämpfen an anderen Orten

Im August erklärt der griechische Staat Exarchia, dem widerständigen Stadtviertel in Athen, den Krieg. Mehrere Hausbesetzungen, insbesondere diejenigen, die von Migrant*innen bewohnt sind, werden geräumt. Menschen in Exarchia setzen sich zur Wehr. Und auch hier greifen Menschen den griechischen Staat an. Im Oktober rufen Schüler*innen in Chile aus Protest gegen Fahrpreiserhöhungen beim öffentlichen Nahverkehr zum kollektiven Schwarzfahren auf. Ein paar Tage später ist das ganze Land in Aufruhr und bis heute dauert die Revolte an. Auch dazu gab es in München solidarische Angriffe.

 

Update zu den Kabelbränden an Leinthalerbrücke und Herzog-Heinrich-Brücke

Wie bereits berichtet, kam es in der Nacht zum 19.12.2019 zu einem Kabelbrand an der Leinthalerbrücke. Das war jedoch nicht alles: Auch an der nahegelegenen Herzog-Heinrich-Brücke wurden Datenkabel in Brand gesetzt. Betroffen waren neben Vodafone auch Kabel der Stadtwerke München. Bei Indymedia ist indess ein Bekenner*innenschreiben erschienen:

In der Nacht zum 19.12.2019 haben wir zwei Hauptkabel von Vodafone und den Stadtwerken München an zwei Isarbrücken in München mit Feuer lahmgelegt. Die Kabel versorgen neben Großbetrieben wie BMW das Heizkraftwerk Nord der Münchner Stadtwerke. Ziel war, einen möglichst hohen Sachschaden anzurichten, um die herrschende Klimapolitik praktisch anzugreifen.

Im Heizkraftwerk Nord wird noch viele Jahre Kohle verfeuert um Strom und Fernwärme zu gewinnen. Die Stadt München ignoriert konsequent den Bürgerentscheid gegen einen Weiterbetrieb, weil es angeblich als Hauptlastreserve am Netz bleiben muss – es bleibt nur die Möglichkeit, die Kosten für die Stadtwerke in die Höhe zu treiben um eine vorzeitige Stilllegung durchzusetzen.

Wir können nicht genau abschätzen, wie umfangreich die Störungen durch unsere kleinen Brände gewesen sind. In den spärlichen Zeitungsmeldungen wurde von tagelangen Reparaturarbeiten und einen Sachschaden von wenigstens 100.000 Euro gesprochen.

Kohleausstieg ist Handarbeit.
Kaptialismus abschaffen.
Den Klimakillern den Saft abdrehen.

Feurige Grüße an die 3 von der Parkbank

Erneut Kirchen mit Parolen gegen Gott und Herrschaft besprüht

An mindestens fünf Kirchen in München prangten am Morgen des 25. Dezember Parolen, die Gott und Religion zum Feind erklärten und zum Angriff gegen Kirche und Gottesvorstellungen aufriefen. Neben Parolen wie „Kein Gott, Kein Staat“ oder „Gott töten“, prangte an einer Kirche im Stadtteil Nymphenburg auch ein Zitat von Bakunin: „Wenn es Gott wirklich gäbe, müsste man ihn beseitigen.“

Insgesamt soll dabei ein Sachschaden von mehreren tausend Euro entstanden sein. Grund dafür: Kirchenfassaden oder Teile davon scheinen besonders empfindlich zu sein. Was anderswo einfach überstrichen wird, soll hier aufwändig restauriert werden. Besonders die Eingangstüren einiger Kirchen scheinen anfällig zu sein. In einem Artikel in einem kirchennahen Blatt wurde nach einer ähnlichen Aktion berichtet, dass es nicht ohne weiteres möglich sei, die Kupfertüren der Kirche zu reinigen.

Bereits in der Nacht auf den 06. Dezember hatten ähnliche Parolen an zahlreichen Kirchen in München Aufmerksamkeit erregt. Die Bull*innen und die Presse sprachen damals erst von vier, später von fünf Kirchen. Diese Zahl war damals jedoch offensichtlich weit untertrieben. In den Tagen danach konnten an unzähligen anderen Kirchen weitere Parolen oder deren Überreste beobachtet werden.

WISAG Karre geplättet

Während am […] Dienstag, den 24.12.2019 die Straßen Münchens wie leergefegt waren, weil die Menschen eines ihrer absurden religiösen Feste begingen, nutzten wir die Gelegenheit, eine am Straßenrand abgestellte Karre von WISAG zu plätten.

WISAG erbringt unter anderem diverse Sicherheitsdienstleistungen und verdient in Berlin beispielsweise auch mit Fahrscheinkontrollen für die dortigen Verkehrsbetriebe Geld. Ebenfalls bekannt ist WISAG dafür, dass die Firma im Auftrag von Immobilieninvestor*innen Obdachlose vertreibt, etwa in der Rummelsburger Bucht in Berlin (Vgl. https://chronik.blackblogs.org/?p=9490). Durch Dienstleistungen an Flughäfen profitiert WISAG außerdem von Abschiebungen.

Wir dachten dabei an all diejenigen, die im Auftrag des Staates oder irgendwelcher Firmen und Investor*innen von Unternehmen wie WISAG unterdrückt werden. Ihnen gilt unsere Solidarität.

Quelle: Indymedia