Tag Archives: Glasbruch

Brennende Mülltonnen und Angriff auf Immobilienbüro

Bereits am vergangenen Wochenende, in der Nacht auf Sonntag, den 26. Juli, zündeten Personen in Haidhausen zwei Mülltonnen an und smashten die Scheiben eines nahe gelegenen Immobilienbüros. Laut den Schweinen verursachten die Personen dabei mehrere tausend Euro Sachschaden. Tja, die Wut auf Immobilienbüros wird wohl jeder*m verständlich sein, die*der schon mal versucht hat in München eine Bleibe zu finden…

[Leipzig] Bitumen und Steine gegen Bullenwache

Gleich zweimal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurde der Außenposten der Polizei in Leipzig-Connewitz vergangenes Wochenende angegriffen. Am Freitag, den 17. Juli 2020 warfen einige Angreifer*innen mit Bitumen gefüllte Farbgläser an Fassade und Scheiben der Wache, am Samstag, den 18. Juli 2020 bombadierten mehrere Personen den gleichen Außenposten der Bullen mit Steinen.

Die Bullen, die Isar und der Tropfen, der alles zum Überlaufen bringt

Dass es an der Isar so nicht weitergehen könne und dass das Konsequenzen haben werde, verkündete Bayerns Oberpatriarch vor einer Woche. Denn trotz Panikschürerei und massiver Repression lassen es sich die Leute nicht nehmen gemeinsam an der Isar zu chillen und Spaß zu haben. Nach den Krawallen in Stuttgart vor zwei Wochen und den oben erwähnten mahnenden Worten unseres so um unsere Gesundheit besorgten Obermackers haben an der Isar (und anderen Orten, an denen Menschen gemeinsam Spaß haben) die Gängeleien durch die Schweine eine neue Dimension angenommen. Massive Polizeipräsenz, (häufig nur mit einer oder zwei Personen besetzte) Wannen mit Flutscheinwerfern, die Patrouille fahren oder „Hotspots“ wie die Wiese am Monopteros vollständig umstellen, Taschenlampenterror, Personalienkontrollen von jeder kleinsten Personengruppe, Räumungen, Kessel, Festnahmen. Gleichzeitig üben sich die Bereitschafts- und USK [1]-Bullen in bisher ungekanntem Ausmaß im „Good Cop“-Spiel, was unter diesen Voraussetzungen immer wieder zu äußerst skurrilen Situationen führt(e).

Dass die Bullen Angst vor einem Krawall nach Stuttgarter Vorbild haben, ist klar. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es einige gibt, die das auch in München probieren wollen. In der gewaltbereiten Szene kann Stuttgart einen Vorbild-Charakter haben. Nach dem Motto: Wenn die das im Südwesten schaffen, dann vielleicht auch wir in München“, meinte auch Bayerns Fast-Oberbulle Wilhelm Schmidbauer. Das hat er gut erkannt. Gründe die Schweine und den Staat zu hassen gibt es genug und mit Beginn der „Corona-Krise“ hat der Staat so deutlich wie lange nicht gezeigt, wie es um unsere angebliche Freiheit steht und bei vielen den Hass und die Wut geschürt.

Auch am Baldeplatz kam es letzte Freitag- und Samstagnacht zu Gängeleien durch die Schweine. Dieses Mal blieb dies allerdings nicht unbeantwortet. Während am Freitag die Cops gegen 1 Uhr morgens die am Baldeplatz chillenden Personen kesselten und gegen teils erfolgreiche Ausbruchsversuche zu kämpfen hatten, nutzten eine oder mehrere findige Personen die Ablenkung, um die Scheiben einer der vielen Copkarren, die überwiegend unbewacht in der Nähe standen, zu zerschlagen. Als am Samstag dann nach stundenlangem „Good Cop“-Theater am Baldeplatz eine Person festgenommen wurde, was Auseinandersetzungen mit der Bullerei zur Folge hatte, wurden an der Wittelsbacherbrücke sowie an mehreren anderen Orten in unmittelbarer Nähe zur Isar und dem Englischen Garten mehrere Mülltonnen angezündet. Trotz stundenlanger Fahndung im Anschluss daran konnten die Schweine wohl niemanden für die Taten verantwortlich machen.

Zwei einfache Handlungen des Widerstands haben die Bullen bereits massiv in Stress versetzt. Sie scheuen sich sogar davor selbst davon zu berichten [2]. Aus gutem Grund, denn was würde wohl passieren, wenn sich diese einfachen Handlungen multiplizieren würden? Wenn man sich nichts mehr gefallen lassen würde, wenn man sich nicht als unschuldiges und unrechtmäßiges Opfer von Polizeigewalt betrachtet, der man einfach ausgeliefert ist und wo man nur an die Politik appellieren kann, das doch nicht so weit zu treiben, dass das „unverhältnismäßig“ sei? Was würde passieren, wenn man stattdessen die Polizei und den Staat als den Feind identifiziert, der einem das Leben immer wieder zur Hölle macht und den man gezielt angreifen kann? Bullen haben Autos, Bullen haben Namen und Adressen. Ein Schal oder eine Maske, ein paar Handschuhe (dank Corona jetzt meist eh bereits massenhaft vorhanden und zur Hand), ein Blick auf potenzielle Kameras oder Denunzianten, ein Stein oder ein Feuerzeug und den Willen sich zu wehren, mehr braucht es eigentlich nicht. Schluss mit der Schikane! Schluss mit zivilem (Un-)Gehorsam! Angriff ist die beste Verteidigung.

Endnoten

[1] USK ist die Prügeleinheit der bayerischen Polizei, die dazu ausgebildet ist Massen von Menschen zu kontrollieren und die viel bei Demonstrationen und Fußballspielen eingesetzt wird.

[2] Mittlerweile haben sie das mit einiger Verspätung dann doch noch getan. Sie berichten, dass sie „massiv beleidigt“ und angespuckt wurden. Hoffen wir, dass sie nächstes Mal massiv eins in die Fresse kriegen.

Solidaritätsangriff mit der Rebellion in den USA!

Wir haben vor ein paar Tagen die Scheiben einer Targobank in München eingeschlagen.

Wir wollen mit diesem Angriff unsere Solidarität mit der in den USA stattfindenden Rebellion ausdrücken.

Die Jugend von Stuttgart hat vergangenes Wochenende gezeigt, was die beste Antwort auf staatliche Einschränkungen und Polizeikontrollen ist: Krawall.

Solidarität heißt Angriff!

Quelle: Indymedia

[Amiens] Brandangriff gegen den Strafvollzug

In der Nacht auf den 1. April 2020, während der Ausgangssperre, wurden zwei Einrichtungen der Strafvollzugsverwaltung Ziel einer Brandattacke: fünf Autos des SPIP (Amt für Wiedereingliederung und Bewährungshilfe) und zwei Transportwägen für Gefangene wurden abgefackelt, genau gegenüber von der Justizvollzugsanstalt von Amiens (Avenue de la Défense Passive). Auf einer Mauer des Parkplatzes wurde mit schwarzer Farbe „Crève la justice, crève la taule, crève l’Etat et crève! (A)“ („Justiz verrecke, Knast verrecke, Staat verrecke und verrecke! (A)“) getaggt.

Mehrere Individuen haben sich gegen 3h30 Zugang zum Parkplatz des SPIP und des PREJ (Amt zur Verlegung von Gefangenen) verschafft, dabei sorgfältig darauf geachtet die Überwachungskameras zu vermeiden die sich auf seiten des Gefängnisses befinden. Drei Autos des SPIP sind vollständig abgebrannt, zwei weitere durch die Flammen beschädigt. Dann wurde an zwei Gefängnisbussen (des PREJ), die zum Transport von Gefangenen verwendet werden, Feuer gelegt. Die Büros dieser beiden Einrichtungen wurden anschließend angegriffen, ein Fenster wird eingeschlagen und ein Feuer entfacht, das sich (leider) nicht verbreitet hat. „Diese Individuen haben versucht das Gebäude mit einem Benzinkanister in Brand zu setzen, was ihnen aber nicht gelungen ist“, erklärt das SNP-FO (Nationale Gewerkschaft des Strafvollzugs der Arbeiter). „In diesem Moment sei ein Alarm losgegangen, der den oder die Täter*innen in die Flucht schlug, und der Wächter sei herbeigeeilt, der jedoch nur noch die Schäden feststellen konnte.“ Dieser Brandangriff interveniert, während seit dem Beginn der Gesundheitskrise in Verbindung mit der Verbreitung des Coronavirusses (Covid-19) Revolten in zahlreichen Gefängnissen in Frankreich und anderswo hart niedergeschlagen worden sind.

Quelle: Sans Attendre Demain

[Berlin] Streifenwagen mit Steinen angegriffen

In der Nacht auf Sonntag, den 02.02.2020 nahm eine Streifenfahrt eines Bullen durch Kreuzberg ein bitteres Ende: Wütende Angreifer*innen nahmen für den Mord an Maria und weitere kurz zurückliegende Angriffe Rache an den Cops und zerstörten Front- und Seitenscheiben des Streifenwagens, indem sie ihn mit einem Steinhagel eindeckten.

„[…] In einem könnt ihr euch sicher sein; dass wir immer Momente schaffen in dem das Kräfteverhältniss zu unseren Gunsten ausfällt und diese zu nutzen wissen.“

[Leipzig] Hör mal wer da hämmert

In der Nacht auf den 23. Januar 2020 haben einige Personen mehrere Scheiben einer Bull*innenwache im Westen der Stadt (Weißenfelser Straße) eingehämmert.

„Wir taten dies aus Solidarität mit den Leuten, die seit Silvester in U-haft sitzen. Außerdem wollten wir dem Hungerstreik von Néstro durch eine subversive Aktion außerhalb der Mauern Aufmerksamkeit verleihen. Nach der Blamage der Bullen zu Silvester wird der Staat versuchen an den Gefangenen ein Exempel zu statuieren. Deshalb ist es an uns, die kalten Nächte zu nutzen um ihnen Gehör zu verschaffen.

Erfreulicherweise ist Néstro inzwischen draussen, die anderen beiden sitzen aber noch.

Freiheit für die Gefangenen vom Kreuz,
Freiheit für die drei von der Parkbank,
Freiheit für alle Gefangenen!

Für die Anarchie!“

[Berlin] Keine Freunde, keine Helfer: GdP besucht

Die GdP [Gewerkschaft der Polizei] liefert mehr als genug gute Gründe für einen Besuch. Deswegen haben wir den Schweinen diese Nacht [vom 14. auf den 15. Januar] in der Tiefgarage der GdP (Kurfürstenstraße 112, Berlin-Tiergarten) ihr Auto mit ihren Propagandamaterialien demoliert. Dazu haben wir die Karre tiefergelegt, die Scheiben des Autos eingeschlagen und den Innenraum mit stinkender Flüssigkeit und einem Feuerlöscher aufgefüllt. Ihre politische Einflussnahme zielt zu guten Teilen darauf ab, oft unter Rückgriff auf stumpfen Rassismus, die Schläger in Uniform zu Opfern zu erklären und einen reaktionären law-and-order Diskurs zu befördern. […] Zusammengefasst ist die GdP genau das, was von einer Organisation zu erwarten ist, die sich fast ausschließlich aus Polizist*innen zusammensetzt: ein von Nazis durchsetzter, rassistischer Scheißverein.

Quelle: Indymedia

[Berlin] Jobcenter Wedding entglast

Wir haben in der Nacht vom 31.12. zum 01.01.2020 dem Jobcenter Berlin Wedding in der Müllerstraße 16 einen Besuch abgestattet.

Dabei wurde die zum Max-Josef-Metzger-Platz gelegene Fensterfront mit Pflastersteinen eingedeckt.

Solidarische und kämpferische Grüße gehen raus an die drei schlummernden Vulkane (Interim Nr.809 S.37) und an die drei von der Parkbank!

Quelle: Indymedia

Ein rebellischer Jahresrückblick

Das Jahr nähert sich dem Ende, die unsägliche Weihnachtsquälerei ist einmal wieder überstanden und in Kürze dürfen wir uns an Kriegsspielerei und massiver Luftverschmutzung erfreuen. Und sei das alles nicht genug, so werden wir überall auch noch von Jahresrückblicken überschüttet. Doch bei diesem Punkt sehen doch auch wir uns genötigt in diesen Reigen einzusteigen und euch einen etwas anderen Jahresrückblick zu präsentieren, der einen Blick auf die Momente der Rebellion und des Unmuts gegen Herrschaft in München wirft. Das, was wir hier zusammengetragen haben, ist natürlich unvollständig, denn vieles wird nicht berichtet, vieles haben wir nicht mitbekommen und wir haben die Nachrichten auch danach ausgesucht, was uns gefallen hat.

Gentrifizierung

Das leidigste Thema in München, die Wohnsituation. Unbezahlbare und weiterhin ansteigende Mieten, Luxussanierungen und der Bau von luxuriösen Eigentumswohnungen bei gleichzeitiger Wohnungsnot, die Immobilienbranche hat ihren Spaß, die meisten Menschen wissen aber nicht mehr, wo, wie oder wie lange sie in München noch wohnen können. Doch selbst wenn die Mieten „bezahlbar“ wären – was auch immer das heißen mag, denn es wird immer Menschen geben, die sich die Miete für eine Wohnung nicht leisten können werden –, so ist es doch absurd, dass einigen Menschen einfach aufgrund der Tatsache, dass ihnen ein Haus gehört, ein monatliches Einkommen durch andere Personen ermöglicht wird, die einfach nur dort wohnen wollen. Wir sind nur Gäste, dort, wo wir wohnen, wir haben keine Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich unseres Wohnraums. Wir können einfach nur zuschauen, wie andere entscheiden, wann wie saniert werden soll, wie die Fassade aussehen soll, wir kennen unsere Nachbar*innen nicht, es ist ungewiss, wie lange wir noch bleiben können, ehe wir uns unsere Wohnung oder unser Zimmer nicht mehr leisten können. Gleichzeitig müssen Leute auf der Straße schlafen und wer sich Raum einfach nimmt – in einem der zahlreichen Leerstände dieser Stadt –, die*der wird bei Entdeckung vertrieben oder sogar bestraft. All das macht wütend und diese Wut macht sich bemerkbar.

Cops, Hobbycops, die Knastgesellschaft und das Geschrei nach mehr „Sicherheit“

Sicherheit – das Lieblingsargument aller Liebhaber*innen autoritärer Maßnahmen. Denn mit dem Stichwort „Sicherheit“ lassen sich alle Einschränkungen der Freiheit von Menschen rechtfertigen – (Video-)Überwachung, ein riesiges Waffenarsenal und vom Staat bezahlte sowie freiberufliche Schläger*innentrupps (Securities, KVR-Hilfssheriffs, MVG-Wacht usw. und natürlich die Cops und die Bundeswehr). Sicherheit zu gewährleisten ist auch der angebliche Anspruch, der es notwendig mache, das Zusammenleben der Menschen über Gesetze, die Justiz und den Knast zu regeln. Denn ohne diese „Sicherheits“vorkehrungen wären alle Menschen angeblich die ganze Zeit nur damit beschäftigt sich gegenseitig aufs Maul zu hauen und würden ausschließlich danach streben Herrschaft über alle anderen auszuüben. Das berühmte Argument mit der „Macht des Stärkeren“, die herrschen würde, wenn der Staat dem keinen Einhalt gebieten würde. Um dies zu verhindern, liegt also die ganze Stärke beim Staat. Denn wenn der Starke der Staat ist und nicht jemand anders, dann ist es ja was ganz anderes. Der Staat kontrolliert uns auf Schritt und Tritt, das, was er über uns gespeichert hat (etwa die Daten aus dem Personalausweis, das Geburts- und das Melderegister, Eintragung über unsere Staatsangehörigkeit, Sterberegister), ist bedeutender für unsere Existenz, als das, was wir selbst zu uns zu sagen haben. Unsere Handlungsspielräume sind in dieser angeblich „freien“ Gesellschaft unfassbar klein, und wenn wir diese übertreten, so gibt es ein ansehnliches Arsenal an Mitteln, um uns zur Einhaltung der vom Staat auferlegten Spielregeln zu zwingen – bis hin dazu, dass wir für den Rest unseres Lebens eingesperrt werden und die Gestaltung unses Lebens vollständig von den Entscheidungen anderer Menschen abhängt. Ausgeliefert – durch und durch. Dass wir uns ja so benehmen, dass das System der Herrschaft von Menschen über Menschen nicht ins Wanken kommt. Das ist das Ziel. Wer stiehlt, wer ohne Ticket fährt, wer sich der Lohnarbeit verweigert, wer sich dagegen wehrt, Subjekt eines Staates zu sein, die*der weiß, dass einer*m nur ein kleiner Handlungsspielraum gelassen wird. Und jede Maßnahme, die zum Aufrechterhalten der „Sicherheit“ zusätzlich eingeführt wird, macht diesen Spielraum noch kleiner. Doch wo es Herrschaft gibt, gibt es auch immer Widerstand.

Mobs vs. Cops

Eine eigene Rubrik wollen wir den spontanen Revolten gegen autoritäre Anwandlungen widmen, meist wenn eine größere Menschenmenge eigentlich nur ihren Spaß haben wollte, und dann so uniformierte Schläger*innen meinen, sich einmischen und rummackern zu müssen.

Abschiebungen und Asylpolitik

„Leitkultur“, „verwirktes Gastrecht“, „Rückführung“, „kriminelle Asylbewerber“ und „Obergrenze“, die deutsche Volksgemeinschaft mobilisiert sich gegen die Zuwanderung flüchtender Menschen aus anderen Teilen der Welt und macht ihren Rassismus so deutlich wie eigentlich immer schon. Das Zusammenpferchen in Lagern, die ständigen Schikanen, die Misshandlungen rufen einigen Widerstand auf den Plan.

Antifaschismus

Da leben wir schon in autoritären Zeiten, doch gibt es Leute, die es gerne noch autoritärer hätten und die sich eine Volksgemeinschaft zusammenfantasieren, die es vor „fremden“ Einflüssen zu beschützen gilt.

Smart City, E-Mobilität und grüner Kapitalismus

Smarte Mobilität, E-Technik, smarte Kommunikation. Die Digitalisierung macht sich immer mehr bemerkbar. „Sharing“-Dienste mit jedem vorstellbaren Fortbewegungsmittel, alle mit Elektro-Antrieb, alle über App entsperrbar. Per Smartphone bezahlen, jederzeit, überall. Dank Smartphone wird alles immer bequemer – und auch immer besser überwachbar. Denn die smarte Technologie sammelt Unmengen an Daten. Kameras an smarten Autos, die auch noch selbst die Cops rufen, wenn sie angezündet werden, GPS auf jedem Handy, in jedem Fortbewegungsmittel, die Zuordnung jeden Zahlungsvorgangs zu deinem Profil, das natürlich vollständige Daten über dich preisgibt, eine immer bessere Gesichtserkennungssoftware. Die Überwachungsmechanismen werden allumfassender, unsichtbarer, selbstverständlicher – und genießen breite Akzeptanz. Denn die smarte Technologie ist dann doch so bequem. Bequem zahlen – schon kommt bequem klauen gar nicht mehr in Betracht. Mensch habe doch nichts zu verbergen. Das gängige Argument. Gleichzeitig kann mensch gleich das schlechte Gewissen beruhigen, angesichts von Klimawandel und kapitalistischer Ausbeutung. Denn dank grüner E-Technologie tue mensch durch seinen Konsum etwas für die Umwelt. Eine der absurdesten Lügen der neuen E-Mobilitätswelle, so offensichtlich, dass ich darüber nicht viel Worte verlieren will. Doch Digitalisierung, Technologie und Energiegewinnung haben einen wunden Punkt: sie brauchen eine krasse Infrastruktur, viele, viele Kabel… und bieten dadurch nette Angriffspunkte.

Reclaim the City

Wem gehört die Stadt? Wer darf sie wie gestalten, wer kann einfach machen, wer muss um Erlaubnis bitten? Warum darf ich am Stadtbild nichts einfach so verändern, bin jedoch selbst mit tausenden Änderungen konfrontiert, auf die ich keinen Einfluss habe. Weder im Haus, in dem ich wohne, noch in der Straße oder dem Viertel kann ich irgendetwas mitgestalten, dafür werde ich mit großflächigen Werbungen gequält, mit einem zubetonierten hässlichen Hof konfrontiert, der nur als Parkplatz dient, mit Überwachungskameras und einer langweiligen Fassade und einer grauen Stadt. Wenn ich jedoch etwas Farbe hineinbringen will oder etwas verändern, dann bekomme ich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung oder wegen Verstoßes gegen die Bauordnung. Wenn ich gegen irgendetwas protestieren will, mich zum Feiern zusammenfinden will, leben will, muss ich es anmelden oder sogar um Erlaubnis bitten. Dass sich das nicht alle gefallen lassen, sieht mensch besonders an den zahlreichen Graffiti, die München schmücken.

Gott töten

Wieviel Einfluss Religion und hierzulande insbesondere das Christentum hat, wird mir immer wieder deutlich, wenn ich im Gerichtssaal dieses fucking Kreuz hängen sehe. Das Christentum, aber auch jede sonstige Gottesvorstellung, hat dabei autoritären Charakter, denn Gott oder das Göttliche oder die Götter – whatever! – verlangen immer eine Unterwerfung des Individuums vor Gott. Religion ist die Vorstellung, dass der Mensch keinen freien Willen hat, sondern einem göttlichen Plan folgen muss. Religion wurde schon immer als Vorwand verwendet, um damit Herrschaft über andere Menschen zu legitimieren, sei es um die Herrschaft eines Königs oder eines Papstes zu rechtfertigen, als auch um sich als individuelle*r Priester*in der jeweiligen Gottheit Autorität gegenüber anderen Menschen zu verschaffen. Was gibt es Geileres als Menschen, die vor dir auf den Knien rumrutschen und ihr Leben danach gestalten, was du ihnen aufträgst? Gerade im Dezembermonat werden wir mit der vollen Ladung Christentum zugeballert. Und das hat wohl einigen Menschen nicht gefallen…

Solidarität mit Kämpfen an anderen Orten

Im August erklärt der griechische Staat Exarchia, dem widerständigen Stadtviertel in Athen, den Krieg. Mehrere Hausbesetzungen, insbesondere diejenigen, die von Migrant*innen bewohnt sind, werden geräumt. Menschen in Exarchia setzen sich zur Wehr. Und auch hier greifen Menschen den griechischen Staat an. Im Oktober rufen Schüler*innen in Chile aus Protest gegen Fahrpreiserhöhungen beim öffentlichen Nahverkehr zum kollektiven Schwarzfahren auf. Ein paar Tage später ist das ganze Land in Aufruhr und bis heute dauert die Revolte an. Auch dazu gab es in München solidarische Angriffe.