Schlagwort-Archive: Glasbruch

„Bullenschweine“ und „ACAB“ – Angriffe auf die Polizei

Schmeiße gleich Steine auf Scheißschweine
Sie erwarten dass ich gleich bleibe
wo einschreibe und einen Beweis zeige
für meine Produktivität für Diskussion schon zu spät
Und ich schreibe es an die Wände
bis ihr Hurensöhne seht
Was erlaubst du dir?
Es steht ein grüner Mann an deiner Tür
Kein Freund, kein Helfer, nur ein Bastard mit ner Knarre
Ja, was denkst du dir? Jeder Cop hat das Verlangen
dich zu catchen für die Sterne auf der Jacke
Und sie sind dran interessiert
was für Sachen ich so mache
wenn ich nicht gerade im Winkel ihrer Kamera steh
Ein Mensch ohne Persönlichkeit
ein Rädchen im System

Das Leben ist ein offener Vollzug
und ein Freistaat
Ein Widerspruch in sich
Der Versuch das zu verschleiern
dass man meine Freiheit bricht
Schon wieder vor Gericht
Doch ich hab nichts zu sagen
verdammt in Gedanken
bin ich aufgestanden
und den Krawattenträgern
an den Kragen gegangen

Auf was sollten wir warten?
Wir bleiben unkontrollierbar
für immer Partners in Crime
Spucke auf die Streifenwagen
kein Wort an die Polizei…

ATP Crew „089*1312“

Recklinghausen, 25. Februar Die Innenräume von drei Streifenwägen, die auf dem Wachhof der freiwilligen Feuerwehr Süd abgestellt waren, werden angezündet. Erst durch Notrufe rückt die Feuerwehr aus, aufgrund der räumlichen Nähe (sie muss lediglich aus der Halle fahren) werden zwei weitere Streifenwägen, die ebenfalls dort abgestellt waren, „vor Brandschaden bewahrt“.

Mamoudzou (Mayotte), 20. Februar In der Hauptstadt der französischen Kolonie Mayotte (einer Inselgruppe zwischen Madagaskar und Mosambik) wird in der Nacht auf Freitag, den 20. Februar, eine Bullenzivikarre angezündet. Nachdem ein Cop den Wagen am Straßenrand geparkt hatte, um das Büro des GELIC (Ermittlungsgruppe gegen illegale Immigration) aufzusuchen, wurde dieses kurzerhand in Brand gesetzt. Offenbar ist es das erste Mal, das in Mayotte eine Bullenkarre angezündet wurde.

Innsbruck, 05. Februar Eine vor der Polizeiinspektion Innsbruck-Hötting abgestellte Bullenkarre brennt gegen 3:45 Uhr ab. Einige Schweine des Postens versuchen das Feuer mit Handfeuerlöschern zu löschen, ziehen sich aber lediglich eine Rachvergiftung zu (HAHA). Auch die Wache musste hinterher aufgrund der starken Rauchentwicklung erst einmal belüftet werden.

Essen, 18. Januar Unter einen vor der Polizeiwache Essen-Rellinghausen geparkten Streifenwagen wird ein Brandsatz platziert. In derselben Nacht wird die Wache in Essen-Kettwig mit Steinen und Farbe angegriffen.

Leipzig, 17. Januar In der Nacht zu Sonntag wird der Copposten in Leipzig-Connewitz angegriffen. Gegen 2:45 Uhr fliegen Pflastersteine, Böller und Farbbomben gegen den Eingangsbereich. Bereits einige Stunden vorher solle jemand eine leere Flasche gegen die Scheibe des Eingangs geworfen haben. Bereits am Vortag war die Bullenwache in Leipzig-Plagwitz übrigens mit dem Schriftzug „ACAB“ versehen worden.

Dresden, 08. Januar Während Cops Leute in ihren Wohnungen belästigen, weil diese eine „illegale Corona-Party“ feierten, werden zwei Bullenkarren mit den Aufschriften „ACAB“ und „Bullenschweine“ verziert. Ein Wagen musste daraufhin abgeschleppt werden, weil auch die Frontscheibe beschmiert war.

 

Sylvester in Corona-Zeiten – einige Schlaglichter

Berlin

„Eigentlich zog ich den Silvesterabend los, um dieses FCK 2020 nicht auch noch in der von Staat und Bullen angeordneten „Wohnhaft“ verbringen zu müssen. Also rechtzeitig auf zum Kotti zur nächsten „Böller Verbotszone“ Hermannplatz. Erwartet habe ich großartig nichts. Rund um den Kotti haben sich jede Menge Bullen positioniert, Lautsprecher- und Kamerawagen in Position, Hubschrauber in der Luft. Es ist weniger los als an anderen Silvester Nächten, dennoch ist der Kiez nicht wie im ersten Lockdown so erschreckend tot, Menschen sind draußen unterwegs, es böllert, Raketen fliegen. Kurz vor Mitternacht rumst es richtig Kottbusser Damm, Wannen rauschen hektisch heran, plötzlich viel Bewegung im Kiez, der showdown beginnt. Behelmte Bullen versuchen in die Sanderstraße einzudringen und stoßen auf massive Gegenwehr: Böller, Raketen, Flaschen, Steine fliegen, sie ziehen sich zurück, gehen nicht weiter gegen die Menschen in der Straße vor. Knapp eine Stunde prasselt ein mächtiges lautes Feuerwerk, Versuche sich der Ungehorsamen zu bemächtigen werden erfolgreich abgewehrt, hier und da sah man in der Dunkelheit auch mal einen Mollie fliegen. Anwohner*innen kommen vermehrt aus den Häusern, klatschen Beifall, genießen das Feuerwerk, genießen diesen Moment. So plötzlich wie es begann, war es dann auch wieder schlagartig vorbei.“

Wien

Nachdem es zu etlichen Sachbeschädigungen durch pyrotechnische Gegenstände in der Gegend um den Reumannplatz gekommen war, rückte die Polizei zu einem Großeinsatz aus. Der Mob beschoss Beamte mit Raketen bzw. Böllern, es kam zu neun vorübergehenden Festnahmen. Die Randalierer schlugen u. a. eine Auslagenscheibe eines Juweliers, eines Bäckers und Eissalons ein. Auch etliche Mülltonnen, Zeitungsständer, Auslagenscheiben, Bänke, Kaugummiautomaten sowie Fensterscheiben durch pyrotechnische Gegenstände zerstört wurden. Weiters wurde ein Christbaum in Benzin getränkt.

Lieuron (Bretagne, Frankreich)

In Lieuron ist eine illegale Techno-Party eskaliert. 2500 Menschen hatten sich Donnerstagabend dort zur Silvester-Party getroffen. Als die Polizei anrückte, um die Party aufzulösen, drehten die Feiernden durch. Die Feiernden warfen Steine und Flaschen auf Beamte, einige Sicherheitskräfte wurden verletzt. Ein Polizeiauto wurde in Brand gesetzt, drei weitere schwer beschädigt. Die Polizei zog sich zurück – und die Raver feierten den ganzen Freitag hindurch weiter. Erst am Samstagmorgen endete die Party.

[Italien] Neue Konfrontationen gegen die Ausgangssperre

[Wie es häufig der Fall ist, sobald diese Art Straßensituation ausbricht, die uns überraschend begegnet, werden sich viele fragen, wer diese Meuterer sind, die gegen die Ausgangssperre in Italien (quasi eine Wiederkehr dieser guten alten Normalität) protestieren und was sie wollen, und dabei versuchen ihre Wut in kleine Kästchen zu quetschen, anstatt sich zu fragen, was wir wollen, wir, mit revolutionären anarchistischen Ideen, Praktiken und Perspektiven, die sich nicht auf diese neue Restriktion der Herrschaft beschränken. Nicht nur, um innerhalb dieser Proteste zu agieren (oder auch nicht), sondern auch daneben oder außerhalb davon.

Seitens der Sprecher*innen des Staates haben die großen italienischen Zeitungen zum Beispiel entschieden, an diesem Morgen des 27. Oktober den, je nach Städten, sehr heterogenen Charakter der anfänglichen Demonstrationen hervorzuheben, ein bisschen wie bei den französischen Gelbwesten, ebenso wie den Aspekt der „Stadtguerilla“, und dabei beispielsweise in Turin auf die beiden verfeindeten Ultra-Gruppen der beiden Fußballvereine (Juventur und le Torino) verwiesen, wie auch auf Gruppen von jungen „immigrierten Vandalen“, wie auch auf diverse „Verschwörungstheoretiker“ und Einzelhändler: man muss dazusagen, dass die Zerstörung und manchmal Plünderung der Luxusboutiquen in der Via Roma (Apple Store, Gucci, Geox, etc.) und in vielen anderen angrenzenden Straßen durch 600 Randalierer beispielsweise der Bereitschaftspolizei bis spät in die Nacht Arbeit verschafft hat. In Mailand ebenso, wo es insbesondere die Einkaufsstraße Corso Buenos Aires war, die „Freiheit, Freiheit“ rufend durchlaufen wurde, dann die Umgebung der Stazione Centrale, wo eine große Zeitung aus dem Norden großen Spaß daran hatte, auf „die Gruppe [von 300 Demonstranten hinzuweisen], die gleichzeitig aus Italienern und aus Ausländern bestand, aus einigen Militanten der Forza Nuova [rechtsradikale Gruppe], aber auch aus Anarchisten“. Übrigens soll es Prügeleien gegeben haben zwischen Faschos, die dagegen waren, Schaufenster zu zerstören, und sich damit als informelle Ordner versuchten („man rührt keine Läden an, wir sind für was anderes da“), und Gruppen Jüngerer unterschiedlichster Herkunft, die im Gegenteil gekommen waren, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, und das nicht nur gegen die Polizei.

Das verspricht zukünftig einige schöne Polemiken*, die man hier [in Frankreich] bereits von den berühmten limitanten Milieus kennt, natürlich hinsichtlich der Stadt und der Kontexte, die variieren können (Neapel ist nicht Triest, Mailand ist nicht Rom, etc.), zwischen sich karikaturenhaft an diesen Demonstrationen beteiligen, um die Faschos von dort zu vertreiben (einschließlich mit Praktiken, die sie schwieriger teilen), letztere zu übertrumpfen und andere Möglichkeiten zu bieten, oder diesen lokal verrosteten Versammlungen entfliehen, um die Gelegenheit zu nutzen, dass die Cops dort gut beschäftigt sind, um woanders und anders zu agieren… einschließlich gegen andere weniger offensichtliche Ziele als die Cops und das städtische Mobiliar gerichtet und ohne irgendetwas von der Herrschaft zu fordern.

In Turin wie auch in Mailand gab es auch Angriffsversuche von den „Regionsbesetzungen“ [sièges de Région] (diese Versammlungen fangen häufig einige Stunden vor der Ausgangssperre auf großen Plätzen an, ehe sie zu wilden Demos werden), und in Neapel, den dritten Tag in Folge, haben hunderte junge Leute erneut die Cops auf bewegliche Art und Weise angegriffen und mit städtischem Material Barrikaden gebaut. Lasst uns schlussendlich auch präzisieren, dass es wilde, verwüstende Versammlungen ohne Umzug [cortège] in anderen Städten als Turin, Mailand und Neapel gegeben hat – manchmal auf Initiative rechtsradikaler Kreise und von Händlern, aber nicht nur – wie Pescara, Vicenza, Perugia, Genova, Foggia, Pesaro, Triest, Bologna, Florenz, Lecce (mit Slogans wie „Lieber das Risiko eingehen an Covid zu sterben als die Gewissheit zu verhungern“), Campobasso, etc. Die offiziellen Zahlen von diesem Morgen melden mindestens 5 Verhaftete in Turin (darunter zwei für die Plünderung von Gucci und einer für Vuitton) und 28 in Mailand (darunter 13 Minderjährige und eine Anarchistin).

* Man könnte beispielsweise diese Sammlung an anarchistischen Texten bezüglich der Gelbwestenbewegung (wieder) lesen [24 Seiten, August 2019, nur auf Französisch]

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AFP, 26. Oktober 2020 (Auszug)

Die Schließung der Restaurants und Bars ab 18 Uhr und von allen Theatern, Kinos und Sporthallen für einen Monat hat die Wut und Sorge in einem Land geweckt, das bereits sehr hart von zwei Monaten Lockdown im Frühjahr getroffen worden war und das dieses Jahr die schlimmste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg erwartet.

Nach bereits bewegten Versammlungen an diesem Wochenende in mehreren Städten der Halbinsel, haben sich die Demonstrationen an diesem Montag fortgesetzt, mit ihren Prozessionen der Gewalt im Norden und im Süden des Stiefels.

In Mailand, Hauptstadt der Lombardei (Norden), die Region, die die höchste Anzahl an Infektionen meldet, haben sich mehrere hundert Demonstranten Montag abend im Stadtzentrum der Bereitschaftspolizei entgegengestellt. Straßenbahnen wurden beschädigt, Mülltonnen angezündet, Zweiräder umgeworfen und einige Schaufenster eingeworfen, wie es die Bilder zeigen, die von den italienischen Medien live gesendet werden.

Die Ordnungskräfte antworteten auf die Flaschen-, Rauchbomben- und Molotowcocktailwürfe mit Tränengas. Ähnliche Ereignisse fanden auch in der Nachbarstadt Turin statt, wo laut der Polizei mehrere Demonstranten verhaftet wurden.

In Neapel, der großen Stadt im Süden, haben mehrere tausend Personen die Abdankung des Präsidenten der Region Kampanien gefordert, ehe sie sich zerstreuten. Sporadische Konfrontationen zwischen vermummten Demonstranten und den Cops folgten hingegen während des ganzen Abends.

Quelle: Sans Nom, Artikel vom 27.10.2020, übersetzt aus dem Französischen

[Hannover] Bullenwache angegriffen

In der Nacht vom 26.07 haben wir die Bullenwache in Hannover Davenstedt angegriffen. Wir haben ihre Scheiben eingeschlagen und ihre Fassade mit Bitumen beschmiert.

Diese Tat soll dem Hass und der Verachtung Ausdruck verleihen, die wir für die Polizei empfinden.

Grund dafür sind nicht nur die rassistischen Morde (Oury Jalloh, Halim Dener, Yaya Jabbi, Aman Alizada…), Grund dafür sind nicht nur die rechten Netwerke, wie sie bspw. als NSU 2.0 innerhalb der hessischen Polizei sichtbar werden, Grund dafür sind nicht nur Racial Profiling oder die alltäglichen Schikanen gegenüber Wohnungslosen oder Menschen, die irgendwie aus dem Raster fallen.
Grund dafür ist, dass die Polizei ganz einfach ihre Arbeit tut: Gesetze durchsetzen, die die Welt der Herrschaft stützen. Sei es in der Verteidigung von Eigentum oder in der Ausführung rassistischer Gesetze. Die Gewalt, die die Bullen dabei anwenden wird nicht einmal formal verschleiert. Sie haben das Gewaltmonopol in einem Staat, der auf patriarchalen Prinzipien beruht, kapitalistische Ausbeutung stützt und koloniale Kontinuitäten fortführt.

Wir wollen ein freies Leben für alle! Ein Leben ohne Staat, Sexismus, Kapitalismus und Rassismus. Ein Leben ohne die Zerstörung der Natur und ohne Knäste und Bullen.

Wir freuen uns, dass die rebellische Gefangene Hülya wieder aus dem Knast ist und sind mit unseren Gedanken bei den Gefährt*innen von der Parkbank, von denen zwei seit mittlerweile über einem Jahr in U-Haft sitzen. Den drei wird die Planung militanter Aktionen im Kontext von Gentrifizierung vorgeworfen. Liebste Grüße und eine feste Umarmung.

Glück und Freiheit für alle!

[Hamburg] Kaputte Scheiben bei Telio

„In der Nacht auf den 17.8.20 hat es bei Telio in der Holstenstraße 205 gescheppert.

Telio ist der Monopolanbieter in der Gefängnistelefonie und präsentiert sich auch selbst gerne als den europaweiten Marktführer. Dank dieser Stellung kann Telio Preise festlegen, die man durchaus als Wucher verbuchen kann. Vor 2014 berechnete Telio in der JVA Burg für Ortsgespräche 0,10€, für Ferngespräche 0,20€, für Gespräche ins Mobilfunknetz 0,70€ und für Auslandsgespräche bis zu 2,60€/Minute. Von dem wenigen Geld, was den Gefangenen zur Verfügung steht, streicht Telio einen beträchtlichen Anteil ein, bereichert sich also auf Kosten der Gefangenen, die offensichtlich keine andere Wahl haben, als telio zu nutzen. Das betrifft auch die Angehörigen, Freund*innen und Unterstützer*innen von Gefangenen, die oft deren Telio-Konten aufladen und dafür auch noch eine Gebühr zahlen müssen.

Komplizenhafte Grüße an die 3 von der Parkbank und alle rebellischen Gefangenen.“

Brennende Mülltonnen und Angriff auf Immobilienbüro

Bereits am vergangenen Wochenende, in der Nacht auf Sonntag, den 26. Juli, zündeten Personen in Haidhausen zwei Mülltonnen an und smashten die Scheiben eines nahe gelegenen Immobilienbüros. Laut den Schweinen verursachten die Personen dabei mehrere tausend Euro Sachschaden. Tja, die Wut auf Immobilienbüros wird wohl jeder*m verständlich sein, die*der schon mal versucht hat in München eine Bleibe zu finden…

[Leipzig] Bitumen und Steine gegen Bullenwache

Gleich zweimal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurde der Außenposten der Polizei in Leipzig-Connewitz vergangenes Wochenende angegriffen. Am Freitag, den 17. Juli 2020 warfen einige Angreifer*innen mit Bitumen gefüllte Farbgläser an Fassade und Scheiben der Wache, am Samstag, den 18. Juli 2020 bombadierten mehrere Personen den gleichen Außenposten der Bullen mit Steinen.