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Eine Kritik an „Fridays for Future“

In letzter Zeit haben mir Leute oft stolz erzählt, sie würden auf den Klimastreik gehen. Oft war dann meine polemische Antwort: Ach ihr seid diejenigen, die für die langsamere Zerstörung der Erde demonstrieren? Um ehrlich zu sein bin ich mir sicher, dass dies nicht die Absicht der meisten Schüler*innen ist, die auf die Fridays for Future Demos gehen. Ich möchte jedoch anhand der Argumente und Parolen der Sprecher*innen von Fridays for Future, also derjenigen, die sich in den Mittelpunkt der Bewegung stellen, indem sie Interviews mit den Medien geben und auf dem Lautsprecherwagen die Masse zum Mitrufen und Mitlaufen bewegen, als sinnlos entlarven. Zumindest für diejenigen, die tatsächlich gegen die Ausbeutung und Zerstörung der Erde sind.

Die Sprecher*innen der Bewegung sind für die Einhaltung der Pariser Klimaziele und für erneuerbare Energien. Eine grüne Politikerin in der Berliner Demoplanung möchte diese bei den nächsten Wahlen zum Wahlkampfthema machen. Das ist ihre Kampfansage im Namen von Fridays for Future. Diese Inhalte sind alle im staatlichen und kapitalistischen System gedacht und könnten im besten Falle etwas an der Geschwindigkeit des Klimawandels ändern. Eine wirkliche Lösung für die vorhandenen Probleme kann es aber weder unter der Herrschaft des Kapitalismus, noch des Staates geben. Dies werde ich nun mit folgendem Argument beweisen: Damit ein Staat funktioniert braucht er Militär und Polizei, um sich nach innen und außen zu schützen. Polizei und Militär sind nicht nur freiheitsfeindlich, sondern stark abhängig von Ressourcen und verbrauchen z.B. durch ihre Fahr- und Flugzeuge Unmengen an Energie. Genauso ist es mit der Wirtschaft, ohne die ein Staat nicht funktioniert. Hierzu zählt die Industrie, die auch Unmengen an Energie verbraucht und Müll produziert, die Tourismusbranche mit ihren Billigfliegern, Skiegebieten, usw. … Die smarte Technologie mit ihren unzähligen Bildschirmen und Rechnern … hier kann noch ganz schön viel aufgezählt werden. Diese aufgezählten Dinge sind auch für den Kapitalismus immanent. Die Herrschaft von Staat und Kapitalismus sind also abhängig von sehr vielen Infrastrukturen, die von extrem viel Energie abhängig sind. Dafür braucht er extrem viele Kraftwerke, egal ob erneuerbar oder nicht, alle zerstören die Natur. Für Windparks werden Wälder abgeholzt, für Wasserkraft Flüsse aufgestaut, und auch für Solarplatten ist die Herstellung und Entsorgung extrem umweltschädlich. Ein radikaler Kampf gegen die Zerstörung der Erde muss also antistaatlich und antikapitalistisch sein, Fridays for Future dient allerdings nur der Propaganda eines grün angestrichenen Kapitalismus und als Wahlwerbung für grüne Parteien.

Nachdem ich mir selbst ein Bild von der Hamburger Demo gemacht habe, bin ich auch davon überzeugt, dass die meisten Teilnehmer*innen, wenn auch unabsichtlich für die langsamere Zerstörung der Erde demonstrieren. Auch wenn dies nicht deren Absicht ist, laufen sie einfach dem Lautsprecherwagen hinterher und schreien die Parolen nach, wie sie es in der Schule gelernt haben. Am Ende der Demo wird sich dann noch bei der Polizei bedankt. Genau die gleiche Polizei, die den Staat und seine „Kohlekonzerne“ beschützt, wie man es am deutlichsten bei angriffslustigeren Kämpfen z.B. im Hambacher Forst sieht.

Eine friedliche Massenbewegung, die irgendwelchen Führer*innen hinterherläuft und Forderungen an die Politik stellt, wird nichts ändern, außer dass vielleicht wieder Versprechungen gemacht werden, wie die Pariser Klimaziele, die dann aber nicht eingehalten werden. Genausowenig wird ein Kampf ändern, der die Reformierung eines im Kern schädlichen Systems anstrebt.

Da ich frei sein möchte, saubere Luft atmen möchte und mir der Anblick von zerstörter Natur sowie der Gedanke an deren Folgen weh tut, ruhe ich mich weder auf bewusstem Konsum aus, noch auf einem Selfie mit der Klimademo. Mit denjenigen, die keine Kompromisse mit den Feind*innen der Natur und der Freiheit eingehen wollen, möchte ich diese bekämpfen. Lasst uns die Verantwortlichen und Profiteur*innen der Ausbeutung der Erde auf unsere individuelle Art und Weise angreifen, anstatt darauf zu warten, dass uns die nächste „Energiewende“ betrügt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im April 2019 in „Gegen das Warten“ Nr. 3, einem anarchistischen Monatsblatt aus Hamburg veröffentlicht.

Ihr könnt euch nicht freikaufen!

Er ist riesig und raumeinnehmend, er ist für nichts richtig geeignet, er verbraucht viel und er zieht die Feindschaft vieler Menschen auf sich: der SUV. Gerade die neue Klimabewegung, Fridays for Future, Extinction Rebellion, Ende Gelände(-wagen) und Co. haben ein Riesenproblem mit ihm. Erst in den letzten Tagen haben Menschen in München dutzende SUVs mit Aufklebern mit Sprüchen wie „Du stinkst!“ und „Ihr Auto ist zu groß“ verziert. Vor einigen Wochen prangte der Satz „Burn SUVs not Coal“ an der Fassade der Münchner Augustinerbrauerei. Mitte Juni hatten Menschen in Offenbach und Frankfurt dutzende SUVs beschmiert, zerkratzt oder mit Bauschaum beschädigt, in Köln fackelten Menschen vier Porsche SUV bei einem Autohändler ab. Grundsätzlich freue ich mich sehr, dass zumindest einige Menschen aus der Klimabewegung anfangen selbst und direkt zu handeln, anstatt weiter zu erwarten und zu fordern, dass andere das für sie tun. Jedoch habe ich einige Kritik daran sich so sehr auf SUVs zu konzentrieren, insbesondere wenn die damit einhergehende Message „Ihr Auto ist zu groß“ lautet.

Die Menschen von „Fridays for Future“ und viele andere Klimaaktivist*innen haben dabei das eine Versprechen: wir brauchen nichts an unserem Lebensstandard und den aktuellen Gesellschaftsstrukturen verändern, solange wir unseren Konsum verändern. Grüner Konsum, das ist das Stichwort. Erneuerbare Energien, Kleinwägen, e-Autos oder besser noch öffentlicher Nahverkehr, bio Essen (ja, sogar auf dem Oktoberfest, wie die Münchner Sektion der Fridays-for-Future-Bürokratie in ihrem Positionspapier forderte!), durch die Konsumumstellung auf diese Güter lasse sich ganz individuell die Klimakatastrophe aufhalten. Kostenlos, nur für den Preis von ein bisschen Aufmerksamkeit, machen Aktivist*innen von Fridays for Future Werbung für Die Grünen, Hersteller*innen von bio-veganen Lebensmitteln und für die Energie- und Automobilkonzerne, die bereits jetzt in grünen Kapitalismus setzen. Die Forderung nach einer Konsumumstellung kommt vielen Unternehmen gerade recht. Denn wer sich entscheidet ab sofort klimaneutral zu konsumieren, muss sich einen Haufen neuer Sachen anschaffen: den SUV verschrotten und durch ein e-Auto ersetzen, das Fairphone anschaffen und das alte Smartphone in die Tonne schmeißen, Plastiktüten wegwerfen und dafür Jutebeutel anschaffen, die alten Glühbirnen gegen Energiesparlampen austauschen, die alten Eisdosen, die mensch als Tupperboxen verwendet hat, gegen umweltfreundlichere Ton- oder Glasbehälter tauschen, den Stromanbieter wechseln und in Zukunft das Doppelte bezahlen. Klimaneutral konsumieren ist eine teure Angelegenheit! Und schafft neue Märkte. Kapitalismus in fair und klimaschonend, ist das nicht schön? Ist halt etwas teurer, aber wer zahlt denn nicht gerne etwas mehr, wenn mensch weiß, dass dadurch die Eisbären vor dem Ertrinken geretten werden?

Einen Haufen Alternativprodukte anbieten, die angeblich die Klimakatastrophe aufhalten, aber auf keinen Fall die Frage danach stellen, warum mensch überhaupt so viel Energie braucht. Das ist Fridays for Future, das ist grüner Kapitalismus. Hauptsache den Wachstumsgedanken des Kapitalismus nicht in Frage stellen. Ebenso den Eigentumsgedanken, die Vorstellung davon, dass alles verwaltet und zentralisiert werden muss, der Glaube an Fortschritt und Technologie und dass einfach nur die richtige Technologie entwickelt werden muss, um die (erwartbaren wie auch die unerwarteten) Schäden, die die Produktion der bisherigen Technologien verursacht hat, zu beseitigen, der Glaube daran, dass diejenigen, die ganz vorne mit dabei waren diesen Planeten zu zerstören (die Politik, die Wirtschaft) diejenigen sein müssen und sein werden, die den angerichteten Schaden wieder gerade biegen und zwar ganz ohne dass sich etwas an der Privilegienverteilung auf dieser Welt ändert, an den Hierarchien, den Herrschaftsverhältnissen, an der Ausbeutung und am Elend, am Lebensstandard, den die meisten Menschen in Deutschland genießen, am Glauben daran, dass Menschen sich gegenseitig zerfleischen würden, wenn niemand sie beherrscht, ohne zu sehen, dass gerade Herrschaftsverhältnisse dazu führen, dass Menschen sich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Begründet wird dies auf utilitaristische Art und Weise. „Wenn die Klimakatastrophe erst kommt, dann werden noch viel mehr Menschen als jetzt sterben, also lasst uns nur verhindern, dass es später noch mehr werden.“

Wer auf einen SUV „Ihr Auto ist zu groß“ schreibt, die*der kritisiert das Konsumverhalten der*des Besitzers*in, individualisiert damit die gesellschaftlich verursachten Probleme und macht den Kampf gegen die Vernichtung der Erde zu einer Konsumentscheidung. Doch solange wir glauben, dass unser Handeln auschließlich in Lohnarbeit und in Konsum bestehen kann, wird sich, selbst wenn die vorhergesagte Apokalypse nicht eintreten sollte – egal, ob Politiker*innen und Unternehmer*innen doch irgendwas gemacht haben oder die Folgen doch nicht so schlimm sind wie befürchtet –, am eigentlichen Problem nichts ändern. Dann werden in ein paar Jahrzehnten dieselben Probleme wieder auftauchen. Ausbeutung ist der Grundpfeiler des Kapitalismus und des Herrschaftsgedankens (der auch in jeder Demokratie das entscheidende Element ist!). Ob die Erde, Ressourcen, Menschen, andere Lebewesen oder irgendwann andere Planeten. Die Ausbeutung wird nicht enden, solange wir Herrschaft und Kapitalismus akzeptieren. Und wer damit argumentiert realistisch sein zu wollen und real etwas verändern zu wollen anstatt Luftschlösser zu bauen, der*die beruhigt mit Konsumtipps und Appellen an Politik und Wirtschaft vielleicht sein*ihr schlechtes Gewissen, denn mensch hat ja zumindest die Illusion etwas zu tun. Stattdessen möchte ich aber vorschlagen tatsächlich etwas zu tun, zu handeln, zu leben. SUVs abfackeln ist ein netter erster Schritt. Wenn dies allerdings nur geschieht, um Menschen moralisierend für ihre Konsumentscheidung zu kritisieren und einen anderen Konsum zu vertreten oder die Politik zu etwas zu bewegen, dann ist diese Handlung weiter den herrschenden Ideologien von Kapitalismus und Herrschaft verhaftet. Stattdessen kann mensch all diejenigen Strukturen angreifen, die die eigene Freiheit einschränken, die ausbeuten und Herrschaft ausüben. Und keine Sorge: Ich bin mir sicher, dass bei der Suche nach Angriffszielen auch der eine oder andere SUV dabei sein wird!

[Frankfurt/Offenbach] Greta is not enough!

In den letzten Wochen haben Menschen dutzende SUVs in Frankfurt und Offenbach beschmiert, zerkratzt oder mit Bauschaum beschädigt. Die Verantwortlichen drückten so ihre Wut aus: „Zu lange wurde versucht, die Politiker*innen zum Handeln zu bewegen. Jetzt reicht es uns, wir sind verdammt wütend, dass unsere Zukunft nicht ernst genommen wird! […] Lasst euch nicht erwischen: zieht Handschuhe an, vermummt euch, macht Sachen nicht im eigenen Viertel, benutzt den Tor-Browser und macht euch mit tails vertraut, quatscht nicht über eure Aktionen. Schnappt euch Sprühdosen und irgendwas aus Metall und denkt euch eure eigenen Wege aus um den trügerischen Glanz von SUVs zu zerstören!“

Weitere Informationen unter https://de.indymedia.org/node/36126

By 2020 we rise up

Anmerkung der Redaktion: Wir verweisen hinsichtlich des folgenden Textes darauf, dass es neben der Bildung politischer Massenbewegungen, die unserer Ansicht nach grundsätzlich Herrschaftsstrukturen reproduzieren, auch andere, antiautoritäre Formen der Organisation gibt. Ein guter einführender Text zu diesem Thema ist etwa „Archipel. Affinität, informelle Organisation und aufständische Projekte“ aus Salto Nr. 2. Wir werden einige Auszüge daraus in den kommenden Ausgaben abdrucken.

Dieses Netzwerk zielt im Gegensatz zu vielen anderen nicht darauf ab möglichst viele Mitglieder zu rekrutieren. Es soll vielmehr die vielen Umwelt-/Klimaorganisationen in Europa vernetzen. Weiter sollen sich diese eine gemeinsame Strategie ausdenken wie gezielt möglichst viele Aktionen in möglichst vielen unterschiedlichen Ländern Europas den gewünschten Effekt bewirken, es soll also „Methoden entwickeln, um auf eine aufständische Art und Weise zu intervenieren und solche Interventionen zu koordinieren.“[1]

Diese Idee gemeinsam groß zu werden, „to rise“, dementsprechend höheren Druck auf Wirtschaft und Politik auszuüben und als geeinte „action wave“ über Europas Klimaleugner*innen hereinzubrechen steckt hinter „by 2020 we will rise up!“.

Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen sollen die Organisationen zusammenarbeiten und sich unterstützen. Auf sogenannten Klimacamps, das letzte fand im Rheinland bei Köln zur Massenaktion von Ende Gelände statt, geschieht zum Teil die Planung der Strategie, die Vorbereitung auf Aktionen des zivilen Ungehorsams und die Vernetzung von Menschen, die ebenfalls dem herrschenden Wirtschaftssystem und der Manipulation der Massen den Kampf angesagt haben. Gleichzeitig bietet das Klimacamp für alle Menschen, denen das auf Leistung und Wettbewerb beruhende System zuwider ist eine wohlige Abwechslung oder besser gesagt: Das Leben in der Utopie. Hier wird gemäß menschlicher Natur gelebt und nachher wird versucht diese durch Aktionen zurückzuerobern. In ganz Europa sollen ab September immer wieder solche Camps stattfinden. Die nächsten Camps werden vom 15.08.- 27.08. im Rheinland und vom 04.09.-08.09. in Venedig stattfinden. Aber auch einfache Aktionen, wie Blockaden von Hauptverkehrsstraßen, so zuletzt in Wien, als Ende Gelände Wagen die Hauptverkehrsstraße zum Flughafen blockierte, sollen in Zukunft in Städten oder Gebieten zur Aufmerksamkeitsmobilisation der Gesellschaft und der Medien und zum Druck auf die Regierung dienen.

Was heißt Druck und wie wird er ausgelöst? Druck wird sowohl dadurch ausgeübt, als dass sich die Masse umorientiert hin zum ökologischen Denken und Handeln und damit zum einen die Nachfrage, also den Markt, bestimmt als auch, als dass immer wieder auf kürzer oder länger Betriebswege, Wirtschaftszweige oder Verkehrswege lahmgelegt werden. Das wiederum beeinträchtigt das alltägliche Leben der Menschen, der „Ottonormalverbraucher“, die ebenfalls durch ihren Lebenstil ein Stück weit Schuld sind an der rasant negativen Entwicklung des Klimas, aber eigentlich nicht dafür zu Rechenschaft gezogen werden sollten. Denn sie konsumieren nur das, was ihnen der Markt bietet. Natürlich könnten sie bewusster konsumieren, aber eigentlich liegt die Verantwortung beim Herstellerin. Dass Menschen unter Aktionen des zivilen Ungehorsams „leiden“ kann dazu führen, dass sich die breite Masse nun doch, statt vernünftig zu sein, sich gegen die Weltverbessererinnen stellt, also auf Seiten der konservativen Regierung, die ihnen verspricht, dass das Tempolimit in Deutschland erstmal nicht in Kraft treten wird.

So oder so ist die Zeit jetzt reif, oder muss ja, denn viel Zeit bleibt uns eben nicht mehr. Die Gesellschaft ist jetzt sensibilisiert, allein durch das halbe Jahr in dem FFF Aufmerksamkeit, plump gesagt, auf den Klimawandel durch die Aktionsform „Schulstreik“ erreichte. Und deswegen offener gegenüber Veränderungen- zumindest gegenüber solcher, die die Fortdauer der Menschheit sichern sollen- welche die Einschränkung des westlichen Luxuslifestyles bedeuten. Dass die SZ den Diskurs innerhalb der Gesellschaft darüber, ob der Kapitalismus nun Schuld sei am Klimawandel, oder
eher gesagt die Meinung, dass er auf jeden Fall nicht die Ursache dessen ist, anstößt- auch, wenn sie eine mehr als konservative und wirtschaftsbejahende Meinung zu vertreten pflegt- sollte kritisch gesehen werden. Einerseits könnte Mensch es nun positiv finden, dass immer öfter in der Öffentlichkeit und in den Medien über den Klimawandel, seine Folgen und das Umdenken der Menschen berichtet und diskutiert wird. Wobei Umdenken nur das „ökologische Bewusstsein stärken“ heißt. Andererseits wird im Kontext des Klimawandels selten der maximierende Faktor- unser Wirtschaftssystem- genannt und wenn doch, dann wird er, wie in der SZ, verteidigt. Anstatt den Verlauf der Erderhitzung im Zusammenhang mit dem Wirtschaftswachstum und dem damit einhergehenden CO2-Ausstoß kritisch zu sehen, sehen ihn die Menschen lieber garnicht. Dennoch schließen sich immer mehr Menschen der „Ökobewegung“ an, immer mehr Menschen politisieren sich, immer mehr Menschen radikalisieren sich.

Der Grundstein vom Turm, dessen Glocken den Systemwandel – zumindest in Europa – einläuten werden, wird gelegt. Ob die Zeit, die uns bleibt unsere Gewohnheiten zum Wohle der Menschheit radikal umzuwerfen, ausreicht den Systemwandel herbeizuführen, der bitter nötig ist, um die Welt wie wir sie kennen vor der Kippe zu bewahren, ist allerdings, trotz europaweiter, bald weltweiter Vernetzung, Umdenken im Alltag, Aktionskonsensen und vor allem Aktionsbereitschaft, fraglich.

https://by2020weriseup.net/

[1] Wolfi Landstreicher, Eigenwilliger Ungehorsam, 2016, S. 63 (Kontakt und Bestellung: edition-irreversibel@riseup.net, editionirreversibel.noblogs.org)

Fridays for Future, „Die Wissenschaft“ und die apokalyptische Vorstellung einer nahenden Klimakatastrophe – Eine Abrechnung

Es ist einige Wochen her, dass die seit Monaten demonstrierenden Aktivist*innen der Bewegung Fridays for Future in München mit einem Forderungskatalog an die Stadt München herangetreten sind. „Diese Forderungen richten sich an den Stadtrat der Landeshauptstadt München, den derzeitigen Bürgermeister sowie alle auf ihn folgenden Bürgermeister*innen“, schreiben die Verfasser*innen und fallen damit gleich zu Beginn symbolisch auf die Knie, um die Pose der*des ewigen Bittsteller*in gegenüber Staat und Politik zu mimen.

Verwunderlich? Kaum. Auch wenn mensch von denjenigen, die seit mehr als einem halben Jahr wöchentlich auf die Straßen gehen, um ihre Anliegen einem „Vater Staat“ vorzutragen und dabei von selbigem und seinen Vertreter*innen von Anfang an belächelt, verspottet und sogar beleidigt wurden, eigentlich erwarten würde, dass sie ein wenig mehr Einsicht in die Realitäten des Demokratiebetriebs hätten. Doch die Lügen von Teilhabe und Mitbestimmung haben sich tief in die Köpfe der Beherrschten eingebrannt, das beweist nicht nur dieser Fall, und so bedarf es wohl schon etwas mehr als der wöchentlichen Enttäuschungen eines unwirksamen Schulstreiks, um das eigene Denken von diesem Irrglauben zu befreien.

Doch im Fall von Fridays for Future steht dieser Befreiung noch etwas ganz anderes im Wege: Die uneingeschränkte Gläubigkeit an die Autorität „der Wissenschaft“ und die daraus resultierenden Implikationen, die jeglichen Ausweg aus einer (angeblich zukünftigen) Klimakatastrophe innerhalb der autoritären Gesetzmäßigkeiten des kapitalistischen Herrschaftssystems verorten. Indem das apokalyptische Ende der Welt nicht nur für die Zukunft prophezeit wird, sondern die Dimensionen der Ursächlichkeit zugleich auf ein für das Individuum unüberschaubares Level gehoben und potenzielle Lösungsmöglichkeiten daher naturgemäß nur in zentralistischen Ansätzen – geplant und gesteuert von Expert*innen und anderen machtvollen Akteur*innen – gesehen werden können, wird das Individuum schon konzeptuell jeglicher subversiver Handlungsmöglichkeiten beraubt. Stattdessen scheint mensch angesichts dieses Szenarios geradezu gezwungen zu sein, staatlichen Autoritäten zu vertrauen, damit diese in internationaler Zusammenarbeit eine Lösung zur Verhinderung dieser Apokalypse entwickeln.

Dabei geht es den staatlichen Autoritäten, an die mensch sich dabei zu wenden gedenkt, mitnichten um eine Verhinderung dieser Apokalypse. Vermutlich sind sie dafür auch im Gegensatz zu denjenigen, die glauben es wäre – angenommen die wissenschaftlichen Prognosen erweisen sich als zutreffend – überhaupt möglich, einen systemimmanenten Stopp der globalen Erwärmung und allgemeiner der Zerstörung der Umwelt herbeizuführen, zu große Realist*innen. Seit Jahrzehnten geht es Staaten des globalen Nordens ausschließlich darum, ihre eigene Hegemonie auch im Falle der prophezeiten Folgen einer voranschreitenden Klimakatastrophe zu bewahren. Seit dem Ende des Kalten Krieges erregten Fragen nach verheerenden klimatischen Veränderungen und anderen Umweltkatastrophen die Aufmerksamkeit der Militärstrateg*innen. Wenn ganze Landstriche im Meer versinken, Regionen von der Größe eines Kontinents zu Wüsten werden, das Wasser knapp wird und in der Folge all dieser Entwicklungen hunderte Millionen Menschen, vielleicht sogar Milliarden, in die noch bewohnbaren Regionen der Welt fliehen müssen, machen sich die Chauvinist*innen dieser Hemisphäre – wen wundert’s? – vor allem Gedanken um die eigene Nahrungsmittelversorgung, den eigenen Wohlstand und in der Folge die Sicherheit der Grenzen, denn der Platz im „Paradies“ gilt bekanntlich als beschränkt. Kanadas Marine etwa bereitet sich darauf vor in Zukunft auch den Schifsverkehr in den arktischen Gebieten besser kontrollieren zu können, das Pentagon veröffentlichte mehrere Papiere zum Einfluss der „Klimaerwärmung“ – die es dem US-Präsidenten zufolge ironischerweise ja gar nicht gibt – auf die Nationale Sicherheit und in der EU ist mensch länsgt zwei Schritte weiter: Mensch schottet sich flüchtenden Menschen gegenüber ab, lässt diese im Mittelmeer ertrinken, von angrenzenden Ländern versklaven, foltern oder ermorden oder deportiert diese, wenn es ihnen trotz allem gelingt, eine der Grenzen zu passieren. Viele der schon heute flüchtenden Menschen sind bereits auf der Flucht vor extremen klimatischen Bedingungen oder direkt oder indirekt daraus entstandenen militärischen Konflikten. Apokalypse in 10 Jahren? Wir sind doch bereits mitten drin!

Und was sagt „die Wissenschaft“ dazu? Die verbleibt wie es zu erwarten stand innerhalb der autoritären Ideologie des momentanen Herrschaftssystems. Aller Differenzen zum Trotz ist man sich vor allem in einem Punkt einig: Es ist an den Staaten zu handeln und ganz im Stile einer alten Idee der Apokalypse-Lobbyisten des Club of Rome, die schon in den frühen 1970ern im Auftrag der Volkswagen Stiftung Werbung für einen gepflegten Weltuntergang im Jahre 2072 machten, beschränkt sich der globale wissenschaftliche Ideenreichtum im Wesentlichen auf einen Abverkauf des Rechts auf Umweltzerstörung, mal mit, mal ohne Mengenrabatt. Aber was hätten wir auch anderes von denjenigen erwartet, die vor allem von Staaten und Firmen ihren Lebensunterhalt finanziert bekommen? Natürlich bringen sie die Interessen der Nationalstaaten mit denen der Konzerne in Einklang und suchen nach Wegen wie die einen weiter profitieren und die anderen dabei nicht um Aufstände bangen müssen. Vielleicht sehen auch sie sich nun im Angesicht der von ihnen prophezeiten Apokalypse von ihren Auftraggeber*innen geprellt, doch zumindest vorerst ändert das wenig an ihren – so scheint es – allgemein geschätzten Empfehlungen: Etwas Konsumkritik hier, die Ablöse eines Kraftwerks durch ein anderes dort, ein paar Energiespar-Tipps gibt es gratis oben drauf. Ach ja: Und die Autos – die sollen zumindest raus aus der Innenstadt. Ob da die Volkswagenstiftung nächstes Jahr nochmal Geld locker macht?

Bei Fridays for Future jedenfalls scheint mensch als Wissenschaftler*in dafür einen guten Ruf zu geniesen. Die Forderungen der Möchtegern-Rebell*innen an ihre persönlichen Autoritäten tragen allesamt das Prädikat „wissenschaftlich geprüft“. Wobei mensch sich da schon fragt, wer denn auf die wissenschaftlich brilliante Idee gekommen ist, das Oktoberfest zu einem zertifizierten Bio-Volksfest, einem dritten Tolwood mit beinahe ebenso urigem Modebewusstsein zu machen, anstatt das ganze Spektakel gleich abzusagen.

So wird die Unterwürfigkeit der Fridays for Future Aktivist*innen auch kaum besser symbolisiert als auf ihren wöchentlichen Happenings, wenn sie zu rund einem Dutzend das als Lautsprecherwagen dienende, ausrangierte Feuerwehrfahrzeug wie antike Sklav*innen an einem Seil hinter sich herziehen. Klimabilanz 1 : 0 Aktivist*innen.

Dabei müsste es doch gar nicht so enden. Wen kümmert im Angesicht der Apokalypse schon der eigene ökologische Fußabdruck? Und ist ein brennendes Auto nun ein Sakrileg oder doch eher ein Schritt auf dem Weg zu einer besseren Welt? In Köln hat mensch das offenbar im Mathe-Unterricht ausgerechnet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass vier brennende Porsche sich dann doch eher positiv auf die Klimabilanz auswirken.

Hinter den Kulissen von Fridays for Future

In der Bewegung gibt es viele Differenzen, sowohl was politische Positionen angeht als auch wie eine transparente effektive und inkludierende Plenarstruktur aussehen sollte. Diese Grundlegenden Disparitäten führen zu kleinen Problemen die, aufs ganze betrachtet, große Probleme sind oder werden könnten. Zu diesen Problemen möchte ich als Fff Aktive hier Stellung beziehen. Klar ist, dass das Orga-Plenum, das mittlerweile bis zu acht Stunden dauert, gekürzt werden muss. Das ist nicht so einfach, da die Länge des Plenums und die Struktur des Plenums beide eng mit vielen Problemen der Fff Bewegung zusammenhängen. Um die Plena zu verkürzen fordern die einen die Streik-Orga auszulagern, die anderen komplett auf inhaltliche Auseinandersetzungen zu verzichten.

Sollten die inhaltlichen Diskussionen ausgelagert werden wäre das ohne Zweifel aber eine unvergleichliche Herabwürdigung der Diskussionsbedeutung für eine Bewegung. Zumal seit Beginn Grundsatzdiskussionen mit dem klassischen Produktivitätszwang-Argument im Keim erstickt wurden, denn die Zeit war immer viel zu wertvoll als, dass sie mit inhaltlichen Diskussionen verschwendet werden dürfte. Stattdessen sollte über Flyer, Sticker und Finanzen lange diskutiert werden. Ich möchte keinesfalls die Wichtigkeit von organisatorischer Arbeit in Plena herunterspielen, sondern ausschließlich betonen, dass inhaltliche Auseinandersetzungen nicht nur selten vorkamen, sondern aktiv verhindert wurden.

Streik-Orga oder Orga generell ist wichtig für eine Bewegung, doch im richtigen Maß oder besser gesagt: Inhalt und Orga sollten sich die Waage halten. Bei Fff allerdings, regiert die Streik-Orga als herrsche der stille Konsens darüber, dass Streikteilnehmer*innenzahlen über allem anderen stehen. Die Frage ist wie Fff darauf kam, denn diskutiert wurde das nie.

Dabei würde dem Beginn einer Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen verschiedener Individuen nichts im Wege stehen, wenn die Streik-Orga komplett ausgelagert werden würde. Also sich als eine autonome Arbeitsgruppe, die sich für die Dinge, die sie organisieren muss, nur die Bestätigung vom Plenum einholt. Für Diskussionen könnte so Zeit und Raum geschaffen werden. Ein solches Plenum könnte vier statt acht Stunden dauern. In diesen vier Stunden muss begonnen werden sich über Inhalte auszutauschen wie zum Beispiel über Grundsätze. Diese würden auf einen Konsens hinarbeiten und würden darüber hinaus, durch die Veröffentlichung, die Transparenz um ein Vielfaches steigern. Ein Beispiel: XR diskutiert seit Beginn über ihr Selbstverständnis. Allerdings muss eingeräumt werden, dass XR merkbar weniger Aktionen und Erfolg verzeichnet als Fff. Das zeigt, dass die Orga doch eine tragende Rolle spielt. Besonders bei Frischlingen*innen, die die politische Arbeit noch nicht kennen. Doch durch den fehlenden öffentlichen Diskurs wird nicht nur ein möglicher Konsens unterdrückt, sondern auch die Mitentscheidung, Information und damit die Basisdemokratie. Wenigstens in den Gruppen, in denen eigene Vorstellungen von Demokratie ausgelebt werden können/dürfen, sollte diese bestehen. Die Bewegung Fff sollte einen Gegenpol zu dem existierenden Staatssystem und Parteisystem darstellen und danach leben, wenigstens für ein paar Stunden.

Hier kommt ein weiteres Problem von Fff auf. Es bietet weder dem Staat, der Politik, noch nicht einmal der Wirtschaft die Stirn. Aber wie auch, wenn die meisten Menschen bei Fff glauben, um im Staat etwas verändern zu können sich diesem unterordnen zu müssen; Ja gerade zu Kreuze kriechen. Sie lechzen nach Aufmerksamkeit von jedem Politiker und jeder Politikerin egal wie verfassungsfeindlich ihre Werte und ihr Parteiprogramm sind. Die Devise lautet bei Fff: „Es ist egal mit welcher Partei oder welche/m Politiker*in wir in den Diskurs treten. Hauptsache ist, dass wir das Gefühl entwickeln Erfolge zu erzielen, indem wir an einem „Runden Tisch“ mit Rechtspopulisten*innen und Wirtschaftlern*innen sitzen, uns den Mund fusselig reden und unsere Ohren mit leeren Versprechungen krepieren lassen, die dazu dienen uns ruhig zu stellen, zu vertrösten oder uns weis zu machen, dass die Maßnahmen, die momentan in der Politik gegen den Klimawandel ergriffen werden, ausreichend sind um die 1,5 Grad nicht zu überschreiten.“ Fff lässt sich immer wieder gutgläubig versichern Wirtschaft, Technik und Politik regeln das schon. Sie glauben fest an die Zustände die auf dieser Welt seit Jahrhunderten herrschen. Herrschen und beherrscht werden. Fff bettelt nun bei den Herrschenden um ein paar gute Taten und glaubt damit sei die Sache gegessen.

Diese Probleme des uneinigen Verständnisses von Fff unter Ffflern, aber bestimmt auch unter Außenstehenden, kann dadurch bestehen, dass Fff zu voreilig war. Auch zu siegessicher. Fff begann vor vier Monaten zu glauben etwas Wirkliches bewegen zu können ohne ein konkretes Ziel, wenn sie nur schön ab diesem Zeitpunkt jeden Freitag streiken und dadurch genug Druck auf die Politik ausüben. Wegen des fehlenden Ziels vor Augen, außer der Einhaltung der 1,5 Gradgrenze, kämpften sie weder damals noch heute, nein, sie baden sich, damals wie heute, nur in der Aufmerksamkeit der Medien und Mündern. Dass Fff von Anfang an ein konkretes Ziel fehlte, lässt sich auf die fehlenden Debatten über ihr Selbstverständnis und die Ziele und Maßnahmen, die daraus resultiert hätten, zurückführen. Deshalb konnten sie nicht wissen, ob der Druck auf die Politik ausreichen wird, der durch die Freitagsstreiks erzeugt wird. Auch fehlt ohne Ziel vor Augen natürlich auch eine Stelle an der der Druck anzusetzen ist. Wenn die Doktorin am ganzen Körper gleichzeitig sehr leicht drückt, wird sie nie feststellen wo es wehtut.

Es war nur eine Frage der Zeit bis die Meinungen innerhalb von Fff über die politische Positionierung auseinanderdriften würden. Zumal schon von Beginn an unterschiedliche Meinungen, z.B. über den Kapitalismus als Verstärker des Klimawandels, den klaren antifaschistischen Leitgedanken, die Fokussierung nur auf den Klimawandel oder auch spezifischere Themen, bestanden. Zum Beispiel wie das Artensterben oder die Ausbeutung von „dritte Welt“ Ländern, die unter den Folgen des Klimawandels in die existenzielle Not getrieben werden, im Gegensatz zu den Europäischen, die noch nicht einmal Not verspüren, auch Teil der „Klimakrise“ sind. All diese Positionen schienen in der Euphorie des Erfolgs der Streiks von Fff mit einander zu verschmelzen, bis nur noch eine Meinung übrig war: Gegen den Klimawandel. Die Mittel und Wege wurden dabei diskurslos festgelegt, der Druck diskurslos aufgeteilt und somit entkräftet. Alle inhaltlichen Differenzen wurden und werden beiseitegelegt. Hinzu kommt noch, dass der Diskurs jetzt von Meinungen, die all das verleugnen, unterdrückt wird.

Mittlerweile ging mehreren Menschen bei Fff ein Lichtlein auf, dass der Klimawandel ohne einen Systemwandel, durch welchen die Politik nicht länger durch Lobbyarbeit gesteuert wird, nicht zu stoppen ist. Dennoch halten einige Menschen daran fest, gesittet und friedlich mit den Politiker*innen aka Lebensrettern*innen zu kommunizieren. Also typisch öffentlichrechtlich; Der/Die klein*e Bürger*in redet mit dem großen Staat. Demnächst soll das Positionspapier von Fff München mit den Forderungen an die Politik erscheinen. Diese Forderungen sollen der erste Schritt einer verschriftlichten Konfrontation Fff Münchens mit der Politik sein. Dieser Schritt ist nötig und wichtig, denn für Fff wird damit eine Argumentations- und Diskussionsgrundlage mit politischen Vertreter*innen geschaffen. Allerdings sollten diese Forderungen auch den Konsens des Plenums widerspiegeln. Immerhin ist es relativ essentiell was und vor allem wie gefordert wird. Es prägt unser Bild nach außen. Leider kann von „Konsens“ keine Rede sein. Zehn Menschen arbeiten seit vier Wochen an diesem Stück Papier ohne, dass das Plenum über die Prozessfortschritte in Kenntnis gesetzt worden ist. Somit wurden auch die ganze Zeit mögliche und eigentlich unbedingt nötige Diskussionen darüber unterdrückt. Dem Vorwurf von fehlender Transparenz, der in letzter Zeit lauter wurde, wird entgegengehalten, dass Menschen jeder Zeit hätten zu der Telegramgruppe beitreten und zu den Treffen der AG kommen können. Dabei wird dreist ignoriert, dass Menschen im Plenum die Infos schon ausreichen würden. Hinzu kommt, dass zu selten eingeladen wurde. Neulinge, die sich gerne in das Positionspapier eingebracht hätten, waren kenntnislos. Auch das entspricht nicht den basisdemokratischen Organisationsformen, die herrschen sollten. Zusammengefasst arbeiten immer ca. zehn Menschen an einem Positionspapier, das die Forderungen möglichst vieler Menschen beinhalten sollte, natürlich wissenschaftlich fundiert. Eine Option wäre es gewesen Forderungen von Menschen auf einem Streik zu sammeln und darauf basierend weitere Forderungen hinzuzufügen, wissenschaftlich belegen zu lassen, in jedem Plenum kurz und knackig die bisherigen Ergebnisse vorzustellen und im Zweifelsfall diskutieren zu lassen, nicht nur dann, wenn fachkundige Kenntnisse vorhanden sind. Die Menschen, die das Papier erarbeiten besitzen natürlich weitreichendere Kompetenzen, als die, die sich nicht damit beschäftigen. Dennoch darf aus diesem Grund keine Hierarchie entstehen zwischen Menschen, die kompetenter sind als andere. Dadurch wird nicht nur die Kompetenz der anderen Menschen im Plenum in Frage gestellt, sondern diesen auch das Mitbestimmungsrecht entzogen. Denn jeder Mensch bei Fff hat ein Recht auf seine Meinung in der Bewegung derer er Teil ist.

Dass das Vorgehen ein Positionspapier zu erarbeiten unglücklich verlaufen ist, ist nicht zu ändern. Viel schlimmer ist aber, dass Fff daran glaubt, wenn sie nur in den Diskurs treten dadurch den Prozess zu beschleunigen bzw. den Einfluss von Fff auf eine weitere Stufe zu stellen. Dabei übersehen sie, dass sie nur der Spielball der Politik sind oder besser gesagt: Wahlkampfunterstützer*innen. Die einzelnen Politiker*innen brüsten sich damit Fff Zuspruch oder gar Unterstützung auszusprechen. Mensch kann sich wohl denken wie gut das bei der Wählerschaft ankommt, natürlich nicht bei allen. Manchen Parteien setzen auch gezielt auf das Gegenteil, nämlich die Kritik an Fff in den Vordergrund ihrer Debatten über Fff zu stellen und so Stimmen abzugraben.

Das große Problem von Fff ist also die fehlende Transparenz, die dadurch gegeben werden würde, wenn in jedem Plenum jede AG ihre Ergebnisse vorstellen und anschließend bei Diskussionsbedarf über diese diskutieren lassen würde und die fehlenden inhaltlichen Diskussionen. Dieses Konzept ist in vielen anderen Gruppierungen gang und gäbe. Bei Fff aber war das nie eine zu erwägende Möglichkeit das Plenum zu gestalten. Es sollte alles immer möglichst schnell gehen und zog sich so ins Unermessliche. Mit Alles ist die Streik-Orga gemeint. Fff, wie es scheint, ist eine Bewegung ohne Inhalt, ohne Hintergrund, ohne Substanz. Sie lebt von den Streiks und deren Organisation. Dabei lassen diese Menschen etwas Wichtiges aus dem Auge: Die Schulis und Studis. Fff besteht zum Großteil aus Schülern*innen und Studis. Leider gibt es noch immer keine Strukturen an Schulen und Unis, die es Schülern*innen und Studis ermöglicht sich mit Fff und seiner Idee auseinanderzusetzen, zusammen auf die Demos zu gehen, eine große Gemeinschaft zu bilden, die Fff an ihren Schulen und Unis unterstützen und so die Bewegung größer machen würde. Diese Strukturen müssen geschaffen werden und zwar schleunigst. Dies ist eins von vielen Versäumnissen, nicht nur von Fff München, sondern von Fff weltweit. Eine Bewegung aus Schulis, Studis und seit langem auch schon aus Erwachsenen kann wachsen, sie kann sich wandeln, kaputt gehen und sich neu bilden und daraus noch stärker hervorgehen. Laut Jutta Dittfurth sind Fffler „kleinbürgerliche Abenteurer*innen“, die schon durch das Streiken, scheinbar ihnen unbewusst, zivilen Ungehorsam begehen. Daran anzusetzen, weitere Aktionen des zivilen Ungehorsams zu planen und auszuführen und die Bewegung damit ein Stück weit radikaler zu gestalten würde Fff neues Feuer geben und das Potential, das es in den letzten Monaten gewonnen hat, in der Politik etwas zu verändern, ausnutzen. Im Gegensatz zu jetzt, wo der Ruhm genossen wird, aber nicht zu Nutze gemacht wird. Denn falls Fff nicht bald einsieht, dass es mehr sein kann als nur die Streiks, sondern eine bewusstseinserweiternde und verändernde Einstiegsdroge in die Politik, in den Aktivismus und später in den Akt der Revolution, dann wird Fff schon bald die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verlieren und keine weiteren Veränderungen mehr in den Menschen hervorrufen hin zum Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Klimakrise. Andererseits muss Fff nicht zwingend die Bewegung bleiben. Es reicht auch schon, wenn Fff der kleine Funken ist, der den Scheiterhaufen des vorherrschenden Systems, der Politik und der Wirtschaft in Brand setzen wird. Trotzdem muss Fff, wenn es irgendwann dazu kommen soll oder der Anstoß sein will, beginnen greifbar zu werden, sich einen Hintergrund aufzubauen, der tiefgründiger ist, als die Forderung nach der Einhaltung des 1,5 Gradziels. Sich Inhalt zu erarbeiten ist zeitaufwändig, aber diese Zeit muss sich neben der Streik-Orga genommen werden.

Rebellion für das Leben – Wie Fridays for Future jetzt weitergehen muss

Fridays For Future hat in den letzten Monaten Klimaschutz in das öffentliche Bewusstsein gestreikt. Die Menschen in ihren SVUs fahren jeden Freitag an uns vorüber oder stehen hinter uns im Stau und hören währenddessen das Radio über die „Kinder“ berichten. Politiker beteuern wie wichtig sie unser Engagement finden. Bio-Eltern schreiben ihren Sprösslingen Entschuldigungen und Schulleitungen schreiben Verweise. Merkel beteuert wie wichtig sie den Klimaschutz findet.

Doch dieser Gesellschaftlicher Aufruhr und all dieses Berichten und all diese Diskussionen sind schlussendlich nur heiße Luft. Die gleiche heiße Luft die bei jeder Bundestagsdebatte und bei jeder Kabinettssitzung zu diesem Thema den Politiker*innen die weißen alten Ärsche wärmt. Dabei ist heiße Luft grundsätzlich nichts Schlechtes. Auch wenn Politiker*innen warm wird, ist das grundsätzlich nichts Schlechtes. Doch die Luft muss heißer werden, sie muss brennen. Die Politiker*innen dürfen nicht auf gut gewärmten Stühlen sitzen, sondern auf glühenden Kohlen.

Allerdings kann das Fridays For Future nicht. Denn FFF ist nur ein ein Pulverkörnchen. Ein Pulverkörnchen, das hoffentlich eines der letzten in einem sehr vollen Fass sein wird. Den Funken müssen andere liefern. Der Funken muss von den tausenden und Millionen jungen Menschen auf der Welt kommen, die gerade von der Politik ans Messer geliefert werden. Wir haben die moralische Pflicht nicht nur zu streiken, sondern „denen da Oben“, mal richtig Angst zu machen.

Wie genau soll das funktionieren? Denn das Problem ist ein riesenhaftes und schwer zu durchblinkendes. Natürlich ist es auch nicht nur ein Problem welches gelöst werden muss. Es sind unglaublich viele Probleme und wahnsinnig mannigfaltige. Allerdings haben all diese Probleme auch Namen. Aufgezählt werden sie täglich hundertmal. Verstanden werden sie selten. Auch ich erhebe keinerlei Anspruch auf die absolute Korrektheit meiner Thesen und Analysen. Daher werde ich versuchen sie so generell wie möglich zu halten, denn sie sind mehr als Gedankenanstoß und Interpretationsanregung gedacht.

Dazu gibt es zwei Punkte die ich ansprechen möchte. Der erste ist mehr eine Analyse größerer Zusammenhänge der andere ein Vorschlag für weiteres politisches Vorgehen.

Meiner Meinung nach hat die Menschheit nur ein einziges Problem welches allerdings noch nicht in seiner Gesamtheit verstanden werden kann. Ich möchte sogar behaupten, dass ich mir nicht sicher bin ob der Mensch in seiner momentanen psychischen Ausprägung dazu fähig ist. Das heißt, dass wir möglicherweise aufgrund der Art und Weise wie unser Gehirn aufgebaut ist keine Kapazitäten dazu haben es zu lösen. Denn seit Jahrtausenden arbeiten wir zielstrebig auf unsere Vernichtung zu. Zuerst schien alles sehr harmlos. Mensch schuftete als Sklave oder schlug sich in Saus und Braus den Bauch voll. Aber bis auf ein paar kleinere Kriege gab es nichts Größeres zu befürchten. Imperien kamen und gingen aber wir wurden kontinuierlich mehr. Die Produktion musste kontinuierlich gesteigert werden, die alten Unterschiede zwischen oben und unten blieben die gleichen. Die Maßstäbe wurden nur immer größer. Der Vernichtungsaspekt kam, geboren aus dieser Produktionswut und Profitgier, mit der Industrialisierung. Sie brachte teilweise auch großartige Errungenschaften und Möglichkeiten auf die wir nie wieder verzichten wollen würden. Das ist auch gar nicht schlimm. Aber nun stellt sich heraus diese Art und Weise zu leben wird uns früher oder (nicht wirklich viel) später vernichten.

Meiner Meinung nach müssen wir daher die Balance finden zwischen einer Umweltbewussten und trotzdem technologisierten Gesellschaft. Doch wichtig dabei zu beachten ist, und dass dürfen wir nie vergessen, dass der Großteil der Technologien heutzutage (Smartphones, Internet, Produktionsketten) Konsumgüter sind. Sie sind von einer Gesellschaft erschaffen die ein Interesse an ihrem Fortbestehen hat. Sie sind also nur dazu da um die bestehenden Verhältnisse zu reprodozieren.

Wir müssen also in unserem alltäglichen Leben differenzieren zwischen Technologie die wir konsumieren und die wir bzw. uns nutzen. Wir sollten uns bewusst sein, dass eine ständige Kommunikation über Bildschirme nur eine sehr minimale Wiedergabe echter menschlicher Kommunikation ist.
Der Protest organisiert sich schon seit langem über Social Media. (Allein den Begriff finde ich persönlich unglaublich widersprüchlich). Jeden Freitag zwischen 1100 und 1500 wird er zu echter Menschlicher Interaktion, dann treffen sich gleichgesinnte Schüler*innen aus ganz München und kommen zusammen um diese Welt zu retten. Doch wenn unser Weg um das zu erreichen der Protest ist, dann kann er nicht nur einmal die Woche an einem Freitag zu wirklichen Handlungen werden. Wir müssen die Angst die wir freitags seit einigen Monaten auslösen endlich auf den Rest der Woche ausweiten.

Wir sollten uns in Gruppen zusammenfinden und uns dort ausleben. Wir sollten die gegebenen Regeln anzweifeln und und bewusst friedlich brechen. Wer sagt denn, dass das Lehrpersonal das Thema der Unterrichtsstunde, oder sogar den Ort bestimmt. Wer sagt denn, dass für produktiven Unterricht überhaupt eine Lehrperson anwesend sein muss? Die Räume stehen doch da, viele von ihnen sind tagsüber auch gar nicht benutzt. Warum nehmen wir sie uns nicht einfach und bestimmen selbst was in ihnen geschieht. Gemeinsam und Individuell. Fridays For Future ist eine Bewegung die von uns gestaltet und geführt wird. Wir sollten sie alle gemeinsam gestalten.

Jeden Freitag läuft ein Antikapitalistischer Block mit einem grünen Banner. Dieser sollte größer werden. Die meisten Leser*innen dieser Zeitschrift gehen höchstwahrscheinlich nicht zur Schule. Doch auch sie sind dazu aufgefordert sich freitags den Demonstrationen anzuschließen und eigene Aktionen des zivilen Ungehorsams zusammen mit Schüler*innen zu veranstalten. Momentan wird daran gearbeitet Schulen untereinander zu vernetzen. Denn jede Schule mit einer organisierten Gruppe hat viel mehr Potential für derartige Aktionen. Aktionen zivilen Ungehorsams sollten einen möglichst friedlichen Ausdruck haben. In Schulen ist es wichtig, dass die kläglichen Zustände unseres Bildungssystems aufgezeigt werden. Am besten zu erreichen ist das durch alternativ Angebote und Vorschläge von den Schüler*innen wie es besser zu gestalten ist. Wichtig dabei ist, dass sich nicht im begrenzten ja einengenden Raum der Institutionellen Regeln gehandelt wird, sondern diese bewusst friedlich und eigenwillig gebrochen werden.

Organisiert euch, wehrt euch, befreit euch!

Die Zukunft entscheidet sich nicht an einem Freitag

Die sogenannten „Fridays for Future“-Schulstreiks an Freitagen haben sich in den letzten Monaten vielerorts – so auch in München – zu einem Dauerärgernis entwickelt: Für die Schulleitungen, für rechte Spinner, die sich über streikende Schüler*innen ganz besonders aufregen können, aber auch für antiautoritäre Personen, die die Proteste beobachten.

Ich möchte gleich zu Beginn deutlich differenzieren: Ich erkläre mich durchaus solidarisch mit Schüler*innen, die der massiven Repression durch Schulleitungen und Staat ausgesetzt sind – so werden mittlerweile gar Ordnungsgelder fürs „Schule schwänzen“ verhängt – und ich befürworte jede Eskalation in diese Richtung: Zeigt es den autoritären und machtgeilen Arschlöchern in den Schuldirektionen! Sie haben keine Macht über euch! Dennoch lehne ich Form und Inhalt des Protests entschieden ab.

Zunächst einmal richten sich die „Fridays for Future“-Demonstrationen ganz konkret an den Staat und abgeordnete Politiker*innen. Von diesen wird die Umsetzung unterschiedlicher (ausformulierter) Ziele gefordert. Ganz unabhängig davon, dass ich es als Anarchist*in ganz grundsätzlich für den falschen Weg halte, sich mit Forderungen oder Bitten an irgendeine Autorität zu wenden: Glaubt ihr wirklich, dass sich jemals auch nur ein*e Politiker*in ernsthaft für euch und eure Forderungen interessieren wird? Ihr seid zwar überraschend viele Schüler*innen und einige Unterstützer*innen, aber ihr stellt weder eine Mehrheit, noch habt ihr die nötigen finanziellen Mittel, um euren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Gegen euch habt ihr dagegen eine riesige und auch finanziell ganz gut ausgestattete Lobby von Automobilkonzernen, Energieunternehmen und vielen weiteren Industriezweigen, ganz abgesehen von einer großen Mehrheit der Bevölkerung, die nicht bereit ist, auf bestimmte Annehmlichkeiten zu verzichten. Sprich: Euer Weg war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, warum verfolgt ihr ihn weiter? Schlimmer noch: Warum distanziert ihr euch von nicht friedlichen Formen des Protests? Glaubt ihr wirklich, eure Ziele lassen sich friedlich erreichen?

Apropos Ziele:
Habt ihr keine weitergehende Kritik an dieser Gesellschaft? Meint ihr mit der Beendigung der Klimaerwärmung wäre alles gut? Ihr fordert eine Zukunft für euch, aber was ist mit der Zukunft und der Gegenwart von anderen? Im kapitalistischen System werden Menschen immer ausgebeutet und erniedrigt werden. Wenn ihr daran etwas ändern wollt, genügt es nicht, den Klimawandel zu beenden, es bedarf eines Umsturzes der Gesellschaft, einer Abschaffung von Herrschaft.

Ich bin überzeugt davon, dass viele von euch darüber schon nachgedacht haben. Verwerft diesen Gedanken nicht einfach, lasst ihn euch nicht von anderen ausreden. Tragt ihn auf die Straße, konfrontiert euren Protest damit, probiert neue Wege des Protests aus.

Nur so bleibt ihr unbequem!

Fridays for Future?

Unter dem Motto »Fridays for Future« gehen seit einigen Monaten in ganz Europa Millionen Schüler*innen auf die Straßen. Auch in München. Diesen Freitag demonstrierten rund 1000 Personen vom Kaiser-Ludwig-Platz aus in Richtung Innenstadt. Anlass für die Demonstra-tionen der Schüler*innen ist die Klimapolitik der EU-Staaten. Sie halten diese für verfehlt und sehen auch ihre eigene Zukunft durch sie gefährdet.

Rund 1000 Schüler*innen haben sich auf dem Kaiser-Ludwig-Platz versammelt. Sie haben ganz unterschiedliche politische Ansichten, das bringen die von ihnen mitgebrachten Schilder, Transparente und Fahnen deutlich zum Ausdruck. Ein*e Schüler*in hat eine EU-Fahne dabei, am anderen Ende der Demonstration weht eine Antifa-Flagge. Eine Person hat ein Plakat mitgebracht auf dem vor dem Hintergrund einer schwarz-grünen Flagge der Slogan »Hambi bleibt!« prangt. Es ist eine der seltenen radikalen Botschaften auf der Demonstration.

Wie protestiert mensch eigentlich gegen den Klimawandel? Die Demonstrant*innen der »Fridays for Future«-Bewegung richten ihre Forderungen zunächst an eine unbestimmte Autorität: »Wir streiken bis ihr handelt« steht auf einem Transparent. Die Frage dabei bleibt: Wer? Wer soll handeln? Wer wird handeln? Macht es Sinn, sich an die Verantwortungsträger*innen in den Regierungen zu richten? Oder ist das bloße Zeitverschwendung? Welche Optionen bleiben?

Für die Schüler*innen, die an der Demonstration teilnehmen, obwohl sie eigentlich Unterricht hätten, werden die Fragen langsam drängender. Einige Schulen haben bereits Verbote, zu den Demonstrationen zu gehen, ausgesprochen, manche drohen gar mit einem Schulverweis. Diese Form der Repression droht, den Protest zu spalten. Bald werden einige Schüler*innen es nicht mehr wagen, die Demonstrationen zu besuchen. Die anderen stehen dann umso isolierter da, sind der Repression durch die Schule umso mehr ausgesetzt. Die Frage wird dann sein: Welche Druckmittel besitzen schulstreikende Schüler*innen gegen die Schule. Eine Schule ist ein angreifbarer Ort. So viele Scheiben, so viel Fassade. Wie das die Direktor*innen wohl fänden, wenn sich diese verfärben würde? Freilich sollten das nur Gedankenspiele bleiben …

Die »Fridays for Future« Proteste haben es in den vergangenen Wochen und Monaten geschafft, das Thema Klima- und Umweltschutz zurück auf die Tagesordnung zu setzen. Das ist eine beeindruckende Leistung gewesen. Für die Zukunft stellt sich nun die Frage, wie sich die Proteste entwickeln werden, welchen Weg sie einschlagen werden.

Wir hoffen auf Scherben!