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Menschen als Versuchskaninchen

Es mag eine Klugscheisserei sein, aber: wenn Bakunin im 19. Jahrhundert behaupten konnte, dass die Wissenschaftler nur Versuchskaninchen benutzen würden… so hat er – vielleicht zu seinem Glück – das 20. Jahrhundert eben nicht erlebt. Es war in Deutschland, wo die Nazi-Mediziner und Ärzte eben Menschen nicht wie, sondern wirklich als Versuchskaninchen oder eben: Versuchsmenschen benutzt haben. Es waren eben gerade Leute aus der Ärzte- und Medizinerzunft, welche besonders oft und früh die NSDAP unterstützten und 1933 dann auch sofort ihren Spielraum massiv erweitert kriegten.

Das mag ein Klugschiss sein. Vielleicht müsste man diese Fakten aber im Hinterkopf behalten. So würde z.B. die Eugen… ähm… Genetik niemals an dem Punkt sein, an welchem sie heute ist, wenn es die Nazi-Menschenexperimente nicht gegeben hätte. Gleiches gilt für ganz viele, ach so neutrale wissenschaftliche Erkenntnisse. Es ist mir zu blöd, hier im Dreck zu wühlen, welche anderen „Erkenntnisse“ auch noch…

Ich will hier ja niemandem irgendwas unterstellen, aber zumindest sollte man aus dem Nationalsozialismus auch ein gewisses Misstrauen gegenüber den Medizinern und Ärzten gelernt haben.

Und es mag geschmacklos sein, es zu sagen, aber ich kann auch wenig dafür, wenn mir gerade heute das „Deine Gesundheit gehört nicht dir!“ und „Gesundheit ist Pflicht“ der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik in den Sinn kommt. Natürlich unter gänzlich anderen Vorzeichen. Natürlich: das Gegenteil der Philosophie von „Ausmerze und Auslese“ als Argument und gesundheitspolitische Absicht, aber dennoch… Irgendwie fällt es mir schwer, die Paralelle aus dem Kopf zu kriegen, und – für mich zu behalten.

Ein schwieriger Patient

[Birmingham, Merseyside, Belfast] Angriffe auf die 5G-Infrastruktur

Am Donnerstag, den 02. April und Freitag, den 03. April wurden in Sparkhill, Birmingham und Melling, Merseyside 5G-Mobilfunkmasten in Brand gesteckt.

Der 70 Fuß hohe Mobilfunkturm in Birmingham wurde kurz nach acht Uhr Abends abgefackelt. Die Feuerwehr wurde zu der „gut beleuchteten“ Einrichtung in der Spring Road in Tyseley gerufen. Die Polizei versuchte außerdem, die Straße zu sperren, während die Flammen über den Zeitraum von mehr als einer Stunde bekämpft wurden.

In Melling, Merseyside berichteten Feuerwehr und Rettungskräfte, dass sie einen 5G-Funkturm am M57 motorway spät am Freitagabend gelöscht hätten.

Bereits Ende September 2019 wurde ein EE/BT-Funkmast in Porth, Wales, durch einen Brandanschlag zerstört.

Gegen jede Schädlichkeit und Toxizität

Gegen die Techno-Gefängniswelt

Eine globale Karte der 5G-Infrastruktur findet sich unter https://www.speedtest.net/ookla-5g-map

Update von Sans Attendre Demain: Ebenfalls in der Nacht des 03. Aprils wurde in Belfast, Nordirland eine 5G-Antenne niedergebrannt: In einem im Internet veröffentlichten Video sieht mensch Flammen am Fuße eines Masts an der Antrim Road, einer Nachbarschaft im Norden der Stadt. Wir hören außerdem Stimmen, die sagen „Fick 5G!“ und „Lang lebe die Revolution!“. Ein Feuerwehrmann bestätigt, dass mehrere Brände am Fuß der Antenne gelegt worden seien, die Kabel und einen elektrischen Schaltkasten teilweise zerstörten.

Übersetzung des englischen Originals bei 325.

Anmerkung: In den deutschen Medien wird von diesen und weiteren Angriffen auf die 5G-Infrastruktur berichtet. Dabei werden die Angreifer*innen als Verschwörungstheoretiker*innen diffamiert, die angeblich glauben sollen, dass 5G entweder das Immunsystem schwäche oder dass der Coronavirus dazu diene, 5G schneller einzuführen und dabei die Risiken zu vertuschen. Aber wird hier nicht vielleicht das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt? Ist die Essenz solcher Behauptungen wirklich so falsch? Fakt ist doch, dass die mit dem Coronavirus gerechtfertigten Ausgangssperren und Beschränkungen des Lebens weltweit dazu führen, dass 5G und andere technologische Neuerungen schneller etabliert werden. Neuerungen, die uns noch besser kontrollierbar machen werden. Es klingt absurd, dass das Coronavirus aus diesem Zweck von irgendwem in die Welt gesetzt worden sei, aber gelegen kommt es den 5G-Befürworter*innen, ebenso wie allen Protagonist*innen einer Digitalisierungsbewegung doch allemal.

Einladung zu einem gefährlichen Mai 2020

Lasst uns im Mai spielen: Ein Aufruf des Konflikts

Es war leicht für uns festzustellen, dass das alkoholbasierte Desinfektionsmittel auch dazu genutzt werden kann, ein Feuer zu entfachen. Mit anderen Worten: Wir brauchen keine staatlichen Richtlinien, um uns um unsere Freund*innen zu kümmern, und wenn wir ersteinmal damit fertig sind, uns um die Sache mit dem Überleben zu kümmern, gibt es für uns nichts besseres zu tun, als rauszugehen und bösartige Pläne zu schmieden. Mehr denn je verlangt es uns nach Rache und wahrer Freundschaft.

Wir sind nun in diesem futuristischen System gefangen und unsere einzige Lösung ist es, der Normalität den Krieg zu erklären, wenn wir nicht in steriler Langeweile sterben wollen.

Wir sind mit einer zweiseitigen Entwicklung konfrontiert. Einerseits scheint es, dass die Macht niemals so stark gewesen ist, wenn sie den Geist und die Herzen der gehorsamen Bürger*innen für sich gewinnt. Andererseits scheint es auch, dass sie noch nie eine so komplexe Situation verwalten musste (zumindest nicht, seit wir geboren sind).

Deshalb können wir möglicherweise zwei Dinge schlussfolgern:

Erstens können wir nicht auf irgendwelche Massen warten, die erwachen, um die Macht zu konfrontieren.

Zweitens sieht es so aus, als sei es eine gute Gelegenheit anzugreifen.

Diese gute Gelegenheit bedeutet nicht, dass es die einzige gute Gelegenheit ist. Es ist immer eine gute Gelegenheit, um zu kämpfen.

Nein, gute Gelegenheit bedeutet hier, dass unser Gegner vollkommen mit anderen Dingen beschäftigt ist und wir weder wissen können, was die genauen Konsequenzen unserer Aktionen (in einer so undurchschaubaren Lage) sind, noch ob wir in der nächsten Zeit eine weitere Gelegenheit haben werden.

Es sieht nach einer interessanten Wette für alle Feind*innen der Macht aus, die Gelegenheit zu ergreifen und zu sehen, was passieren kann.

Nun, da die Einsatzkräfte, die das Gebiet mit Fahrzeugen, Drohnen oder zu Fuß durchstreifen, mehr als je zuvor eingesetzt und überarbeitet sind, was würde passieren, wenn diese innerhalb ihrer Festung angegriffen werden würden? Gesprühte Todesdrohungen? Regelmäßige Angriffe mittels Steinen, Molotowcocktails, Feuerwerk, Böller inmitten der Nacht, während ihres Schalfes? Wenn mensch ihnen auf ihrer Patrouillie auflauern würde?

Nun, da die Käfige gerammelt voll sind und wir langsam hinter Schloss und Riegel sterben, was würde passieren, wenn die Fahrzeuge der Wärter*innen unglücklicherweise Bekanntschaft mit einem Schraubenzieher, einem Hammer oder einem Grillanzünder machen würden? Wenn die Menschen, die andere einsperren und bewachen – und dabei bereits unter beständigem Druck stehen – verprügelt und zusammengeschlagen werden würden, wenn sie nach Hause kommen?

Nun, da beinahe jede*r vor einem Bildschirm arbeitet/lernt/entspannt/rebelliert/Sex hat/…, was würde da passieren, wenn einige einfach zugängliche Glasfaserkabel sabotiert werden würden?

Nun, da beinahe jede*r durch Mobiltelefone „kommuniziert“, bestellt, befiehlt, systematisch plant, die Produktion organisiert (und manchmal aufbegehrt) oder sich mithilfe von Apps und permanenten Anrufen „kümmert“, was könnte da passieren, wenn einige Übertragungsantennen, die manchmal irgendwo im Nirgendwo liegen, zerstört werden würden?

Nun, da beinahe jeder*r eingesperrt in automatisierten Nestern, die mit der Matrix verbunden sind lebt, als wären diese ein Ersatz für das Leben, was könnte da passieren, wenn ein Strommast einstürzen würde?

Wir haben absolut keine Ahnung, was passieren würde. Und das ist der Grund warum wir es dringend ausprobieren sollten.

Verbreite und übersetze diesen Text, wenn er dir gefallen hat. Greife an und verschwöre dich, wenn du mitmachen willst. Entwickle und verbreite deine Ideen, wenn du mit anderen Rebell*innen in Dialog treten willst.

Dieser kurze Text ist eine Einladung für einen gefährlichen Mai.

Anmerkung 1: Wenn du zu ungeduldig bist, bis Mai zu warten und dir diese Einladung zugesagt hat, kannst du bereits im April angreifen und das in einem potenziellen Bekenntnis sagen.

Anmerkung 2: Wenn du zu ungeduldig bist, um zu warten, kannst du auch im April und Mai angreifen!

Übersetzung des englischen Orginals bei Act For Freedom Now!

Von Menschenversuchen, Genetik und der Unterwerfung des Menschen: Ein Streifzug durch die Welt der Medizin

Wenn ich in ein Krankenhaus gehe, dann ist das erste, was ich tun muss – zumindest vorausgesetzt ich schwebe nicht in akuter Lebensgefahr –, meine Personalien anzugeben. Name, Geburtsdatum, Wohnort, Krankenversicherung. Später werde ich von der*dem behandelnden Ärzt*in penibel gefragt, wie es zu meiner Verletzung/meiner Krankheit gekommen ist und je nachdem welche Verletzungen ich aufweise kann es mir sogar passieren, dass das Krankenhauspersonal die Cops ruft, etwa weil ich Schuss- und/oder Stichverletzungen habe, Verletzungen, die von einer Schlägerei stammen. Je nachdem, welchen Eindruck ich bei den Ärzt*innen hinterlasse kann es mir außerdem passieren, dass ich zwangspsychiatrisiert werde, mir Psychopharmaka und Beruhigungsmittel verabreicht werden, ohne mich über deren Wirkung zu informieren, ich in eine geschlossene Pflegeeinrichtung eingewiesen werde, weil ich für dement oder unzurechnungsfähig gehalten werde oder mir auf ärztliche Empfehlung und richterlichen Beschluss ein gesetzlicher Vormund bestellt wird. Wenn ich mit einem als gefährlich geltenden Virus infiziert bin, kann ich auf Anordnung des ärztlichen Personals unter Quarantäne gestellt werden, wenn ich bei der Geburt in einem Krankenhaus uneindeutige Geschlechtsmerkmale besitze, kann es mir passieren, dass ich genitalverstümmelt werde, usw. Die Liste dessen, was einer*einem in medizinischer „Obhut“ so alles passieren kann, wäre vermutlich endlos.

Trotzdem vertrauen die meisten Menschen auf die Medizin und selbst diejenigen, die Ärzt*innen grundsätzlich mit einem gesunden Misstrauen gegenüberstehen, sehen sich bei zahlreichen Gelegenheiten dennoch auf deren Hilfe angewiesen. Ich will hier weder leugnen, dass die vorherrschende(n) Medizin(en) durchaus in vielen Fällen dazu beitragen, Krankheiten zu heilen, Schmerzen zu lindern und Leben zu retten, noch will ich die Entscheidung einer Person, sich auf die Medizin zu verlassen in irgendeiner Form moralisieren. Stattdessen geht es mir darum, nachzuzeichnen, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen die „moderne Medizin“ sich entfalten konnte und die Frage danach zu stellen, inwiefern diese Medizin die gesellschaftlichen Bedingungen unter denen wir leben, reproduziert.

Versuche an Menschen

Die Medizin ist eine recht empirische Wissenschaft, d.h. sie basiert auf Beobachtungen, die dann von den Wissenschaftler*innen (Ärzt*innen) entsprechend gedeutet werden. Als solche Wissenschaft ist die Medizin in ihrer heutigen Ausprägung vor allem auf Experimente angewiesen. Der menschliche Organismus – und ersatzweise auch tierische Organismen – wird dabei in der Regel als eine Art Maschine begriffen, deren Funktionsweise nur unzureichend bekannt ist, über deren Reaktion auf bestimmte Inputs jedoch mehr oder weniger präzise Vermutungen angestellt werden können. Mithilfe von Tests sollen diese Vermutungen bestätigt oder verworfen werden. Um beispielsweise ein Medikament gegen eine bestimmte Krankheit zu testen werden heute zunächst in Tierversuchen sogenannte „Versuchstiere“ mit dieser Krankheit infiziert und bekommen dann das zu testende Medikament verabreicht. Dabei wird dann beobachtet, ob die Krankheit dadurch geheilt wird und auch, welche Nebenwirkungen das Medikament verursacht – denn in der falschen Dosis sind die meisten Medikamente Gift für den menschlichen/tierischen Organismus. Stellt sich das Medikament dann als geeignet heraus, werden die gleichen Tests noch einmal an Menschen durchgeführt. Hier werden heute jedoch Menschen gewählt, die die entsprechende Krankheit bereits haben. Auch sollen diese Menschen sich freiwillig als Testobjekte bereiterklären, was sicher in vielen Fällen ein Euphemismus bleibt. Sowohl finanzielle Anreize, als auch Verheißungen der Form „du hast eine Krankheit, die dich umbringen wird, aber ich teste ein Heilmittel, dass diese vielleicht besiegen kann“ spielen heute eine große Rolle bei der Anwerbung „freiwilliger“ Testpersonen.

Was sich heute durch finanzielle Vergütungen subtiler regelt, wurde vor nicht allzu langer Zeit mit großem Zwang durchgeführt. Nicht nur in den Konzentrationslagern der Nationalsozialist*innen, sondern schon lange zuvor. Frühe Mediziner des Altertums sezierten zum Teil Menschen bei lebendigem Leibe, um mehr über die Anatomie und die Funktionsweise des menschlichen Organismus zu lernen. Später wurden alle möglichen Formen von Experimenten an Menschen durchgeführt, die zwangsweise aus Gefängnissen, sogenannten „Irrenanstalten“, aus Waisen- und Armenhäusern, sowie aus Kolonialgebieten verschleppt wurden, um an ihnen zu experimentieren. Sie wurden mit Krankheiten infiziert, um entsprechende Heilmittel zu testen, ihnen wurden Verletzungen zugefügt, damit diese sich entzündeten, um die Immunreaktionen des menschlichen Organismus besser zu verstehen, ihnen wurden bekanntermaßen giftige Substanzen verabreicht, um zu testen, welche Dosis für den Menschen tödlich ist, usw. All das macht mensch übrigens bis heute mit Tieren. Dabei standen die durch Experimente an sozial deklassierten Menschen erworbenen medizinischen Erkenntnisse damals noch viel stärker als heute vor allem den Menschen der privilegierten sozialen Klassen zur Verfügung. Kranken Arbeiter*innen stand so gut wie keine medizinische Versorgung zur Verfügung.

Seit Beginn/Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gewannen auch Versuche mit psychedelischen Substanzen vor allem im Bereich der militärischen Medizin an Bedeutung. Von ihnen erhoffte mensch sich, den Menschen absoluten Gehorsam zu verabreichen, während mensch wiederum andere Substanzen testete, um die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit von Soldat*innen zu erhöhen. Zugleich experimentiert mensch mit derartigen Substanzen zur psychiatrischen Anwendung, wo diese dazu dienen sollen, unerwünschte kognitive Eigenschaften zu zerstören.

Während heute einerseits die grausamen und brutalen Versuche, die im Namen der Medizin zwagsweise an Menschen durchgeführt wurden, als ein dunkles Kapitel der Vergangenheit beiseite gelegt werden, werden mittlerweile vermehrt Berichte über genetische Experimente an Menschen bekannt und es wird diskutiert, ob es moralisch vertretbar sei, das Erbgut eines Menschen vor seiner Geburt zu beeinflussen, um ihm dadurch vermeintlich ein besseres Leben zu ermöglichen.

Absolute Kontrolle über den Menschen

Genetik, ebenso wie die (militärischen) Versuche mit Psychopharmaka weisen in eine bestimmte Richtung, die die Medizin eingeschlagen hat: Es geht ihr um nichts weniger, als um die totale Kontrolle des Menschen. Gesellschaftlich unerwünschtes Verhalten wird als psychische Erkrankung beschrieben und es wird versucht, dieses durch Psychopharmaka gewaltsam zu unterdrücken, Genetische „Defekte“, ebenfalls Abweichungen von einer bestimmten Norm sollen zukünftig mithilfe der Genetik „ausgemerzt“ werden. Während eine Veränderung des Erbguts von Menschen bislang noch umstritten ist, ist es gängige Praxis bei Pflanzen und Tieren, Lebewesen den eigenen Vorstellungen anzupassen und auf diese Art und Weise für das kapitalistische System besser verwertbar zu machen. Zugleich versucht mensch beispielsweise durch Pränataldiagnostik eine genetische Selektion ähnlich der Eugenik vorzunehmen, indem mensch bei Feststellung bestimmter „Erbkrankheiten“ werdenden Eltern zu einer Abtreibung rät.

Das Ziel einer solchen Medizin ist es, die Menschen an den für sie vorgesehenen Platz in der Gesellschaft zu verweisen. Es ist nicht das individuelle Interesse der Gesundheit eines einzelnen Menschen, dass diese Medizin antreibt, sondern das Ideal eines normierten und perfektionierten Übermenschen, dem sich dieser Vorstellung zufolge alle Menschen anzunähern haben.

Dass meine Interessen in der Medizin nur eine untergeordnete Rolle spielen, das erlebe ich schon mein Leben lang, wenn ich eine*n Ärzt*in aufsuche. Nie habe ich das Gefühl, dass ich irgendwie in die Entscheidungen über meinen (!) Körper einbezogen werde. Ich wurde schon behandelt ohne darüber informiert zu werden, was mir angeblich fehlt und was der Zweck der Behandlung sei, geschweige denn, ohne dass ich gefragt wurde, ob ich das möchte. Mir wurden Medikamente verschrieben, die meinen Körper schädigten, ohne dass ich darüber aufgeklärt wurde oder mir gesagt wurde, dass es auch ohne diese Medikamente ginge – das erfuhr ich, als ich diese selbst absetzte. Mir wurden Vorwürfe gemacht, weil ich nicht das getan hatte, was die*der Ärzt*in gesagt hatte, und so weiter. Dabei sind das keine außergewöhnlichen Erfahrungen, sondern Erlebnisse, die mehr oder weniger ausgeprägt die meisten Menschen gemacht haben dürften. Meines Erachtens nach liegt das daran, dass wir für die Medizin nur entweder weitere Experimente oder Kund*innen sind, mit denen Geld verdient werden kann.

Das Gesundheitssystem ausbauen?

Was wir gerade im Namen des Kampfes gegen das Coronavirus erleben spiegelt dieses Streben der Medizin nach der totalen Kontrolle über die Menschen ebenfalls wider. Statt sich darauf zu fokussieren, den Menschen, die geheilt werden wollen, zu helfen, ergeht sich beinahe die gesamte Medizinische Fachwelt derzeit darin, Empfehlungen abzugeben, wie sich alle Menschen verhalten sollten. Und sie empfiehlt das nicht etwa den Menschen direkt. Sie empfiehlt dies den verschiedenen Staaten, von denen sie wissen bzw. annehmen, dass diese ihre Empfehlungen dann autoritär durchzusetzen wissen. Statt dass also nach Wegen gesucht wird, erkrankten Menschen individuell zu helfen, zielt der medizinische Ansatz darauf ab, alle Menschen zu kontrollieren, in der Annahme durch diese Kontrolle eine Heilung eines Großteils der Menschen zu ermöglichen.

Mir ist dabei völlig egal, ob die Medizin schließlich Recht behalten wird oder ob sich das als gigantischer Irrtum erweisen wird; was ja auch immer von den Methoden der Messung abhängt. Für mich ist ausschlaggebend, dass die Ideologie der Medizin in diesem Fall, ebenso wie in allen anderen Fällen eine autoritäre Vorstellung von der totalen Kontrolle des Menschen zu sein scheint. Dabei erscheint es mir bemerkenswert, dass die Medizin ihre „Heilkunst“ um jeden Preis zu schützen versucht. Einerseits durch Patente an Medikamenten, die Geheimhaltung von Rezepturen, aber auch durch die Zugangsvoraussetzungen der Lehre. Es scheint mir darum zu gehen, dass die Fähigkeit zu heilen nichts ist, was sich jede*r einfach aneignen kann. Das würde schließlich auch der Vorstellung der totalen Kontrolle über den Menschen widersprechen, denn wenn jede*r in der Lage wäre, sich grundlegende Fertigkeiten des Heilens anzueignen und sich Menschen dadurch gegenseitig heilen würden (so wie das natürlich dennoch schon immer stattfand, wenn sich Menschen gegenseitig pflegen, wenn sie krank sind), wäre dieser ganze Prozess viel weniger einheitlich und kontrollierbar.

Vor diesem Hintergrund fällt es mir schwer, Kritiken nachzuvollziehen, die als Reaktion auf die derzeitige Corona-Pandemie einen Ausbau des Gesundheitssystems „fordern“ bzw. befürworten und/oder als Lösung in den Raum stellen. Das Gesundheitssystem auszubauen bedeutet doch nichts anderes, als dieses Expert*innentum einerseits und diese Ideologie der totalen Kontrolle über den Menschen andererseits fortführen zu wollen. Eine Medizin jenseits dieser Vorstellungen kann für mich nicht innerhalb dieses Gesundheitssystems liegen, ja nichteinmal in der Tradition dieser Medizin.

Für mich ist die derzeitige Medizin eine Institution, die ich zerstören muss, um frei sein zu können. Und ich wüsste nicht, warum der Ausbruch einer Pandemie daran etwas ändern sollte.

[Hubei Provinz] Wütende Menschen greifen die Cops an und randalieren, nachdem sie daran gehindert wurden, die Region zu verlassen

Auf der Brücke über den Yiangtzee, die die benachbarten Provinzen Jiangxi und Hubei verbindet (in der Hauptstadt der Hubei-Provinz, Wuhan, wird der Ursprung der Corona-Pandemie vermutet), brach ein gigantischer Riot aus. Tausende wütender Menschen, die seit Monaten eingesperrt waren, strömten aus Protest aus der Hubei-Provinz und versuchten, die Brücke zu überqueren, wo sie mit Riot-Cops der benachbarten Provinz zusammenstießen, die sie daran hinderten, zu passieren, solange der chinesische Staat die Einschränkungen nicht aufgehoben hätte. Randalierer*innen warfen Bullenwägen um und zerstörten sie, bewarfen die Cops mit Steinen und stahlen sogar ein Schutzschild aus einem der Vans, um die Cops mit ihren eigenen Waffen anzugreifen. Wir hören, dass keine*r die Lügen der Kommunistischen Partei wirklich glaubt, die behauptet, dass der Virus unter Kontrolle sei und auch, dass die Menschen genug von der ganzen Repression haben.

Mensch kann nur erwarten, mehr solcher anti-sozialen Wutausbrüche, wie diesen auf der ganzen Welt zu sehen, wo die Regierungen und Staaten überall ihre wahre autoritäre Natur zeigen im  Angesicht des Coronavirus und der Angst, der Massen, die dieses hervorruft, die selbst eine Krankheit ist.

Wir werden uns bald wieder mit einem Bericht über die Zunahme von Technologie, die rasant verbreitet wird, um uns alle noch besser zu unterdrücken, im Namen des Krieges gegen Covid-19!

Die Unzivilisierten

Übersetzung eines englischen Textes bei 325.

[Bristol] Riots gegen die Polizei und Brandstiftungen, nach Ausrufung des Notstands

23. März 2020 – Nachdem der (nun infizierte) Premierminister Boris Johnson den Notstand ausgerufen und die neuen Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus vorgestellt hat, belästigten Cops am Abend in Southmead, Bristol junge Leute auf den Straßen. Die Polizei wurde mit Steinen und Flaschen angegriffen und zwei Lieferfahrzeuge der Supermarktkette Iceland wurden außerhalb ihres Depots angefackelt. In der ganzen Stadt wurden außerdem mehrere Autos zerstört und in Brand gesteckt. Junge Menschen stehen bereits unter „besonderer Beobachtung“ – d.h. Missbrauch, Verprügeln, Belästigungen, Zerstreuungen, Sonderbestimmungen – durch die Polizei und Randale und sich zur Wehr setzen sind die einzige wirkliche Lösung; nicht zuhausebleiben und Angst haben.

Die Supermärkte und andere Unternehmen, die massiv von dieser „Krise“ – für die alleine die Strukturen der Macht und des Kapitals verantwortlich sind – profitieren sind valide und verständliche Ziele der nihilistischen und anti-sozialen Wut über diese Situation. Die Lügen der Medien erzählen uns, dass wir „alle in einem Boot sitzen“, aber es ist klar, dass wir das nicht tun und niemals tun werden.

Es ist der Kampf der jungen Menschen und der Unbeherrschbaren gegen dieses kranke System und das ist nur ein Tropfen des Regens, der kommen wird.

Tod den Politiker*innen, der Polizei und denen, die diese Welt vergiftet haben.

Übersetzung des englischen Originals bei 325.

[Bremen] Auto von Immobilienunternehmen abgefackelt, Scheiben an Auto von Engel & Völkers zerstört

Wir sollen zu Hause bleiben und jeden Kontakt mit anderen vermeiden. Wir sollen solidarisch sein, denn tun wir das nicht, verbreitet sich das tödliche Virus. Wir verlieren uns in den Nachrichten. Wir verfallen in Schockstarre.

Die Pandemie ist Realität und wir alle tragen Verantwortung. Verantwortung gegenüber der Eindämmung der Krankheit. Jedoch auch Verantwortung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir sitzen nicht alle „im selben Boot“, nur weil wir alle von der Krankheit betroffen sein können. Die Pandemie, oder vielmehr der Umgang mit dieser, verschärft die sowieso schon prekären Lebensumstände. […] Parallel dazu beschleunigen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus autoritäre gesellschaftliche Entwicklungen, wir erkennen hier drei wesentliche Punkte:

– Verschärfung des technologischen Angriffs
Der Umstieg auf webbasierte Heimarbeit, die Verlegung von kulturellen Begegnungen wie Konzerten oder Partys in virtuelle Räume, online Schulunterricht, die Verdrängung von Einzelhandelsgeschäften durch den Online-Handel, sowie die Analyse von Handydaten zur biopolitischen Bevölkerungskontrolle, um nur einige Beispiele zu nennen.

– Erprobung von Aufstandsbekämpfungsmaßnahmen
Der Militäreinsatz im Inneren, die Schließung der Grenzen, Ausgangssperren, erweiterte Befugnisse für die Polizei, komplettes Wegfallen der liberalen Gegenöffentlichkeit in Form von Demos und Kundgebungen, all diese Maßnahmen sind – ungeachtet ihrer Nützlichkeit zur Eindämmung der Pandemie – auch wichtige Erfahrungen für die Bekämpfung von kommenden Aufständen.

– Verschärfte Prekarisierung
Es zeichnet sich deutlich ab, dass die Krise des Virus, von einer Krise der Wirtschaft abgelöst wird. Über die Umverteilung von Steuergeldern an die Konzerne und Unternehmen hinaus, lässt sich gerade nur schwer voraussehen, welche Auswirkungen die kommende Wirtschaftskrise haben wird. Wenn wir jedoch auf die vergangene Krise schauen wird klar, dass wir mit der ganzen Bandbreite neoliberaler Reformen zu rechnen haben.

Alles in allem gibt es gerade viele Gründe (offline) zu agieren, zu analysieren und zu beobachten.
Wir sind waren Unterwegs, um zu erfahren, ob es noch möglich ist sich Nachts zu bewegen. Und siehe da, es ist möglich.

Unsere ersten Maßnahmen sind zwei zerstörte Fahrzeuge von Immobilienunternehmen:

– ein abgebrannter Smart von IMMO-BREMEN
– zerstörte Scheiben an einem Kleinwagen von Engel und Völkers

Gegen Ohnmacht und Isolation: Kopf aus dem Sand!

Autonome Gruppen

Anmerkung: Laut Presse hat wurde durch den brennenden Smart eine Hecke in Brand gesetzt, was wiederum die Scheiben eines Wohnhaus beschädigte und zur zeitweisen Evakuierung von zwei Menschen geführt hat. Daran ist nichts schön zu reden. Wir entschuldigen uns! Und werden in Zukunft noch vorsichtiger sein! An alle Nachtaktiven: Seid vorsichtig in engen Straßen!

Quelle: Chronik

[Hamburg] Privat-PKW von Zollbeamtem abgebrannt

Der Zoll ist klar als festes Standbein des deutschen Staates zu betrachten. Die Vollzugsbereiche der Zollverwaltung arbeiten in vielen Bereichen eng mit den Polizeien der Länder und des Bundes sowie anderen Behörden zusammen. Sie sind Strafverfolgungsbehörden und werden auch zur Terrorbekämpfung eingesetzt. Wenn auch die EU-Außengrenzen weit weg scheinen, so sind es doch auch hier die Behörden, die fester Bestandteil der Abschottung und somit der Ermordung und Isolierung Tausender an den Grenzen sind. […]

Ob im In- oder Ausland sind sie als wichtiges Rädchen der unterdrückerischen Politik zu betrachten und somit absolut angreifbar. Ob einfache Streifenbullen, BePo, BFE, USK, GSG, SEK, Bundespolizei, Reiterstaffel, Staatschutz, Verfassungsschuz, oder eben der Zoll. Alle tragen ihren Teil zur Unterdrückung und Überwachung menschlichen Lebens bei.

Wenn das Ziel ein herrschaftsfreies Leben ist, so geht der Weg daher einher mit Angriffen auf die aufrechterhaltenden Strukturen der Macht. Die Diener des Staates bleiben die selben Unterdrücker, auch wenn sie nach Feierabend ihre Uniformen ausziehen und in ihr bürgerliches Privatleben zurückkehren. Doch wenn sie nicht aufpassen trifft es sie auch vor der eigenen Haustür. So brennt Sonntag Nacht ein Privat-SUV eines Zollbullen in Eimsbüttel.

Gerade in Zeiten der Pandemie und der einhergehenden Verschärfung und Einschränkung der Bewegungsfreiheit ist es um so wichtiger sich die eigene Handlungsfähigkeit zu bewahren und sich selbst und anderen Subversiven zu zeigen, dass der Kampf gegen die Zwänge dieser Zeit immer weiter geht, egal wie verrückt und schwierig es scheint. Wenn in der vom Staat gewollten Isolierung klein bei gegeben und der drohenden Ausgangssperre Schulter zuckend gegenüber gestanden wird, wird ihm die Chance gegeben seine Machenschaften ungestört und ohne Beobachtung fortzusetzen. Denn die Herrschenden sind nicht von Ausgangssperren und der gleichen betroffen. Es werden weiter munter Leute abgeschoben und in den Tod geschickt, Menschen nach rassistischen Merkmalen kontrolliert und eingesperrt, anarchistische Wohnprojekte, wie in Berlin, belagert und an der Demontage eines freien und würdevollen Lebens gearbeitet.

Ob Zoll oder Streife, ob privat oder im Dienst.
Feuer der Aufrechterhaltung der Macht.
Liebe und Freiheit den Kämpfenden Menschen an den Grenzen und in den Knästen!