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Die Katastrophenpsychose

Weitsichtiges aus den späten 1980er Jahren. Aktueller denn je. Man denke nicht nur an die gegenwärtige Coronahysterie sondern auch an die – gerade nicht ganz so präsenten – FFF…

Für eine lange Zeit ist jetzt schon eine terroristische Erpressung am Laufen, welche mehr und mehr zur polizistenmässigen Logik des Notstands führt. Die Medien führen die Aufgabe aus Probleme hervorzuheben und die apokalyptischen Bilder der Bedrohung durch die Katastrophe zu nutzen um grosse Volksmassen zu deren Verhinderung zu mobilisieren.

Man sollte sich selbst fragen was hinter dem von den Medien präsentierten Bild des bevorstehenden Albtraums der ökologischen Katastrophe steht. Diese wird präsentiert als etwas, was jenseits des Bereichs der gesellschaftlichen Verhältnisse oder des Klassenkonflikts gelöst werden soll.

Wir haben starke Zweifel bezüglich des Zeigens von guten Absichten, welche von Politikern aller Sorten und Farben gezeigt werden (einschliesslich der Umweltaktivisten) und ihrem plötzlichen Interesse an der Gesundheit der Bevölkerung.

Wir glauben das hinter der Bombardierung mit Neuigkeiten über die ökologische Alarmstufe Rot in Gebieten hoher industrieller Konzentration, wo Sicherheitslevels der Verschmutzung der Atmosphäre grosszügig übertreten wurden, ein anderer, viel weniger edler Kampf liegt: ein Machtkampf zwischen der alten, kapitalistisch-industriellen Klasse und der neuen, aufkommenden welche sich aus der öffentlichen und privaten Bürokratie zusammensetzt, angesichts der Position welche die letzteren innerhalb des technologischen Apparats des Kapitals und des Staates erreicht haben.

Wir wissen dass die Vorstellung der Katastrophe, in diesem Falle der ökologischen, die Massen gefühlsmässig dazu drängt, jenseits jeglicher Motivation welche von ihrer spezifischen Ausbeutungsbedingung herkommt zu kämpfen, also weniger für soziale Veränderung und mehr für ihr eigenes bedrohtes Überleben. Das drängt sie dazu, den Gedankengang welcher zur Konservierung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Ordnung führt zu übernehmen.

Der Planet ist am Sterben, wir wissen es alle. Er ist voll Gift und es fehlt ihm Sauerstoff aufgrund der atmosphärischen Verschmutzung. Die Flüsse sind biologisch tot; Seen und Meere sind zu Müllhalden reduziert; der Treibhauseffekt wird hervorgebracht durch das Erhöhen der Menge von Karbondioxid dank der massiven Arbeit der Entwaldung einer der Hauptlungen der Erde, des amazonischen Regenwaldes. Zunehmende Dürre führt zur Vergrösserung von gewaltigen Wüsten, und wir sind der Tragödie behilflich, welche Völker und Tierarten in ihre Ausrottung führt, der Logik des Profits und der Herrschaft geopfert.

Jede Klasse, welche nach der Herrschaft strebt, bringt ihre eigene Welt und ihre eigene Logik mit sich. Die aufsteigenden Bürokraten benutzen Ökologie um den Prozess der Übernahme der alten Welt zu beschleunigen.

Aber was kann dies in der Masse auslösen – zunehmend verängstigt durch die Möglichkeit der Katastrophe und die Verinnerlichung der Notstandslogik – wenn nicht ein totales Haften an den repressiven Verhaltensnormen welche von der kybernetischen Macht diktiert werden. Mit wissenschaftlicher Pünktlichkeit lädt sie Millionen proletarisierter Individuen ein neben den Institutionen daran teilzunehmen und zu mobilisieren, neue Kontrollorgane zu erschaffen und einzusetzen und die neuen Autoritäten mit der Schubkraft eines neuen demokratischen Radikalismus zu sanktionieren.

Jenseits des unmittelbaren Dramas gab der Atomunfall von Chernobil dem Kapital und allen Staaten die Chance kalt mit Elementen zu experimentieren, auf welche die repressiven Projekte der Kontrolle und des Konsens angewandt werden können, und zwar durch die Ausbeutung der Idee eines permanenten Notstands.

Die Ausnahmeintervention löst folglich nicht das Problem sondern dient dazu, Kontrolle zu installieren um den Konflikt auf dem gesellschaftlichen Territorium auszulöschen, durch die Erpressung der Pflicht zur Kollaboration zwischen den Klassen. Alle Notstandsmassnahmen welche als für das allgemeine gesellschaftliche Interesse notwendig präsentiert werden, geben faktisch aber einem Prozess des Privilegs und der Unterwerfung Raum, angesichts der Ungleichheit der bestehenden materiellen Bedingungen.

Die Grünen und die Umweltverbände suchen nicht nach einer Lösung für das Problem der Verschmutzung, sondern nach einem Kapillargefäss [capillary] und der Verbreitung der Kontrolle um sie in in eine Profitquelle zu verwandeln. Man entdeckt die am wenigsten verschmutzten Teile der Städte der höheren gesellschaftlichen Schicht vorbehalten sind; die Armen kriegen die Quadratmeter von Zement und Abfalldeponien an den Stadträndern.

Es ist also Zeit, anstatt solchen Kräften unkritisches Lob zu spenden, ihre Rolle als die neuen gesellschaftlichen Befrieder zu enthüllen, welche über das aufgetakelte Spektakel der Erpressung, dass „der Planet um jeden Preis gerettet werden muss“, hinausgehen, und sich anbieten die bestehende Entfremdung auf eine alternative Art zu verwalten, aber immer auf Ausbeutung und Unterdrückung basierend.

Wir denken, dass der Kampf gegen die Herrschaft des Menschen über den Menschen die einzige Ausgangsbasis ist. Sie ist die einzige welche fähig ist die Verantwortlichen für die Zerstörung von sowohl dem Planeten als auch dem sozialen Reichtum anzugreifen. Wir müssen konkret auf die Befreiung der Menschheit und der Natur in einem globalen Sinne abzielen.

Die Grünen und die Umweltaktivisten sind sogenannte Ökologisten, deren Ziel nicht ein sauberer ökologischer Planet ist; ihre Politik ist ein grüner Apartheid welcher „grüne Inseln“ will, vorgesehen für den Komfort der Privilegierten. Die internationalen Umweltverbände sind die Multinationalen der „Ökologie“, Kapitalismus überarbeitet und verbessert nach dem Schaden, welchen er durch die vorhergehende Phase der maximalen Industrialisierung angerichtet hat.

Der soziale Kampf im ökologischen Sinne ist nur dann brauchbar, wenn er die Herrschaftsbeziehung angeht, die Strukturen von Kapital und Staat, und seine subversive Kraft zeigt, welche die Aussicht einer neuen Welt beinhaltet, nicht die alternative Verwaltung der alten.

[übersetzt aus dem Englischen. the catastrophe psychosis; in: Insurrection. Anarchist paper September 1989; London]

Heile Welt

Und es ist mal wieder so weit. Man darf nur noch vier Menschen treffen. Oder zwei Haushalte. Maskenpflicht nun auch auf der Straße. Nur in der Innenstadt bisher, aber mal schauen für wie lange. Vorher durfte man übrigens nur zehn Leute treffen. Das wusste ich gar nicht. Immerhin ein Trost, denn das bedeutet, dass mich keiner in den letzten Wochen darauf aufmerksam gemacht hat. Doch jetzt ist München „Risikogebiet“. Andere Gefahrenlage. Nicht ganz so wie im März, aber es geht in eine ähnliche Richtung. Meine Reaktion allerdings ist heute anders als damals. Kein Schock mehr, keine Wut, keine Fassungslosigkeit, eher ein müdes Achselzucken, ein leicht amüsiertes Lächeln, eventuell gerade noch ein Kopfschütteln. Maskenpflicht auf offener Straße, ja warum nicht? Ist was Neues, hatten wir noch nicht. Inzwischen bin ich stolze*r Besitzer*in von mehreren Stoffmasken und vielen Papiermasken – lassen sich leicht zocken, denn es gibt sie endlich überall. „Faceshields“, Stoffmasken mit eingebauten Filtern, so seltsame Plexiglasmasken, die nur Mund und Nase bedecken (keine Ahnung wie die heißen), für jeden Geschmack ist was dabei. Einbahnstraßensysteme in Geschäften, Bibliotheken und sonstigen öffentlichen Einrichtungen. Den*die Fahrer*in in Bus und Tram darf man heute endgültig nicht mehr ansprechen, nun wird es einer*m sogar physisch unmöglich gemacht. Und jedes Mal, wenn ich ein Gebäude betrete – ob öffentlich oder nicht –, überkommt mich der Reflex eine Maske aufziehen zu wollen – ehe ich mich besinne und einmal tief und befreit – maskenlos – ein- und ausatme, wenn mir wieder einfällt, dass es mir an jenem Ort (noch) nicht aufgezwungen wird. Inzwischen krieg ich schon Atemnot, wenn ich das Ding auch nur in die Nähe meines Gesichtes bewege und meine Ohren jucken. Auch wenn ich wo ich nur kann vermeide, das Ding zu tragen, trage ich es doch viel zu oft. Ein netter Nebeneffekt: Vermummter Ladendiebstahl, also das behalte ich bei, solange es geht, selbst wenn doch irgendwann einmal – Ende 2021 meinen einige, doch wird das wirklich je wieder geschehen? – die Maskenpflicht in Läden aufgehoben wird. Normalität hat sich eingeschlichen. Masken tragende Menschen fallen mir nicht einmal mehr auf. Vage erinnere ich mich noch an die Zeiten, als ich noch jedes Mal verwundert den Kopf geschüttelt habe, wenn ich eine Person mit Mund-Nasen-Schutz herumlaufen sehen habe (nicht dass ich damals – ja damals, vor gerade einmal einem halben Jahr – wusste, dass man das Ding „Mund-Nasen-Schutz“ nennt, und wie normal ist es heute). Abstand, AHA-Regel, Risikogruppe, Risikogebiet, Infektionsgemeinschaft, Zoom. Hygiene-Hysterie. Fand ich schon immer hart übertrieben, aber wer hätte gedacht, dass das so weit gehen kann und wird? Also ich nicht. Irgendwo ist das alles superwitzig. An manchen Orten sind so viele Pfeile auf dem Boden und an der Wand und so viele Schilder überall, dass man nur noch total verwirrt ist. Die Masken konkurrieren in gegenseitiger Hässlichkeit und die Verschmelzung von Mensch und Maschine ist in greifbare Nähe gerückt. Bestimmt haben wir bald „smarte“ Masken, die laufend Fieber messen und den Speichel auf Coronaviren testen und die Ergebnisse in Echtzeit an irgendwelche Institute übermitteln. Eine App gibt es ja immerhin schon. Man braucht niemandem etwas zu implantieren, damit er zum Cyborg mutiert.

Plexiglas-Käfige überall und Absperrband, an direkten Kontakt ist man ja gar nicht mehr gewöhnt, so ohne Plexiglas, wie war das eigentlich früher gewesen? Keine Ahnung. Da München jetzt Risikogebiet ist, darf man an viele Orte nicht mehr hinfahren, es sei denn, man legt zwei negative Corona-Tests vor. 14 Tage Quarantäne, Knast quasi, ist alternativ auch ok. „Quarantäne-Verweigerer“ wurden übrigens teilweise zwei Wochen lang von Bullen in Hotels eingesperrt. Totale Entmündigung? Mei, waren wir eigentlich auch schon immer gewöhnt, jetzt ist es nur noch ein bisschen offensichtlicher als sonst. Wenn halt auch die Leute so scheiße unvernünftig sind! Wollen Spaß am Leben haben, wollen leben, nicht nur vegetieren, wo hat man denn so was schon gehört? These unresponsible party people, what the fuck! Da muss man ja zu ihrem Schutz eingreifen, das geht einfach gar nicht. Besser jede*r stirbt vereinsamt in seinem Plexiglas-Käfig an Langeweile und an Zoom-Kaffekränzchen als an Corona. Dass jede Woche etwas anderes gilt, ist auch schon normal. Zum Glück sagen uns die Zeitungen und das Internet, was gerade gilt. Stell dir vor, das Internet wäre kaputt und die Medien niedergebrannt, wie würden wir dann wissen, welches Verhalten gerade von Nöten ist, um dem Virus Einhalt zu gebieten und welche Strafe droht bei Nichteinhaltung? Dann müssten wir selbst denken und handeln und uns mit unserer unmittelbaren Umgebung auseinandersetzen, hinausgehen in diese virusverseuchte Welt! Ein Skandal! Ein schöner Traum, wäre er umsetzbar? – Übrigens: Es gibt auch noch andere Viren, noch viel mehr Viren, wie haben wir es bisher nur geschafft uns in dieser Virenschleuder-Welt masken-, Plexiglas- und schutzlos zu bewegen? Wir waren so verantwortungslos, haben so viele Menschen getötet mit unserem Leichtsinn. Waren jedes Mal, wenn wir jemanden umarmt haben, unsolidarisch. Berührung außerhalb unserer Infektionsgemeinschaft, wie konnten wir das nur tun? Uns dicht gedrängt in einer Menschenmasse aufhalten, wie hat sich das eigentlich noch mal angefühlt? Dass wir nicht ausgerastet sind, weil wir gespürt haben, wie alle möglichen Viren sich sammeln und auf uns einstürmen, um uns zu zerstören. Wie konnten wir nur?

Doch nun leben wir ja glücklicherweise in einer heilen Hygiene-Welt, die so richtig heil wäre, wenn nicht diese verantwortungslosen party people wären! Wer sind eigentlich diese Leute, die positiv auf Corona getestet werden, wie viele von denen machen freiwillig diese fucking Tests, die dann diese Statitisken ermöglichen? Aber wie wir ja schon in der Schule gelernt haben: Glaube nur einer Statistik, die du auch selbst gefälscht hast, vielleicht ist das auch einfach scheißegal. Man sorgt sich ja nur um die Gesundheit aller. Dass auch jemand als krank gilt, der keine Symptome hat, das wundert uns inzwischen auch nicht mehr. Es reicht, dass jemand das Virus hat, dass es in einem drin (kurzzeitig) wohnt, um in die Zahlen aufgenommen zu werden. Wer macht so einen Test, obwohl er gar nichts merkt? Ja ja, die Reiselust, der Arbeitszwang, die Freizeitindustrie, wenn wir Zugang dazu wollen, dann müssen wir uns schon testen lassen. Wie konnten wir das früher übersehen, dass viel mehr Leute eine Krankheit haben als es von außen bemerkbar ist? Immerhin, für einige reicht es auch zu wissen, dass du keine Symptome hast. Wenn du in manche Läden willst, musst du dir nur vorher Fieber messen lassen, musst keine zwei Corona-Tests vorlegen. Das ist schon unverantwortlich, oder? Wir werden erst sicher sein, wenn wir wirklich überall zwei negative Corona-Tests (aktuelle natürlich!) vorlegen müssen. Oh, vielleicht auch erst dann, wenn wir zu niemandem sonst mehr Kontakt haben. Und nicht mehr rausgehen, sondern uns alleine in unserem klinisch desinfizierten Raum aufhalten. Und uns täglich von einer App auschecken lassen. Dauerkontrolle unserer körperlichen Vorgänge. Ist eh dringend nötig, denn wie gesagt, was alle vergessen, es gibt noch mehr Viren als Corona! Und Bakterien! Und Krebs! Und Unfälle! Und…! Und…!

Wie schnell sich alles verändern kann. Früher gab es keine Viren, zumindest nicht so wie heute. Heute spüre ich, wie sie überall auf mich lauern. Die schützende Hand des Staates spüre ich auch so deutlich wie nie zuvor. Wie sie versucht, die Viren von mir fernzuhalten. Aber ich spüre auch, dass dieser Schutz nie vollkommen sein wird. Dass es immer Verantwortungslose geben wird, die – und sollte das Netz der Kontrolle auch noch so dicht werden – immer wieder durch die Maschen schlüpfen werden und machen, was sie wollen. Ich spüre, dass jede Verordnung, und war sie anfangs auch noch so stark, mit der Zeit ihre Wirkung verliert, wie nach anfänglicher Starre alles wieder anfängt sich zu bewegen. Die Drohung von heute gerät morgen in Vergessenheit. Die Maßnahmen werden subtiler. Lokaler. Flexibler. So verwirrend, dass keiner mehr folgen kann und keiner den Überblick behalten. So wie unsere schöne neue Hygiene-Welt zur Normalität geworden ist, so jagen die Drohungen auch nicht mehr denselben Schrecken ein wie vor einem halben Jahr. Denn Leben ist Chaos und Bewegung, nicht Starre und Kontrolle. Maximal vier Leute treffen dürfen, da kann ich nur noch lachen. Vor einem halben Jahr habe ich mich nicht daran gehalten, heute werde ich es auch nicht tun. Und im Gegensatz zu damals beim ersten Lockdown, habe ich es nicht mehr mit etwas absolut Neuem zu tun. Ich habe meine ersten Schritte in dieser neuen Weltordnung bereits getan. Ich habe mich gesammelt. Noch einmal lasse ich mich nicht überrumpeln!

„Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – ein wirklicher guter Spruch

Ein wolkenloser, sonniger Tag. Da so etwas in diesem am Ende der Welt und fern ab von allem gelegenen Landstrich so gut wie nie vorkommt, ist es somit eigentlich ein exzeptionell netter Nachmittag. Die Fenster des großen Raumes stehen offen, die Vögel zwitschern, die Blätter der Bäume bewegen sich in einem lauen Lüftchen, ich kann die Sonne und den Himmel sehen. Das Zimmer ist ziemlich leer und angenehm ruhig, bis auf zwei Menschen, die an Schreibtischen sitzen und mich immer mal wieder mustern.

Es wäre also alles ganz in Ordnung; bis auf den Umstand, und, zugegeben, dies verdunkelt diesen Tag ein beträchtliches bisschen, dass ich mit Handschellen an eine Bank gekettet bin wie ein Hund, mich in einer Bull*innenenwache befinde, und die Leute an den Schreibtischen Arschlöcher Cops sind, beschäftigt damit, meine „Daten zu erfassen”, während ich mich langweile. Zum Glück ist eine Uhr nicht weit, sodass ich die Sekunden zählen kann, bis sie mich dann endlich wieder gehen lassen. Meine Wut über die plötzliche Festnahme, die mich noch auf der Fahrt zur Wache vollkommen ausfüllte, ist verraucht. Seit geraumer Zeit versuche ich nun schon aus purer Langeweile irgendwie die Handschellen zu öffnen (auch wenn mir die Nutzlosigkeit dieses Unterfanges inzwischen vollkommen bewusst ist), als ein*e Passant*in Eintritt verlangt.

Nun muss ich sagen, Menschen, die freiwillig Bull*innenwachen aufsuchen sind mir seit jeher suspekt. Genauer gesagt, ich mag sie nicht. Noch genauer gesagt, empfinde ich so ein subtiles Hassgefühl gegen jede*n, die*der glaubt, die „Hilfe” einer Polizei in Anspruch nehmen zu wollen. Momentan habe ich ja nicht sonderlich viel zu tun, sodass ich sogar kurz so etwas wie Dankbarkeit für die Abwechslung empfinde. Eines der Arschlöcher bemüht sich auch schon zum Eingang, um die Person in einem Nebenzimmer zu empfangen. Weil die Tür halb offen steht, kann ich alles mithören.

Ich finde es immer wieder krass mitzuerleben, mit welcher Diskrepanz Cops Leute behandlen; zu welcher Scheinheiligkeit sie fähig sind. Arschloch 1 war sich, zusammen mit Arschloch 2, gerade noch in brutalen Gewaltfantasien ergangen, was sie mit mir anstellen würden, sollte es mir tatsächlich gelingen, aus den Handschellen zu schlüpfen. Innerhalb von wenigen Sekunden legt er den Schalter um: „Was können wir für Sie tun?”, säuselt er dem Menschen entgegen, der vor ihm steht, aller Ansicht nach aufgeregt, in so was Tollem wie einer Bull*innenwache zu stehen. Nun, es stellt sich heraus, er will eine „Meldung machen”. An einer Straßenecke sei ihm gerade versucht worden, Drogen zu verkaufen. Arschloch 1 zeigt sich sehr interessiert, fragt, ob die besagte Person noch immer dort sei. (Ja). Mit der Aufforderung, sich wieder zurück an die Straßenecke zu begeben, und einer Streife, die eilends hinzubeordert werden soll, diese Person zu zeigen, läuft der Mensch freudig von dannen.

Und ich wollte und konnte es irgendwie nicht glauben. Ja, klar wusste ich vorher schon theoretisch, dass es solche Leute gibt. Nur war es mir bisher so abstrakt, so unvorstellbar vorgekommen, sodass ich trotzdem weiterhin geglaubt habe, dass Leute, die eine Anzeige erstatten gehen, weil der Impfpass des Hundes geklaut wurde, das Ende der Fahnenstange sind. Die Wut, die ich erloschen geglaubt habe, lodert wieder auf, stärker als je zuvor. Wie kann mensch auf solch eine Idee kommen, erfüllt von einer ominösen “Bürgerpflicht”, eifrigst andere zu denunzieren?! Ist doch scheißegal, wenn da wer Drogen verkauft, du musst sie ja nicht kaufen, wenn du nicht willst!! Aber nein, der*die brave Bürger*in rennt zu den Cops! SAG MAL, GEHTS NOCH??? WAS IST EIGENTLICH LOS MIT DIR??

Später habe ich dann in einem anderen Kontext von einer Gefährtin den Satz „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant” gehört und sah sofort wieder diesen beglückten Menschen von der Wache vor mir. Seitdem begleitet dieser Ausspruch mich. Ja, schon während der sogenannten Coronamaßnahmen hat es mich unglaublich wütend gemacht, zu lesen, dass Menschen andere Leute, die noch nicht vor Angst gelähmt waren und sich nicht einsperren lassen wollten, froh und fröhlich und in dem Gewissen „nur das Richtige zu tun”, anzeigen. Es nun aber hautnah mitzuerleben, das war doch noch was anderes und hat meiner Wut noch einmal ordentlich Zündkraft verliehen.

WAS ist denn bitte los mich euch?! Wie kommt ihr auf den absurden und skurrilen Gedanken, andere Menschen bei den Bullen anzuschwärzen? Ich finde keine Worte für den Hass, den ich dafür empfinde. Und ich verstehe es auch nicht. Euer „Gewissen” würde es von euch „verlangen”, anderen Leuten Repression, Folter, manchmal Mord, kurzum, den Bull*innen
auszuliefern? Das will nicht in meinen Kopf. Ich hasse euch dafür. Andere Menschen den Cops auf dem Silbertablett zu servieren, und sich dann noch darüber zu freuen, eine „ gute Tat” vollbracht zu haben… Löst eure Konflikte gefälligst selbst!! Hau den Leuten in die Fresse, wenn sie dich ärgern. Oder halt auch nicht! Verschwöre dich mit deine Freund*innen! Plant zusammen, was ihr tun wollt. Rede. Räche. Prügel. Ignoriere. Mir egal. ABER. RUF. NICHT. DIE. BULLEN.

„Ich habe doch nur meine Bürgerpflicht erfüllt!” Mensch findet diesen Satz in allen möglichen Ausführungen, Sorten und Geschmacksrichtungen. Am schönsten ist es, wenn er garniert wird mit einem „eigentlich will ich das ja nicht, aber…!” Er wird dann von Lehrer*innen benutzt: „Kind, mir bleibt leider gar nichts anderes übrig, als deinen Eltern zu sagen, dass du gespickt hast!”, von Kolleg*innen: „mir sind die Hände gebunden, ich muss der Chefin sagen, dass du immer zu spät kommst,” und, mein persönlicher Favorit, auch von Bull*innen: „Wenn du dich wehrst, müssen wir eine Widerstandsanzeige schreiben, und das wollen wir nicht!”

Es ist der schlimmste Satz, den es für mich gibt. Denn du hast immer, immer, immer eine Wahl – wenn du nicht denunzieren willst, dann tue es nicht. Schluss. Aber dieses höhere-Moral-anrufen, dieses, ich muss es für das größere Wohl von ja, wem eigentlich? tun, das ist extrem scheiße. Es gibt keine höhere Moral. Es gibt kein Universalrecht, keine Bürgerpflicht, es gibt keine göttlichen Gesetze, wenn es du es nicht willst; es gibt nur dich und das, was du willst. Wenn du denunzieren willst (wofür ich dir ordentlich in die Fresse hauen werde) dann tue es wenigstens, weil du es willst, und schieb nicht irgendwas vor. Das ist einfach nur pathetisch und absolut zum Kotzen. Klar will dein*e Lehrer*in dich anschwärzen. Klar will dein*e Kolleg*in dich verpetzen, und KLAR wollen die Bullen dich anzeigen! Dieses sich Ducken hinter vermeintlichen moralischen Überlegenheitsgründen, hinter “Recht und Ordnung”, ist für mich das Schlimmste, was es gibt.

Die Person von der Bullenwache? Sie hätte sich auf ne Parkbank setzen und die Sonne genießen können. Mit Freund*innen eine Runde spazieren gehen, den Wolken zusehen oder Eis essen. Aber für was entschied sie sich, ihre Zeit auszugeben? Für in eine Bull*innenenwache gehen und Leute anschwärzen. Wegen Recht und Ordnung. Ich merke, dass ich schreie, dass ich auf die Tastatur haue vor Wut. Und dass ich Leute, die so etwas tun, so tief dafür verabscheue und so verachte, dass ich keine Worte übrig habe, es zu beschreiben.

Alkoholverbot statt Ausgangssperre: Was der Staat aus dem ersten Lockdown gelernt hat

Während ich diesen Text schreibe, versucht sich die Münchner Politik daran, ihre neue Strategie der sozialen Isolation und Kontrolle zu verfeinern. Ein allgemeines Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 23 Uhr, sowie ein Alkoholverkaufsverbot außerhalb der Gastronomie ab 21 Uhr wurden mittlerweile gerichtlich gekippt, mit dem Hinweis, dass es ja genüge, diese Verbote auf sogenannte „Hotspots“ zu beschränken, dass ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen – zeitlich und örtlich beschränkt (auf die Plätze auf denen die Asis abhängen?!) – aber grundsätzlich ja schon rechtens – und angemessen – sei. Und während das Bürgermeisterarschloch und seine Büttel an einer entsprechenden Umsetzung zu arbeiten scheinen, kommen andere Politiker*innenarschlöcher mit Vorschlägen, die neben offensichtlichen Lächerlichkeiten wie „Füllstandsanzeigen für öffentliche Plätze“ (als ob ich eine solche Anzeige bräuchte, um zu beurteilen, ob mir an einem Ort zu viele Menschen sind oder nicht – manchmal frage ich mich ja, ob Politiker*innen wirklich so weltfremd sind oder ob sie sich nicht eher einen Wettkampf liefern, wer den Menschen den dümmsten Vorschlag schmackhaft machen kann) auch bauliche Veränderungen zur „Isolation von Menschengruppen“ beinhalten. Kurz gesagt: Die Politik arbeitet an nichts anderem, als an der subtilen – oder auch weniger subtilen, aber im Vergleich zu Ausgangssperren doch erheblich subtilisierten – und permanenten Umstrukturierung der Gesellschaft mit dem Ziel die Menschen voneinander zu isolieren und die Arten und Weisen, auf die wir miteinander in Kontakt treten noch stärker zu kontrollieren.

Dass das Ganze wenig bis gar nichts mit Corona zu tun hat, brauche ich vermutlich niemandem zu sagen, aber wer daran wirklich zweifelt, die*der kann sich ja mal die Frage stellen, inwiefern es im Sinne eines „Infektionsschutzes“ sei, wenn der Alkoholkonsum im Freien verboten wird, während er in Gaststätten erlaubt ist. Letztlich ist das aber sowieso egal, es verdeutlicht höchstens die Herrschaftsverhältnisse all denjenigen besser, die sich absichtlich oder unabsichtlich dann doch immer wieder in moralischen Erwägungen verirren, die letztlich eben doch immer nur Herrschaft zur Legitimation verhelfen.

Sowieso scheint sich die ganze Debatte um Corona, mit der noch vor wenigen Monaten ein Ausgangs- und Kontaktverbot legitimiert wurde, mittlerweile höchstens noch abstrakt der Legitimation von Einschnitten seitens des Staates zu dienen. Ein auch nur halbwegs kausaler Zusammenhang bleibt mittlerweile so gut wie immer aus. Und obwohl langsam den meisten dämmern dürfte, dass Corona eben nicht die Pest ist, ja zukünftige Datenerhebungen Covid-19 viel wahrscheinlicher als eine kleinere Grippewelle charakterisieren werden, spielen Einschätzungen zur „Gefährlichkeit“ des Virus überraschenderweise gar keine Rolle mehr. Alles was zu zählen scheint ist, dass die Zahl der Infektionen klein bleibt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die momentan verschärfte Einsperrung auf nicht absehbare Zeit anhalten wird und zumindest logisch betrachtet ausschließlich mit der Entwicklung eines Impfstoffs beendet werden kann. Aber wie sollte der Staat auch von irgendetwas anderem sprechen? Als der erste Lockdown durchgesetzt wurde, wurde das schließlich damit begründet, dass die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht ausreichen würden, wenn sich das Virus stark verbreitet. Abgesehen davon, dass auf vielen eigens eingerichteten Corona-Stationen – eingerichtet auf Kosten der übrigen Krankenhauskapazitäten – vor allem eines fehlte, nämlich die Patient*innen und gleichzeitig Patient*innen mit anderen Gebrechen und Krankheiten als Corona keine Behandlung erhielten, hat sich aber bis heute nichts an den Krankenhauskapazitäten verändert. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Gesundheit der Menschen nun wirklich das Letzte ist, worum es bei all dem Corona-Autoritarismus geht. Und nun, wo das Argument der Intensivbettenkapazität nicht noch einmal genutzt werden kann – zumindest nicht ohne dass es peinlich wird –, um die Menschen zu Hause einzusperren, da vertraut man offenbar darauf, dass bestimmte Narrative, die sich in den letzten Monaten medial eingespielt haben, wie das der steigenden Infektionszahlen, einfach weiterfunktionieren.

Mit all dem will ich keineswegs nahelegen, dass eine Einsperrung aus den „richtigen“ Gründen weniger autoritär wäre, dass es weniger angemessen wäre, gegen eine Einsperrung aus den „richtigen“ Gründen zu revoltieren und dass nicht jede*r, die*der (weiterhin) eine Einsperrung aus den „richtigen“ Gründen fordert, unterstützt, plant oder befürwortet (*hust* Linke *hust*) ebenso eins auf die Fresse verdient hat, wie diejenigen, die uns derzeit scheinbar zum Selbstzweck einsperren (wollen). Nein, wenn ich hier die Logik der Argumente für unsere Einsperrung untersuche, dann nur um zu beweisen, wie idiotisch das Ganze ist, ohne dabei zu verschleiern, dass selbst wenn Covid-19 den Untergang der Menschheit bedeuten würde, ich noch immer die orgiastisch-gewissenlose und freudige Verbreitung eines Todesvirus der sterilen Langeweile und dem vereinsamten sozialen Massensterben vorziehen würde.

Aber diese Frage stellt sich momentan nicht, denn der Feind ist weder Covid-19, noch irgendein anderer Virus. Der Feind ist weiterhin der Staat und die Zivilisation, der Kapitalismus, die Technologie und das Patriarchat. Der Feind sitzt in den Parlamenten, patroulliert in den Straßen und lauert in der virtuellen Armut des Internets, die mehr denn je danach trachtet, die Realität abzulösen. Und letztlich wittert das gerade jede*r, die*der sich trotz des „reichhaltigen“ Angebots des Internets, trotz Online-Konzerten, Online-Raves und Online-Zusammenkünften unter Freund*innen dennoch hinaus wagt, auf die „gefährliche“ Straße, um die Gesellschaft anderer Menschen zu suchen, um wenigstens für ein Bier der sterilen Langeweile und der emotionalen Armut der modernen Gefägniszelle namens Zuhause zu entfliehen.

Für den Staat ist die Befriedigung dieses Bedürfnisses unterdessen zu einem fast schon subversiven Akt geworden. „Unvernünftig“ sei das, „verantwortungslos“, „egoistisch“, usw. Vielleicht ist es das ja. Egoistisch sowieso, warum sollte es auch meine Sache sein, was der Staat gerne hätte? Verantwortungslos auch, wieso sollte ich Verantwortung übernehmen, mich selbst einzusperren? Und die Unvernunft ist doch ohnehin der beste Ratgeber in einer Welt, in der die „Vernunft“ regiert.

Nachdem noch vor einigen Wochen Verbote die Mittel des Staates waren, die allgemeine Einsperrung durchzusetzen, wurden diese zunehmend durch moralische Parolen und Appelle abgelöst, in der Hoffnung, dass sich die Menschen gegenseitig kontrollieren würden. Nachdem das nun zumindest bei einigen Individuen, die einen Dreck für diese Moral übrig haben, gescheitert ist, sollen Verbote und Zwang es wieder richten. Aber nicht mehr gegen alle, sondern gezielt gegen diejenigen, die ein wenig mehr aus der Reihe tanzen als andere. Und natürlich sind das zuallererst die Armen, sprich diejenigen, die es sich nicht leisten können, sich mit ihren Freund*innen in der Bar zu betrinken, sondern diejenigen, die sich auch bei Regen und Kälte draußen treffen. Meist weniger weil sie das wollen, sondern vielmehr weil das Bier in der Bar einfach zu teuer für sie ist.

Es ist die gleiche Vertreibungspolitik wie eh und je: Wenn alle Zuhause eingesperrt werden sollen, dann müssen diejenigen, denen Zuhause die Decke auf den Kopf fällt oder diejenigen, die soetwas wie ein Zuhause gar nicht besitzen, bekämpft werden, denn sie stören diesen Prozess. Und während der Staat seinen Krieg gegen diese Menschen führt, braucht er seitens derer, die Zuhause genügend Platz haben und die es sich problemlos leisten können, ihre Bewegungsfreiheit um Restaurants, Bars, private Gartenanlagen, Ferienhäuser und Urlaubsreisen zu erweitern, keinen Widerstand zu befürchten, sondern kann sich vielmehr auf allgemeine Zustimmung einstellen, wenn „endlich einmal jemand was gegen diese zwielichtigen Gestalten“, „gegen den Partylärm“ oder „gegen die Schandflecken Münchens“ tut.

Aber all diejenigen, die wissen, dass das Bier nirgendwo so gut schmeckt wie draußen in Gesellschaft anderer, egal ob es regnet, stürmt oder die Sonne scheint und dass das Bier noch viel besser schmeckt, wenn es geklaut wurde, die sind angesichts dieses erneuten staatlichen Angriffs gut beraten, sich nicht ein weiteres Mal wegzuducken und zu warten, bis der Sturm vorrüberzieht.

Und auch wenn das Auftreten der schwer bewaffneten Schlägertrupps, das sich für die kommenden Wochen bereits abzeichnet oft einschüchternd wirken mag, solltest du eines niemals vergessen: Die wirksamste Waffe hältst du bereits seit Jahren in deiner Hand: Eine leere Bierflasche.

Corona und die große Panik – Eine anarchafeministische Bestandsaufnahme

Dieser Artikel wurde uns zugeschickt. Er wurde ursprünglich am 18. April 2020 bei Die schönen Rosen veröffentlicht.

Warum die Corona-Krise ein patriarchales, weniger ein medizinisches Problem ist

Eines gleich vorweg: Wir verhöhnen weder Kranke oder Tote, noch leugnen wir mutierte Viren. Wir stellen jedoch die uns so suggerierte vermeintlich hohe Gefährlichkeit von SARS-CoV-2 in Frage und die daraus erfolgten massiven Freiheitsbeschränkungen sowieso. Und wir wundern uns vor allem, wie leichtfertig ansonsten scharfsinnige, kritische, kluge Frauen und andere Menschen in einer ihnen unheimlichen Situation, auf unbekanntem Terrain auf altbewährte patriarchale Herrschaftsmuster hereinfallen.

Was uns negativ in der Corona-Krise überrascht, sind nicht Regierungen und PolitikerInnen, die Kriegserklärungen abgeben (gegen wen eigentlich?) und zur Solidarität (ausgerechnet!) aufrufen; nicht „Qualitätsmedien“ und Nachrichtenheinis, die die Leute 24/7 mit Corona beschallen, dass man fast gar nicht anders kann, als in Panik und Hysterie zu verfallen; auch nicht die anständigen Staatsbürger, die meinen, Nachbarn und Fremde denunzieren zu müssen wegen zu wenig Abstand oder vielleicht einfach nur zuviel Fröhlichkeit, die aber ansonsten bei jeder Ungerechtigkeit immer schön die Klappe halten; es sind auch nicht Wissenschaftler, die uns überraschen, wenn sie aus fragwürdigen Quellen Geld beziehen – wes Brot ich ess, des Lied ich sing – und/oder in ihrer Eitelkeit Ruhm und Karriere anstreben; geschweige denn reiche Menschen, die bestenfalls selbstgefällig meinen, mit Geld die Welt retten zu können; oder gar Klopapierregaleleerkäufer – von all jenen erwarten wir nichts anderes als Heuchelei, Unaufrichtigkeit, Untertanentum, Machtstreben, Opportunismus – die tiefen Abgründe menschlicher Seelen eben, die deren Besitzer nicht bereit sind, zu bearbeiten. Was uns übel aufstößt, sind aufgeklärte, sonst mutige Menschen, insbesondere Feministinnen, die „Verschwörungstheorie“ und „Aluhüte“ schreien oder die alt-bewährte Nazi-Keule auspacken, sobald es eine wagt, die von früh bis spät vorgekaute Mainstream-Meinung nicht einfach so zu schlucken, sondern das eine oder andere in Frage zu stellen, zu widerlegen, auf dubiose Geldströme hinzuweisen. Als lebten wir eben nicht im Zeitalter des Kapitalismus, in der Kapitalisten aus jeder Situation Kapital zu schlagen versuchten. Als gäbe es nicht einen unguten Filz aus Politik, Geld und Macht. Als gäbe es keinen Dilettantismus. Als gäbe es keine Fälle von Zensur und Faschisierungstendenzen. Als hätte es in der Patriarchatsgeschichte nicht immer wieder Menschen, meistens Männer, mit Allmachtsphantasien gegeben. Mit Verlaub: Das finden wir naiv.

Frauenrechtlerinnen sollten es doch am besten wissen: Eine zugeteilte Aufgabe verpackt mit Schmeichelei und Schleimerei, bleibt eine heimtückische List, ein Wolf im Schafspelz. (Frauen können eben besser putzen, besser Windeln wechseln…) Auch mit Spaltung kennen wir uns sehr gut aus: die lieben und die biestigen Frauen, die schönen und die hässlichen, die Heiligen und die Huren; oder mit Ablenkung, um das eigenen Versagen zu kaschieren: „Warum hast du mich auch provoziert?!…“; oder mit schlechtes-Gewissen-machen: Frauen haben sich gefälligst in die Dienste anderer und eigene Ansprüche zurück zu stellen. Und wir wissen auch sehr gut, dass zugestandene Freiheiten, die von der Gnade eines Gebieters abhängen, keine Freiheit sind, sondern eine Knechtschaft, eine Unfreiheit, ein Gefängnis. Und was passiert jetzt in der Corona-Krise: genau das. Das Patriarchat in Reinkultur.

Was Punkt 1, Geschleime, betrifft, verweisen wir hier auf die Oster-Rede (11. April) von Frank-Walter Steinmeier, dem Architekten der Agenda 2010, der uns -hüstel- Solidarität und Zusammenhalt erklärt, dass uns schwindelig wird. Ganz zu schweigen von dem Balkon-Geklatsche, das eher ein Geschmäckle von Selbstbeweihräucherung hat, oder der neu entdeckten „Systemrelevanz“ (à la: Jetzt seid ihr wichtig, aber ansonsten seid ihr uns scheißegal). Daraus erfolgt dann die Spaltung in die Solidarischen und Unsolidarischen, die Klatscher und Verweigerer, die Systemrelevanten und die Überflüssigen. Das schlechte Gewissen folgt auf dem Fuße: Warum hast Du auch nicht statt 1,50 m nur 1,20 m Abstand gehalten, dann wäre der Mensch noch am Leben. In engen Öffis morgens zur Arbeit fahren, okay, aber sich anschließend mit zwei statt einer Freundin treffen oder gar alleine ein Buch auf einer Parkbank lesen, geht gar nicht, ist unsolidarisch und gefährdet Menschenleben. Die Schuldfrage ist geklärt. Die eigentlichen Schlawiner treten in den Hintergrund.

Wenn jetzt jemand an Luftnot stirbt, dann nicht wegen Luftverschmutzung; nicht wegen dreckiger und gefährlicher Arbeit (Asbestose, Staublunge); nicht wegen ökonomischer und systemischer Zwänge, die Menschenkörper und -seelen stressen, krank machen und voraltern lassen (Erwerbsarbeit); nicht wegen Massentierhaltung (Feinstaub, MRSA, Zoonosen) oder kaputt gesparten, auf Rendite getrimmten Gesundheitssystemen; nein, all das nicht, sondern wegen eines – wie es aussieht mittelmäßig gefährlichen – Virus‘, das von Asozialen, die sich nicht an die Regeln halten, übertragen wurde. Solch Asoziale eben, die Sozialkontakte wie die Luft zum Atmen brauchen, die sich mit ihren Liebsten an den ersten Frühlingsstrahlen erfreuen oder ihren Geburtstag feiern möchten – das sind die wahren Todbringerinnen.

Und Ihr taffen Frauenrechtlerinnen und anderen gescheiten Menschen macht bei diesen Patriarchatsmanövern mit: Ihr lasst Euch einschüchtern und verunsichern, spalten und aufwiegeln, paternalistisch bevormunden. Anstatt dem Übel an die Wurzel zu gehen. Wie leichtfertig Ihr auf diese Haltet-den-Dieb-Taktik hereinfallt, mit der die eigentlichen Täter – die Systemerhalter – mal wieder schön von ihren eigenen Schweinereien ablenken können. Wie widerstandslos Ihr Euch unsere – in der Vergangenheit von unseren Vorgängerinnen hart umkämpften – Freiheiten nehmen lasst. Das zeigt deutlich den Zustand unserer kaputten Gesellschaft, wie tief das Patriarchat selbst in emanzipierten Menschen verankert ist. „Niemand hat das Recht, zu gehorchen“, sagte Hannah Arendt.

Wir wagen mit Blick auf die Todesstatistiken, die sich auch in Italien im Rahmen saisonaler Schwankungen bewegen, auf die Heinsberg-Untersuchungen (Letalität 0,37 %, Mortalität 0,06 %), auf das durchschnittliche Sterbealter (> 80 Jahre) der vorgeblichen Covid-19-Toten (es werden ja nicht alle autopsiert) und deren Vorerkrankungen, die steile These, dass die Gefahr für die Allgemeinheit nicht SARS-CoV-2 heißt. Unabhängig von diesem speziellen Virus müssen Menschen im allgemeinen nun einmal mit Viren leben. Sie gehören zum Leben dazu wie Zecken, Scheidenpilz und letzten Endes auch der Tod. Das ist tragisch, lässt sich aber nicht ändern.

Die eigentliche und viel schlimmere Gefahr liegt mal wieder beim Menschen selber, beim System, in das er sich gebettet hat, dem Patriarchat in all seinen zerstörerischen Facetten. Die Durchseuchungsrate dieses „Virus“ liegt bei 100 %, seine Letalität übersteigt die von SARS-CoV-2 um ein Vielfaches. Die einzigen Heilmittel sind Enttarnung und Distanzierung.

Es bleibt zu hoffen, dass zumindest einige Menschen in diesem von oben verordneten Shutdown vielleicht doch ein Bewusstsein dafür entwickeln, auf welch wackeligen Beinen ihre angebliche Freiheit und ihre Existenz stehen, wo sie überall nicht selber bestimmen dürfen, sondern fremdbestimmt und bevormundet werden und von wem. Wer noch nicht völlig abgestumpft ist, wird vielleicht auch die klarere Luft bemerkt haben, den geringeren Lärmpegel. Angst und Unwissenheit waren noch nie gute Ratgeber, aber schon immer gute Manipulationsinstrumente. Wenn das überwunden ist, kommt der nächste Shutdown von unten.

Thesen zum Scheitern der Linken im allgemeinen

Es fällt den fraglichen, radikaleren Linken schwer, sich einzugestehen, bei welchen verheerenden Massnahmen sie gerade als – mindestens – propagandistischer Flügel mitgewirkt haben. So ist es klar, dass all jene, welche diese Massnahmen kritisiert haben, mit irgend einem Label angeschmiert werden müssen, welches sie in eine rechte Ecke stellt. Und wieso nicht Sozialdarwinismus?

Die Konkret hat meinen Artikel „Tod den Statistikern“ in ZL Nummer 64 als „sozialdarwinistisch“ und „links“ eingestuft (1). Beides Etiketten von Ideologien und Bewegungen welche ich ablehne. Ich will hier dabei auf den Artikel antworten, welcher auf Englisch gratis im Netz verfügbar ist. Ich beziehe mich dabei auf die englische Version, da mir das Bezahlen eines Artikels zu blöd und zu teuer ist. Leider bin ich arm, und falls ich mal Geld hätte, sollte ich mich vielleicht lieber um eine Krankenversicherung bemühen als mein Geld für die Konkret hinauszuwerfen.

Der Artikel, in dem die fragliche Anfeindung geschieht, fasst die gegenwärtigen Klischees über was es bedeute, wenn man den lockdown und Co. ablehnt, bestens zusammen. Die Kritik verlässt dabei nicht ein einziges Mal den Bereich der Ideologie, weil es klar ist, dass ausserhalb der Ideologie die Individuen die man in die Kategorie „Risikogruppen“ steckt, durchaus nicht die Profiteure des ganzen Regimes waren, sind und sein werden. Vielmehr steigt statistisch (und mehr als um eine statistische Gruppe handelt es sich ja nicht, auch wenn die hier kritisierten sich vielleicht gern als Repräsentanten sehen würden) das Todes-, Armuts- und Krankheitsrisiko gerade dieser Gruppen zurzeit massiv an. Das kann sich jeder ausrechnen, der die gegenwärtige Gesellschaft auch nur ein bisschen verstanden hat. Und da „im Kampf gegen Corona“ – nur so ganz nebenbei natürlich – eine komplette präventive Konterrevolution stattgefunden hat, sich gerade die Linke bis in ihre radikalen Gefilde selbst für diesen Kampf, das heisst: für die Konterrevolution, mobilisiert und ansonsten grösstenteils demobilisiert hat… Ist davon auszugehen, dass die gegenwärtige Gesellschaft so leider noch etwas weiterbesteht. Zumindest aber wird die Revolution von der Fraktion #stayathome nicht ausgehen, welche in ihrem „Einvernehmen mit der Polis, dem Staat“ (Herbert Marcuse) so solidarisch war, der Polizei und dem Militär die Strasse zu überlassen. Dass die kommenden und stattfindenden Revolten und Aufstände weitergehen werden, dass das Zusammenbruchsszenario, dass sich vor unseren Augen abspielt, nicht aufzuhalten ist… dass jede chaotische Revolte, wenn sie auch katastrophal verläuft, für uns ein Lichtblick sein wird im Vergleich zu den Bürgerkriegs- oder lockdown-Regimes, oder vielleicht sogar dem Weltkrieg (wer lacht da?!), welche jetzt bevorstehen, sei nur so subtil angedeutet. Und auch eine politische Revolution wird daran nichts ändern. Diese ganze Zivilisation sollte endlich im Orkus verschwinden, zu dieser Erkenntnis werden vielleicht bald Milliarden von Menschen gelangen. Welche sich effektiv um die Krankenhausbedingungen in Europa wenig kümmern werden, ebensowenig um den Nationaldünkel gewisser Linker, etc. Denn das tun sie jetzt schon nicht. Sie werden nämlich mehr an ihren Hunger denken und vielleicht auch an ihr komplettes Ausgeschlossensein aus der schönen hygienischen Welt wo die Corona-App oder irgendwas vergleichbares ihnen den Zugang verwehrt. Wer weiss.

Wenn der totale Gesundheitsprotektionismus kritisiert wird, dann muss das ja sozialdarwinistisch sein, sagt die Konkret. Die neueste Stufe der Enteignung, oder zumindest deren aktuelle Formalisierung, nämlich das Verbot, über den eigenen Körper und das gesundheitliche Risiko, welchem man diesen aussetzt, zu verfügen, ist ja eigentlich das, was in meinem Artikel kritisiert werden sollte. Diese Enteignung betrifft ja jetzt gerade alle, nicht nur die sogenannten Risikogruppen, welche man als Grund angibt, und welche davon in der bestehenden Gesellschaft ja immer besonders betroffen waren und sind. Und wie ja auch schon darauf hingewiesen wurde: diese Enteignung war eben auch eines der Motti der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik: „Deine Gesundheit gehört nicht dir„.

Da die nationalsozialistische Art dieser Enteignung sich dabei eben vor allem durch ihre sozialdarwinistische Ideologie und Praxis von der heutigen unterscheidet, ist es wohl eines der letzten Argumente, welche für all die leider all zu realen „Massnahmen“, für diese despotische Masseneinsperrung, hergeholt werden können. Aber leider bleibt der ganze Solidaritätsdiskurs eine lächerliche Heuchelei. Wer es sich immer noch so zurechtreden will, als wäre mit Corona (welches auch Bestandteil der Grippe wäre, wenn es besonders gefährlich wäre – also vielleicht nicht „nur“ (was eine andere Diskussion ist), aber zumindest „eine“ Grippe) eine besonders soziale Phase der gegenseitigen Hilfe eingeleutet worden, der ist schlicht noch geblendet von propagandistischen Manipulationen welche bei linkstümlerischen Menschen scheinbar besonders gut ziehen. Oder er hat sich ein autoritäres Regime schon lange herbeigewünscht?

Zumindest persönlich respektiere ich nur die Basis der Freiwilligkeit als Grundlage zu Beziehung. Ansonsten stellt sich da schnell eine gewisse Feindseligkeit ein. Wenn nun effektiv Leute von mir Verlangen, ich solle mich um ihretwillen „zuhause“ einsperren, und ich mich weigere, und eben letztlich davon absehe, sie zu schlagen, auch wenn ich mein logisches Recht dazu behaupte, dann hat das nichts damit zu tun, dass ich diese als „lebensunwertes Leben“ betrachte. Auch wünsche ich mir keine „Herrschaft der Natur“ über sie, was auch immer das bedeuten soll. Vielmehr fände ich es durchaus schön und bin auch bereit dazu, in einer Welt der gegenseitigen Hilfe zu leben, in welcher die Realität all der „Risikogruppen“ nicht in Heime abgeschoben wird… aber ehrlich gesagt auch eine Welt, in welcher der Tod weder abgeschafft ist noch als Hauptfeind betrachtet wird, sondern als Bestandteil des Lebens. Wahrscheinlich wäre meine Utopie eine Dystopie für Bloch und Stephan Weigand und Rebecca Maskos. Die hoffen auf eine weitere Entwicklung des technologischen Albtraums, in welchem man das Leben fürs Überleben aufopfert, sei’s auf der Arbeit, im lockdown, überall… in welcher Einsperrung ein ewiger Bestandteil ist, als normal und lebenswert gilt. Nein Danke! #stayathome ist wohl in etwa das exakte Gegenteil einer „besseren, befreiten Gesellschaft„. Das „Versprechen des längsten und bestmöglichen Lebens„, ist das Versprechen welches euch das „falsche Ganze der Herrschaft“ (letzte 3 Zitate aus Konkret, Go die!) akzeptieren lässt. So scheint es zumindest.

Im Gegensatz dazu wird die Revolution wie ein Fest sein. Ein Fest das hoffentlich niemals enden wird. An dem alle teilnehmen können, „ob jung oder alt, rollend oder humpelnd, „multimorbid“ oder sehr normal“ (Konkret). Was zählt ist den Bereich der Angst zu verlassen, der Angst vor dem Tod nicht zuletzt. Denn, wie ein Sticker, welcher an vielen Strassenecken hier zu sehen ist, sagt: „Die Angst vor dem Tod raubt uns den Mut zu leben„. Und klar wird dabei gestorben werden. Klar wird dabei auch früh gestorben werden. Aber ohne die Opferung, ohne den Tod im Leben, welcher unser heutiges Leben so oft ausmacht.

Leben, nicht blosses Überleben! Für die Zerstörung der Ökonomie! Für ein Ende mit jeglicher Einsperrung!

(1) Rebecca Maskos/Stephan Weigand – Go die! -Corona crisis shows that social Darwinist ideas are taken up by left wing politic / respektive auf deutsch, laut website: Geht sterben! Die Corona-Krise zeigt, dass auch in der Linken sozialdarwinistisches Gedankengut verbreitet ist. In Konkret 7/2020. Zitate aus dem Text habe ich aus dem Englischen rückübersetzt und mich an Wortwahl nicht allzu sehr aufgehangen, schliesslich kenne ich die exakte Wortwahl nicht…

[Athen, Griechenland] Riots bei Protesten gegen das neue drakonische Gesetz zum Verbot von Demonstrationen

09. Juli 2020, Athen, Griechenland. Ein vom sich selbst als sozialistisch bezeichnenden Minister für öffentliche Ordnung (Michalis Chrisohoidis), der Teil einer rechten Regierung (Neue Demokratie) ist, mit Unterstützung der selbsternannten sozialistischen Partei (KINAL) eingereichter, Junta-inspirierter [1] Gesetzesvorschlag wurde am Donnerstag vom griechischen Parlament verabschiedet. Dieser enthält neue Beschränkungen, um das Recht auf Demonstrationen einzuschränken und zu zerstören, ein Recht, das für sogenannte Demokratien so essentiell ist. Zum Beispiel kann mensch durch das neue Gesetz für die Teilnahme an einer Demonstration, die nicht durch die Polizei erlaubt wurde, verhaftet werden. Dutzende Jahre lang wurde soetwas überall auf der Welt Polizeistaat oder Diktatur genannt, dabei ist der Name der regierenden Partei Griechenlands „Neue Demokratie“, was vermutlich das selbe bedeutet, oder warum sollte mensch sonst das Bedürfnis empfinden, der politischen Theorie der „Demokratie“, die sich seit über 2500 Jahren verfestigt hat, das Wort „Neu“ voranzustellen?

Deshalb zogen tausende Menschen durch die Innenstadt von Athen und protestierten gegen das neue Gesetz und eine große Zahl von Ihnen schaffte es, zum griechischen Parlament auf dem Syntagma-Platz vorzudringen, während darin über das Gesetz diskutiert wurde. Der Anblick hunderter Polizist*innen, die das Gebiet um das Parlament während eines derart sensiblen Themas des Protests umstellt hatten, verschärfte die Situation und schon bald verwandelte sich die Demonstration in einen Riot, der das Atmen unerträglich machte, als die Polizei das Gebiet mit Sickgas-Granaten „bombadierte“.

Nach einer Dekade währenden Finanzkrise wird in Griechenland in diesem Jahr eine große Rezession durch den Einfluss der Pandemie erwartet. Das neue Gesetz, das gestern verabschiedet worden ist, scheint exakt darauf hinzudeuten, was kommen wird: Die extreme Reaktion der griechischen Gesellschaft auf das von der griechischen Regierung und dem Bürgermeister Athens (Kostas Bakoyannis) während der Quarantäne und dem was folgte hinausgeworfene Geld. Kein Wunder, dass die griechische Regierung entschieden hat, tausende neue Polizist*innen einzustellen, anstelle von Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen während der Covid-19-Pandemie. Aber, wie schon zuvor bemerkt, lautet der Name der regierenden Partei „Neue Demokratie“ …

 

Übersetzung aus dem Englischen. Ursprünglich unter dem Titel „Athens: Protest turns to riot against the new draconian law of banning protests (Greece)“ erschienen, bei Act For Freedom Now.

Anmerkungen:

[1] „Die Junta“ bezeichnet die griechische Militärdiktatur von 1967 bis 1974. (Anm. d. Übers.)