Tag Archives: Angriff

[Karlsruhe] Fahrzeuge von Big Security abgefackelt

In der Nacht auf den 01. August 2020 wurden in Karlsruhe drei Fahrzeuge des Sicherheitsunternehmens Big Security abgefackelt. In einem Communique stellen die Angreifer*innen diesen Angriff in einen Zusammenhang mit der räumungsbedrohten Liebig 34 in Berlin und skizzieren die Gründe für ihren Angriff.

„[…] Für die Sicherung des Konzeptes Stadt und damit auch für die Sicherung von Interessen wie Aufwertung von Stadtvierteln, das Anlocken von Investor*innen usw. und die damit einhergehende Verdrängung, sowie wer an verschieden Orten erwünscht ist und wer eben nicht, sind verschiedene Akteur*innen verantwortlich. Neben vielen anderen sind das Polizei, Ordnungsamt, Justiz und auch private Sicherheitsfirmen. Letztere sind diejenigen, die Ausschluss und Eigentum durchsetzen. […]“

[Achim bei Bremen] Baukran auf Amazon-Baustelle in Brand gesteckt

„Ende letzten Jahres hat Amazon den Kaufvertrag für eine Gewerbefläche an der A27 in Achim abgeschlossen. Wer sich jetzt dorthin begibt, sieht riesige Kräne und anderes schweres Gerät in die Luft ragen, die eine gigantische Halle aus Stahl und Beton aus dem Boden stampfen. Dort, wo vor kurzem noch eine Brachfläche war, werden zukünftig 2.000 Menschen unter stetiger Überwachung in einer fensterlosen Halle einer schlecht bezahlten Arbeit nachgehen – nur, um dann bald ganz von Robotern ersetzt zu werden.

[…]

Wir haben uns entschieden, den Bau nicht ganz reibungslos vonstatten gehen zu lassen. In den frühen Morgenstunden des 30.Juli 2020 haben wir mit 20 Liter eines Gemischs aus Benzin und Diesel und mehreren Brandsätzen auf der Baustelle Feuer gelegt und einen 40 Meter hohen Kran angezündet.

Anstatt uns dem scheinbar Unvermeidlichen hinzugeben, haben wir uns entschlossen, in den toten Winkeln der Bau-Watch Kameras mit ihrem durchdringenden grünen Lichtschein und außerhalb der Blicke der Securities, die diese Baustelle Tag und Nacht bewachen müssen, zum unkalkulierbaren Risiko für das kybernetische Kapital zu werden.

[…]“

[Montreal] 7 Bullenkarren auf dem Parkplatz der Wartungswerkstadt der Polizei abgefackelt

Bullen sind Mörder. Wir haben ihre Fahrzeuge abgefackelt. Das kannst du auch.

Wir haben drei Brandsätze genutzt: quaderförmige Plastikflaschen, die zu 3/4 mit einer Mischung aus Benzin und Motoröl gefüllt sind. Wir nutzten Kraftkleber, um zwei einzeln verpackte Grillanzünder-Würfel (die du im Campingbedarfsladen, Baumärkten und Lebensmittelläden findest) an die Seite jeder Flasche zu kleben.

Unter jedem Auto platzierten wir eine Flasche (mit den Grillanzündern nach oben), schoben sie unter den Reifen und entzündeten den Anzünder.

Wir haben Brandsätze gewählt, die ungefähr eine Minute nachdem wir sie platziert haben, vollständig zünden. Dadurch wollten wir uns mehr Zeit zum Wegkommen verschaffen und die Wahrscheinlichkeit verringern, dass die Brandsätze gelöscht werden, bevor sie zünden.

Für eine Welt ohne die Polizei und die rassistische Ordnung, die sie schützen. Solidarität mit den schwarzen Aufständischen und allen anderen, die sich zur Wehr setzen.

– Anarchist*innen –

Quelle: Montreal Counter-Information, 22. Juli 2020

[Leipzig] Bitumen und Steine gegen Bullenwache

Gleich zweimal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurde der Außenposten der Polizei in Leipzig-Connewitz vergangenes Wochenende angegriffen. Am Freitag, den 17. Juli 2020 warfen einige Angreifer*innen mit Bitumen gefüllte Farbgläser an Fassade und Scheiben der Wache, am Samstag, den 18. Juli 2020 bombadierten mehrere Personen den gleichen Außenposten der Bullen mit Steinen.

[Würzburg] Bullenkarre brennt nach vereiteltem Rave

Als in Würzburg am Freitag, den 10. Juli 2020 die Besatzung eines Streifenwagens damit beschäftigt war, einen Rave zu unterbinden, entschloss(en) sich kurzerhand eine/einige in der Nähe befindliche Person(en), den abgestellten Streifenwagen in Brand zu setzen. Zwar konnte dieser von anderen Cops gelöscht werden, bevor er vollständig ausbrannte, fahruntüchtig war er jedoch trotzdem und einen Schaden von mehreren tausend Euro hat das kleine Feuerchen zudem verursacht.

Für die unterfränkische Polizeigewerkschaft ist dies ein “Feiger und schwerer Angriff gegen den Rechtsstaat”. Hoffen wir, dass sie Recht behält.

Und wieder brennt ein Mobilfunkmast

Diesmal in Neuperlach am Theodor-Heuss-Platz. In der Nacht auf Mittwoch, den 08. Juli 2020 war dort ein Knall zu hören und ein im Vollbrand stehender Mobilfunkmast zu bewundern. Der Schaden liegt laut Cops bei rund einer Million Euro!

In den letzten Monaten brannten in München vermehrt Funkmasten, zuletzt Ende Mai auf dem Gelände des Bayerischen Rundfunks. Auch hier war Brandstiftung die Ursache für den Brand.

Die durch zahlreiche Funkmasten im Stadtgebiet aufgespannten Funknetze für mobiles Internet, Telefonie, aber auch polizeilichen, militärischen und geheimdienstlichen Rundfunk, bilden in gewisser Hinsicht zusammen mit dem Glasfasernetzes das Nervensystem einer zunehmend überwachteren und kontrollierteren »Smart City«. Wenn alle Gegenstände in der Stadt Augen und Ohren haben und intelligent auf ihre Umgebung, d.h. vor allem passierende Menschen, reagieren, ist es möglich, die urbane Umgebung vollständig zu kontrollieren. Das liegt längst nicht mehr nur im Interesse von Staat und Polizei, sondern ist vor allem Teil einer weltweiten Technologisierung, in der das (menschliche) Individuum zunehmend mehr bloß als Teil einer gigantischen vernetzten Maschine gesehen wird. Tech-Konzerne wie Google, Tesla, Amazon, usw. treiben diese Vorstellung massiv mit voran. Die ersten Resultate sind dabei längst auf unseren Straßen sichtbar: smarte Paketboxen, E-Scooter, smarte Straßenlaternen, Überwachungskameras und Menschen, die die Welt bloß noch durch den Bildschirm ihrer Smartphones wahrnehmen …

Dass wir all das nicht einfach hinnehmen müssen, das zeigt dieser Angriff ebenso wie frühere Angriffe auf Glasfaserkabel oder Funkmasten. Einen Funkmasten abzufackeln ist dabei oft einfacher als gedacht. Ein paar Benzingetränkte Stofffetzen und etwas Gummi wie ein Reifen als weiteres Brennmaterial, ein Funke und dann auf und davon in die durch den Feuerschein erhellte Nacht.

Die Bullen, die Isar und der Tropfen, der alles zum Überlaufen bringt

Dass es an der Isar so nicht weitergehen könne und dass das Konsequenzen haben werde, verkündete Bayerns Oberpatriarch vor einer Woche. Denn trotz Panikschürerei und massiver Repression lassen es sich die Leute nicht nehmen gemeinsam an der Isar zu chillen und Spaß zu haben. Nach den Krawallen in Stuttgart vor zwei Wochen und den oben erwähnten mahnenden Worten unseres so um unsere Gesundheit besorgten Obermackers haben an der Isar (und anderen Orten, an denen Menschen gemeinsam Spaß haben) die Gängeleien durch die Schweine eine neue Dimension angenommen. Massive Polizeipräsenz, (häufig nur mit einer oder zwei Personen besetzte) Wannen mit Flutscheinwerfern, die Patrouille fahren oder „Hotspots“ wie die Wiese am Monopteros vollständig umstellen, Taschenlampenterror, Personalienkontrollen von jeder kleinsten Personengruppe, Räumungen, Kessel, Festnahmen. Gleichzeitig üben sich die Bereitschafts- und USK [1]-Bullen in bisher ungekanntem Ausmaß im „Good Cop“-Spiel, was unter diesen Voraussetzungen immer wieder zu äußerst skurrilen Situationen führt(e).

Dass die Bullen Angst vor einem Krawall nach Stuttgarter Vorbild haben, ist klar. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es einige gibt, die das auch in München probieren wollen. In der gewaltbereiten Szene kann Stuttgart einen Vorbild-Charakter haben. Nach dem Motto: Wenn die das im Südwesten schaffen, dann vielleicht auch wir in München“, meinte auch Bayerns Fast-Oberbulle Wilhelm Schmidbauer. Das hat er gut erkannt. Gründe die Schweine und den Staat zu hassen gibt es genug und mit Beginn der „Corona-Krise“ hat der Staat so deutlich wie lange nicht gezeigt, wie es um unsere angebliche Freiheit steht und bei vielen den Hass und die Wut geschürt.

Auch am Baldeplatz kam es letzte Freitag- und Samstagnacht zu Gängeleien durch die Schweine. Dieses Mal blieb dies allerdings nicht unbeantwortet. Während am Freitag die Cops gegen 1 Uhr morgens die am Baldeplatz chillenden Personen kesselten und gegen teils erfolgreiche Ausbruchsversuche zu kämpfen hatten, nutzten eine oder mehrere findige Personen die Ablenkung, um die Scheiben einer der vielen Copkarren, die überwiegend unbewacht in der Nähe standen, zu zerschlagen. Als am Samstag dann nach stundenlangem „Good Cop“-Theater am Baldeplatz eine Person festgenommen wurde, was Auseinandersetzungen mit der Bullerei zur Folge hatte, wurden an der Wittelsbacherbrücke sowie an mehreren anderen Orten in unmittelbarer Nähe zur Isar und dem Englischen Garten mehrere Mülltonnen angezündet. Trotz stundenlanger Fahndung im Anschluss daran konnten die Schweine wohl niemanden für die Taten verantwortlich machen.

Zwei einfache Handlungen des Widerstands haben die Bullen bereits massiv in Stress versetzt. Sie scheuen sich sogar davor selbst davon zu berichten [2]. Aus gutem Grund, denn was würde wohl passieren, wenn sich diese einfachen Handlungen multiplizieren würden? Wenn man sich nichts mehr gefallen lassen würde, wenn man sich nicht als unschuldiges und unrechtmäßiges Opfer von Polizeigewalt betrachtet, der man einfach ausgeliefert ist und wo man nur an die Politik appellieren kann, das doch nicht so weit zu treiben, dass das „unverhältnismäßig“ sei? Was würde passieren, wenn man stattdessen die Polizei und den Staat als den Feind identifiziert, der einem das Leben immer wieder zur Hölle macht und den man gezielt angreifen kann? Bullen haben Autos, Bullen haben Namen und Adressen. Ein Schal oder eine Maske, ein paar Handschuhe (dank Corona jetzt meist eh bereits massenhaft vorhanden und zur Hand), ein Blick auf potenzielle Kameras oder Denunzianten, ein Stein oder ein Feuerzeug und den Willen sich zu wehren, mehr braucht es eigentlich nicht. Schluss mit der Schikane! Schluss mit zivilem (Un-)Gehorsam! Angriff ist die beste Verteidigung.

Endnoten

[1] USK ist die Prügeleinheit der bayerischen Polizei, die dazu ausgebildet ist Massen von Menschen zu kontrollieren und die viel bei Demonstrationen und Fußballspielen eingesetzt wird.

[2] Mittlerweile haben sie das mit einiger Verspätung dann doch noch getan. Sie berichten, dass sie „massiv beleidigt“ und angespuckt wurden. Hoffen wir, dass sie nächstes Mal massiv eins in die Fresse kriegen.

Wer Bulle spielt …

… muss eben auch den Hass ertragen, der einer*einem dabei entgegenschlägt. Das musste vergangenen Freitag, den 26. Juni 2020, auch eine Filmproduktionsfirma lernen. Ein Mitarbeiter hatte ein als Polizeifahrzeug präpariertes Fahrzeug über Nacht in Haidhausen abgestellt und siehe da, als er es am folgenden Tag wieder abholen wollte, prangten in schwarz die bekannten Lettern „A.C.A.B.“ auf der Beifahrer*innenseite des Fahrzeugs.

Der Schaden beläuft sich laut herbeigerufenen, echten Cops auf rund 2.000 Euro, auch wenn mensch sich fragt, welcher Schaden? Ein Film mit einem mit „A.C.A.B.“ verzierten Polizeiwagen dürfte derzeit doch gleich viel besser beim Publikum ankommen, oder nicht?

Cops kriegen vermehrt auf die Fresse

In den letzten Tagen waren die Schweine vermehrt mit „renitenten“ (Zitat aus dem Polizeipressebericht) Menschen konfrontiert, die keinen Bock hatten, sich von ihnen schikanieren zu lassen. Am Montag, den 15. Juni, musste eine Bullin um ihre Waffe kämpfen, die die kontrollierte Person versuchte an sich zu nehmen, am 22. Juni kassierte ein Bullenarschloch eine Faust ins Gesicht und musste danach ins Krankenhaus. Ebenfalls am 22. Juni erhielt eine Bullin einen kräftigen Tritt ans Knie und den Unterschenkel, der sie laut Bullen „schwer verletzte“. Am 23. Juni wurde ein Hobbycop in einem Lebensmittelladen von einer Person, die sich einfach nahm worauf sie Bock hatte, geschlagen und gebissen, hinzugerufene Bull*innen versuchte sie zu treten und zu beißen, ein Arschloch wurde angespuckt. Am 24. Juni wurden Bull*innenschweine, die versuchten eine Person dazu zu zwingen einen Mundschutz zu tragen, mit Schlägen und Tritten traktiert, beleidigt und angespuckt. Vier Cops wurden dabei leicht verletzt.

Solidaritätsangriff mit der Rebellion in den USA!

Wir haben vor ein paar Tagen die Scheiben einer Targobank in München eingeschlagen.

Wir wollen mit diesem Angriff unsere Solidarität mit der in den USA stattfindenden Rebellion ausdrücken.

Die Jugend von Stuttgart hat vergangenes Wochenende gezeigt, was die beste Antwort auf staatliche Einschränkungen und Polizeikontrollen ist: Krawall.

Solidarität heißt Angriff!

Quelle: Indymedia