Tag Archives: Angriff

[Frankfurt] Steine, Flaschen und Eier für das Bullenpack

Ein bisschen nervös scheint die Polizei in deutschen Innenstädten ja schon zu sein. Wo immer versucht werden soll, Menschenansammlungen durch Präsenz zu unterbinden, da kann es schließlich auch zu Zusammenstößen kommen, zwischen Polizei und jenen Menschen, die eben nicht einfach gehen wollen, jenen, die vielleicht nicht nur, aber immerhin ganz besonders in den letzten Monaten von den Bullen schikaniert wurden.

Und ab und an bricht sich all die angestaute Wut, all der Hass auf die Cops dann eben auch Bahn. So dieses Wochenende wieder einmal in Frankfurt, wo die Bullenschweine bei einer Kontrolle von umstehenden mit Steinen, Flaschen und angeblich auch Eiern beworfen worden sind.

„Für mich ist es unerträglich, wenn sich Personen gegen die Polizei spontan zusammenrotten.“ Kommentierte der Frankfurter Polizeipräsident diese Auseinandersetzung.

Und wo nun der neuerliche Lockdown ohnehin jede Zusammenrottung früher oder später zu einer Zusammenrottung gegen die patroullierende Polizei macht, nichts wie raus auf die Straßen. Machen wir den Cops ihr Leben unerträglich!

Farbe für Immobilienbüro im Westend

In der Nacht auf Montag, den 26.10.2020 bekam ein Immobilienbüro in der Parkstraße im Münchner Westend den Unmut eines oder mehrerer Angreifer*innen über das Treiben seiner Eigentümer*innen zu spüren: Durch mehrere Farbkugeln wurde die Fassade des Büros besudelt. Bemerkt wurde der Schaden wohl erst am Morgen darauf, als ein übereifriger Anwohner, dem schmutzige Fassaden wohl ein Dorn im Auge sind, die Cops rief.

[Hannover] Bullenwache angegriffen

In der Nacht vom 26.07 haben wir die Bullenwache in Hannover Davenstedt angegriffen. Wir haben ihre Scheiben eingeschlagen und ihre Fassade mit Bitumen beschmiert.

Diese Tat soll dem Hass und der Verachtung Ausdruck verleihen, die wir für die Polizei empfinden.

Grund dafür sind nicht nur die rassistischen Morde (Oury Jalloh, Halim Dener, Yaya Jabbi, Aman Alizada…), Grund dafür sind nicht nur die rechten Netwerke, wie sie bspw. als NSU 2.0 innerhalb der hessischen Polizei sichtbar werden, Grund dafür sind nicht nur Racial Profiling oder die alltäglichen Schikanen gegenüber Wohnungslosen oder Menschen, die irgendwie aus dem Raster fallen.
Grund dafür ist, dass die Polizei ganz einfach ihre Arbeit tut: Gesetze durchsetzen, die die Welt der Herrschaft stützen. Sei es in der Verteidigung von Eigentum oder in der Ausführung rassistischer Gesetze. Die Gewalt, die die Bullen dabei anwenden wird nicht einmal formal verschleiert. Sie haben das Gewaltmonopol in einem Staat, der auf patriarchalen Prinzipien beruht, kapitalistische Ausbeutung stützt und koloniale Kontinuitäten fortführt.

Wir wollen ein freies Leben für alle! Ein Leben ohne Staat, Sexismus, Kapitalismus und Rassismus. Ein Leben ohne die Zerstörung der Natur und ohne Knäste und Bullen.

Wir freuen uns, dass die rebellische Gefangene Hülya wieder aus dem Knast ist und sind mit unseren Gedanken bei den Gefährt*innen von der Parkbank, von denen zwei seit mittlerweile über einem Jahr in U-Haft sitzen. Den drei wird die Planung militanter Aktionen im Kontext von Gentrifizierung vorgeworfen. Liebste Grüße und eine feste Umarmung.

Glück und Freiheit für alle!

[Bremen] Farbe gegen Polizeiwache

Wir haben in der Nacht auf den 03.08.20 die Bullenwache in Gröpelingen mit Farbe besucht. Wir wollen mit dieser Aktion ein kleines Zeichen im Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt hinzufügen.

Wir haben die Wache deswegen ausgewählt, weil die Menschen im Stadtteil gerade auch während Corona in besonderem Maße von den täglichen Schikanen und dem Drangsalieren durch Cops und Ordnungsamt betroffen sind. Ob Stuttgart, Frankfurt oder Bremen – Gründe und Anlässe sich gegen die Schweine zur Wehr zu setzten gibt es genug. All Cops Are Targets!

[Lecce, Italien] Ein wunderbarer Gedanke

Ein Ereignis der lokalen Neuigkeiten. Wir wissen nicht wann, wir wissen nicht wer, wir wissen nicht warum, wir wissen nur wo. Und das allein ist genug um dein Herz zu öffnen, selbst wenn das, was passierte nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein scheint. Aber, wie es wohlbekannt ist, bei einigen Dingen ist es der Gedanke der zählt.

Ein Gedanke wie jener, den jemand an der Umschliessungsmauer eines Unternehmens in der Peripherie von Lecce hinterlassen hat. Es war kein Manifest, keine Schrift, nein, es war ein mit Benzin gefüllter Topf mit zwei daran befestigten Gaskartuschen, ausgerüstet mit einem rudimentären, möglicherweise defekten Zünder. Es gab eine grosse Flamme, aber keine Explosion. Die lokalen Medien haben keine Ahnung wann es passierte. Hm… zwischen dem Freitagabend, 24. April und dem Montagmorgen, 27.? Sie sagen nicht einmal wer es gewesen sein könnte oder aus welchem Grund. Eine Drohgebärde oder Vergeltung seitens eines kriminellen oder verstörten Elements? Andererseits waren sie sehr präzise darüber, wo es sich abspielte: in der via del Platano 7, im Castromediano Distrikt, Sitz von Parsec 3.26.

Aber worin ist es involviert, Parsec 3.26? Es ist ein Computerunternehmen das sich in digitaler Technologie für die lokalen Autoritäten spezialisiert. Zum Beispiel hat es die Software, welche von der Polizei und den Banken für Gesichtserkennung jener, welche von Überwachungskameras gefilmt werden benutzt wird, gemacht. Ist das alles? Könnte es ins Visier genommen worden sein, weil es, wie man beim durch die Seite klicken erfahren kann, es mit hässlicher techno-anglo-schwachsinniger Sprache erklärt, dass seine „Leidenschaft E-Governement ist»?

Vielleicht weil es „begonnen hat eine Abteilung genannt Reco 3.26 gestartet hat, aktiv in der Produktion von Softwaresystem im Feld von smart recognition… in der Erforschung von biometrischen System und dem Gebrauch von interdisziplinären Teams mit Ingenieuren und Wissenschaftlern… Die Sektoren in denen es aktuell diese Techonolgie einführt sind Transport, Finanz, Sicherheit (öffentlich und privat). Sein Wachstum ist hauptsächlich von Sicherheitsinitiativen der Regierung gefördert. Unternehmen welche zu Sektoren wie Einzelhandel und Bankwesen gehören übernehmen Gesichtserkennungssysteme um Kunden zu identifizieren und ihr Verhalten zu überwachen. Heute stellen die Lösungen welche von Parsec 3.26 angeboten werden den Stand der Kunst der Erkennungstechnologien für öffentliche Sicherheit in Italien dar. Das Unternehmen zeichnet sich sogar dafür aus, dass es die Lösung der biometrischen Erkennung, welche heute vom Innenministerium benutzt wird, erschaffen hat – die zentrale kriminalpolizeiliche Direktion innerhalb des SARI-Systems“?

Ist es möglich, dass irgendwer dieser „ausgezeichneten“ Gesellschaft feindlich gesinnt ist, weil sie dem Staat hilft seine Gefängnisse zu füllen und den Banken ihre Safes zu bewachen? Wer könnte sowas denken!

Hier lässt uns die Tatsache, dass in Zeiten der Einsperrung, von Checkpoints, Selbstzertifizierungen, tracking, Überwachung mit Drohnen und so weiter… – Sachen, welche die Schwächlinge totalitärer Regimes der Vergangenheit beschämt dastehen lassen – jemand so einen Gedanken hatte, kurz bevor, während oder nach der Feier der Befreiung vom Nazifaschismus, sprachlos. Vielleicht war es nur eine Flamme, aber wie viel glänzendes Licht mitten in der Dunkelheit des heutigen freiwilligen Gehorsams.

Licht der Rache, Licht der Würde, Licht der Freiheit.

[28/4/20] Übersetzt von finimondo.org.

[Berlin] Eurovia-Vinci Bagger angezündet

„Wir haben in der Nacht auf Sonntag, den 9. August, in der Alexandrinenstraße in Berlin-Mitte einen Bagger des französischen Baugiganten Eurovia-Vinci in Brand gesetzt. Dieser Konzern verdient sein Geld unter anderem mit dem Geschäft der Einsperrung in Form von Knastbauprojekten, der Errichtung von Internierungslagern für Geflüchtete oder Grenzsicherungsanlagen. Aber auch bei Infrastrukturprojekten wie Autobahnen oder Flughäfen gehört Eurovia-Vinci zu den großen Playern und profitiert von der massiven Zerstörung des Planeten und der Umwandlung unserer Umwelt in die Ödnis einer Betonwüste.

Ein geeignetes Ziel also, um unserer Wut über die bestehenden Verhältnisse und aktuell über die Räumung von kollektiven, selbstorganisierten Räumen wie dem Syndikat letzten Freitag, Ausdruck zu verleihen. Dieser Angriff soll aber auch als Geste der Solidarität mit den Gefangenen und im Speziellen mit den Angeklagten im Parkbank-Verfahren in Hamburg verstanden werden. Auch wenn es in letzter Zeit etwas ruhiger darum wurde, vergessen haben wir euch sicher nicht! Feurige Grüße und ganz viel Kraft!“

[Berlin] Dussmann-Firmenwagen abgefackelt

„In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (13./14.8.) haben wir auf einem Norma-Parkplatz in Pankow eine Karre von Dussmann angesteckt, in der Hoffnung zumindest ein schickeres Auto daneben noch mitnehmen zu können. Das es jetzt insgesamt (uneinstimmige Berichterstattung) 6 oder 7 geworden sind ist umso schöner.

Als Sicherheitsfirma hat Dussmann nicht nur dieses mal eindeutig versagt. Aber auch der solidarischen Nachbarschaft gilt unser Dankeschön, da sie in schwüler Hitze und wahrscheinlich trotz der ersten Nach-Sommerferien-Woche so tiefenentspannt war, dass sie das Feuer erstmal brennen lies. Den Freitag konnte der Dussmann-Schalk dann auch gleich wieder liegen bleiben, anstatt seiner gewohnt schäbigen Tätigkeit nachzugehen.

Mit diesem Angriff beteiligen wir uns an der zuvor ausgestellten Rechnung für das Syndikat! In Solidarität mit allen bedrohten Projekten in und außerhalb Berlins!“

[Hamburg] Kaputte Scheiben bei Telio

„In der Nacht auf den 17.8.20 hat es bei Telio in der Holstenstraße 205 gescheppert.

Telio ist der Monopolanbieter in der Gefängnistelefonie und präsentiert sich auch selbst gerne als den europaweiten Marktführer. Dank dieser Stellung kann Telio Preise festlegen, die man durchaus als Wucher verbuchen kann. Vor 2014 berechnete Telio in der JVA Burg für Ortsgespräche 0,10€, für Ferngespräche 0,20€, für Gespräche ins Mobilfunknetz 0,70€ und für Auslandsgespräche bis zu 2,60€/Minute. Von dem wenigen Geld, was den Gefangenen zur Verfügung steht, streicht Telio einen beträchtlichen Anteil ein, bereichert sich also auf Kosten der Gefangenen, die offensichtlich keine andere Wahl haben, als telio zu nutzen. Das betrifft auch die Angehörigen, Freund*innen und Unterstützer*innen von Gefangenen, die oft deren Telio-Konten aufladen und dafür auch noch eine Gebühr zahlen müssen.

Komplizenhafte Grüße an die 3 von der Parkbank und alle rebellischen Gefangenen.“