Tag Archives: Amazon

[Achim bei Bremen] Baukran auf Amazon-Baustelle in Brand gesteckt

„Ende letzten Jahres hat Amazon den Kaufvertrag für eine Gewerbefläche an der A27 in Achim abgeschlossen. Wer sich jetzt dorthin begibt, sieht riesige Kräne und anderes schweres Gerät in die Luft ragen, die eine gigantische Halle aus Stahl und Beton aus dem Boden stampfen. Dort, wo vor kurzem noch eine Brachfläche war, werden zukünftig 2.000 Menschen unter stetiger Überwachung in einer fensterlosen Halle einer schlecht bezahlten Arbeit nachgehen – nur, um dann bald ganz von Robotern ersetzt zu werden.

[…]

Wir haben uns entschieden, den Bau nicht ganz reibungslos vonstatten gehen zu lassen. In den frühen Morgenstunden des 30.Juli 2020 haben wir mit 20 Liter eines Gemischs aus Benzin und Diesel und mehreren Brandsätzen auf der Baustelle Feuer gelegt und einen 40 Meter hohen Kran angezündet.

Anstatt uns dem scheinbar Unvermeidlichen hinzugeben, haben wir uns entschlossen, in den toten Winkeln der Bau-Watch Kameras mit ihrem durchdringenden grünen Lichtschein und außerhalb der Blicke der Securities, die diese Baustelle Tag und Nacht bewachen müssen, zum unkalkulierbaren Risiko für das kybernetische Kapital zu werden.

[…]“

32 Nadelstiche gegen die Logistik von Amazon

„Vergangene Woche wurden im Stadtviertel Gern in München die Reifen von insgesamt 8 Transportern des Logistikunternehmens Mars aufgestochen. Mars ist ein Partnerunternehmen von Amazon und übernimmt als solches die Auslieferung der Pakete aus dem Amazon Logistik-Zentrum an die Haushalte.“

Quelle: de.indymedia

Es ist nicht das erste Mal, dass Amazon und seine Partnerunternehmen angegriffen werden. Im Sommer und Herbst letzten Jahres beispielsweise gab es in Freiburg und Berlin Brandangriffe auf Amazon Locker und ein Fahrzeug von Amazon Logistics. In Berlin regt sich derweil vielfältiger Widerstand gegen den geplanten Bau der „Edge-Tower“ genannten Firmenzentrale dort.

Hintergrund dieser und weiterer Proteste sind meist nicht nur die katastrophalen und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in Amazons Logistikzentren sondern auch die Rolle in der das Unternehmen uns alle sehen will: Vollständig befriedete und abhängig gemachte Konsument*innen, denen jeder Wunsch von den Lippen abgelesen werden bzw. ins Hirn gepflanzt werden soll.

[Berlin] Amazon-Transporter angezündet

Nicht lange ist es her, dass es gelungen war, Google mit seinem geplanten Start-Up-Campus aus dem Kreuzberger Kiez zu jagen. Da kommt schon die nächste Hiobsbotschaft aus der Tech-Industrie. In der Betonwüste zwischen Ostbahnhof, Warschauer Straße und Spree, soll jetzt neben Zalando, Mercedes Benz, East-Side-Mall und Arena auch noch ein Amazon Standort entstehen.

Und weil es Amazon ist, nicht in irgend einem Gebäude, sondern in dem bald höchsten Haus Berlins mit dem Namen EDGE-Tower. Unsere erste spontane Reaktion auf diese Nachricht: ein Brechreiz und das Bedürfnis, richtig viel kotzen zu wollen. Aber weil das schade ums Essen wäre und immer eine Sauerei hinterlässt, sind wir nochmal in uns gekehrt. Und zum Entschluss gekommen, dass es viel passender wäre, ein Ausliefer-Fahrzeug von diesem Dreckskonzern bzw. seiner Partnerfirma PASU-Logistic anzuzünden. Also haben wir uns auf den Weg gemacht und unsere Grillanzünder auf dem Reifen eines solchen Fahrzeugs im Baumschulenweg platziert. […]

Quelle: Indymedia

[Freiburg] Amazon Locker abgefackelt

Eine Feministische Autonome Zelle hat in den Morgenstunden des 06. August einen Amazon-Locker in Freiburg abgefackelt.

„Amazon liefert nicht nur Päckchen, sondern ist zu einem globalen Dienstleister für Polizei-, Geheimdienst- und Militärapparate geworden. Wir wollen die Rolle des Konzerns für den technologischen Angriff thematisieren und dazu aufrufen Amazon zur Rechenschaft zu ziehen.“

Quelle: Indymedia

Die Feministische Autonome Zelle sieht sich in der militanten Tradition von Partisan*innenkämpfen, der Roten Zora und Revolutionären Zellen sowie der Militanten Gruppe und kündigte für die Zukunft weitere Aktionen und Texte unter diesem Namen an. Die Schreibenden freuen sich, mit anderen in Austausch zu kommen.

Die militante Organisation unter einem festen Namen erschien in Vergangeheit und Gegenwart vielen als nachteilig, weil dadurch einerseits ein besserer Ansatzpunkt für Repression geschaffen wird und andererseits der Eindruck einer militanten Avantgarde entsteht (und sich oft auch in den Aktionsformen widergespiegelt hat, z.B.: Rote Zora/Revolutionäre Zellen). Eine spannende, aber kurze Debatte zu diesem Thema findet sich beispielsweise in der Sonderausgabe der Interim Nr. 498 auf S. 20 f.