Category Archives: Kurzprosa

Sie hätten gerne…

Sie hätten gerne, dass wir uns anpassen.

Unsere Arbeit machen. Irgend so einen Scheiss Job. Hauptsache Arbeit.

Dass wir uns abfinden mit dem kläglichen Alltag zwischen Arbeit, Konsum und Kleinfamilie.

Sie hätten gerne, dass wir vergessen.

Was Leben sein könnte. Und was es heute ist: verkümmert und von Autorität verseucht.

Dass wir vergessen, wie dieser Planet Tag für Tag vor die Hunde geht, auf die gleiche Weise wie die Freiheit, und mit ihr die Freude am Leben vor die Hunde geht.

Vergessen, dass es unser Gehorsam diese ganze Scheisse ermöglicht, und das wir auch ganz anders könnten: das wir „auf schlechte Ideen“ kommen könnten, darüber nachdenken könnten, was hier abgeht, und darüber, dass, wenn wir es sind, die diese Scheisse ermöglichen, es auch wir sein könnten, die sie unmöglich machen.

Vor allem hätten sie gerne, das wir das vergessen das wir etwas verändern können, das Jeder und Jede die Möglichkeit hat anzugreifen. Sich zu wehren. Zu sabotieren. Weil es viel einfacher ist, als sie uns glauben machen wollen…

Was sie gerne hätten, seien sie Bullen, Ämter, Eltern, Lehrer oder Bürger, kann uns am Arsch vorbeigehen. Wenn wir uns fragen was wir wollen, sehen wir schnell, das es etwas ganz anderes ist. Wir müssen nur darauf beharren, und uns nicht kleinkriegen lassen von dieser erdrückenden Gesellschaft. Diejenigen, die uns davon abhalten wollen selbst zu denken und darnach zu handeln, können wir getrost ignorieren, und wenn sie zu aufdringlich werden, können wir uns wehren. Wir können den Ausbruch planen, mit denen, die das auch wollen, wir können die ganze Scheisse angreifen, was es braucht ist nur genügend Hartnäckigkeit! Denn:

Sich nie mehr anpassen und aus der Verantwortungslosigkeit heraustreten, um, gestützt auf das eigene Wollen, diese Gesellschaft anzugreifen, ist und bleibt die einzig würdige Art zu leben. Alles andere wird uns kaputt machen, uns unsere Träume vergessen lassen, bis wir selbst irgendwann im Büro sitzen, das wir doch kurz zuvor noch abfackeln wollten.

 

Was (für Scheisse) in dieser Welt/hier abgeht.
Vergessen, was in der Welt abgeht. In was für einer Welt wir leben, die jeden Tag mehr vor die Hunde geht.///
Dass wir vergessen, dass es immer noch unser Gehorsam ist, der diese Scheisse ermöglicht.
Sie hätten gerne, dass wir nicht auf schlechte Ideen kommen. Nicht nachdenken, über unser Leben, die niederschmetternde Gegenwart. Und schon gar nicht über die Zukunft. Zukunft… wer glaubt schon daran /// Oh, die Zukunft! Alle wissen, sie wird strahlend sein; atomar…
etc!!!

 

Doch wir scheissen darauf, was sie gerne hätten. Selbst wenn sie uns zwingen wollen.

Mit TV, Drogen, Antidepressiva…

Mit Bullen, Knast und Psychi…

Circa 2013 geschrieben, jetzt erstmals veröffentlicht. Die Scheiße geht halt weiter. Wie immer…

Wenn tausend Augen erblinden

Ich werde verfolgt! Überall lauern sie mir auf, mit tausend Augen begleiten sie mich durch die Stadt: An U-Bahnhöfen, an Bürogebäuden, an Stadtvillen, an Tiefgarageneinfahren, an Klingelanlagen, in Bussen, in Trams, in S-Bahnen, in U-Bahnen, an Ampeln, auf Straßenlaternen, im Supermarkt, an Luxusautos, an Hotels, an Gerichtsgebäuden, an Polizeidienststellen, ja sogar an Bull*innen. Überall Kameras! Und du? Du trägst sogar eine mit dir herum. In deinem Smartphone.

Überhaupt macht mich diese smarte Technologie rasend! Autos, die die Bull*innen rufen, Autos, die anfangen zu blinken, wenn ich durch ihre Fenster sehe, E-Scooter, die nervtötend piepsen, wenn ich sie ins Gebüsch schleudere oder umstoße, Kameras an fast jeder Klingelanlage, Kameras überall in den öffentlichen Verkehrsmitteln und überall Leute mit Smartphone, die dir ihre Kameras in die Fresse halten.

Demnächst sollen intelligente Straßenlaternen jeden Winkel der Stadt mit ihren Kameras und Bewegungssensoren erfassen. Bald werden all die E-Scooter ebenfalls Kameras haben – angeblich zum autonomen Fahren zurück zur Ladestation – und die Stadt scannen. Was wenn auch hier bald Lieferdrohnen die Stadt erobern und mit ihren Argusaugen jeden Winkel scannen? Und was ist mit den Carsharing-Autos? Die meisten von ihnen haben Kameras. Wer garantiert mir, dass die mich nicht permanent filmen, wenn ich durch die Stadt laufe?

Diese gesamte smarte Technologie macht mich paranoid. Ich fühle mich beobachtet, ausgespäht, kontrolliert. Schluss damit! Ich werde sie angreifen: Mit Sprühlack lasse ich sie erblinden, mit Hämmern und Steinen steche ich der Bestie die Augen aus und Feuerlöscher und Farbbeutel lassen mich auch die weiter entfernten Ziele erreichen. Tod der smarten Kontrolle!