Category Archives: Bericht

[Lecce, Italien] Ein wunderbarer Gedanke

Ein Ereignis der lokalen Neuigkeiten. Wir wissen nicht wann, wir wissen nicht wer, wir wissen nicht warum, wir wissen nur wo. Und das allein ist genug um dein Herz zu öffnen, selbst wenn das, was passierte nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein scheint. Aber, wie es wohlbekannt ist, bei einigen Dingen ist es der Gedanke der zählt.

Ein Gedanke wie jener, den jemand an der Umschliessungsmauer eines Unternehmens in der Peripherie von Lecce hinterlassen hat. Es war kein Manifest, keine Schrift, nein, es war ein mit Benzin gefüllter Topf mit zwei daran befestigten Gaskartuschen, ausgerüstet mit einem rudimentären, möglicherweise defekten Zünder. Es gab eine grosse Flamme, aber keine Explosion. Die lokalen Medien haben keine Ahnung wann es passierte. Hm… zwischen dem Freitagabend, 24. April und dem Montagmorgen, 27.? Sie sagen nicht einmal wer es gewesen sein könnte oder aus welchem Grund. Eine Drohgebärde oder Vergeltung seitens eines kriminellen oder verstörten Elements? Andererseits waren sie sehr präzise darüber, wo es sich abspielte: in der via del Platano 7, im Castromediano Distrikt, Sitz von Parsec 3.26.

Aber worin ist es involviert, Parsec 3.26? Es ist ein Computerunternehmen das sich in digitaler Technologie für die lokalen Autoritäten spezialisiert. Zum Beispiel hat es die Software, welche von der Polizei und den Banken für Gesichtserkennung jener, welche von Überwachungskameras gefilmt werden benutzt wird, gemacht. Ist das alles? Könnte es ins Visier genommen worden sein, weil es, wie man beim durch die Seite klicken erfahren kann, es mit hässlicher techno-anglo-schwachsinniger Sprache erklärt, dass seine „Leidenschaft E-Governement ist»?

Vielleicht weil es „begonnen hat eine Abteilung genannt Reco 3.26 gestartet hat, aktiv in der Produktion von Softwaresystem im Feld von smart recognition… in der Erforschung von biometrischen System und dem Gebrauch von interdisziplinären Teams mit Ingenieuren und Wissenschaftlern… Die Sektoren in denen es aktuell diese Techonolgie einführt sind Transport, Finanz, Sicherheit (öffentlich und privat). Sein Wachstum ist hauptsächlich von Sicherheitsinitiativen der Regierung gefördert. Unternehmen welche zu Sektoren wie Einzelhandel und Bankwesen gehören übernehmen Gesichtserkennungssysteme um Kunden zu identifizieren und ihr Verhalten zu überwachen. Heute stellen die Lösungen welche von Parsec 3.26 angeboten werden den Stand der Kunst der Erkennungstechnologien für öffentliche Sicherheit in Italien dar. Das Unternehmen zeichnet sich sogar dafür aus, dass es die Lösung der biometrischen Erkennung, welche heute vom Innenministerium benutzt wird, erschaffen hat – die zentrale kriminalpolizeiliche Direktion innerhalb des SARI-Systems“?

Ist es möglich, dass irgendwer dieser „ausgezeichneten“ Gesellschaft feindlich gesinnt ist, weil sie dem Staat hilft seine Gefängnisse zu füllen und den Banken ihre Safes zu bewachen? Wer könnte sowas denken!

Hier lässt uns die Tatsache, dass in Zeiten der Einsperrung, von Checkpoints, Selbstzertifizierungen, tracking, Überwachung mit Drohnen und so weiter… – Sachen, welche die Schwächlinge totalitärer Regimes der Vergangenheit beschämt dastehen lassen – jemand so einen Gedanken hatte, kurz bevor, während oder nach der Feier der Befreiung vom Nazifaschismus, sprachlos. Vielleicht war es nur eine Flamme, aber wie viel glänzendes Licht mitten in der Dunkelheit des heutigen freiwilligen Gehorsams.

Licht der Rache, Licht der Würde, Licht der Freiheit.

[28/4/20] Übersetzt von finimondo.org.

Brandlegung an Müllcontainern und ein beschädigter E-Scooter

Die Bullenpresse berichtet, dass in der Nacht auf Samstag, den 09. August 2020 zwei Müllcontainer in der Fasanerie von Jugendlichen in Brand gesteckt wurden. Zuvor hatten diese den Cops zufolge auch einen der ewig-nervenden E-Scooter beschädigt. Leider wurde die Gruppe in der Nähe des Brandherdes von Cops aufgegriffen.

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich auch nach dem Anzünden von Müllcontainern zügig vom Ort des Geschehens zu entfernen, auch wenn der Anblick dieses städtischen Lagerfeuers zweifelslos anziehend wirkt.

[Berlin] Eurovia-Vinci Bagger angezündet

„Wir haben in der Nacht auf Sonntag, den 9. August, in der Alexandrinenstraße in Berlin-Mitte einen Bagger des französischen Baugiganten Eurovia-Vinci in Brand gesetzt. Dieser Konzern verdient sein Geld unter anderem mit dem Geschäft der Einsperrung in Form von Knastbauprojekten, der Errichtung von Internierungslagern für Geflüchtete oder Grenzsicherungsanlagen. Aber auch bei Infrastrukturprojekten wie Autobahnen oder Flughäfen gehört Eurovia-Vinci zu den großen Playern und profitiert von der massiven Zerstörung des Planeten und der Umwandlung unserer Umwelt in die Ödnis einer Betonwüste.

Ein geeignetes Ziel also, um unserer Wut über die bestehenden Verhältnisse und aktuell über die Räumung von kollektiven, selbstorganisierten Räumen wie dem Syndikat letzten Freitag, Ausdruck zu verleihen. Dieser Angriff soll aber auch als Geste der Solidarität mit den Gefangenen und im Speziellen mit den Angeklagten im Parkbank-Verfahren in Hamburg verstanden werden. Auch wenn es in letzter Zeit etwas ruhiger darum wurde, vergessen haben wir euch sicher nicht! Feurige Grüße und ganz viel Kraft!“

[Berlin] Dussmann-Firmenwagen abgefackelt

„In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (13./14.8.) haben wir auf einem Norma-Parkplatz in Pankow eine Karre von Dussmann angesteckt, in der Hoffnung zumindest ein schickeres Auto daneben noch mitnehmen zu können. Das es jetzt insgesamt (uneinstimmige Berichterstattung) 6 oder 7 geworden sind ist umso schöner.

Als Sicherheitsfirma hat Dussmann nicht nur dieses mal eindeutig versagt. Aber auch der solidarischen Nachbarschaft gilt unser Dankeschön, da sie in schwüler Hitze und wahrscheinlich trotz der ersten Nach-Sommerferien-Woche so tiefenentspannt war, dass sie das Feuer erstmal brennen lies. Den Freitag konnte der Dussmann-Schalk dann auch gleich wieder liegen bleiben, anstatt seiner gewohnt schäbigen Tätigkeit nachzugehen.

Mit diesem Angriff beteiligen wir uns an der zuvor ausgestellten Rechnung für das Syndikat! In Solidarität mit allen bedrohten Projekten in und außerhalb Berlins!“

[Hamburg] Kaputte Scheiben bei Telio

„In der Nacht auf den 17.8.20 hat es bei Telio in der Holstenstraße 205 gescheppert.

Telio ist der Monopolanbieter in der Gefängnistelefonie und präsentiert sich auch selbst gerne als den europaweiten Marktführer. Dank dieser Stellung kann Telio Preise festlegen, die man durchaus als Wucher verbuchen kann. Vor 2014 berechnete Telio in der JVA Burg für Ortsgespräche 0,10€, für Ferngespräche 0,20€, für Gespräche ins Mobilfunknetz 0,70€ und für Auslandsgespräche bis zu 2,60€/Minute. Von dem wenigen Geld, was den Gefangenen zur Verfügung steht, streicht Telio einen beträchtlichen Anteil ein, bereichert sich also auf Kosten der Gefangenen, die offensichtlich keine andere Wahl haben, als telio zu nutzen. Das betrifft auch die Angehörigen, Freund*innen und Unterstützer*innen von Gefangenen, die oft deren Telio-Konten aufladen und dafür auch noch eine Gebühr zahlen müssen.

Komplizenhafte Grüße an die 3 von der Parkbank und alle rebellischen Gefangenen.“

[Karlsruhe] Fahrzeuge von Big Security abgefackelt

In der Nacht auf den 01. August 2020 wurden in Karlsruhe drei Fahrzeuge des Sicherheitsunternehmens Big Security abgefackelt. In einem Communique stellen die Angreifer*innen diesen Angriff in einen Zusammenhang mit der räumungsbedrohten Liebig 34 in Berlin und skizzieren die Gründe für ihren Angriff.

„[…] Für die Sicherung des Konzeptes Stadt und damit auch für die Sicherung von Interessen wie Aufwertung von Stadtvierteln, das Anlocken von Investor*innen usw. und die damit einhergehende Verdrängung, sowie wer an verschieden Orten erwünscht ist und wer eben nicht, sind verschiedene Akteur*innen verantwortlich. Neben vielen anderen sind das Polizei, Ordnungsamt, Justiz und auch private Sicherheitsfirmen. Letztere sind diejenigen, die Ausschluss und Eigentum durchsetzen. […]“

[Achim bei Bremen] Baukran auf Amazon-Baustelle in Brand gesteckt

„Ende letzten Jahres hat Amazon den Kaufvertrag für eine Gewerbefläche an der A27 in Achim abgeschlossen. Wer sich jetzt dorthin begibt, sieht riesige Kräne und anderes schweres Gerät in die Luft ragen, die eine gigantische Halle aus Stahl und Beton aus dem Boden stampfen. Dort, wo vor kurzem noch eine Brachfläche war, werden zukünftig 2.000 Menschen unter stetiger Überwachung in einer fensterlosen Halle einer schlecht bezahlten Arbeit nachgehen – nur, um dann bald ganz von Robotern ersetzt zu werden.

[…]

Wir haben uns entschieden, den Bau nicht ganz reibungslos vonstatten gehen zu lassen. In den frühen Morgenstunden des 30.Juli 2020 haben wir mit 20 Liter eines Gemischs aus Benzin und Diesel und mehreren Brandsätzen auf der Baustelle Feuer gelegt und einen 40 Meter hohen Kran angezündet.

Anstatt uns dem scheinbar Unvermeidlichen hinzugeben, haben wir uns entschlossen, in den toten Winkeln der Bau-Watch Kameras mit ihrem durchdringenden grünen Lichtschein und außerhalb der Blicke der Securities, die diese Baustelle Tag und Nacht bewachen müssen, zum unkalkulierbaren Risiko für das kybernetische Kapital zu werden.

[…]“