Category Archives: Nachrichten aus aller Welt

In der Kategorie Nachrichten aus aller Welt berichten wir über ausgewählte Ereignisse mit anarchistischem Bezug weltweit. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem deutschsprachigen Raum.

[Berlin] Dussmann-Firmenwagen abgefackelt

„In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (13./14.8.) haben wir auf einem Norma-Parkplatz in Pankow eine Karre von Dussmann angesteckt, in der Hoffnung zumindest ein schickeres Auto daneben noch mitnehmen zu können. Das es jetzt insgesamt (uneinstimmige Berichterstattung) 6 oder 7 geworden sind ist umso schöner.

Als Sicherheitsfirma hat Dussmann nicht nur dieses mal eindeutig versagt. Aber auch der solidarischen Nachbarschaft gilt unser Dankeschön, da sie in schwüler Hitze und wahrscheinlich trotz der ersten Nach-Sommerferien-Woche so tiefenentspannt war, dass sie das Feuer erstmal brennen lies. Den Freitag konnte der Dussmann-Schalk dann auch gleich wieder liegen bleiben, anstatt seiner gewohnt schäbigen Tätigkeit nachzugehen.

Mit diesem Angriff beteiligen wir uns an der zuvor ausgestellten Rechnung für das Syndikat! In Solidarität mit allen bedrohten Projekten in und außerhalb Berlins!“

[Hamburg] Kaputte Scheiben bei Telio

„In der Nacht auf den 17.8.20 hat es bei Telio in der Holstenstraße 205 gescheppert.

Telio ist der Monopolanbieter in der Gefängnistelefonie und präsentiert sich auch selbst gerne als den europaweiten Marktführer. Dank dieser Stellung kann Telio Preise festlegen, die man durchaus als Wucher verbuchen kann. Vor 2014 berechnete Telio in der JVA Burg für Ortsgespräche 0,10€, für Ferngespräche 0,20€, für Gespräche ins Mobilfunknetz 0,70€ und für Auslandsgespräche bis zu 2,60€/Minute. Von dem wenigen Geld, was den Gefangenen zur Verfügung steht, streicht Telio einen beträchtlichen Anteil ein, bereichert sich also auf Kosten der Gefangenen, die offensichtlich keine andere Wahl haben, als telio zu nutzen. Das betrifft auch die Angehörigen, Freund*innen und Unterstützer*innen von Gefangenen, die oft deren Telio-Konten aufladen und dafür auch noch eine Gebühr zahlen müssen.

Komplizenhafte Grüße an die 3 von der Parkbank und alle rebellischen Gefangenen.“

[Karlsruhe] Fahrzeuge von Big Security abgefackelt

In der Nacht auf den 01. August 2020 wurden in Karlsruhe drei Fahrzeuge des Sicherheitsunternehmens Big Security abgefackelt. In einem Communique stellen die Angreifer*innen diesen Angriff in einen Zusammenhang mit der räumungsbedrohten Liebig 34 in Berlin und skizzieren die Gründe für ihren Angriff.

„[…] Für die Sicherung des Konzeptes Stadt und damit auch für die Sicherung von Interessen wie Aufwertung von Stadtvierteln, das Anlocken von Investor*innen usw. und die damit einhergehende Verdrängung, sowie wer an verschieden Orten erwünscht ist und wer eben nicht, sind verschiedene Akteur*innen verantwortlich. Neben vielen anderen sind das Polizei, Ordnungsamt, Justiz und auch private Sicherheitsfirmen. Letztere sind diejenigen, die Ausschluss und Eigentum durchsetzen. […]“

[Achim bei Bremen] Baukran auf Amazon-Baustelle in Brand gesteckt

„Ende letzten Jahres hat Amazon den Kaufvertrag für eine Gewerbefläche an der A27 in Achim abgeschlossen. Wer sich jetzt dorthin begibt, sieht riesige Kräne und anderes schweres Gerät in die Luft ragen, die eine gigantische Halle aus Stahl und Beton aus dem Boden stampfen. Dort, wo vor kurzem noch eine Brachfläche war, werden zukünftig 2.000 Menschen unter stetiger Überwachung in einer fensterlosen Halle einer schlecht bezahlten Arbeit nachgehen – nur, um dann bald ganz von Robotern ersetzt zu werden.

[…]

Wir haben uns entschieden, den Bau nicht ganz reibungslos vonstatten gehen zu lassen. In den frühen Morgenstunden des 30.Juli 2020 haben wir mit 20 Liter eines Gemischs aus Benzin und Diesel und mehreren Brandsätzen auf der Baustelle Feuer gelegt und einen 40 Meter hohen Kran angezündet.

Anstatt uns dem scheinbar Unvermeidlichen hinzugeben, haben wir uns entschlossen, in den toten Winkeln der Bau-Watch Kameras mit ihrem durchdringenden grünen Lichtschein und außerhalb der Blicke der Securities, die diese Baustelle Tag und Nacht bewachen müssen, zum unkalkulierbaren Risiko für das kybernetische Kapital zu werden.

[…]“

[Frankfurt a.M.] Krawalle am Opernplatz

In der Nacht auf Sonntag, den 19. Juli 2020 kam es am Opernplatz in Frankfurt am Main zu Ausschreitungen. Weil sich einige Leute die Schikanen der Bullen dort nicht länger gefallen lassen wollten, bewarfen sie diese mit Flaschen und beschädigten auch einige ihrer Fahrzeuge. Fünf der Schweine wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Presseberichten zufolge jubelte die Menge von 500 bis 800 Personen, wenn eine Flasche ihr Ziel fand.

Die Cops nahmen 39 Personen fest, mussten sie aber am Montag alle wieder gehen lassen.

[Montreal] 7 Bullenkarren auf dem Parkplatz der Wartungswerkstadt der Polizei abgefackelt

Bullen sind Mörder. Wir haben ihre Fahrzeuge abgefackelt. Das kannst du auch.

Wir haben drei Brandsätze genutzt: quaderförmige Plastikflaschen, die zu 3/4 mit einer Mischung aus Benzin und Motoröl gefüllt sind. Wir nutzten Kraftkleber, um zwei einzeln verpackte Grillanzünder-Würfel (die du im Campingbedarfsladen, Baumärkten und Lebensmittelläden findest) an die Seite jeder Flasche zu kleben.

Unter jedem Auto platzierten wir eine Flasche (mit den Grillanzündern nach oben), schoben sie unter den Reifen und entzündeten den Anzünder.

Wir haben Brandsätze gewählt, die ungefähr eine Minute nachdem wir sie platziert haben, vollständig zünden. Dadurch wollten wir uns mehr Zeit zum Wegkommen verschaffen und die Wahrscheinlichkeit verringern, dass die Brandsätze gelöscht werden, bevor sie zünden.

Für eine Welt ohne die Polizei und die rassistische Ordnung, die sie schützen. Solidarität mit den schwarzen Aufständischen und allen anderen, die sich zur Wehr setzen.

– Anarchist*innen –

Quelle: Montreal Counter-Information, 22. Juli 2020

[Leipzig] Bitumen und Steine gegen Bullenwache

Gleich zweimal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurde der Außenposten der Polizei in Leipzig-Connewitz vergangenes Wochenende angegriffen. Am Freitag, den 17. Juli 2020 warfen einige Angreifer*innen mit Bitumen gefüllte Farbgläser an Fassade und Scheiben der Wache, am Samstag, den 18. Juli 2020 bombadierten mehrere Personen den gleichen Außenposten der Bullen mit Steinen.