Category Archives: Nachrichten aus aller Welt

In der Kategorie Nachrichten aus aller Welt berichten wir über ausgewählte Ereignisse mit anarchistischem Bezug weltweit. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem deutschsprachigen Raum.

[Hubei Provinz] Wütende Menschen greifen die Cops an und randalieren, nachdem sie daran gehindert wurden, die Region zu verlassen

Auf der Brücke über den Yiangtzee, die die benachbarten Provinzen Jiangxi und Hubei verbindet (in der Hauptstadt der Hubei-Provinz, Wuhan, wird der Ursprung der Corona-Pandemie vermutet), brach ein gigantischer Riot aus. Tausende wütender Menschen, die seit Monaten eingesperrt waren, strömten aus Protest aus der Hubei-Provinz und versuchten, die Brücke zu überqueren, wo sie mit Riot-Cops der benachbarten Provinz zusammenstießen, die sie daran hinderten, zu passieren, solange der chinesische Staat die Einschränkungen nicht aufgehoben hätte. Randalierer*innen warfen Bullenwägen um und zerstörten sie, bewarfen die Cops mit Steinen und stahlen sogar ein Schutzschild aus einem der Vans, um die Cops mit ihren eigenen Waffen anzugreifen. Wir hören, dass keine*r die Lügen der Kommunistischen Partei wirklich glaubt, die behauptet, dass der Virus unter Kontrolle sei und auch, dass die Menschen genug von der ganzen Repression haben.

Mensch kann nur erwarten, mehr solcher anti-sozialen Wutausbrüche, wie diesen auf der ganzen Welt zu sehen, wo die Regierungen und Staaten überall ihre wahre autoritäre Natur zeigen im  Angesicht des Coronavirus und der Angst, der Massen, die dieses hervorruft, die selbst eine Krankheit ist.

Wir werden uns bald wieder mit einem Bericht über die Zunahme von Technologie, die rasant verbreitet wird, um uns alle noch besser zu unterdrücken, im Namen des Krieges gegen Covid-19!

Die Unzivilisierten

Übersetzung eines englischen Textes bei 325.

[Bristol] Riots gegen die Polizei und Brandstiftungen, nach Ausrufung des Notstands

23. März 2020 – Nachdem der (nun infizierte) Premierminister Boris Johnson den Notstand ausgerufen und die neuen Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus vorgestellt hat, belästigten Cops am Abend in Southmead, Bristol junge Leute auf den Straßen. Die Polizei wurde mit Steinen und Flaschen angegriffen und zwei Lieferfahrzeuge der Supermarktkette Iceland wurden außerhalb ihres Depots angefackelt. In der ganzen Stadt wurden außerdem mehrere Autos zerstört und in Brand gesteckt. Junge Menschen stehen bereits unter „besonderer Beobachtung“ – d.h. Missbrauch, Verprügeln, Belästigungen, Zerstreuungen, Sonderbestimmungen – durch die Polizei und Randale und sich zur Wehr setzen sind die einzige wirkliche Lösung; nicht zuhausebleiben und Angst haben.

Die Supermärkte und andere Unternehmen, die massiv von dieser „Krise“ – für die alleine die Strukturen der Macht und des Kapitals verantwortlich sind – profitieren sind valide und verständliche Ziele der nihilistischen und anti-sozialen Wut über diese Situation. Die Lügen der Medien erzählen uns, dass wir „alle in einem Boot sitzen“, aber es ist klar, dass wir das nicht tun und niemals tun werden.

Es ist der Kampf der jungen Menschen und der Unbeherrschbaren gegen dieses kranke System und das ist nur ein Tropfen des Regens, der kommen wird.

Tod den Politiker*innen, der Polizei und denen, die diese Welt vergiftet haben.

Übersetzung des englischen Originals bei 325.

[Bremen] Auto von Immobilienunternehmen abgefackelt, Scheiben an Auto von Engel & Völkers zerstört

Wir sollen zu Hause bleiben und jeden Kontakt mit anderen vermeiden. Wir sollen solidarisch sein, denn tun wir das nicht, verbreitet sich das tödliche Virus. Wir verlieren uns in den Nachrichten. Wir verfallen in Schockstarre.

Die Pandemie ist Realität und wir alle tragen Verantwortung. Verantwortung gegenüber der Eindämmung der Krankheit. Jedoch auch Verantwortung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir sitzen nicht alle „im selben Boot“, nur weil wir alle von der Krankheit betroffen sein können. Die Pandemie, oder vielmehr der Umgang mit dieser, verschärft die sowieso schon prekären Lebensumstände. […] Parallel dazu beschleunigen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus autoritäre gesellschaftliche Entwicklungen, wir erkennen hier drei wesentliche Punkte:

– Verschärfung des technologischen Angriffs
Der Umstieg auf webbasierte Heimarbeit, die Verlegung von kulturellen Begegnungen wie Konzerten oder Partys in virtuelle Räume, online Schulunterricht, die Verdrängung von Einzelhandelsgeschäften durch den Online-Handel, sowie die Analyse von Handydaten zur biopolitischen Bevölkerungskontrolle, um nur einige Beispiele zu nennen.

– Erprobung von Aufstandsbekämpfungsmaßnahmen
Der Militäreinsatz im Inneren, die Schließung der Grenzen, Ausgangssperren, erweiterte Befugnisse für die Polizei, komplettes Wegfallen der liberalen Gegenöffentlichkeit in Form von Demos und Kundgebungen, all diese Maßnahmen sind – ungeachtet ihrer Nützlichkeit zur Eindämmung der Pandemie – auch wichtige Erfahrungen für die Bekämpfung von kommenden Aufständen.

– Verschärfte Prekarisierung
Es zeichnet sich deutlich ab, dass die Krise des Virus, von einer Krise der Wirtschaft abgelöst wird. Über die Umverteilung von Steuergeldern an die Konzerne und Unternehmen hinaus, lässt sich gerade nur schwer voraussehen, welche Auswirkungen die kommende Wirtschaftskrise haben wird. Wenn wir jedoch auf die vergangene Krise schauen wird klar, dass wir mit der ganzen Bandbreite neoliberaler Reformen zu rechnen haben.

Alles in allem gibt es gerade viele Gründe (offline) zu agieren, zu analysieren und zu beobachten.
Wir sind waren Unterwegs, um zu erfahren, ob es noch möglich ist sich Nachts zu bewegen. Und siehe da, es ist möglich.

Unsere ersten Maßnahmen sind zwei zerstörte Fahrzeuge von Immobilienunternehmen:

– ein abgebrannter Smart von IMMO-BREMEN
– zerstörte Scheiben an einem Kleinwagen von Engel und Völkers

Gegen Ohnmacht und Isolation: Kopf aus dem Sand!

Autonome Gruppen

Anmerkung: Laut Presse hat wurde durch den brennenden Smart eine Hecke in Brand gesetzt, was wiederum die Scheiben eines Wohnhaus beschädigte und zur zeitweisen Evakuierung von zwei Menschen geführt hat. Daran ist nichts schön zu reden. Wir entschuldigen uns! Und werden in Zukunft noch vorsichtiger sein! An alle Nachtaktiven: Seid vorsichtig in engen Straßen!

Quelle: Chronik

[Hamburg] Privat-PKW von Zollbeamtem abgebrannt

Der Zoll ist klar als festes Standbein des deutschen Staates zu betrachten. Die Vollzugsbereiche der Zollverwaltung arbeiten in vielen Bereichen eng mit den Polizeien der Länder und des Bundes sowie anderen Behörden zusammen. Sie sind Strafverfolgungsbehörden und werden auch zur Terrorbekämpfung eingesetzt. Wenn auch die EU-Außengrenzen weit weg scheinen, so sind es doch auch hier die Behörden, die fester Bestandteil der Abschottung und somit der Ermordung und Isolierung Tausender an den Grenzen sind. […]

Ob im In- oder Ausland sind sie als wichtiges Rädchen der unterdrückerischen Politik zu betrachten und somit absolut angreifbar. Ob einfache Streifenbullen, BePo, BFE, USK, GSG, SEK, Bundespolizei, Reiterstaffel, Staatschutz, Verfassungsschuz, oder eben der Zoll. Alle tragen ihren Teil zur Unterdrückung und Überwachung menschlichen Lebens bei.

Wenn das Ziel ein herrschaftsfreies Leben ist, so geht der Weg daher einher mit Angriffen auf die aufrechterhaltenden Strukturen der Macht. Die Diener des Staates bleiben die selben Unterdrücker, auch wenn sie nach Feierabend ihre Uniformen ausziehen und in ihr bürgerliches Privatleben zurückkehren. Doch wenn sie nicht aufpassen trifft es sie auch vor der eigenen Haustür. So brennt Sonntag Nacht ein Privat-SUV eines Zollbullen in Eimsbüttel.

Gerade in Zeiten der Pandemie und der einhergehenden Verschärfung und Einschränkung der Bewegungsfreiheit ist es um so wichtiger sich die eigene Handlungsfähigkeit zu bewahren und sich selbst und anderen Subversiven zu zeigen, dass der Kampf gegen die Zwänge dieser Zeit immer weiter geht, egal wie verrückt und schwierig es scheint. Wenn in der vom Staat gewollten Isolierung klein bei gegeben und der drohenden Ausgangssperre Schulter zuckend gegenüber gestanden wird, wird ihm die Chance gegeben seine Machenschaften ungestört und ohne Beobachtung fortzusetzen. Denn die Herrschenden sind nicht von Ausgangssperren und der gleichen betroffen. Es werden weiter munter Leute abgeschoben und in den Tod geschickt, Menschen nach rassistischen Merkmalen kontrolliert und eingesperrt, anarchistische Wohnprojekte, wie in Berlin, belagert und an der Demontage eines freien und würdevollen Lebens gearbeitet.

Ob Zoll oder Streife, ob privat oder im Dienst.
Feuer der Aufrechterhaltung der Macht.
Liebe und Freiheit den Kämpfenden Menschen an den Grenzen und in den Knästen!

[Spanien, Porto, Sao Paulo, Italien] Liste von Knastaufständen in Folge der Corona-Pandemie

Die folgende Chronik von Knastaufständen, Ausbrüchen und Gefangenenprotesten in Spanien und einigen anderen Regionen aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen und Schikanen in den Knästen dieser Welt wurde zuerst bei panopticon.noblogs.org veröffentlicht. Sie bildet nur einen Teil der derzeit weltweit stattfindenden Knastrevolten ab.

Spanischer Staat

– Brians I [Barcelona]: Mehr als 100 Gefangene im Hungerstreik aufgrund von Isolationsmassnahmen, mangelnder Information und Inkonsequenz.

– Wad Ras [Barcelona]: Am Dienstag, 17. März rufen die Gefangenen zu einem Hungerstreik auf, gegen den Verbot von Familienbesuche.

– Fontcalent [Alicante]: Die Gefangenen protestierten am Sonntag, den 15. März, mit einem Lagerfeuer im Innenhof wegen mangelnder Information und mangelndem Schutz vor dem Coronavirus.

– Tahiche [Lanzarote]: Am Sonntag, dem 15. März, umzingelten mehrere Gefangene aus dem Trakt Nummer 3 die Gefängniswärter, tadelten sie und bedrohten sie. Fünf Häftlinge wurden schließlich in das Isolationstrakt verlegt. Die Spannung wurde durch die Aussetzung der Familienbesuche verursacht, während die Beamten keine Handschuhe oder Masken trugen.

– Sangonera [Murcia]: Am Sonntag, dem 15. März, hielten die Gefangenen ein Sit-in ab, um gegen die Einschränkungen und die medizinische Vernachlässigung zu protestieren.

– Picassent [Valencia]: Am Dienstag, dem 17. März, bewaffneten sich die Gefangenen der Einheit 2 mit Stöcken und begannen, auf die Möbel zu schlagen und die Gefängniswärter anzuschreien. Der Grund dafür sind wiederum die Isolationsmassnahmen.

– Alcalá de Henares [Madrid]: Am Samstag, dem 14. März, schlägt ein Häftling einen Gefangenen ins Gesicht und verursacht einen Bluterguss.

– CIE de Aluche [Madrid]: Am Dienstag, 17. März, stiegen mehrere Häftlinge auf das Dach und forderten Freiheit und Schutz vor dem Coronavirus.

Portugal

Im Gefängnis von Porto kam es zu einem Aufstand, bei dem mehrere Personen von den Wärtern am Kopf verletzt wurden. Anlass war die Absage von Familien- und Anwaltsbesuchen und die Weigerung, in den Gemeinschaftsräumen Essen zu geben.

Italien

In 27 Gefängnissen im ganzen Land kommt es zu Unruhen und Meutereien. In Modena, im Norden, sind sechs Häftlinge gestorben, von denen drei nach Angaben der Behörden an einer Überdosis starben. In Foggia gelang 370 Häftlingen die Flucht, von denen 70 verhaftet und ins Gefängnis zurückgebracht wurden (Daten des Verbands der Autonomen Gewerkschaften der Nationalen Strafvollzugspolizei). Andere Quellen sprechen von 50 entflohenen Häftlingen, von denen 34 noch auf freiem Fuß sind.

Brasilien

Mindestens 1.350 Gefangene entkamen am Montag, den 16. März, aus drei Gefängnissen im Bundesstaat Sao Paulo, inmitten von Unruhen, die durch Besuchsbeschränkungen und befristete Genehmigungen ausgelöst wurden.

[Santiago] Meuterei und Fluchtversuch im Gefängnis/Unternehmen Santiago 1

Die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie in den Gefängnissen hat eine kritische Situation hervorgerufen, die zu der Überfüllung und den brutalen Haftbedingungen in den Vernichtungszentren des chilenischen Staates beiträgt.

In den Gefängnissen des Staates würden die Maßnahmen darin bestehen, Besuche zunehmend einzuschränken, die Einreise bestimmter Personen zu verbieten und natürlich die Gefangenen ihrem Schicksal zu überlassen. Es gibt keine medizinischen Kontrollen, keine Hygiene- oder Sicherheitsmaßnahmen, einschließlich in Santiago 1 wurde ein für den Gesundheitsbereich zuständiger Gefangener wegen der Symptome von Covid-19 in Quarantäne gesetzt, weil seine Polizistenfrau Kontakt zu einem Infizierten hatte.
Die Situation explodierte am Donnerstag, dem 19. März, mit einem gewaltigen Aufstand um die Flucht der Gefangenen aus dem Gefängnis Santiago 1, insbesondere aus Modul 31, wobei sie die Kontrolle über den Sektor übernahmen, die Wache in Brand setzten und die Tore öffneten, um den Korridor zu betreten, in dem sie der Gendarmerie gegenüberstanden.

Laut Presseberichten hatte die Sicherheitsabteilung der Gendarmerie einen Plan zur Flucht mit Unterstützung von außen entdeckt.
Der Aufstand wurde nach vielen Stunden niedergeschlagen, ohne dass die Gefangenen die Umfassungsmauer erreicht hatten. In verschiedenen Abteilungen erhob sich die Mobilisierung ebenfalls gegen die Gefangenen, die mit Schlägen und Pellets reagierten, so dass eine Bilanz von 25 Verletzten, darunter einer mit Augentrauma, zu den mehr als 450 durch den Aufstand verstümmelten hinzukam.

Nach den Ausschreitungen und Fluchtversuchen folgten Repression, Gefangenschaft, Strafen und Überstellungen.

Angesichts der Pandemie und des sicheren Todes in den Gefängnissen ist Flucht die einzige Option zum Überleben.

Solidarität mit den Meuterern in Santiago 1!

 

Deutsche Übersetzung von panopticon.blogsport.eu (leicht verändert), Original von Publicacion Refractario.

[Tabriz] Knastaufstand im Tabriz Central Prison

Am 26. März 2020 [Donnerstag] kam es in einigen Abteilungen des Tabriz Central Prisons, einer Stadt im nordwesten des Irans, zu Aufständen einiger Gefangener, nachdem es bereits zuvor in zahlreichen iranischen Gefängnissen Hungerstreiks der Gefangenen, aufgrund der miserablen Lage in den Gefängnissen, der Ausbreitung des Coronavirus und einigen Todesfällen von Gefangenen gegeben hatte.

Der offiziellen Berichterstattung der staatlichen Nachrichtenagenturen zufolge belagerten die Bullenkräfte die Regionen um das Gefängnis herum und es seien Schüsse zu hören gewesen.

Das heuchlerische und unterdrückerische totalitäre Regime des Irans hatte die Gefangenen mit Tränengas und Schussalven angegriffen und außerdem mehrere der Gefangenen verletzt.

Freie Übersetzung der englischen Übersetzung bei athens.indymedia.org.

[Berlin] Fahrzeuge von Bosch und Dr. House Solutions abgebrannt

Das Leben ins vermeintlich Private zurückgezogen, soziale Kontakte weitestgehend unterbrochen, Kommunikation verlagert sich ins Digitale. Im öffentlichen Raum herrscht nunmehr die von oben diktierte Meinung. Offene Versammlungen, Demonstrationen – ja beinahe jeglicher Austausch und Widerstand fängt an, unsichtbar zu werden, eine Dystopie.

Nach dem Ausnahmezustand wird die Wirtschaftskrise folgen, es wird Gewinner*innen und Verlierer*innen geben. Wir wollen dazu beitragen, die Richtigen verlieren zu lassen, Investor*innen, Hausbesitzer*innen, Profiteure der Überwachung. Auch in Zeiten von erklärten oder vorauseilenden Ausgangssperren werden wir die Zahnräder des kapitalistischen Systems weiter sabotieren und die Stille durchbrechen.

Am 19. März haben wir ein Fahrzeug der Sicherheitsfirma Bosch in der Ostseestraße in Berlin Pankow angezündet und in der folgenden Nacht ein Fahrzeug von Dr. House Solutions in der Tiroler Straße im selben Bezirk.

Das Unternehmen Bosch war ebenso Aussteller des diesjährigen Europäischen Polizeikongresses, als auch Veranstalter eines digitalen Kongresses Ende Februar in Berlin. Dr. House Solutions gehört zum Firmengeflecht Padovicz‘. Aufgrund der immer noch von ihm angestrebten Räumung der Liebig34 [u. a.] sind Padovicz und all jene, die es ihm gleich tun, Ziele unserer Angriffe.

Quelle: Indymedia