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Von Menschenversuchen, Genetik und der Unterwerfung des Menschen: Ein Streifzug durch die Welt der Medizin

Wenn ich in ein Krankenhaus gehe, dann ist das erste, was ich tun muss – zumindest vorausgesetzt ich schwebe nicht in akuter Lebensgefahr –, meine Personalien anzugeben. Name, Geburtsdatum, Wohnort, Krankenversicherung. Später werde ich von der*dem behandelnden Ärzt*in penibel gefragt, wie es zu meiner Verletzung/meiner Krankheit gekommen ist und je nachdem welche Verletzungen ich aufweise kann es mir sogar passieren, dass das Krankenhauspersonal die Cops ruft, etwa weil ich Schuss- und/oder Stichverletzungen habe, Verletzungen, die von einer Schlägerei stammen. Je nachdem, welchen Eindruck ich bei den Ärzt*innen hinterlasse kann es mir außerdem passieren, dass ich zwangspsychiatrisiert werde, mir Psychopharmaka und Beruhigungsmittel verabreicht werden, ohne mich über deren Wirkung zu informieren, ich in eine geschlossene Pflegeeinrichtung eingewiesen werde, weil ich für dement oder unzurechnungsfähig gehalten werde oder mir auf ärztliche Empfehlung und richterlichen Beschluss ein gesetzlicher Vormund bestellt wird. Wenn ich mit einem als gefährlich geltenden Virus infiziert bin, kann ich auf Anordnung des ärztlichen Personals unter Quarantäne gestellt werden, wenn ich bei der Geburt in einem Krankenhaus uneindeutige Geschlechtsmerkmale besitze, kann es mir passieren, dass ich genitalverstümmelt werde, usw. Die Liste dessen, was einer*einem in medizinischer „Obhut“ so alles passieren kann, wäre vermutlich endlos.

Trotzdem vertrauen die meisten Menschen auf die Medizin und selbst diejenigen, die Ärzt*innen grundsätzlich mit einem gesunden Misstrauen gegenüberstehen, sehen sich bei zahlreichen Gelegenheiten dennoch auf deren Hilfe angewiesen. Ich will hier weder leugnen, dass die vorherrschende(n) Medizin(en) durchaus in vielen Fällen dazu beitragen, Krankheiten zu heilen, Schmerzen zu lindern und Leben zu retten, noch will ich die Entscheidung einer Person, sich auf die Medizin zu verlassen in irgendeiner Form moralisieren. Stattdessen geht es mir darum, nachzuzeichnen, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen die „moderne Medizin“ sich entfalten konnte und die Frage danach zu stellen, inwiefern diese Medizin die gesellschaftlichen Bedingungen unter denen wir leben, reproduziert.

Versuche an Menschen

Die Medizin ist eine recht empirische Wissenschaft, d.h. sie basiert auf Beobachtungen, die dann von den Wissenschaftler*innen (Ärzt*innen) entsprechend gedeutet werden. Als solche Wissenschaft ist die Medizin in ihrer heutigen Ausprägung vor allem auf Experimente angewiesen. Der menschliche Organismus – und ersatzweise auch tierische Organismen – wird dabei in der Regel als eine Art Maschine begriffen, deren Funktionsweise nur unzureichend bekannt ist, über deren Reaktion auf bestimmte Inputs jedoch mehr oder weniger präzise Vermutungen angestellt werden können. Mithilfe von Tests sollen diese Vermutungen bestätigt oder verworfen werden. Um beispielsweise ein Medikament gegen eine bestimmte Krankheit zu testen werden heute zunächst in Tierversuchen sogenannte „Versuchstiere“ mit dieser Krankheit infiziert und bekommen dann das zu testende Medikament verabreicht. Dabei wird dann beobachtet, ob die Krankheit dadurch geheilt wird und auch, welche Nebenwirkungen das Medikament verursacht – denn in der falschen Dosis sind die meisten Medikamente Gift für den menschlichen/tierischen Organismus. Stellt sich das Medikament dann als geeignet heraus, werden die gleichen Tests noch einmal an Menschen durchgeführt. Hier werden heute jedoch Menschen gewählt, die die entsprechende Krankheit bereits haben. Auch sollen diese Menschen sich freiwillig als Testobjekte bereiterklären, was sicher in vielen Fällen ein Euphemismus bleibt. Sowohl finanzielle Anreize, als auch Verheißungen der Form „du hast eine Krankheit, die dich umbringen wird, aber ich teste ein Heilmittel, dass diese vielleicht besiegen kann“ spielen heute eine große Rolle bei der Anwerbung „freiwilliger“ Testpersonen.

Was sich heute durch finanzielle Vergütungen subtiler regelt, wurde vor nicht allzu langer Zeit mit großem Zwang durchgeführt. Nicht nur in den Konzentrationslagern der Nationalsozialist*innen, sondern schon lange zuvor. Frühe Mediziner des Altertums sezierten zum Teil Menschen bei lebendigem Leibe, um mehr über die Anatomie und die Funktionsweise des menschlichen Organismus zu lernen. Später wurden alle möglichen Formen von Experimenten an Menschen durchgeführt, die zwangsweise aus Gefängnissen, sogenannten „Irrenanstalten“, aus Waisen- und Armenhäusern, sowie aus Kolonialgebieten verschleppt wurden, um an ihnen zu experimentieren. Sie wurden mit Krankheiten infiziert, um entsprechende Heilmittel zu testen, ihnen wurden Verletzungen zugefügt, damit diese sich entzündeten, um die Immunreaktionen des menschlichen Organismus besser zu verstehen, ihnen wurden bekanntermaßen giftige Substanzen verabreicht, um zu testen, welche Dosis für den Menschen tödlich ist, usw. All das macht mensch übrigens bis heute mit Tieren. Dabei standen die durch Experimente an sozial deklassierten Menschen erworbenen medizinischen Erkenntnisse damals noch viel stärker als heute vor allem den Menschen der privilegierten sozialen Klassen zur Verfügung. Kranken Arbeiter*innen stand so gut wie keine medizinische Versorgung zur Verfügung.

Seit Beginn/Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gewannen auch Versuche mit psychedelischen Substanzen vor allem im Bereich der militärischen Medizin an Bedeutung. Von ihnen erhoffte mensch sich, den Menschen absoluten Gehorsam zu verabreichen, während mensch wiederum andere Substanzen testete, um die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit von Soldat*innen zu erhöhen. Zugleich experimentiert mensch mit derartigen Substanzen zur psychiatrischen Anwendung, wo diese dazu dienen sollen, unerwünschte kognitive Eigenschaften zu zerstören.

Während heute einerseits die grausamen und brutalen Versuche, die im Namen der Medizin zwagsweise an Menschen durchgeführt wurden, als ein dunkles Kapitel der Vergangenheit beiseite gelegt werden, werden mittlerweile vermehrt Berichte über genetische Experimente an Menschen bekannt und es wird diskutiert, ob es moralisch vertretbar sei, das Erbgut eines Menschen vor seiner Geburt zu beeinflussen, um ihm dadurch vermeintlich ein besseres Leben zu ermöglichen.

Absolute Kontrolle über den Menschen

Genetik, ebenso wie die (militärischen) Versuche mit Psychopharmaka weisen in eine bestimmte Richtung, die die Medizin eingeschlagen hat: Es geht ihr um nichts weniger, als um die totale Kontrolle des Menschen. Gesellschaftlich unerwünschtes Verhalten wird als psychische Erkrankung beschrieben und es wird versucht, dieses durch Psychopharmaka gewaltsam zu unterdrücken, Genetische „Defekte“, ebenfalls Abweichungen von einer bestimmten Norm sollen zukünftig mithilfe der Genetik „ausgemerzt“ werden. Während eine Veränderung des Erbguts von Menschen bislang noch umstritten ist, ist es gängige Praxis bei Pflanzen und Tieren, Lebewesen den eigenen Vorstellungen anzupassen und auf diese Art und Weise für das kapitalistische System besser verwertbar zu machen. Zugleich versucht mensch beispielsweise durch Pränataldiagnostik eine genetische Selektion ähnlich der Eugenik vorzunehmen, indem mensch bei Feststellung bestimmter „Erbkrankheiten“ werdenden Eltern zu einer Abtreibung rät.

Das Ziel einer solchen Medizin ist es, die Menschen an den für sie vorgesehenen Platz in der Gesellschaft zu verweisen. Es ist nicht das individuelle Interesse der Gesundheit eines einzelnen Menschen, dass diese Medizin antreibt, sondern das Ideal eines normierten und perfektionierten Übermenschen, dem sich dieser Vorstellung zufolge alle Menschen anzunähern haben.

Dass meine Interessen in der Medizin nur eine untergeordnete Rolle spielen, das erlebe ich schon mein Leben lang, wenn ich eine*n Ärzt*in aufsuche. Nie habe ich das Gefühl, dass ich irgendwie in die Entscheidungen über meinen (!) Körper einbezogen werde. Ich wurde schon behandelt ohne darüber informiert zu werden, was mir angeblich fehlt und was der Zweck der Behandlung sei, geschweige denn, ohne dass ich gefragt wurde, ob ich das möchte. Mir wurden Medikamente verschrieben, die meinen Körper schädigten, ohne dass ich darüber aufgeklärt wurde oder mir gesagt wurde, dass es auch ohne diese Medikamente ginge – das erfuhr ich, als ich diese selbst absetzte. Mir wurden Vorwürfe gemacht, weil ich nicht das getan hatte, was die*der Ärzt*in gesagt hatte, und so weiter. Dabei sind das keine außergewöhnlichen Erfahrungen, sondern Erlebnisse, die mehr oder weniger ausgeprägt die meisten Menschen gemacht haben dürften. Meines Erachtens nach liegt das daran, dass wir für die Medizin nur entweder weitere Experimente oder Kund*innen sind, mit denen Geld verdient werden kann.

Das Gesundheitssystem ausbauen?

Was wir gerade im Namen des Kampfes gegen das Coronavirus erleben spiegelt dieses Streben der Medizin nach der totalen Kontrolle über die Menschen ebenfalls wider. Statt sich darauf zu fokussieren, den Menschen, die geheilt werden wollen, zu helfen, ergeht sich beinahe die gesamte Medizinische Fachwelt derzeit darin, Empfehlungen abzugeben, wie sich alle Menschen verhalten sollten. Und sie empfiehlt das nicht etwa den Menschen direkt. Sie empfiehlt dies den verschiedenen Staaten, von denen sie wissen bzw. annehmen, dass diese ihre Empfehlungen dann autoritär durchzusetzen wissen. Statt dass also nach Wegen gesucht wird, erkrankten Menschen individuell zu helfen, zielt der medizinische Ansatz darauf ab, alle Menschen zu kontrollieren, in der Annahme durch diese Kontrolle eine Heilung eines Großteils der Menschen zu ermöglichen.

Mir ist dabei völlig egal, ob die Medizin schließlich Recht behalten wird oder ob sich das als gigantischer Irrtum erweisen wird; was ja auch immer von den Methoden der Messung abhängt. Für mich ist ausschlaggebend, dass die Ideologie der Medizin in diesem Fall, ebenso wie in allen anderen Fällen eine autoritäre Vorstellung von der totalen Kontrolle des Menschen zu sein scheint. Dabei erscheint es mir bemerkenswert, dass die Medizin ihre „Heilkunst“ um jeden Preis zu schützen versucht. Einerseits durch Patente an Medikamenten, die Geheimhaltung von Rezepturen, aber auch durch die Zugangsvoraussetzungen der Lehre. Es scheint mir darum zu gehen, dass die Fähigkeit zu heilen nichts ist, was sich jede*r einfach aneignen kann. Das würde schließlich auch der Vorstellung der totalen Kontrolle über den Menschen widersprechen, denn wenn jede*r in der Lage wäre, sich grundlegende Fertigkeiten des Heilens anzueignen und sich Menschen dadurch gegenseitig heilen würden (so wie das natürlich dennoch schon immer stattfand, wenn sich Menschen gegenseitig pflegen, wenn sie krank sind), wäre dieser ganze Prozess viel weniger einheitlich und kontrollierbar.

Vor diesem Hintergrund fällt es mir schwer, Kritiken nachzuvollziehen, die als Reaktion auf die derzeitige Corona-Pandemie einen Ausbau des Gesundheitssystems „fordern“ bzw. befürworten und/oder als Lösung in den Raum stellen. Das Gesundheitssystem auszubauen bedeutet doch nichts anderes, als dieses Expert*innentum einerseits und diese Ideologie der totalen Kontrolle über den Menschen andererseits fortführen zu wollen. Eine Medizin jenseits dieser Vorstellungen kann für mich nicht innerhalb dieses Gesundheitssystems liegen, ja nichteinmal in der Tradition dieser Medizin.

Für mich ist die derzeitige Medizin eine Institution, die ich zerstören muss, um frei sein zu können. Und ich wüsste nicht, warum der Ausbruch einer Pandemie daran etwas ändern sollte.

[Hubei Provinz] Wütende Menschen greifen die Cops an und randalieren, nachdem sie daran gehindert wurden, die Region zu verlassen

Auf der Brücke über den Yiangtzee, die die benachbarten Provinzen Jiangxi und Hubei verbindet (in der Hauptstadt der Hubei-Provinz, Wuhan, wird der Ursprung der Corona-Pandemie vermutet), brach ein gigantischer Riot aus. Tausende wütender Menschen, die seit Monaten eingesperrt waren, strömten aus Protest aus der Hubei-Provinz und versuchten, die Brücke zu überqueren, wo sie mit Riot-Cops der benachbarten Provinz zusammenstießen, die sie daran hinderten, zu passieren, solange der chinesische Staat die Einschränkungen nicht aufgehoben hätte. Randalierer*innen warfen Bullenwägen um und zerstörten sie, bewarfen die Cops mit Steinen und stahlen sogar ein Schutzschild aus einem der Vans, um die Cops mit ihren eigenen Waffen anzugreifen. Wir hören, dass keine*r die Lügen der Kommunistischen Partei wirklich glaubt, die behauptet, dass der Virus unter Kontrolle sei und auch, dass die Menschen genug von der ganzen Repression haben.

Mensch kann nur erwarten, mehr solcher anti-sozialen Wutausbrüche, wie diesen auf der ganzen Welt zu sehen, wo die Regierungen und Staaten überall ihre wahre autoritäre Natur zeigen im  Angesicht des Coronavirus und der Angst, der Massen, die dieses hervorruft, die selbst eine Krankheit ist.

Wir werden uns bald wieder mit einem Bericht über die Zunahme von Technologie, die rasant verbreitet wird, um uns alle noch besser zu unterdrücken, im Namen des Krieges gegen Covid-19!

Die Unzivilisierten

Übersetzung eines englischen Textes bei 325.

[Bristol] Riots gegen die Polizei und Brandstiftungen, nach Ausrufung des Notstands

23. März 2020 – Nachdem der (nun infizierte) Premierminister Boris Johnson den Notstand ausgerufen und die neuen Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus vorgestellt hat, belästigten Cops am Abend in Southmead, Bristol junge Leute auf den Straßen. Die Polizei wurde mit Steinen und Flaschen angegriffen und zwei Lieferfahrzeuge der Supermarktkette Iceland wurden außerhalb ihres Depots angefackelt. In der ganzen Stadt wurden außerdem mehrere Autos zerstört und in Brand gesteckt. Junge Menschen stehen bereits unter „besonderer Beobachtung“ – d.h. Missbrauch, Verprügeln, Belästigungen, Zerstreuungen, Sonderbestimmungen – durch die Polizei und Randale und sich zur Wehr setzen sind die einzige wirkliche Lösung; nicht zuhausebleiben und Angst haben.

Die Supermärkte und andere Unternehmen, die massiv von dieser „Krise“ – für die alleine die Strukturen der Macht und des Kapitals verantwortlich sind – profitieren sind valide und verständliche Ziele der nihilistischen und anti-sozialen Wut über diese Situation. Die Lügen der Medien erzählen uns, dass wir „alle in einem Boot sitzen“, aber es ist klar, dass wir das nicht tun und niemals tun werden.

Es ist der Kampf der jungen Menschen und der Unbeherrschbaren gegen dieses kranke System und das ist nur ein Tropfen des Regens, der kommen wird.

Tod den Politiker*innen, der Polizei und denen, die diese Welt vergiftet haben.

Übersetzung des englischen Originals bei 325.

[Bremen] Auto von Immobilienunternehmen abgefackelt, Scheiben an Auto von Engel & Völkers zerstört

Wir sollen zu Hause bleiben und jeden Kontakt mit anderen vermeiden. Wir sollen solidarisch sein, denn tun wir das nicht, verbreitet sich das tödliche Virus. Wir verlieren uns in den Nachrichten. Wir verfallen in Schockstarre.

Die Pandemie ist Realität und wir alle tragen Verantwortung. Verantwortung gegenüber der Eindämmung der Krankheit. Jedoch auch Verantwortung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung. Wir sitzen nicht alle „im selben Boot“, nur weil wir alle von der Krankheit betroffen sein können. Die Pandemie, oder vielmehr der Umgang mit dieser, verschärft die sowieso schon prekären Lebensumstände. […] Parallel dazu beschleunigen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus autoritäre gesellschaftliche Entwicklungen, wir erkennen hier drei wesentliche Punkte:

– Verschärfung des technologischen Angriffs
Der Umstieg auf webbasierte Heimarbeit, die Verlegung von kulturellen Begegnungen wie Konzerten oder Partys in virtuelle Räume, online Schulunterricht, die Verdrängung von Einzelhandelsgeschäften durch den Online-Handel, sowie die Analyse von Handydaten zur biopolitischen Bevölkerungskontrolle, um nur einige Beispiele zu nennen.

– Erprobung von Aufstandsbekämpfungsmaßnahmen
Der Militäreinsatz im Inneren, die Schließung der Grenzen, Ausgangssperren, erweiterte Befugnisse für die Polizei, komplettes Wegfallen der liberalen Gegenöffentlichkeit in Form von Demos und Kundgebungen, all diese Maßnahmen sind – ungeachtet ihrer Nützlichkeit zur Eindämmung der Pandemie – auch wichtige Erfahrungen für die Bekämpfung von kommenden Aufständen.

– Verschärfte Prekarisierung
Es zeichnet sich deutlich ab, dass die Krise des Virus, von einer Krise der Wirtschaft abgelöst wird. Über die Umverteilung von Steuergeldern an die Konzerne und Unternehmen hinaus, lässt sich gerade nur schwer voraussehen, welche Auswirkungen die kommende Wirtschaftskrise haben wird. Wenn wir jedoch auf die vergangene Krise schauen wird klar, dass wir mit der ganzen Bandbreite neoliberaler Reformen zu rechnen haben.

Alles in allem gibt es gerade viele Gründe (offline) zu agieren, zu analysieren und zu beobachten.
Wir sind waren Unterwegs, um zu erfahren, ob es noch möglich ist sich Nachts zu bewegen. Und siehe da, es ist möglich.

Unsere ersten Maßnahmen sind zwei zerstörte Fahrzeuge von Immobilienunternehmen:

– ein abgebrannter Smart von IMMO-BREMEN
– zerstörte Scheiben an einem Kleinwagen von Engel und Völkers

Gegen Ohnmacht und Isolation: Kopf aus dem Sand!

Autonome Gruppen

Anmerkung: Laut Presse hat wurde durch den brennenden Smart eine Hecke in Brand gesetzt, was wiederum die Scheiben eines Wohnhaus beschädigte und zur zeitweisen Evakuierung von zwei Menschen geführt hat. Daran ist nichts schön zu reden. Wir entschuldigen uns! Und werden in Zukunft noch vorsichtiger sein! An alle Nachtaktiven: Seid vorsichtig in engen Straßen!

Quelle: Chronik

[Hamburg] Privat-PKW von Zollbeamtem abgebrannt

Der Zoll ist klar als festes Standbein des deutschen Staates zu betrachten. Die Vollzugsbereiche der Zollverwaltung arbeiten in vielen Bereichen eng mit den Polizeien der Länder und des Bundes sowie anderen Behörden zusammen. Sie sind Strafverfolgungsbehörden und werden auch zur Terrorbekämpfung eingesetzt. Wenn auch die EU-Außengrenzen weit weg scheinen, so sind es doch auch hier die Behörden, die fester Bestandteil der Abschottung und somit der Ermordung und Isolierung Tausender an den Grenzen sind. […]

Ob im In- oder Ausland sind sie als wichtiges Rädchen der unterdrückerischen Politik zu betrachten und somit absolut angreifbar. Ob einfache Streifenbullen, BePo, BFE, USK, GSG, SEK, Bundespolizei, Reiterstaffel, Staatschutz, Verfassungsschuz, oder eben der Zoll. Alle tragen ihren Teil zur Unterdrückung und Überwachung menschlichen Lebens bei.

Wenn das Ziel ein herrschaftsfreies Leben ist, so geht der Weg daher einher mit Angriffen auf die aufrechterhaltenden Strukturen der Macht. Die Diener des Staates bleiben die selben Unterdrücker, auch wenn sie nach Feierabend ihre Uniformen ausziehen und in ihr bürgerliches Privatleben zurückkehren. Doch wenn sie nicht aufpassen trifft es sie auch vor der eigenen Haustür. So brennt Sonntag Nacht ein Privat-SUV eines Zollbullen in Eimsbüttel.

Gerade in Zeiten der Pandemie und der einhergehenden Verschärfung und Einschränkung der Bewegungsfreiheit ist es um so wichtiger sich die eigene Handlungsfähigkeit zu bewahren und sich selbst und anderen Subversiven zu zeigen, dass der Kampf gegen die Zwänge dieser Zeit immer weiter geht, egal wie verrückt und schwierig es scheint. Wenn in der vom Staat gewollten Isolierung klein bei gegeben und der drohenden Ausgangssperre Schulter zuckend gegenüber gestanden wird, wird ihm die Chance gegeben seine Machenschaften ungestört und ohne Beobachtung fortzusetzen. Denn die Herrschenden sind nicht von Ausgangssperren und der gleichen betroffen. Es werden weiter munter Leute abgeschoben und in den Tod geschickt, Menschen nach rassistischen Merkmalen kontrolliert und eingesperrt, anarchistische Wohnprojekte, wie in Berlin, belagert und an der Demontage eines freien und würdevollen Lebens gearbeitet.

Ob Zoll oder Streife, ob privat oder im Dienst.
Feuer der Aufrechterhaltung der Macht.
Liebe und Freiheit den Kämpfenden Menschen an den Grenzen und in den Knästen!

[Spanien, Porto, Sao Paulo, Italien] Liste von Knastaufständen in Folge der Corona-Pandemie

Die folgende Chronik von Knastaufständen, Ausbrüchen und Gefangenenprotesten in Spanien und einigen anderen Regionen aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen und Schikanen in den Knästen dieser Welt wurde zuerst bei panopticon.noblogs.org veröffentlicht. Sie bildet nur einen Teil der derzeit weltweit stattfindenden Knastrevolten ab.

Spanischer Staat

– Brians I [Barcelona]: Mehr als 100 Gefangene im Hungerstreik aufgrund von Isolationsmassnahmen, mangelnder Information und Inkonsequenz.

– Wad Ras [Barcelona]: Am Dienstag, 17. März rufen die Gefangenen zu einem Hungerstreik auf, gegen den Verbot von Familienbesuche.

– Fontcalent [Alicante]: Die Gefangenen protestierten am Sonntag, den 15. März, mit einem Lagerfeuer im Innenhof wegen mangelnder Information und mangelndem Schutz vor dem Coronavirus.

– Tahiche [Lanzarote]: Am Sonntag, dem 15. März, umzingelten mehrere Gefangene aus dem Trakt Nummer 3 die Gefängniswärter, tadelten sie und bedrohten sie. Fünf Häftlinge wurden schließlich in das Isolationstrakt verlegt. Die Spannung wurde durch die Aussetzung der Familienbesuche verursacht, während die Beamten keine Handschuhe oder Masken trugen.

– Sangonera [Murcia]: Am Sonntag, dem 15. März, hielten die Gefangenen ein Sit-in ab, um gegen die Einschränkungen und die medizinische Vernachlässigung zu protestieren.

– Picassent [Valencia]: Am Dienstag, dem 17. März, bewaffneten sich die Gefangenen der Einheit 2 mit Stöcken und begannen, auf die Möbel zu schlagen und die Gefängniswärter anzuschreien. Der Grund dafür sind wiederum die Isolationsmassnahmen.

– Alcalá de Henares [Madrid]: Am Samstag, dem 14. März, schlägt ein Häftling einen Gefangenen ins Gesicht und verursacht einen Bluterguss.

– CIE de Aluche [Madrid]: Am Dienstag, 17. März, stiegen mehrere Häftlinge auf das Dach und forderten Freiheit und Schutz vor dem Coronavirus.

Portugal

Im Gefängnis von Porto kam es zu einem Aufstand, bei dem mehrere Personen von den Wärtern am Kopf verletzt wurden. Anlass war die Absage von Familien- und Anwaltsbesuchen und die Weigerung, in den Gemeinschaftsräumen Essen zu geben.

Italien

In 27 Gefängnissen im ganzen Land kommt es zu Unruhen und Meutereien. In Modena, im Norden, sind sechs Häftlinge gestorben, von denen drei nach Angaben der Behörden an einer Überdosis starben. In Foggia gelang 370 Häftlingen die Flucht, von denen 70 verhaftet und ins Gefängnis zurückgebracht wurden (Daten des Verbands der Autonomen Gewerkschaften der Nationalen Strafvollzugspolizei). Andere Quellen sprechen von 50 entflohenen Häftlingen, von denen 34 noch auf freiem Fuß sind.

Brasilien

Mindestens 1.350 Gefangene entkamen am Montag, den 16. März, aus drei Gefängnissen im Bundesstaat Sao Paulo, inmitten von Unruhen, die durch Besuchsbeschränkungen und befristete Genehmigungen ausgelöst wurden.

[Santiago] Meuterei und Fluchtversuch im Gefängnis/Unternehmen Santiago 1

Die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie in den Gefängnissen hat eine kritische Situation hervorgerufen, die zu der Überfüllung und den brutalen Haftbedingungen in den Vernichtungszentren des chilenischen Staates beiträgt.

In den Gefängnissen des Staates würden die Maßnahmen darin bestehen, Besuche zunehmend einzuschränken, die Einreise bestimmter Personen zu verbieten und natürlich die Gefangenen ihrem Schicksal zu überlassen. Es gibt keine medizinischen Kontrollen, keine Hygiene- oder Sicherheitsmaßnahmen, einschließlich in Santiago 1 wurde ein für den Gesundheitsbereich zuständiger Gefangener wegen der Symptome von Covid-19 in Quarantäne gesetzt, weil seine Polizistenfrau Kontakt zu einem Infizierten hatte.
Die Situation explodierte am Donnerstag, dem 19. März, mit einem gewaltigen Aufstand um die Flucht der Gefangenen aus dem Gefängnis Santiago 1, insbesondere aus Modul 31, wobei sie die Kontrolle über den Sektor übernahmen, die Wache in Brand setzten und die Tore öffneten, um den Korridor zu betreten, in dem sie der Gendarmerie gegenüberstanden.

Laut Presseberichten hatte die Sicherheitsabteilung der Gendarmerie einen Plan zur Flucht mit Unterstützung von außen entdeckt.
Der Aufstand wurde nach vielen Stunden niedergeschlagen, ohne dass die Gefangenen die Umfassungsmauer erreicht hatten. In verschiedenen Abteilungen erhob sich die Mobilisierung ebenfalls gegen die Gefangenen, die mit Schlägen und Pellets reagierten, so dass eine Bilanz von 25 Verletzten, darunter einer mit Augentrauma, zu den mehr als 450 durch den Aufstand verstümmelten hinzukam.

Nach den Ausschreitungen und Fluchtversuchen folgten Repression, Gefangenschaft, Strafen und Überstellungen.

Angesichts der Pandemie und des sicheren Todes in den Gefängnissen ist Flucht die einzige Option zum Überleben.

Solidarität mit den Meuterern in Santiago 1!

 

Deutsche Übersetzung von panopticon.blogsport.eu (leicht verändert), Original von Publicacion Refractario.

[Tabriz] Knastaufstand im Tabriz Central Prison

Am 26. März 2020 [Donnerstag] kam es in einigen Abteilungen des Tabriz Central Prisons, einer Stadt im nordwesten des Irans, zu Aufständen einiger Gefangener, nachdem es bereits zuvor in zahlreichen iranischen Gefängnissen Hungerstreiks der Gefangenen, aufgrund der miserablen Lage in den Gefängnissen, der Ausbreitung des Coronavirus und einigen Todesfällen von Gefangenen gegeben hatte.

Der offiziellen Berichterstattung der staatlichen Nachrichtenagenturen zufolge belagerten die Bullenkräfte die Regionen um das Gefängnis herum und es seien Schüsse zu hören gewesen.

Das heuchlerische und unterdrückerische totalitäre Regime des Irans hatte die Gefangenen mit Tränengas und Schussalven angegriffen und außerdem mehrere der Gefangenen verletzt.

Freie Übersetzung der englischen Übersetzung bei athens.indymedia.org.