[Crest und Eurre, Frankreich] Kabelbrände blockieren TGV

Die Hochgeschwindigkeitslinie ist in der Drôme unterbrochen, wegen mehreren Brandstiftungen in der Nacht von Donnerstag, den 24. Juni auf Freitag, den 25. Juni, gegen 3 Uhr morgens in Crest.  Strom-, Signal- und Glasfaserkabel wurde an vier verschiedenen Orten in einem Bereich von 100 m² angezündet. Die Schäden sind groß, 50 Spezialisten der SNCF [entspricht der DB in Deutschland] sind zur Reparatur vor Ort. Die Schadenshöhe ist von der SNCF noch nicht beziffert worden.

Die Reparaturen werden andauern, der Verkehr könne am Samstag gegen 16 Uhr wieder seinen Normalbetrieb aufnehmen, eine Schätzung der SNCF, nichts ist in diesem Stadium sicher. Die Züge verkehren, sind jedoch gezwungen über die klassische Linie zu fahren. Das bedeutet, das kein Zug vom Bahnhof Valence TGV [der Schnellzugbahnhof] starten oder ihn anfahren kann. Die Züge müssen über Valence Ville [den normalen Bahnhof] fahren. Die Linie Paris-Marseille, die sehr frequentiert ist, ist besonders betroffen.

Alle TGV [entspricht dem ICE in Deutschland] und die TER [Regionalzüge]  sind auf derselben Linien vereint, weshalb es zu Staus kommt. Der SNCF zufolge haben alle Züge am Freitag rund eine Stunde Verspätung. Die SNCF hat Anzeige erstattet. Die Ermittlungsgruppe von Grenoble ist zusammen mit der Recherchebrigade von Crest mit den Ermittlungen beauftragt. Im Dezember 2019 gab es bereits einen ähnlichen Brandstiftungsfall, mit derselben Methode. Auch da waren die Züge gestoppt worden.

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„An diesem Freitag, den 25. Juni, gegen 03h30 in der Früh wurden vier Signalkabelschächte im Süden von Valence, die an der Hochgeschwindigkeitslinie Méditerranée angesiedelt waren, angezündet“, berichtete die SNCF in einer Erklärung.
„Ein Sabotageakt wurde auf die Hochgeschwindigkeitslinie auf Höhe von Eurre in der Drôme verübt, unterirdisch verlegte Elektrokabel wurden entlang der Schienen angezündet und die Stromversorgung und die Signale unterbrochen“, hat die Präfektur von ihrer Seite aus präzisiert.
Auf den Fotos, die am Ort der Zerstörung gemacht wurden, kann man verkohlte Kabel erkennen. Die SNCF erklärte, dass es sich um einen großen Schaden handele. […]

Ein Verantwortlicher brachte heute morgen alles auf den Punkt. „Seit gestern (Freitag), 4 Uhr morgens, haben wir mehr als 50 spezialisierte Mitarbeiter der SNCF mobilisiert. Es sind besondere Reparaturen, die gemacht werden mussten“, erklärte an diesem Samstag Morgen Alexandre Bertholet, der Verantwortliche der Hochgeschwindigkeitslinie Marseille-Valence, „wir mussten mehr als 20 Kabel ersetzen. Mehr als 1000 Meter Kabel wurden erneuert.“
Über den Austausch dieser 20 betroffenen Kabel hinaus mussten außerdem Überprüfungen vorgenommen werden. „Wir mussten Ressourcen mobilisieren, um diese Bauarbeiten durchzuführen, aber auch um zu überprüfen, ob alles funktioniert um sichergehen zu können, dass wir diesen Morgen (Samstag) den Verkehr in normaler Geschwindigkeit und in voller Sicherheit wiederaufnehmen können.“

Zusammenschnitt aus mehreren Pressartikeln, übernommen von Attaque