Eine Verteidigung des Primitivismus gegen seine falschen Kritiker*innen

Wer sich mit primitivistischen Erzählungen auseinandersetzt, die*der mag oft den Eindruck erlangen, dass es sich hier um eine (vermeintlich) säkularisierte Erzählung vom Paradies handelt, aus dem – der in der westlichen – christlichen – Zivilisation verbreiteten Version der Erzählung nach – Adam und Eva einst vertrieben wurden, weil sie gesündigt hatten. Und tatsächlich scheint die Erbsünde, im Primitivismus die Zivilisation, fortan allen Menschen den Zugang zu diesem Paradies zu verwehren. Und so kommt es auch, dass – in der ein oder anderen Form – Christentum ebenso wie Primitivismus die mögliche und doch vom Individuum eher unbeinflussbare Wiederkehr dieses Paradieses in der Zukunft verheißen, freilich nur, wenn es gelingt, ein sündenfreies Leben gemäß den einschlägigen Regeln zu führen. [1]

Was den einen jedoch der industrielle Kollaps ist, das ist den anderen wiederum der technologische Fortschritt. Und während die einen auf einer linearen und scheinbar alternativlosen Zeitschiene zurück wollen, wollen andere nichts anderes als nach vorne. Und zuweilen frage ich mich da, in welche Richtung der Nebel, der die Sicht verschleiert, wohl dichter ist und ob der Blick nicht gerade dort, wo die Sicht eigentlich klar zu sein scheint, eher Zeuge einer Fata Morgana geworden ist. Während ich Wolfi Landstreichers „Eine Kritik, kein Programm: Für eine nicht-primitivistische, antizivilisatorische Kritik“ hinsichtlich des Primitivismus nicht viel hinzuzufügen habe, so scheint es mir dennoch notwendig, jenen, die dem Primitivismus vor allem deshalb zu zürnen scheinen, weil er ihre liebgewonnenen zivilisatorischen „Errungenschaften“ in Frage stellt, eine Verteidigungsrede entgegen zu schleudern.

Vor allem scheint im hiesigen Kontext, an dem viele antizivilisatorische Debatten aus anderen Kontexten bislang weitestgehend spurlos vorbei gegangen zu sein scheinen, der fast nur abwertend gebrauchte Begriff „Primitivismus“ häufig synonym zu antizivilisatorischen Positionen verwendet zu werden. Mit diesem offensichtlichen und selbsterklärenden Irrtum will ich mich eigentlich an dieser Stelle gar nicht weiter befassen und doch deutet diese Verwechslung bereits darauf hin, mit welcher Form der Kritik wir es hier eigentlich zu tun haben, wenn hier oder dort mal wieder ausgiebig über den Primitivismus, der ja einfach „zurück in die Steinzeit“ wolle, gelästert wird.

Nun, dass eine der ausführlichsten verschriftlichten deutschsprachigen Kritiken am Primitivismus als Transkript eines FAU-Vortrags in der weitestgehend pro-zivilisatorischen Zeitschrift Gai Dao veröffentlicht wurde (Kritik des Anarcho-Primitivismus in Gai Dao Nr. 28, 2013), müsste ja nicht notwendigerweise bedeuten, dass diese kompletter Unfug ist. Und doch ist sie es. Der vermeintlichen „Grundannahme“ des Primitivismus, dass „Gesellschaften ohne Technologie prinzipiell egalitär organisiert wären“, wird auf platteste Art und Weise ein „Dem aktuellen Stand der Forschung nach …“ entgegengehalten, dem zwar die sicher plausible Annahme folgt, dass es sowohl egalitäre als auch hierarchische Gesellschaften gegeben hätte, für die jedoch trotzdem jegliche Quellenangabe fehlt (Eine einen Beleg suggerierende Fußnote verweist schlicht ins Nirvana). Da wünscht eine*r den Verfasser*innen dann doch insgeheim eine wütende Debatte mit den ebenfalls forschungs- und expert*innenfixierten Primitivist*innen. Doch der eigentliche Hammer folgt direkt im Anschluss:

„Hinter dieser Annahme steckt das alte Konzept des „edlen Wilden“, welches in der europäischen Aufklärung entstand und davon ausging, dass der Mensch ursprünglich in einem primitiven Naturzustand lebte wie Adam und Eva im Paradies, frei von allen negativen Eigenschaften. Dieses Konzept entbehrt nicht nur jeder faktischen Grundlage, sondern ist auch eine hochgradig eurozentristische und rassistische Zuschreibung, die historisch von Weißen an Nicht-Weiße gerichtet wurde. Diese Zuschreibung wurde unter anderem zur Legitimierung des Kolonialismus genutzt, als Weiße es sich zur Aufgabe machten, die als „Wilde“ betrachteten Menschen zu missionieren, auszubeuten und westlichen Vorstellungen zu unterwerfen. Dies wird von Anarcho-Primitivist*innen zwar nicht befürwortet, die Grundannahme ist jedoch die gleiche.“

Während man Primitivist*innen sicherlich vorwerfen kann, dass sie sogenannte „primitive“ Gesellschaften romantisieren, dass sie die Beziehungen lebender Menschen abstrahieren und zu einem Ideal erheben, dass sie eine paradiesische Vorstellung des unzivilisierten Lebens verbreiten, so ist es doch absurd, sie in Zusammenhang mit der „Legitimierung des Kolonialismus“ zu bringen, wo sie sich doch explizit auf die andere Seite stellen. Aber lassen wir doch die „Primitivist*innen“ – meines Wissens nach nannte sich Fredy Perlman nie selbst so, aber ich lasse mir hier für den Moment eingehen, dass er als solcher bezeichnet werden mag – selbst antworten:

Die Vorfahren der Zeks verrichteten weniger Arbeit als ein*e Firmenbesitzer*in. Sie wussten nicht, was Arbeit ist. Sie lebten in einem Zustand, den J.J. Rousseau den “Naturzustand” nannte. Rousseaus Begriff sollte wieder allgemein gebräuchlich werden. Er erregt die Gemüter derjenigen, die in R. Vaneigems Worten Kadaver in ihren Mündern tragen. Er macht die Rüstung sichtbar. Sage “Naturzustand” und du kannst die Kadaver hervorscheinen sehen.

Bestehe darauf, dass “Freiheit” und “Naturzustand” Synonyme sind und die Kadaver werden versuchen dich zu beißen. Die Gefügigen, die Domestizierten versuchen das Wort Freiheit für sich zu beanspruchen; sie wollen es auf ihren eigenen Zustand anwenden. Sie verwenden das Wort “wild” für die Freien. Aber es ist ein weiteres offenes Geheimnis, dass die Gefügigen, die Domestizierten gelegentlich wild werden, aber niemals frei sind, solange sie in ihrem Gehege bleiben.

– Fredy Perlman in „Against His-story, Against Leviathan!“ –

Noch Fragen?

Weiter wird in dem Text kritisiert, der Primitivismus lehne allzu große Gemeinschaften ab, da damit unweigerlich Hierarchien einher gehen würden. Als Gegenbeispiel dient den Verfasser*innen ausgerechnet die „CNT-FAI, die ihre egalitären Strukturen auch mit einer siebenstelligen Mitgliederzahl noch aufrechterhalten“ hätte. So egalitär waren diese Strukturen, dass die CNT-FAI im Jahre 1936 die Regierung stellte. Nun, was soll man dazu noch sagen? Insbesondere wenn „[d]er Autor […] zudem der Meinung [ist], dass die Organisierung großer Menschenmengen auch über weite Entfernungen hinweg durch die Nutzung moderner Kommunikationsmittel wesentlich erleichtert wird.“ Sicher hat er damit recht, aber ist die Organisierung großer Menschenmengen nicht eigentlich eher ein autoritäres Prinzip? Und selbst wenn man das mal nicht unterstellen will, bleibt der Autor eine Erklärung schuldig, warum er gedenkt, dass die „Nutzung moderner Kommunikationsmittel“ die Beziehungen der Menschen nicht, wie sicher jede*r antizivilisatorische Kritiker*in, auch die primitivistischen, argumentieren würde, so sehr prägt und entfremdet, dass man darin sicher keinen Beitrag mehr zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft sehen kann. Oder wenn ich mir hier die Worte von Günther Anders über eine andere Epoche, die von den damals modernen Massenkommunikationsmitteln bestimmt wurde, ausborge:

Der Faschismus wäre ohne Radio nicht möglich gewesen. Allein durch dieses konnten Goebbels und Co. Millionen gleichzeitig zum Hören und das bedeutet: zum Gehorchen zwingen. Die erfolgreiche Herstellung der Menschenmasse (gar der, die garnicht zusammenkommen braucht), verdanken wir den Medien. Technik ist zur Bedingung der Politik geworden.

– Günther Anders in „Die Antiquiertheit der Erfahrung und des Alters“ –

Man könnte sich vermutlich Absatz für Absatz am Text der Ziviliationsverteidiger*innen in der Gai Dao entlanghangeln und jeder Behauptung ein weitaus überzeugenderes Zitat primitivistischer oder anderer Zivilisationskritiker*innen gegenüberstellen. Aber weil es ja nicht so sehr um die konkrete Widerlegung eines einzelnen, armseligen Versuchs der Kritik gehen soll, will ich mich hier auf nur eine weitere, meiner Meinung nach paradigmatische und hochaktuelle Passage beschränken:

„Anarchist*innen sind hingegen überwiegend der Meinung, dass die meisten Technologien genutzt werden können, um das Leben der Menschen zu verbessern, bspw. durch die Verbesserung von Hygiene, Ernährung, medizinischer Versorgung und durch die Reduzierung von Arbeit. Aus diesem Grund ist die Nutzung und Adaption vorhandener Technologien für den Aufbau einer herrschaftsfreien Gesellschaft eine uralte anarchistische Forderung.“

Mag sein, dass irgendwelche Spinner*innen, die sich in den Gefilden der Kadaver von FAU und FdA herumtreiben, überwiegend dieser Auffassung sind. Was ist das aber auch für ein quantitatives Argument? Vorhandene Technologien „für den Aufbau einer herrschaftsfreien Gesellschaft“ zu nutzen und das auch noch ohne zuvor die Zivilisation zu zerstören, das mag vielleicht eine „uralte anarchistische Forderung“ mancher sein, sie ist jedoch ungefähr so naiv, wie der offenbar in der FAU verbreitete Glaube, dass Fabriken nur in die Hände der Arbeiter*innen übergeben werden müssten und schon würden sich alle Probleme der Gesellschaft in Luft auflösen. Technologie ist immer das Produkt der sie umgebenden gesellschaftlich-zivilisatorischen Strukturen und als solche kann sie auch überhaupt nur nützlich sein, diese Strukturen zu reproduzieren. Was nützt mir etwa ein Auto, wenn ich keinerlei Erdöl fördere oder zur Verfügung habe, oder wenn es gar keine Straßen gibt? Was nützt mir ein Kernkraftwerk oder ein Kohlekraftwerk oder auch ein „grünes“ Wasser-, Wind- oder Solarkraftwerk, wenn ich doch gar nicht weiß, was ich mit all der produzierten Energie anfangen soll? Und wenn ich nun Straßen (wieder)errichte, (wieder) Erdöl fördere und mit all der überschüssigen Energie (wieder) irgendwelchen Scheiß produziere, den keine*r braucht, inwiefern unterscheidet sich meine „neue“ Gesellschaft dann noch von der alten? Vielleicht werde ich dann von einem „Arbeiterrat“ statt einem Parlament regiert und verwaltet, – oder schlimmer noch – vielleicht verwalte ich mich sogar selbst, aber in jedem Fall kann ich doch nicht von mir behaupten, dass ich nun „frei“ wäre, oder? Würde sich meine neue „Freiheit“ nicht darauf beschränken, das gleiche wie vorher zu tun und es nur statt „Ausbeutung“ eben „Freiheit“ getauft zu haben?

Aber auch wenn solche prozivilisatorischen Vorbehalte gegenüber dem Primitivismus zu überwiegen scheinen, ist es doch uninteresssant, sich mit ihnen weiter auseinanderzusetzen. Spannender ist es, die Argumente der linken Kritiker*innen des Primitivsimus zu betrachten, die sich selbst tatsächlich als antizivilisatorisch verstehen. Nur tut man sich hier schwer, eine ausformulierte Kritik am Primitivismus zu finden. So findet man beispielsweise in der Einleitung der DELETE von capulcu die Überschrift „Technologiekritik ist Herrschafts- und Zivilisationskritik – Kein Primitivismus!“, sucht dann aber im darauf folgenden Absatz erfolglos nach einer tieferen Auseinandersetzung mit dem Primitivismus. Mehr noch, man vermisst eigentlich auch jegliche antizivilisatorischen Positionen im darauf folgenden Absatz. Einmal wird das Thema dann doch noch einmal aufgegriffen – oder sagen wir besser: gestreift –, nämlich im Artikel „Strategien im Widerstand“ unter der Unterüberschrift „Alternativen“:

Wir brauchen Alternativen. Wir müssen akzeptieren und verstehen, warum so viele Menschen spezifische Technologien nutzen (wollen). Nur so können wir analoge UND digitale (ja, wir wollen nicht zurück in die Steinzeit) Alternativen aufbauen, die eine Wirkmächtigkeit gegen Lenkung, Entmündigung und Entfähigung entfalten. Für uns sind alternative Infrastruktur, Tools und digitale Selbstverteidigung Teile unseres Widerstands. Aber Alternativen sind nicht rein technischer Natur. Wie verändert der Digitalismus unsere Beziehungen und Kommunikation, unsere Verbindlichkeit und Verlässlichkeit? Wie können wir dem auch ganz analog begegnen?

Was soll diese ständige Abhandlung in Randbemerkungen, Fußnoten und Nebensätzen des Primitivismus? Traut man sich eine differenzierte Abgrenzung nicht zu? Will man diese nicht leisten oder hält man es nicht für nötig? Es ist ja nicht so, dass eine solche bereits irgendwo existieren würde und man sich folglich immer wieder auf diese bezöge. Und wie kommt es, dass „digitale Alternativen“ (zu was eigentlich) hier der „Steinzeit“ gegenübergestellt werden? Vertritt man auch bei capulcu die Theorie, dass die Geschichte ein linearer Zeitstrahl wäre, auf dem man sich entweder voran oder zurück bewegen könne? Zumindest fragt man sich das umso mehr, wenn man den Untertitel der DIVERGE liest: „Abweichendes vom rückschrittlichen ‚Fortschritt'“. Ist man dem Fortschrittsgedanken doch so sehr verbunden, dass man darauf angewiesen ist, den Fortschritt, mit dem man selbst uneinverstanden ist, in Anführungszeichen zu setzen und ihn als „rückschrittlich“ zu bezeichnen? Aber zurück zu der Gegenüberstellung von „digitalen Alternativen“ und der „Steinzeit“. „Alternative Infrastruktur“ und „Tools“, inwiefern sind sie Teil eines Widerstands gegen – sagen wir – Zivilisation? Ich denke das bleibt vor allem deshalb so vage, weil es auch capulcus schwer fällt, diese Begriffe mit Inhalt zu füllen. Ist etwa TAILS als ein „alternatives Tool“ eine Alternative, von der ich wollen kann, dass sie einen von mir gewollten Zerstörungsprozess überdauert? Ich denke nicht, ebensowenig wie ich, auch wenn ich diese für meinen Widerstand benötige, Schusswaffen für eine geeignete „Alternative“ zum Bestehenden halte. Aber ich denke daher kommt auch die falsche Opposition aus Digitalem und Steinzeit. Daher, dass man sich letztlich doch nicht so ganz von der Vorstellung verabschieden will, dass man für eine Zukunft streiten könnte, in der ich nicht mal eben kurz etwas auf Wikipedia nachschlagen kann, ja in der vielleicht sämtliche Bibliotheken auseinandergerissen oder niedergebrannt wurden. Ich will hier gar nicht die unterschiedlichen – mehr oder weniger ausdifferenzierten, konkretisierten und naiven – Zukunftsvisionen des Primitivismus und der, die vielleicht einige capulcus haben könnten, gegeneinander aufwiegen, sondern lediglich die Vermutung äußern, dass diese Haltung gegen den Primitivismus eben nicht aus einer Ablehnung seines utopischen Gehalts an sich, sondern eher aus einer inhaltlich anderen Utopievorstellung resultieren mag.

Was capulcu hier schriftlich festhält, bzw. was ich ihnen unterstelle zu meinen, das beobachte ich besonders verbal ziemlich häufig, ganz besonders in den linken Gefilden des Anarchismus. Und ein ums andere Mal habe ich das Gefühl, dass ein „wir wollen nicht zurück in die Steinzeit“ dafür herhalten muss, spezifische Kritiken des Primitivismus eben nur scheinbar zu widerlegen. Denn nur weil ich nicht „zurück in die Steinzeit“ will, bedeutet das ja mitnichten, dass eine Kritik an Landwirtschaft, Arbeitsteilung, Sprache und Kultur, usw., wie sie von Primitivist*innen in der Regel herausgestellt wird, falsch ist.

Und auch wenn ich selbst sehr skeptisch gegenüber Erzählungen bin, die statt darzulegen, weshalb diese oder jene Entwicklung die Entstehung von Herrschaft begünstig(t)en, einfach nur einen Abgleich mit einem „primitiven“ Ideal leisten, so gibt es doch auch all die anderen Erzählungen von – selbstbezeichnenden und von außen so bezeichneten – Primitivist*innen, die – meiner Meinung nach – recht plausibel darlegen, warum Landwirtschaft, Arbeitsteilung, Sprache und symbolisches Denken, etc. die Entstehung von Herrschaft begünstigt haben (könnten). All das – und häufig zusätzlich noch all die anderen antizivilisatorischen Kritiken – einfach in einem Nebensatz à la „wir wollen nicht zurück in die Steinzeit“ beiseitezuwischen, halte ich für eine unwürdige Auseinandersetzung.

Und genau gegenüber diesem – meiner Beobachtung nach weit verbreiteten – Reflex verteidige ich die analytischen Positionen des Primitivismus, genauso wie gegen diejenigen prozivilisatorischen Spinner*innen, die nicht einmal begriffen haben, wovon sie reden!

Endnoten

[1] Bei alldem will ich mich gar nicht darauf einlassen, selbst Stellung dazu beziehen, ob es nun einmal ein „Goldenes Zeitalter“ gegeben haben mag, für das unzählige kulturhistorische Indizien zu existieren scheinen. Kann ja sein, dass das Leben der nichtzivilisierten Menschen einmal paradiesisch war, kann auch sein, dass sie das auch einfach immer schon gerne gehabt hätten und sie das deshalb in ihre Vergangenheit projiziert haben, ich kann das heute nicht mehr sagen und ich will meine Zeit auch nicht damit verschwenden, das herauszufinden. Es geht mir vielmehr darum, dass zumindest eine unmittelbare Wiederkehr eines solchen paradiesischen Zustands durch die Zerstörung der Zivilisation nicht plausibel, nicht realistisch ist und tatsächlich ja auch von Primitivist*innen gar nicht behauptet. Aber wenn ich einer Theorie – der primitivistischen – zufolge auf das Paradies nur als Wiederkehr in hunderten von Jahren zu hoffen vermag, dann gibt mir das keinen Wert, keine Perspektive, keinen Ausgangspunkt. Für eine weitere Ausführung dazu verweise ich auf Wolfi Landstreicher „Eine Kritik, kein Programm: für eine nicht-primitivistische Zivilisationskritik“.