Aphorismen zur Coronakrise

Mobilmachung 2.0

Die emotionale und reale Mobilmachung, nicht in auf das Schlachtfeld, sondern zurück in das «home und castle», «the top of my dome»… Die Mobilmachung gegen den Feind, der der Träger des Virus ist sowie das Virus selbst. Wobei aber der potentielle Träger sowohl mobilgemacht als auch eingesperrt wird, wobei der mobilgemachte eben – wie immer schon – eigentlich Kanonenfutter oder Versuchskaninchen ist. Wie können wir diese Mobilmachung verweigern?

Schuld an der Ansteckung…

Aber jetzt der ewige Apell an die Verantwortung. Der Träger des Virus sei Schuld an einer Ansteckung. Eine Philosophie, welche bei HIV vielleicht noch verständlich ist, aber in diesem Fall bis zum Exzess getrieben wird.

Ein Virus ist nunmal einfach da. Und Verantwortung für das Risiko, dass da draussen Viren sind, hat eigentlich niemand so richtig (ausser die Hypothese, dass covid-19 ein Laborprodukt sei, würde stimmen). Aber der Diskurs verschiebt sich, und plötzlich der Apell an die individuelle Verantwortung. Man betrachte sich etwa folgenden Perfiden Satz aus einem Strategiepapier der deutschen Regierung:

«“Kinder werden kaum unter der Epidemie leiden“: Falsch. Kinder werden sich leicht anstecken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern. Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.»

Natürlich wäre es das schlimmste, wenn das Kind dieses Gefühl hätte. Aber: dieses Gefühl müsste eben auch irgendwer vermitteln. Und dass es vermittelt wird, um die Akzeptanz der gegenwärtigen Massnahmen zu fördern, ist offensichtlich. Aber es ist halt etwas faul daran. Natürlich ist der von einem Virus befallene nicht Schuld daran, ebensowenig wie andere Verdrehungen, wie etwa, das man an eigener Armut selbst Schuld sei…

Aber die Verantwortung, den Kindern (und nicht nur) solche Flausen in den Kopf zu setzen, die sollten diese Leute vielleicht mal tragen!

Opfergaben…

Die Vertreter dieses mörderischen Systems argumentieren immer mit «Leben retten». Rettet leben – opfert euch selbst. Das Opfer ist immer präsent. Einige Leute der Wirtschaft opfern. Oder die Wirtschaft der gesellschaftlichen Stabilität? Zumindest opfere du dich für die anderen. Die religiöse Logik dahinter fällt scheinbar nicht auf, «die Anderen», sie sind doch real. Die Fiktion „Allgemeinheit“, diese Gemeinheit… Oder auch Gottheit.

Und anstatt zu diskutieren, was jetzt für was geopfert werden soll, lasst uns blasphemisch gegen jede Gottheit sein, und jegliche Aufopferung verweigern. Nur die allgemeine Hybris wird uns befreien!

Leben, qu’est-ce que c‘est?

Der Schock ist noch nicht vorbei. Die kleinen «Restfreiheiten» auch noch weg, und das aufgrund eines Virus. Aber, schon vorher, und jetzt erst recht: was ist Leben? Ist Leben das Vegetieren vor dem Fernseher, das Abrackern bei der Arbeit, das Abschiessen bei der Party (jetzt sogar verboten), der Konsum und die Familie?

«Wenn die Fallsterblichkeit unter diesem Wert liegt, muss davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Toten nicht richtig gezählt wird.» (Strategiepapier BRD)