Gegen das sterile Überleben

Schon vor paar Monaten geschrieben, jetzt wieder ausgegraben…

Die Angst vor der Katastrophe prägt das Denken einer Bevölkerung, welche sich selbst nicht mehr anders wahrnehmen kann als als Zahlen in einer Statistik. Selbst komplett von ihrem lebendigen Kern entfremdet, haben sich die allermeisten schon daran gewöhnt, einen Grossteil ihres Lebens vor Bildschirmen zu verbringen, während der reale, ansteckende, gefühlvolle und auch konfliktive, intensive, oftmals schwierige, aber allemal lebendige Kontakt mit den Menschen immer mehr eine Unbekannte bleibt. Alle verstecken sich hinter ihrer Maske, abgeschottet in ihrer Blase, welche sie nicht mal mit den Nächsten teilen, und wissen nicht, was eigentlich das Potential von menschlicher Beziehung sein könnte. Stattdessen flüchtet ihre Sehnsucht in Ersatz-Befriedigungen – sei es die Pornografie oder sei es die Protagonisten der Serien, welche in den Gesprächen oftmals die Rolle der besten Freunde einnehmen – da Freundschaft sonst kaum bekannt ist. Individualität wird mit Identitäten verwechselt, etc. etc. etc. All das zu schildern ist mir jetzt zu blöd, jeder kann es weiterspinnen – jeder kann es, sei es als Kritik an andern oder an sich selbst weiterdenken.

Was ist Leben? Angst vor der Katastrophe? Angst vor dem Tod? Anpassung, Überlebenssicherung und Isolation? Was würdest du machen wollen, wenn du mit gewissen Vorerkrankungen an allen möglichen, sonst eher harmlosen Viren draufgehen könntest? Die ganze Welt in ein Gefängnis verwandeln, dich isolieren und vegetieren? Scheinbar ja. Oder zumindest angeblich. Dies ist zumindest die Figur, vielleicht grossteils fiktiv, welche als Argument hinhält, dass die grösste Katastrophe die wäre, dass das Sterberisiko der ohnehin schon gefährdeten Menschen statistisch etwas ansteigen könnte. Während zur Abwendung dieser Realität jeder Einschnitt, jede absolute Unterwerfung angebracht erscheint – vorübergehend natürlich.

Aber was heisst vorübergehend? Die Konditionierung wird Spuren hinterlassen und das soll sie auch. Die Integration in die technologische Welt, die Ersetzung realer Beziehungen durch Bildschirme und Lautsprecher – sie erhält jetzt einen massiven Schub. Es ist auch kein Wunder, dass eine der Hauptfiguren der WHO – Bill Gates höchstpersönlich (ja sorry, is halt so…) – schon seit Jahren ein solches Szenario herbeifaselt, wie es sich jetzt abspielt. Dass er dabei ein finanzielles Interesse hat – keine Frage. Aber auch Pharmaunternehmen, nicht zuletzt etwa Bayer, mischen bei der WHO kräftig mit. Aber ja: hier soll nicht eine Verschwörung behauptet werden – diese dystopischen Szenarien diskutieren diese Leute ja auch immer ganz öffentlich – vielmehr repräsentiert die WHO halt eine Fraktion des Kapitals, zumindest steht sie der einen näher als der anderen– was wohl kaum geleugnet werden kann.

Die Technologisierung der menschlichen Beziehungswelt (oder vielmehr deren fortlaufende Abschaffung) und die Entwirklichung unserer Leben gehen voran. Aber – mit dieser «Disruption», welche sich gewisse Teile des Kapitals schon immer erhofft haben, während die einzelnen Staaten vielleicht teils eher widerwillig dem Diktat der «world governance»-Politik der WHO folgen – wird auch vieles offengelegt, was vorher als eher absurde Zukunftsszenarien bisher noch die allermeisten als auf jeden Fall ablehnenswert eingeordnet hätten. Wer hätte bis vor kurzem nicht gesagt, dass eine komplette, landes-, ja, europaweite Ausgangssperre, komplette Grenzschliessungen, etc., nicht ihre komplette Ablehnung gefunden hätte – und zwar mit egal welchem Grund diese durchgesetzt würden. Und wer hätte dies nicht für einen feuchten Traum von Faschisten gehalten, welche hierzulande zumindest noch etwas Zeit benötigen würden, um fähig zu sein, sich an die Macht zu putschen? Zumindest hätten viele ihren Widerstand angekündigt…

Doch der Vorwand greift, und die medial inszenierte Panik (man sollte vielleicht beginnen, sich die Namen und Gesichter dieser Panikprofiteure zu merken) hält bisher die Schockstarre aufrecht und versucht einen smoothen Übergang zu was auch immer die Herrschenden als nächstes entscheiden werden. Aber er greift auch teilweise nicht. Der Unmut ist gross. Und das Wesen des Staates zeigt sich gerade allzu offensichtlich…

Dass das alles niemand so erwartet hätte – mag sein.