Die liebe Polizei (Lied)

Aus dem Liederbuch »Der freie Turner«, Leipzig, 1913; S. 316 ff.

Transkribierter Liedtext:

1.) Wo zweie stehn und flüstern
Da sieht die Polizei
Den Himmel sich umdüstern
Und riecht Rebellerei
Fängt an zu arretieren,
Denn´s könnt zu Aufruhr führen
Und darauf hat sie ja zu sehn:
Die Welt soll sich auch morgen drehn:
Es lebe hoch die Polizei:
Die liebe Polizei.

2.) Fängt einer an zu niesen,
Spitzt sie die Ohren schnell
Und wittert hinter diesem
Den schändlichsten Rebell;
Niest er zum zweiten Male,
So sind es Kampfsignale; –
Die Polizei packt ihren Mann,
Bevor er weiter niesen kann.
Es lebe hoch die Polizei:
Die liebe Polizei.

3.) Vor jeder roten Nase
Da bleibt sie sinnend stehn,
Es könnte in der Strasse
Ein Attentat geschehn;
Und weiter dient dergleichen
Oft als Erkennunsgzeichen; –
Drum mit der Nase in Arrest,
Dann steh›n des Staates Pfeiler fest.
Es lebe hoch die Polizei:
Die liebe Polizei.

4) Drum lasst, ihr guten Christen
Euch nie von dem Geschrei
Der Wühler überlisten,
Und ehrt die Polizei;
Und tritt sie euch von hinten,
So lasst gefasst euch finden
Und denkt: „Ei nun, auch das ist gut
´s ist doch ein schönes Institut!“
Es lebe hoch die Polizei:
Die liebe Polizei.