[Hamburg] Feuer gegen die Erweiterung des Hafens

Nur einen Steinwurf vom Vollhöfner Wald entfernt haben wir in der Nacht des 17.01. unter vier großen Baufahrzeugen einer Baustelle von HPA (Hamburg Port Authority) und ReGe Hamburg Brandvorrichtungen platziert. Eine bessere Anbindung der Lkw an das neue Containerterminal Altenwerder befindet sich dort im Bau. Wir halten es für wichtig, ein paar Worte zu dieser Aktion zu veröffentlichen, nicht nur, weil die Polizei und die Presse schweigen, sondern auch um sie in einen Kontext zu bringen

Diese Baustelle, die wie eine harmlose Straßensanierung des Moorburger Elbdeichs aussieht, ist für uns ein verstecktes Symbol für die Zerstörung der Natur und weist viele Parallelen zur geplanten Rodung des Vollhöfner Waldes auf. Nicht nur, weil vor einem Jahr hier mehr als hundert Bäume gefällt wurden, die nur durch Eisenbahnlinie und zwei Straßen vom Vollhöfner Wald getrennt sind. Auch weil die selben Akteure dafür verantwortlich sind. Das Team von ReGe Hamburg und HPA ist auch verantwortlich für die Erweiterung der geplanten Hafenerweiterung auf den Vollhöfner Weiden und die dafür notwendige Rodung [1]. Genauso wie sie im Laufe ihrer Geschichte die Natur zerstört haben, um die Infrastruktur für die Hamburger Wirtschaft auszubauen.
ReGe Hamburg wurde gegründet den Flughafen für das (Rüstungs)Unternehmen Airbus zu erweitern. Zu diesem Zweck wurde ein riesiges Ökosystem in Form eines Süßwasserwatts trockengelegt und aufgeschüttet [2]. Auch dagegen wurde protestiert, so wie heute gegen die von HPA und ReGe geplante A26 Ost, die wenige Meter von der besagten Baustelle entfernt inmitten eines Moors gebaut wird. Die Orte, welche für uns die letzten Fleckchen wilder Natur im asphaltierten Moloch darstellen, sind für die wirtschaftlichen und stadtpolitischen Akteure nur billige, noch ungenutzte Flächen, die darauf warten zu Lagerhallen, Fabriken oder Transportwegen zu werden.
Die Hafenwirtschaft wird oft symbolisch für die Identität dieser Stadt und als Zeichen des Fortschritts verwendet. Die Chemiefabriken, das Moorburger Kohlekraftwerk und die Mülldeponien sind für uns (nicht nur) Symbole eines Kapitalismus, der die Natur und unser Leben zerstört, um Wachstum zu erzielen.
Das neue Containerterminal beschleunigt den Warenfluss durch die vollständige Automatisierung der Maschinen und ein Testfeld des 5G-Netzwerks [3]. Die Güter, die hier verladen werden, schädigen wiederum die Natur und Menschen an vielen Orten auf der Welt. Unter Anderem durch die Ausbeutung von Rohstoffen[4] und Kriege[5].
Wir hoffen, den Fortschritt der Baustelle zumindest für kurze Zeit behindert und den Zerstörern der Natur Schaden zugefügt zu haben. Wir wollen nicht träge zusehen, wie die Industrie unser Leben ruiniert. Wer genauer hinschaut, kann Orte wie diese überall in der Stadt finden und nicht alle können ausreichend überwacht werden. Denn hinter fast jeder neuen Betonkonstruktion steckt ein weiteres Angriffsziel.

Für uns ist klar: Wenn diese Verhältnisse uns und unsere Lebensräume zerstören wollen, muss die Konsequenz sein diese Verhältnisse zu zerstören.

Quelle: Indymedia