[Agadez, Niger] Flammende Revolte von sudanesischen Geflüchteten in einem UNO-Camp

Zu einer Revolte kam es am Samstag, den 04. Januar 2020, in einem Flüchtlingscamp der UNO in der Region Agadez in Niger. Fast 90 % des Camps wurden dabei in Schutt und Asche gelegt. Die dort untergebrachten Menschen protestieren seit Mitte Dezember dafür, dass ihre Anträge auf Anerkennung als Flüchtlinge schneller bearbeitet und sie endlich nach Europa gebracht werden sollen.

Die Situation war eskaliert, nachdem lokale Sicherheitsbeamte einen seit 16. Dezember andauernden Sitzstreik vor den Büros des Hochkommissariats der UNO geräumt und die dort protestierenden Menschen in das Camp circa 15 Kilometer von Agadez entfernt gebracht hatten. „Einmal an ihren Standort mit Bussen zurückgebracht, haben sie erst das Camp in Brand gesteckt“, ehe sie „mithilfe von Projektilen das Sicherheitspersonal angegriffen haben“, erklärte ein Verantwortlicher. Von den „331 Unterkünften“ des Camps seien „290 Unterkünfte und die Krankenstation in Schutt und Asche gelegt“ worden. Mindestens zwei Personen wurden durch die Protestierenden verletzt, die „Scheiben der Busse zerstörten“.

Viele aus dem Sudan flüchtende Menschen sind seit 2017 in diesem Camp untergebracht, seit 2018 demonstrieren sie für eine schnellere Bearbeitung ihrer Anträge.

Quelle: Sans attendre demain