Artikel für NR. 015 abgelehnt

Für die 15. Ausgabe des Zündlumpens haben wir einen Artikel zugeschickt bekommen, der sich mit der Idee, Kinder schon vor ihrer Geburt zu konditionieren auseinandersetzte, ähnlich wie in – und auch unter positiver Bezugnahme auf – Huxleys Dystopie „Brave new World“. Die grundlegende Argumentation des Artikels ist – ausgehend von der Annahme der Existenz eines allgemeinen Determinismus und der daraus folgenden Konsequenz, dass es ohnehin keine freien Entscheidungen gäbe –, dass eine „Determinierung“ von Menschen schon vor ihrer Geburt das Glück der Menschen steigern würde, weil diese dann ja nicht bemerken würden, dass sie eigentlich unterdrückt würden und stattdessen glauben würden, es sei ihr Wille, so zu leben, wie sie es tun.

Auch wenn die*der Autor*in des Artikels betont, dass es sich bei seinen*ihren Ausführungen lediglich um „Denkanstöße“ handele, sehen wir in einer solchen Argumentation nicht nur die Verherrlichung von Herrschaft, sondern auch die Verherrlichung eines Totalitarismus. Wir wollen der*dem Autor*in nichts falsches unterstellen, aber so wie wir diesen Beitrag verstanden haben, hat er in einer anarchistischen Zeitung nichts verloren. Für uns bleibt Huxleys Roman eine Dystopie und auch wenn wir der Meinung sind, dass die Vorstellung der Existenz eines allgemeinen Determinismus, die jedes Streben nach Befreiung sinnlos werden lassen würde, sich eigentlich nicht mit unseren anarchistischen Vorstellungen vereinbaren lässt, würden wir unter der Annahme es gäbe einen Determinismus niemals danach streben, die Determinanten setzen zu wollen, wie die*der Autor*in das vorschlägt. Abgesehen davon: Wie könnten wir?