Schön, wie ein brennendes Polizeiauto

Jedes Jahr, stets am ersten Februarwochenende, begeben sich ein Haufen Lackaffen in den bayrischen Hof – in Münchens teuerstes Hotel: PolitikerInnen, SoldatInnen, VertreterInnen der Rüstungsindustrie und jede Menge anderer SakkoträgerInnen, die sich meinetwegen gerne an ihren Krawatten aufhängen könnten. Das, was sie auf ihrer NATO-Sicherheitskonferenz seit mehr als 50 Jahren planen und bequatschen sind militärische Interventionen – das Fortführen und Organisieren von Kriegen. Der Krieg im Nahen Osten, das Absichern der Grenzen, das atomare Aufrüsten mit Russland und das Vorbereiten von Einsätzen in Krisengebieten und Städten… nur der Krieg, teilweise offen, teilweise verdeckt, kann die Ausbeutungs- und Eigentumsverhältnisse auf diesem Planeten garantieren – Krieg gegen die Armen, gegen die Flüchtlinge, gegen die Aufständischen. Die Sicherheit über die sie reden ist die sichere Ausbeutung von Mensch und Natur, die Sicherheit eines Wirtschaftssystems, des Profits. Die Demonstrationen gegen diese Sicherheitskonferenz bewegen sich stets in einem Wanderkessel aus tausenden behelmten und bewaffneten Bullen, die aus der ganzen Republik anreisen – bezahlt und ausgebildet um die Konferenz und die Sicherheit der Kriegstreiber zu beschützen.

Scheinen die Bullen in Münchens Strassen ohnehin schon dauerpräsent zu sein, findet an diesem Wochenende eine regelrechte Militarisierung der Strassen statt. Denn was sind Bullen letztendlich anderes als Soldaten an der Heimatfront? Stets bewaffnet, ausgebildet um Leute zu jagen, zu entführen, einzusperren – immer bereit loszuschlagen oder zu schießen. Das ist der subtile, unterschwellige Krieg in unserem Alltag, das sind die uniformierten Mörder und Terroristen in unserer Nachbarschaft.
Die hässliche Routine dieser kriegerischen Normalität wird nur selten unterbrochen und mit der Schönheit revoltierender Gesten kontrastiert. Gesten, die in dem Konflikt eine klare Haltung beziehen, aufbegehren und allen Widrigkeiten zum Trotz zum Angriff über gehen. Die polizeiliche Militarisierung der Stadt während der Siko scheint das Fass hin und wieder zum überlaufen zu bringen und so gibt es immer wieder Leute, die sich dazu entschließen Taten sprechen zu lassen und die grün-blauen Soldaten zu überraschen.

2017 gab es während der Siko für die Cops eine flammende Überraschung in Form eines brennenden Vorderreifens bei einem ihrer Auos in Giesing. Dieses Jahr entschlossen sich wiederum einige Geister der Nacht hinauszuziehen um einen Bullen-Mercedes in Zamdorf komplett agzufackeln. Ein Auto weniger, welches den Krieg in unsere Straßen trägt…warum nicht an diese Dynamiken anknüpfen? Was ist schließlich schöner als ein brennendes Bullenauto?