Fridays for Future?

Unter dem Motto »Fridays for Future« gehen seit einigen Monaten in ganz Europa Millionen Schüler*innen auf die Straßen. Auch in München. Diesen Freitag demonstrierten rund 1000 Personen vom Kaiser-Ludwig-Platz aus in Richtung Innenstadt. Anlass für die Demonstra-tionen der Schüler*innen ist die Klimapolitik der EU-Staaten. Sie halten diese für verfehlt und sehen auch ihre eigene Zukunft durch sie gefährdet.

Rund 1000 Schüler*innen haben sich auf dem Kaiser-Ludwig-Platz versammelt. Sie haben ganz unterschiedliche politische Ansichten, das bringen die von ihnen mitgebrachten Schilder, Transparente und Fahnen deutlich zum Ausdruck. Ein*e Schüler*in hat eine EU-Fahne dabei, am anderen Ende der Demonstration weht eine Antifa-Flagge. Eine Person hat ein Plakat mitgebracht auf dem vor dem Hintergrund einer schwarz-grünen Flagge der Slogan »Hambi bleibt!« prangt. Es ist eine der seltenen radikalen Botschaften auf der Demonstration.

Wie protestiert mensch eigentlich gegen den Klimawandel? Die Demonstrant*innen der »Fridays for Future«-Bewegung richten ihre Forderungen zunächst an eine unbestimmte Autorität: »Wir streiken bis ihr handelt« steht auf einem Transparent. Die Frage dabei bleibt: Wer? Wer soll handeln? Wer wird handeln? Macht es Sinn, sich an die Verantwortungsträger*innen in den Regierungen zu richten? Oder ist das bloße Zeitverschwendung? Welche Optionen bleiben?

Für die Schüler*innen, die an der Demonstration teilnehmen, obwohl sie eigentlich Unterricht hätten, werden die Fragen langsam drängender. Einige Schulen haben bereits Verbote, zu den Demonstrationen zu gehen, ausgesprochen, manche drohen gar mit einem Schulverweis. Diese Form der Repression droht, den Protest zu spalten. Bald werden einige Schüler*innen es nicht mehr wagen, die Demonstrationen zu besuchen. Die anderen stehen dann umso isolierter da, sind der Repression durch die Schule umso mehr ausgesetzt. Die Frage wird dann sein: Welche Druckmittel besitzen schulstreikende Schüler*innen gegen die Schule. Eine Schule ist ein angreifbarer Ort. So viele Scheiben, so viel Fassade. Wie das die Direktor*innen wohl fänden, wenn sich diese verfärben würde? Freilich sollten das nur Gedankenspiele bleiben …

Die »Fridays for Future« Proteste haben es in den vergangenen Wochen und Monaten geschafft, das Thema Klima- und Umweltschutz zurück auf die Tagesordnung zu setzen. Das ist eine beeindruckende Leistung gewesen. Für die Zukunft stellt sich nun die Frage, wie sich die Proteste entwickeln werden, welchen Weg sie einschlagen werden.

Wir hoffen auf Scherben!