Tag Archives: Gentrifizierung

[Berlin] Autos der „Deutsche Wohnen“ abgefackelt

In der Nacht von Donnerstag, dem 12. auf Freitag, den 13. September haben Menschen in Berlin insgesamt drei Fahrzeuge des Vermieter-Unternehmens „Deutsche Wohnen“ angezündet. „Wir wollen niemanden an die Hand nehmen zum Unterschriftentisch, sondern wollen Leuten zeigen, dass außerhalb der Gesetze zu kämpfen, die einzige Form in dieser Gesellschaft sein kann, frei zu entscheiden. Tu Mal Wat! sagten wir uns und geben dieses Motto weiter.“

Quelle: Indymedia

Smart City? Nein Danke!

Die sogenannte Smart City wird uns als Lösung für zahlreiche Probleme angeboten. Mithilfe eines riesigen Netzes von Kameras, unterschiedlichen Sensoren, gratis WLAN, trendigen E-Rollern, E-Bikes und anderen obskuren Fahrzeugen, die ihre Nutzer*innen bei jeder ihrer Bewegungen durch die Stadt überwachen, wird die Stadt jedoch vor allem zu einem modernen Panopticon, in dem wir keinen unüberwachten Schritt mehr tun können.

Schon seit einigen Jahren wurde die Videoüberwachung in S-Bahnen, U-Bahnen, Trams und Bussen und ihren jeweiligen Haltestellen ausgebaut, so dass es heute so gut wie unmöglich ist, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, ohne dabei von irgendeiner Kamera beobachtet zu werden. Immer wieder gab es Vorstöße der Politik in München, dieses feinmaschige Netz der Videoüberwachung in Echtzeit dazu zu nutzen, mithilfe von Gesichtserkennung nach von den Bull*innen gesuchten Personen zu fahnden, bei Demonstrationen, Fußballspielen und anderen Großereignissen greift die Polizei gerne schon während diesen Veranstaltungen auf die Bilder der Überwachungskameras zurück und immer wieder werden die Kameraaufnahmen von den Bull*innen dazu genutzt, um im Anschluss an begangene Straftaten nach den vermeintlichen Täter*innen zu fahnden. Da kommt es dann durchaus vor, dass übereifrige Bull*innenschweine hunderte Stunden Videomaterial sichten, um eine verdächtige Person zu identifizieren.

Die MVG arbeitet dabei immer bereitwillig mit den Bull*innenschweinen zusammen, stellt ihnen Videoaufnahmen zur Verfügung und hilft gelegentlich sogar bei deren Sichtung mit. In Zukunft will die MVG die Überwachung ihrer Fahrgäste dabei noch intensivieren: Dem sogenannten „Be in, be out“-Prinzip folgend, sollen Sensoren in den Zügen die Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen erfassen und so genau ermitteln, welche Strecke diese zurückgelegt haben. Auf diese Weise könnten automatisierte Bewegungsprofile beinahe aller Menschen in München erstellt werden.

Was im Münchner Untergrund bereits erfolgreich erprobt wurde, setzt sich auch an der Oberfläche langsam aber sicher durch: Verkehrsüberwachungskameras, Videoüberwachung öffentlicher Plätze durch die Bull*innen und eine Vielzahl privater Kameras, die Straßen und Gehwege überwachen spannen auch hier bereits heute ein dichtes Netz, in dem unfreiwillig jede*r, die*der auf den Straßen Münchens unterwegs ist, registriert wird.

Was die MVG jedoch in Zukunft plant, um detaillierte Bewegungsprofile ihrer Nutzer*innen zu erstellen ist an der Oberfläche bereits Realität: Leihfahrräder, E-Bikes und E-Roller mit GPS-Tracking zeichnen auf wenige Meter genau auf, von wo nach wo sich ihre Nutzer*innen durch die Stadt bewegen. Bei häufigerer Nutzung dieser Angebote erhalten die Anbieter*innen auf diese Art und Weise ein detailliertes Bewegungsprofil, das Aufschluss über die Leben ihrer Nutzer*innen zu geben vermag.

Groß angekündigte Projekte des Staates, etwa kostenloses WLAN in öffentlichen Verkehrsmitteln und der ganzen Stadt ermöglichen eine ähnliche Überwachung der Nutzer*innen: Problemlos lässt sich aufzeichnen welche*r Nutzer*in wann bei welchem Hotspot eingeloggt war. Ähnlich wie auch bei Mobilfunkzellen ist es so möglich, wenigstens ein grobes Bewegungsprofil der Nutzer*innen zu erstellen.

In Freiham testet die Stadt München derzeit ein ganz besonderes Programm: Intelligente Straßenlaternen. Intelligent bedeutet dabei soviel wie Überwachung. Die Straßenlaternen sollen mit zahlreichen Sensoren, darunter auch Sensoren zur Verkehrsüberwachung, sowie WLAN-Hotspots ausgestattet werden. Besonders eine Funktion der Laternen dürfte kritischen Beobachter*innen jedoch aufstoßen: Wenn gerade kein*e Fußgänger*in auf den Straßen sei, sollen die Laternen ihr Licht auf rund 10% der Leistung dimmen, um Energie zu sparen und die Lichtemmissionen zu verringern. Mit anderen Worten: Die Straßenlaternen sind in der Lage dazu, die Fußgängerwege zu überwachen.

Dabei stellt sich vor allem eine Frage: Warum? Warum braucht es überhaupt taghell ausgeleuchtete Straßen? Und wenn Straßenlaternen nur ein schwaches Licht von sich geben würden: Warum bräuchten sie dann überhaupt noch gedimmt werden. Viele Straßenlaternen werden in München ab 22 Uhr ohnehin bereits auf 50% ihrer Leistung gedimmt. Bemerkt wird das so gut wie gar nicht. Der einzige Nebeneffekt: Häuserfassaden abseits der beleuchteten Wege liegen dann im Dunkeln. So ist es auch kein Wunder, dass eines der Ziele der neuen Straßenlaternen in Freiham ist, Vandalismus einzuschränken. Wenn Sprayer*innen keine dunkle Ecke finden, so die Annahme der Stadtplaner*innen, verzichten sie darauf, ihren Protest an Häuserfassaden zu hinterlassen. Mit anderen Worten: Auch dieses Projekt dient dem Ausbau eines noch engmaschigeren Überwachungsnetzes, das darauf abzielt, subversive Elemente der Gesellschaft zu unterdrücken.

Doch egal, wie smart eine Stadt ist, egal wie engmaschig das Netz der Überwachung ist, es gibt doch immer Möglichkeiten, durch die Maschen zu schlüpfen und anzugreifen. Es liegt an uns, ob wir es einfach hinnehmen, dass Staat und Unternehmen uns auf Schritt und Tritt überwachen, oder ob wir uns gegen diesen Angriff auf unsere Freiheit zur Wehr setzen. Die Smart City ist überall angreifbar: Zerstören wir E-Roller, Leihfahrräder und E-Bikes, die nur dazu dienen uns zu bespitzeln, zerstören wir sichtbare und unsichtbare Kameras und alle anderen Systeme, die dazu dienen uns zu überwachen. Greifen wir die patroullierenden Möchtegern-Bull*innen der Sicherheitsfirmen, ebenso wie die echten Schweine an, die nachts über die Stadt wachen, denn unser Verlangen nach Freiheit lässt sich nicht einfach durch ein smartes Panopticon abschaffen. Wir bleiben unkontrollierbar!

[Berlin] Acht Vonovia-Transporter beschädigt

In der Nacht auf den 02. September haben Menschen in koordinierter Aktion in insgesamt sieben Stadtvierteln Transporter des Vermieterkonzerns Vonovia beschädigt. Die Transporter wurden entglast, besprüht und beschmutzt, eingehämmert und eingefärbt, Reifen wurden zerstochen sowie die Karosserie verbeult. „Bereit, auch die Hand zu beißen, die uns füttert.“

Quelle: Chronik

Scheiben eines Büros in Schwabing eingeworfen

In der Nacht auf Freitag, den 06. September wurden die Scheiben eines Bürogebäudes in der Kurfürstenstraße mit Pflastersteinen eingeworfen.

Vermutlich handelt es sich bei dem Bürogebäude um den Sitz der Immobilienfirma „L Homes“ in der Kurfürstenstraße 43. Unter dem Slogan „Art of Living“ (dt.: „Die Kunst zu Leben“) realisiert „L Homes“ Luxussanierungen und den Neubau von Luxus-Eigentumswohnungen in München und Umgebung und trägt so maßgeblich zur Gentrifizierung von Stadtvierteln bei.

Vermutlich wollten sich das die nächtlichen Angreifer*innen nicht gefallen lassen. Sie beschädigten mehrere Schaufensterscheiben des Büros und verursachten damit laut Angaben der Bull*innen Schaden in Höhe von mehreren Tausend Euro.

Buttersäure für Immobilienbüros

Anfang September muss es in zwei Münchner Immobilienbüros gehörig nach Profit gestunken haben. Einige Feind*innen der Verdrängung spendierten diesen eine Runde Buttersäure:

In der ersten Septemberwoche wurde Buttersäure im inneren den Münchner Immobilien Büros in der Ruffinistraße und der Hirschgartenallee verteilt.

Bei Aigner Immobilien (Ruffinistraße) befindet sich ein Belüftungsschacht an der Türe, der sich mittels Schraubenzieher einfach öffnen läßt. In dem Immobilienbüro in der Hirschgartenalle gibt es einen Briefkastenschlitz.

Gegen jede Aufwertung.
Gegen jede Verdrängung.
Gegen die Stadt der Reichen

Quelle: Indymedia

[Athen] Staat startet Kampf gegen Exarchia

Im linksalternativen Athener Stadtviertel Exarchia wurden am Montag, den 26.08. vier Hausbesetzungen geräumt, zwei, die von Refugees und anderen Migrant*innen bewohnt waren und zwei anarchistische Squats. 134 Menschen wurden in Asyllager verschleppt, mehrere Menschen wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Ihnen soll demnächst der Prozess gemacht werden. Am Folgetag wurde ein weiterer Squat durchsucht, Obdachlose wurden vertrieben. Vermutlich waren diese Repressalien erst der Anfang einer Repressionswelle gegen Anarchist*innen, Migrant*innen und sonstige unerwünschte Teile der Gesellschaft. Als unmittelbare Reaktion auf den staatlichen Angriff wurden am 27. August in der Nacht die Polizeieinheiten, die vor den geräumten Häusern stationiert worden sind, mit Molotow-Cocktails und Steinen angegriffen. Außerdem sind für die nächsten Wochenenden Proteste in mehreren griechischen Städten angekündigt. Auch hier in Deutschland wird zu Solidaritätsaktionen aufgerufen.

Quelle: ABC Jena

[Bremen] Angriffsserie gegen Gentrifizierung

Vom 11. bis zum 17. August haben Menschen in Bremen eine ganze Reihe von Angriffen gegen Profiteur*innen der Gentrifizierung durchgeführt. „Diese Konsequenzen neoliberaler Stadtentwicklung müssen wir jedoch nicht hinnehmen und auch nicht akzeptieren, dass Wohnraum, der allen zustehen muss, zum Spekulationsobjekt gemacht wird. Immobilienspekulant*innen verunsichern und angreifen!!! In diesem Sinne schlagen wir vor, eine Praxis sicht- und reproduzierbarer Angriffe zu etablieren. Ziele und Verantwortliche sind überall zu finden. Stadt für alle!“

11.08.2019 Fahrzeug von Vonovia in Bremen-Walle in Brand gesetzt

12.08.2019 Büro von Vonovia in Bremen-Gröpelingen zerstört und mit Parolen besprüht

13.08.2019 Scheiben zweier Immobilienbüros in Bremen-Findorff zerstört

13.08.2019 Scheiben von Immobilienbüro in Bremen-Walle zerstört und Parolen hinterlassen

14.08.2019 Fahrzeug von Vonovia in Bremer Neustadt tiefer gelegt und mit Parolen besprüht

14.08.2019 Immobilienbüro in Bremer Neustadt mit Parolen besprüht

16.08.2019 Fahrzeuge von Vonovia in Bremen-Findorff und Walle tiefer gelegt

17.08.2019 Fahrzeug von Vonovia in Bremer Neustadt entglast

17.08.2019 Scheiben von Immobilienbüro im Bremer Steintorviertel zerstört

Quelle: chronik

[Dresden] Vonovia-Transporter abgebrannt

In der Nacht auf Dienstag, den 13. August, haben Menschen einen Transporter des Vermieterunternehmens Vonovia angezündet. „Die Aktion schickt solidarische Grüße an alle die für eine befreite Gesellschaft oder gegen repressive Strukturen kämpfen. Grüße an die drei von der Parkbank.“

Weitere Informationen unter https://de.indymedia.org/node/35975