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Unter welcher Flagge ziehst du in den Krieg?

34 Millionen Euro Sachschaden sollen erzielt werden, wenn die Liebig 34 in den nächsten Tagen von einem martialischen Aufgebot an Cops geräumt werden wird. 34 Millionen, das ist selbst für die aktivsten Brandstifter*innen eine Summe, die sie alleine bestenfalls in 10 Jahren, vielleicht sogar erst am Ende ihrer Karriere als Militante erreichen dürften. Mit eingeworfenen Schaufensterscheiben und umlackierten Firmenfahrzeugen braucht mensch sich da gar nicht aufhalten. Die paar tausend Euro Sachschaden – die ja rmeist von den Cops noch weit übertrieben sind –, sie sind bedeutungslos. Nein, was eine solche Summe erfordert sind Totalschäden an Autos – etwa weil sie ausgebrannt sind –, aber nur an den hochpreisigen, es sind brennende Baufahrzeuge, die immerhin meist eher im Bereich um die 100.000 Euro zu Buche schlagen und es sind brennende Mobilfunkmasten, Bahnanlagen und andere Hightech-Infrastruktur, zumindest wenn ich mir einmal die Sachschaden-Resultate solcher Angriffe in den letzten Jahren vor Augen führe. Du glaubst, wenn du das Auto von irgendeinem Immobilien-Arschloch besprühst, hättest du etwas zu der ausgegebenen Schadenssumme beigetragen? Pustekuchen, das macht vielleicht 0,03 Promille (!!!) der Schadenssumme aus, 0,0003 Promille, wenn die*der Eigentümer*in sich selbst mit Nagellackentferner zu helfen vermag. Und doch könnte der Beitrag eines besprühten Autos größer sein, als der einer brennenden Bahnanlage, etwa weil er der richtigen Person genug Drohung ist, um ihren Beitrag zur Räumung nicht zu leisten. Manchmal soll ja sogar gar kein Sachschaden für so etwas ausreichen, man denke beispielsweise an die Immobilienmaklerin, die einst einen Gruß aus Connewitz ausgerichtet bekam, vielleicht hat es ihre Haltung ja geändert, wer weiß.

Die Logik des Sachschadens, ja sie hat ihren Reiz, tröstet sie eine*n doch immer wieder über die eigentliche Wirkungslosigkeit der eigenen Angriffe hinweg. Und ich will ja gar nicht sagen, dass hoher Sachschaden gerade in einer profitorientierten Welt nicht durchaus seinen Reiz hat, aber doch sollte man sich nicht allzu große Illusionen ob des Ganzen machen: Im Endeffekt werden Sachschäden in der Regel von Versicherungen gezahlt und wer glaubt, damit wenigstens den Versicherungen Schaden zuzufügen, die*der hat noch nicht verstanden, wie dieses Business funktioniert: Die haben doch längst darauf gewettet, dass eine*r wie du ausrastet und mal den ein oder anderen Bagger abfackelt. Für sie ist das nicht mehr als ein bisschen hin- und hergeschubse von Zahlen. Einerseits zahlen sie der Baufirma einen neuen Bagger, andererseits kassieren sie ihren Wettgewinn anderswo ab. Das ist freilich kein Grund, den Bagger nicht abzufackeln, schon alleine weil dann ja erstmal ein neuer Bagger hergeschafft werden muss, bevor es weitergehen kann, aber gerade wer sich alleine auf dem verursachten Sachschaden eines Angriffs ausruht, ja wer diesen Sachschaden zum alleinigen Wert eines Angriffs erhebt, die*der sollte vielleicht auch mal darüber nachdenken, ob es nicht vielleicht auch recht unangenehme Akteur*innen gibt, die von dem ganzen Sachschaden profitieren – zum Beispiel die Autoindustrie. Jaja, wo soll man in einer zunehmend kybernetischen Welt, in der die destruktive Zerstörung auch nur eine weitere Feedback-Schleife zu sein scheint, überhaupt noch angreifen?

Aber vielleicht ist das auch gar nicht die relevante Frage. Vielleicht geht es vielmehr darum, welche Ziele ein Angriff verfolgt. Möglichst viel Sachschaden, um den Preis einer Räumung in die Höhe zu treiben? Was heißt das im Umkehrschluss? Und vor allem, wie muss das von außen interpretiert werden? Und da geht es mir nicht um irgendeine bescheuerte „Vermittelbarkeit“ des Angriffs. Aber wenn ich vernehme, „Wenn die Liebig 34, die Rigaer 94, das Syndikat oder irgendein anderes Szeneobjekt geräumt wird, dann treiben wir den Preis für die Räumung durch 1 Million – oder eben 34 Millionen – Euro Sachschaden in die Höhe“, dann frage ich mich schon: Was ist denn, wenn diese Räume nicht geräumt werden? Gibt es dann keinen „Sachschaden“ – also keine Angriffe? Beschränkt sich der „Sachschaden“ dann nur auf die paar Tags in der Umgebung dieser Räume, auf die paar Anti-Gentrifizierungs-Spaziergänge im direkten Umfeld dieser Objekte? Natürlich nicht, das ist mir schon klar, aber dennoch scheint die Intensität des Angriffs zu Zeiten der Räumung irgendeines Szeneobjektes in Berlin schon immer deutschlandweit zuzunehmen. Die Wahrnehmung außerhalb einer (militanten) Szene muss aber sowieso sein: Wenn diese Leute ihre Räume verlieren, dann stiften sie Chaos, wenn sie aber ihre Räume behalten (dürfen), dann sind sie eigentlich ganz friedlich oder beschränken sich zumindest auf ein „Gefahrengebiet“. Und ist diese Deutung nicht irgendwo doch nicht so weit hergeholt?

Letztlich ist die Drohung mit soundsoviel Sachschaden im Falle einer Räumung ja schon ein zutiefst politisches Manöver. Sicher, man weigert sich, direkt mit der Politik zu verhandeln, aber die außerparlamentarische Erpressung „Verzicht auf Räumung oder Sachschaden“ verbleibt doch in der Logik der Politik. Befriedung muss ja nicht notwendigerweise dadurch stattfinden, dass die Menschen in die Parlamente eingebunden werden. Es reicht ja bereits, ihnen die Illusion zu geben, sie könnten sich dem ganzen politischen Unsinn widersetzen, der Staat würde es nicht wagen, sie anzufassen. Und während man dann vielleicht seine eigene Gefährlichkeit mehr zelebriert als praktiziert, wartet der Staat auf eine opportune Gelegenheit, um diesem ganzen Rebell*innentum irgendwann dann doch mit seinem übermächtigen Arsenal ein Ende zu bereiten. Ob 1000 Cops, 2500, 5000 oder gar 20.000? Was spielt es für eine Rolle? Wenn man ehrlich ist, reichen sogar 20 Bullen mit Sturmgewehren und es ist aus mit der Rebellion, denn in seiner ganzen Gefährlichkeit hat man dann doch eine wesentliche Sache versäumt: sich zu bewaffnen. Und bei all den (Gegen)machtspielchen um ein „Gefahrengebiet“ mit dem Staat, geht da nicht etwas wesentliches verloren? Dass es nämlich nicht darum geht, ein Haus, eine Straßenecke, ein Viertel oder auch einen Wald gegen den Staat zu verteidigen, sondern vielmehr darum, den Staat zu beseitigen und mit ihm alle Institutionen, die ihn gleich wieder aufs neue hervorbringen könnten/würden. Oder geht es darum überhaupt? Sicher nicht allen, die sich für einen Erhalt der Liebig 34, der Rigaer 94, des Syndikats, des Hambacher Forsts, usw. eingesetzt haben und einsetzen. Gewissermaßen ist der – letztlich nicht nur auf militanter Ebene geführte – Verteidigungskampf dieser Räume eine Art kleinster gemeinsamer Nenner. Ein Bündnis mit nur allzu liberalen Kräften, die schließlich versuchen auch die systemfeindlichen Kräfte zu rekuperieren und die – das haben sie oft genug unter Beweis gestellt – einem radikalen Kampf gegen das System ohnehin bei der erstbesten Gelegenheit in den Rücken fallen.

Ich habe keine klare Antwort auf diese Fragen und es geht mir nicht darum, die Entscheidungen derjenigen, die sich dem Kampf um Räume wie die Liebig 34 angeschlossen haben, zu kritisieren. Aber in einer Zeit, in der es wenigstens so scheint, als hätte sich die gesamte militante Szene – der das Politik machen immerhin auch sonst nicht unbedingt fremd zu sein scheint – unter dem Banner des Erhalts der Liebig 34 vereint, einem Banner, das letztlich eine (lokal)politische Forderung vertritt, scheint es mir angemessen, diese Fragen einmal mehr aufzuwerfen. Möge jede*r darauf seine*ihre eigene Antwort finden.

Von der Handlung zur Identität

Ein vertiefender Beitrag zur Debatte um Anonymität mit den »Feministischen Autonomen Zellen«

Als Verfasser*in des Textes „Wozu dann der Name?“ in Zündlumpen Nr. 048 möchte ich mich im Folgenden mit der Reaktion der Feministischen Autonomen Zellen „Wegen alledem“ auseinandersetzen sowie einige meiner ursprünglichen Argumente noch einmal vertiefen. Ich werde dabei Textstellen aus „Wegen alledem“ nur entsprechend durch meine Positionen kontextualisiert zitieren, weshalb ich die vorherige Lektüre dieses Textes, sowie ggf. meines ursprünglichen Disskussionsbeitrags empfehle. Und weil aufgrund der bisherigen Beiträge zu dieser Debatte zu befürchten steht, dass mein Beitrag als Diskussionsbeitrag dazu gedeutet werden könnte, wie sich die FAZ – derer ich kein Teil bin – „organisieren“ sollten, möchte ich ausnahmsweise einmal vorab klarstellen, was sowieso klar sein sollte: Wenn ich auch meine Gedanken und Überlegungen zu Anonymität und (informeller) Organisation versuche darzulegen, so können andere, die möglicherweise auch andere Ziele als ich verfolgen, zu anderen Schlussfolgerungen gelangen. Den Wert einer solchen Debatte sehe ich vor allem darin, dass sich in der Konfrontation mit anderen Positionen vor allem die eigenen Ansichten schärfen, überdenken und manchmal auch ganz über den Haufen werfen lassen.

Feministische Militanz?

Der Vorwurf musste ja kommen: „wieso wird eigentlich im ganzen Artikel kein Wort über unsere feministische Positionierung oder die (leider so rare) Verbindung von Feminismus und Militanz verloren?“ und weiter: „Dass Feminismus als das Grundthema unserer Texte und Organisierung im gesamten Zündlumpen-Text ignoriert wird, zeigt leider deutlich, was wir mit Unsichtbarmachung unserer Sache im linken militanten Diskurs meinen.“ Aber welchen „linken militanten Diskurs“ meint ihr? Ich betrachte mich weder als links, noch als militant in einem Sinne, in dem es mir wert wäre, einen eigenen Diskurs darum zu führen. Ich betrachte mich vielmehr als Anarchist*in, als aufständische*r Anarchist*in, wenn mensch so will. Meine Militanz, wenn mensch das wiederum so nennen will, ist antipolitisch, unorganisiert – bzw. informell organisiert –, individuell und auf die Zerstörung jeglicher Herrschaft gerichtet. Sie verfolgt kein Programm außer vielleicht dem der totalen Destruktiven Verneinung. Warum verliere ich in meinem ursprünglichen Artikel also „kein Wort über [eure] feministische Positionierung oder die […] Verbindung von Feminismus und Militanz“? Weil es darum schlicht nicht geht: Mein Artikel beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern ich es für sinnvoll halte, den eigenen Angriffen einen (wiederkehrenden) Namen zu geben, bzw. ausschweifende Communiqués  dazu zu verfassen. Was spielt es dabei für eine Rolle, dass ihr euch als feministisch bezeichnet?

Was für mich eine völlig andere Frage ist, scheint für euch aber auch jenseits eines bloßen Delegitimierungs-Arguments gegenüber meinem Text (wie sonst soll ich den Vorwurf der Unsichtbarmachung verstehen, wenn sich doch zugleich in meinem Text mit den FAZ und ihren Aktionen auseinandergesetzt wird) eine Rolle zu spielen. „Queere, arme ‚kranke‘, rassifizierte und FLINT* Menschen und alle, die von gesellschaftlichen Normen abweichen, sind ständig gezwungen, mehr oder minder öffentliche ‚Bekenntnisse‘, ‚outings‘ zu produzieren“, schreibt ihr, und später beklagt ihr noch die „leider seltenen ‚outings‘ anonymer Aktionsgruppen als FLINT* Gruppen“. Hier scheint die gute alte Identitätspolitik Einzug in euer Militanzkonzept zu halten und eure Militanz zur identitätsstiftenden Angelegenheit zu machen. Es erinnert mich an die Schriften der Roten Zora, in denen häufig von „Gegenmacht“ (Ein Konzept, das auch von den Revolutionären Zellen und anderen militanten Gruppen gebraucht wurde und wird) und „Frauenmacht“ (was ebenso wie das Konzept der „Gegenmacht“ zumindest in „Mili’s Tanz auf dem Eis“ später kritisch gesehen wird) die Rede war und immer wieder das Frausein essentialisiert und als für die Gruppe identitätsstiftend ins Spiel gebracht wird [1]. Dabei geht es mir nicht darum, zu kritisieren, wenn sich Personen nicht länger in Zusammenhängen „organisieren“ wollen, in denen sie marginalisiert werden und in denen sie den Eindruck haben, ihre eigenen Projekte nicht realisieren zu können – Im Gegenteil, ich bin ohnehin der Ansicht, dass eine Organisation zerstört werden sollte, sobald sie den Projektualitäten ihrer „Mitglieder“ im Wege steht. Es geht mir auch nicht darum, zu kritisieren, wenn sich Menschen gemeinsam mit Menschen innerhalb ihrer sozialisierten Identitäten „organisieren“, verschwören, verbünden wollen. Wenn diese Identitäten dann aber die eigenen Angriffe und Handlungen zu überdauern scheinen, wenn es weniger auf eine Handlung ankommt, als auf die Identität der*desjenigen, die*der diese tätigt und vielleicht zusätzlich noch suggeriert wird, mensch würde für alle Menschen, die diese Identität (zu) teilen (scheinen), sprechen, so scheint mir diese Konstellation mitnichten geeignet, irgendein Herrschaftsverhältnis radikal anzugreifen. Das gilt übrigens nicht nur für Identitäten wie „wir, queere Militante“, „wir, eine FLINT* Aktionsgruppe“ oder „wir, eine Frauenkampfgruppe“, sondern insbesondere auch für „wir, militante Linke“ oder „wir, Militante“, wie Lina Gaso in „Jenseits von Militanz: Revolutionäre Gewalt“ (In der Tat Nr. 2) argumentiert.

Was mich aber bei „outings“ als „FLINT-Gruppen“ und der Ermutigung, sich als solche zu „outen“, wie ich das im Text der FAZ wahrnehme, ganz besonders verstört ist die eigentliche Kontraproduktivität des Ganzen und das implizite Fortschreiben einer der weitverbreitetsten und dämlichsten Legenden über diejenigen, die sich entscheiden anzugreifen, nämlich dass dies (vor allem) nicht nur „Männer“ seien, sondern gar solche, die nicht „von gesellschaftlichen Normen abweichen“ würden. Ist es nicht die größtmögliche Abweichung von „gesellschaftlichen Normen“, die bestehende Gesellschaft, das Eigentum, das Patriarchat, den Staat oder wie mensch es auch nennen will, anzugreifen? Und sicher mag es diese und jene Zusammenhänge geben, aber es würde mich doch sehr verwundern und meinen eigenen Erfahrungen zentral widersprechen, wenn sich die gängigen gesellschaftlichen Klischees über diejenigen, die sich entscheiden anzugreifen, im Großen und Ganzen als wahr erweisen würden. Das heißt nicht, dass ich es nicht respektiere, wenn Individuen wie beispielsweise die Anarchistin und Nihilistin Kaneko Fumiko [2] so heftig um Anerkennung ihrer Gefährlichkeit kämpfen (wollen), dass sie bereit sind dafür hingerichtet zu werden. Aber für die Anerkennung der Gefährlichkeit nicht eines Individuums, sondern einer Identität scheint mir ein solches Unterfangen – mit Verlaub – recht bescheuert. Geht es denn darum, das in einer Gesellschaft präsente Bild einer Identität zu verändern (und was würden beispielsweise liberale Feminist*innen dazu sagen, wenn dieses Unterfangen erfolgreich wäre und FLINT* Personen fortan als „Terrorist*innen“ gelten würden) oder geht es nicht vielmehr darum, jede Vorstellung von Identität und die Gesellschaft selbst – zumindest so wie sie heute existiert – zu zerstören?

Die*der anonyme Angreifer*in widersetzt sich in dieser Hinsicht trotz der dämlichen gesellschaftlichen Projektionen – warum ihnen auch irgendeinen Wert beimessen? – jeglicher Identität. „Die anonyme Aktion hat keinen Besitzer, keinen Meister, gehört niemandem. Das heißt sie gehört allen denen, die sie teilen. Als Schatten unter Schatten sind wir alle gleich. Niemand ist vorne um zu führen, niemand ist hinten um zu folgen.“ [3] Niemand blendete den Zyklopen Polyphem und doch scheitert die List des Odysseus [4] an seiner Eitelkeit: Als er glaubt entkommen zu sein, gibt er sich Polyphem doch noch zu erkennen: „Ich, Odysseus war es, der euch blendete“. Und so kommt es, dass Polyphem seinem Vater Poseidon nun Odysseus Namen enthüllen kann, der diesen und seine Gefährt*innen auf eine zehnjährige Irrfahrt schickt, die außer Odysseus keine*r überlebt [5].

„Warum könnt ihr uns nicht ertragen?“, fragt ihr und ich gebe diese Frage zurück: Warum könnt ihr es nicht ertragen, euch in den Nebel der Anonymität zu kleiden? Das soll eine Pathologisierung „starke[r] Frauenfiguren“ sein? „In der Finsternis jedoch gibt es keine Namen, keine Identität, es gibt nur eine heterogene Bewegung, kochend wie Magma, fragmentarisch, wild. Niemand befiehlt, niemand gehorcht. Akte wie Worte haben Wert wegen ihrem Sinn, wegen ihrem Inhalt, wegen ihren Konsequenzen. Nicht wegen dem Ruf ihrer Autoren.“ [6]

Der große ganze Zusammenhang in einem Communiqué

„Für uns ist zentral, Aktionen zu wählen, die wir richtig, machbar und effektiv finden – denn Militanz bedeutet auch Verantwortung für sorgfältige Arbeit, gerade, weil es danach keinen Dialog geben kann. Dafür betreiben wir ausführliche Recherchen und wollen unser Wissen teilen – auch, wenn lange Hintergrundtexte sicher höherschwelliger sind und nicht von allen (zu Ende) gelesen werden. […] Die Vorstellung, (bestimmte) Aktionen und politische Gegner*innenschaften seien sowieso selbsterklärend, halten wir […] für eine Position Erfahrener und Älterer in der „Szene“, die hierarchiebildend wirkt: Wenn als selbstverständlich dargestellt wird, warum etwas auf eine bestimmte Weise getan, warum die*derjenige nicht gemocht wird, kann das nur noch schwer er- oder hinterfragt werden.“

Warum wähle ich den Angriff? Weil ich es leid bin, das „Richtige“ zu tun, weil ich es leid bin, „Verantwortung“ zu übernehmen, weil ich es leid bin, Rechenschaft für mein Handeln vor irgendjemandem (außer vielleicht mir selbst – aber einem Selbst frei von jeglicher Moral) abzulegen, weil ich es leid bin, „politisch“ zu handeln. Ich weiß, mensch kann diese Begriffe für sich selbst anders definieren und es ist mir weder daran gelegen, eure Definition dieser Begriffe pauschal mit der allgemein anerkannten Definition dieser gleichzusetzen, noch daran, an dieser Stelle eine weitere Nebendebatte dazu aufzumachen, und doch bin ich überzeugt, dass diese Begrifflichkeiten und die damit transportierten Konzepte den Ursprung unserer unterschiedlichen Vorstellungen bilden. Ist ein Angriff selbsterklärend? Muss er das in jedem Sinne, gerade im politischen, sein? Ja und Nein. Ja, ich halte jeden Angriff, der mit der Logik dieser Gesellschaft bricht für selbsterklärend und Nein, ich finde nicht, dass mensch politische Gegner*innenschaften nachvollziehbar finden muss, um einen Angriff zu verstehen. Abgesehen davon glaube ich, dass diese das in der Regel für die meisten Leute, die bereit sind, genau hinzusehen, sind. Wo immer Aufstände oder Riots ausbrechen, passiert in der Regel ungefähr das Gleiche: Bullen werden angegriffen und Barrikaden werden errichtet, Läden werden geplündert, Banken verwüstet, Regierungsgebäude angegriffen, Kameras gesmasht, wenn irgendwie möglich Telekommunikation unterbrochen, Medienhäuser gestürmt, Knäste zerstört und Gefangene befreit, usw., ferner werden manchmal Kirchen niedergebrannt, Armenviertel zerstört (damit es keinen Ort gibt, an den mensch zurückkehren kann), die Industrie lahmgelegt, das Energieversorgungsnetz zerstört, u.v.m. Kurz: Den Menschen ist recht klar, wer und was sie unterdrückt, das muss einer*einem kein Marx sagen, kein Engels, Lenin, Mao, Castro, Che Guevara, Nelson Mandela und auch kein*e Anarchist*in. Und auch als (vorrangige) Feminist*innen werdet ihr in dieser Aufzählung zentrale patriarchale Institutionen finden, die ihr den Menschen nicht besser benennen könntet. Dabei gehen die allermeisten Aufstände und Riots mitnichten von irgendwechen politischen Akteur*innen aus. Die meisten Aufstände sind vielmehr apolitisch, in sich unvereinnahmbar und ersterben in dem Moment, in dem sie neue Anführer*innen (Politiker*innen) hervorbringen, die im Namen der Menschen zu sprechen beanspruchen.

Was hat dies nun mit militanten „Aktionen“ bzw. apolitischen Angriffen zu tun? Ziele dieser Angriffe sind (in der Regel) ganz ähnliche Institutionen, wie diejenigen, die auch während Aufständen angegriffen werden. Wenn es nun aber gar keine politischen Akteur*innen sind, die Aufstände auslösen, woher kommt dann die Arroganz so vieler Militanter, ihre Angriffe für besonders außergewöhnlich und erklärungsbedürftig zu halten? Und umgekehrt gefragt: Wenn ihre Angriffe tatsächlich erklärungsbedürftig wären, weil auch während eines Aufstands niemand – und zwar diesmal im Sinne von keine*r – auf die Idee kommt, diese zu verüben, inwiefern macht es dann überhaupt Sinn diese zu erklären? Entweder handelt es sich bei diesen dann um Angriffe, die aus einer recht individuellen Motivation heraus stattfinden, oder aber die dem Angriff vorangehende Analyse, die versucht, diesen in einen sozialen Kontext einzubetten, ist gescheitert, weil sich mit dem Angriff herausstellt, dass es diesen sozialen Kontext nie gegeben hat.

Aber es stimmt ja auch gar nicht, dass nicht in hunderten und tausenden anarchistischen (und anderen militanten – wobei dort ja besonders häufig nur in Communiqués zu den Angriffen) Schriften, wie Zeitungen, Magazinen, Flyern, Plakaten, Büchern, Radiosendungen, ja manchmal sogar Filmen grundsätzlich erklärt werden würde, warum sich Individuen für den Angriff entscheiden, was die zugrundeliegende Analyse ist und sogar welche Strategien hinter diesen Angriffen stehen. Ferner gibt es eine Fülle von Anleitungen, wie bestimmte Angriffe durchgeführt werden können, Auflistungen von Akteur*innen, die irgendwer für angreifenswert hält (aber es oft nicht selbst tun will), und nicht zuletzt weltweite Berichterstattungen über stattgefundene Angriffe auf anarchistischen Blogs, in anarchistischen Zeitungen und sogar in „sozialen Medien“. Wie jämmerlich und erbärmlich ist da ein zwei/drei, höchstens einmal zehnseitiges Communiqué, das einen einzelnen Angriff in hübsche oder weniger hübsche Worte kleidet, ihn in einen Gesamtkontext stellen und nebenbei noch „ausführliche Recherchen“ und „Wissen teilen“ will, im Vergleich zu den hunderttausenden Seiten der Analyse, Recherche und Wissen dieser Publikationen, die sich nicht nur auf einen einzelnen Angriff beziehen, sondern auf alle, sowohl die publik gewordenen, als auch die stillen, sowohl die materiellen Angriffe, als auch die immateriellen Angriffe, die zum Beispiel Herrschaftsbeziehungen in den eigenen Denkmustern angreifen. Wie ineffizient ist es, ein seitenlanges Comuniqué zu jedem Angriff zu schreiben, im Vergleich zu einem allgemeinen Text mit einer Analyse, einer Anleitung oder einer Recherche, der über das äußerst kurzlebige Spektakel des Angriffs selbst seine Relevanz behält? Oder wer keine Lust hat, selbst etwas zu schreiben, die*der kann sich hier auch genausogut einen der tausenden existierenden Texte aneignen, mehrere zu einem neuen Text collagieren oder seine*ihre Ideen auf andere Art und Weise verbreiten. Und wo bleibt da der Angriff? Der spiegelt sich in all diesen Texten ebenso wider, unabhängig davon, wie gewandt eine*r ist, diesen mit klugen Worten zu bewerben.

Die Propaganda der Tat und die „patriarchale Vorstellung ‚alles was zählt, ist die Aktion'“

Die „Aktion“ ist für mich so ziemlich das Letzte was zählt, dafür jedoch die „Tat“ oder meinetwegen auch „Handlung“ umso mehr. Während eine „Aktion“ zumindest in dem Sinne, in dem dieser Begriff derzeit innerhalb einer „radikalen Linken“ gebraucht wird, für mich die absolut politisierteste, symbolischste und unalltäglichste Handlung überhaupt darstellt, kurz, eine von mir selbst und meinen Ideen entfremdete Vorstellung des Handelns, das mir dazu dient, in all der übrigen Zeit, in der ich gerade keine „Aktion“ durchführe oder wenigstens plane, die Verwirklichung meiner Ideen unter Mottos wie „es gibt kein richtiges Leben im Falschen“, oder „der Kapitalismus/das Patriarchat zwingt uns eben, bei der Verwirklichung unserer Ideen Kompromisse einzugehen“, oder „nach der Revolution …“ guten Gewissens beiseitezuschieben. Die „Tat“ oder „Handlung“ dagegen ist nicht politisch. Sie ist untrennbar mit meinen Emotionen, meinen Fehlern, meinem Scheitern und meinem Spaß verbunden. Sie entspringt dem individuellen Verlangen nicht (länger) auf eine Revolution zu warten, nur um dann vermutlich alle auf sie gesetzten Hoffnungen getrübt zu sehen, sondern hier und jetzt zur Tat zu schreiten und meine Ideen zu verwirklichen und alles, was mich in dieser Verwirklichung einschränkt auf kompromisslose Art und Weise anzugreifen.

Ob ich stehlen gehe um etwas zu essen zu haben oder um meine Miete zu zahlen, ob ich meiner Wut Luft mache, indem ich einen Bagger, einen Mobilfunkmast, einen Stromverteilerkasten, einen Amazon-Locker oder einfach nur das nächstgelegene (Bonzen-)Auto abfackle, ob ich meine*n Chef*in verprügle, weil ich das ewige herumkommandiert werden nicht mehr ertrage, ob ich eine*n Freund*in im Knast besuche, ob ich mich bei einer anderen Person dafür entschuldige, sie verletzt zu haben, ob ich eine*n Bull*in, die*der gerade eine andere Person kontrolliert zusammenschlage oder ob ich für ein (gem)einsames Abendessen koche. All das sind Taten, all diese Taten spiegeln meine Ideen wider, wenngleich das nicht bedeutet, dass dies kein widersprüchliches Leben wäre, in all diesen Taten kann ich scheitern, bei all diesen Taten werde ich mehr oder weniger Spaß empfinden und zu keiner dieser Taten werde ich irgendwelche Erklärungen abgeben.

Eine „Aktion“ dagegen, scheint erst durch die Abgabe einer Erklärung, warum mensch diese für richtig hält und warum mensch sich dafür entschieden hat, diese in die Tat umzusetzen zu einer solchen zu werden. Und weil es eben lächerlich ist, Erklärungen der Art „Heute habe ich Nudeln mit Tomatensoße gekocht, weil das in mir schlummernde revolutionäre Subjekt etwas zu essen brauchte und ich mich aber nicht getraut habe, einfach im Restaurant nebenan die Zeche zu prellen. Ich finde diese Aktion richtig, weil ich sonst früher oder später verhungern würde und wenn ich verhungere dient dies der Revolution nicht so sehr, wie wenn ich nun eben diese Aktion mache, um auch in Zukunft Aktionen mit mehr ‚revolutionärem Gehalt‘ machen zu können.“ abzugeben, muss sich der Begriff der „Aktion“ eben auf ganz bestimmte militante oder wenigstens scheinbar militante, bzw. massenhafte oder wenigestens scheinbar massenhafte bzw. spektakuläre oder wenigstens spektakulär inszenierte Formen des Handelns beschränken. Und so ist es kaum verwunderlich, dass der Begriff der „Aktion“ bloß Raum für immer waghalsigere, spektakulärere und vor allem erfolgreichere „Aktionen“ lassen kann, da jeder Versuch, diesen Begriff auszuweiten, um beispielsweise persönliche, individuelle und ja an sich häufig für das handelnde Individuum weitaus folgenreichere Taten, als so manch eine Spektakuläre, lächerlich erscheinen lassen muss. Zum Beispiel sei hier ein auf Barrikade.info veröffentlichtes Bekenntnis erwähnt, bei dem vier „Menschen mit Vulva“ claimen, öffentlich auf die „Dreirosenbrücke in Basel gepinkelt“ zu haben und (wie) zum Beweis, dass sie dieses Spektakel auch wirklich nicht erfunden haben, gar noch ein Bild mit vier deutlich erkennbaren Urinspuren veröffentlichten. „Wir wollen so für uns und unsere FLINT*-Geschwister einen Raum reclaimen, der durch eine Präsenz von cis-männlichen Menschen besetzt ist,“ [7] schreiben sie und geben damit ihre als Tat selbst keineswegs zu beanstandende oder überhaupt zu bewertende Handlung in Form einer „Aktion“ der Lächerlichkeit (weil sie sich besonders wichtig nimmt; weil sie nach Legitimation lechzt; weil sie die Individualität einer Handlung zugunsten irgendeines – nur scheinbar – allgemeinen Bewertungsmaßstabs aufgibt) preis (wobei das Ganze natürlich auch einfach als Witz verstanden werden könnte). Und das ist jetzt nur ein Beispiel. Ich hätte hier ebensogut ein Communiqué zu einem Bankraub anführen können, hatte aber gerade keines zur Hand.

Ob die Vorstellung einer „Aktion“ (bzw. dem ihr irgendwo inhärenten „alles was zählt ist die Aktion“) nun patriarchal ist oder nicht, das will ich nicht bewerten, auch wenn mensch sich bei dem Selbstbewusstsein, mit dem sich manchmal selbst zu den lächerlichsten und für viele nur allzu alltägliche bzw. individuelle und apolitische Handlungen mit großen Worten und der Bemühung einer Menge „Theorie“ bekannt wird, vielleicht schon fragen muss, inwiefern das auf eine in der Regel als „männliche Sozialisation“ referenzierte, patriarchale Verhaltensweise verweist. Aber ich denke auch hier ist ein Communiqué, das sich um wenige weitere Aspekte in der Vor- und Nachbereitung einer Aktion, sowie die Emotionen der Handelnden bemüht, nicht die einzig denkbare Form, sich solchen Themen zu widmen.

Eine Organisation auf „dauerhafter Basis“ oder eine kurzlebige, informelle Organisation, die „mit dem nächsten ‚Lebensabschnitt‘ ihrer Mitglieder [zerfällt]“?

Ist es erforderlich, „Reflexionen, Entwicklungen, Umdenken und Fehler“ über einzelne Aktionen hinaus sichtbar zu machen und wie kann das funktionieren? Die FAZ haben für sich die Antwort gefunden, eine auf lange Zeit angelegte Organisationsstruktur zu schaffen, deren Ziel es ist, militante „Aktionen“ langfristig zu ermöglichen. Das „bedeutet […] viel Arbeit unter hohen Sicherheitsstandards und Risiken“ und ist in der Vergangenheit dennoch häufig schief gegangen, etwa weil Observationen irgendwann doch einmal zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort stattgefunden haben, weil sich Fehler und Nachlässigkeiten eingeschlichen haben, usw. Aber das muss jede*r, der*die sich auf diese Art organisieren will für sich wissen. Was ich nicht so recht verstehe ist die Langlebigkeit und Statik einer solchen Organisation. Ich empfinde es als bedrückend mich für alle Ewigkeit (oder auch nur einige Jahre) einer Organisation zu verschreiben, auch wenn natürlich immer klar ist, dass ich diese „Mitgliedschaft“ theoretisch jederzeit aufkündigen kann und natürlich auch werde, wenn mir das Ganze nicht mehr taugt. Aber wenn dies so ist, warum dann überhaupt eine solche Organisation gründen und aufbauen, die darauf ausgelegt sein soll, Jahre und Jahrzehnte zu bestehen, ohne dass mit ihr ein konkretes Projekt verbunden ist? Und wenn dies nicht so wäre? Herrje, dann dürfte ich mich nicht mehr Anarchist*in nennen!

Aber was meine ich mit einem konkreten Projekt? Auf jeden Fall nicht „Militanz“ zum Selbstzweck. Um militante Angriffe zu verüben benötige ich ja keine Organisation per se. Alle mir bekannten Angriffe der FAZ – das muss ja aber nicht der Weißheit letzter Schluss sein – lassen sich zu zweit, zu dritt oder gar alleine bewerkstelligen. Das dafür notwendige „Wissen“, etwa wie mensch Spuren vermeidet oder wie mensch ein Fahrzeug in Brand setzt, findet sich in leicht beschaffbaren Publikationen, wie beispielsweise der PRISMA [8] und ähnlichen Anleitungsheftchen, sowie gelegentlich in periodischen Publikationen aufständischer Anarchist*innen und militanter Autonomer. Sicher, es gibt eine Menge unveröffentlichter Tricks für verschiedenste Dinge, aber wer Lust hat, findet auch beim experimentieren schnell heraus, wie mensch die Dinge noch ein wenig optimieren kann. Wer sich tiefer in die Materie einarbeiten möchte, findet auch zahlreiche Publikationen dazu, wie die Cops arbeiten [9], was meines Erachtens nach enorm dabei hilft, Spuren zu vermeiden, aber oft auch ein wenig paranoid machen kann. Jedenfalls erscheint mir eine Organisation, die ihre Mitglieder dazu befähigen soll, militante Angriffe durchzuführen, nicht besonders sinnvoll bzw. notwendig. Mit einem konkreten Projekt meine ich vielmehr, den Kampf gegen zum Beispiel den Bau eines Gefängnisses. Eine informelle Organisation dazu (einen Namen würde ich dieser trotzdem nicht geben) macht dann solange Sinn, bis entweder der Bau dieses Knasts gestoppt wurde oder mensch keine Perspektive mehr in diesem Projekt sieht. Hinsichtlich einer solchen Projektualität kann es meiner Meinung nach Sinn machen, Erfahrungen, (eigene) Entwicklungen, usw. zu teilen [10]. Aber welchen Sinn soll es machen, die Erfahrungen eines Kampfes gegen den Bau eines Gefängnises gemeinsam mit denen eines Kampfes gegen eine Gaspipeline oder einer Stromtrasse, etc. zu dokumentieren? Nach außen scheint mir das keinen Sinn zu ergeben und nach innen – so denn die Beteiligten an den Kämpfen tatsächlich die Gleichen sind –, erfordert dies ja auch keine feste Organisation.

Ähnlich verhält es sich meiner Meinung nach mit dem Austausch zu bestimmten militanten Techniken und Taktiken. Wer hier Erfahrungen weitergeben will kann dies ja tun und wer das öffentlich tun will, ist vielleicht ohnehin besser beraten eine Art zweite PRISMA herauszugeben.

Ich jedenfalls finde den Zerfall von Organisationen, wenn ihr Zweck überholt oder erfüllt ist, oder die einzelnen „Mitglieder“ einfach nicht mehr die gleichen Ideen teilen, einen fruchtbaren Prozess, in dem lähmende Strukturen und festgefahrene Muster, die oft mit der Zeit entstehen immer wieder aufgebrochen werden. Eine andere Form der Organisation kann zumindest ich mir sicher nicht vorstellen.

Anmerkungen

[1] Um nur ein Beispiel zu geben: „Erst in der Trennungsphase begriffen wir, daß nicht nur ‚unsere‘ patriarchal denkenden und handelnden Männer in ihrer Unfähigkeit und Borniertheit eine fruchtbare Zusammenarbeit verhinderten, sondern daß autonome FrauenLesbenorganisierung für uns hier und heute – auch im militanten Kampf – eine grundsätzliche politische Notwendigkeit ist. Gemeinsame Organisierung mit Männern bindet nicht nur unsere Energien in der ständigen Auseinandersetzung um die Behauptung von FrauenLesbenpositionen, sondern sie bindet uns auch in von Männern gesetzte Diskussionsprozesse ein, bringt uns immer wieder auf das Gleis der Orientierung an männlichen Normen, die wir selbst oft tief verinnerlicht haben. Sie blockiert uns damit in unserem Denken und unserer Entwicklung und steht der Herausbildung einer revolutionär-feministischen Perspektive ständig im Wege.“ Aus Mili’s Tanz auf dem Eis.

[2] Weil die Gerichte ihre Beteiligung an einer Verschwörung zur Ermordung des japanischen Kaisers nicht ernst nahmen (und zum Teil wohl auch ihre männlichen Gefährt*innen nicht), drohte Kaneko Fumiko vor Gericht (1925/1926) damit, dass sie den Kaiser ermorden würde, wenn das Gericht sie freilassen würde. Siehe auch „Because I Wanted To. Kaneko Fumiko on nihilism and why she wanted to kill the Emperor of Japan“ und Kaneko Fumiko. „The prison memoirs of a Japanese woman„.

[3] Aus „Namenlos. Beiträge zu einer anarchistischen Diskussion über Anonymität und Angriff„, erschienen bei Edition Irreversibel, S. 21. Kursivierungen von mir ergänzt.

[4] Als der „Kriegsheld“ Odysseus auf seinem Heimweg auf einer Insel landet und dort mit seinen Gefährten von einem Zyklopen gefangen gehalten wird, stellt er sich mit „Niemand“ vor. Nachdem Odysseus später den Zyklopen Polyphem geblendet hat, um ihm zu entkommen und dieser bei seinen Zyklopenfreund*innen um Hilfe bittet, erweist sich dieses Wortspiel als hilfreich, da die Zyklopen Polyphem nicht zu Hilfe eilen, als er ihnen auf die Frage, wer ihn geblendet habe, antwortet: Niemand.

[5] Diese mythologische Analogie ist ebenfalls der Broschüre Namenlos entlehnt.

[6] Namenlos, S. 22 f.

[7] Vgl. https://barrikade.info/article/3468

[8] Zu finden beispielsweise auf der Webseite https://militanz.noblogs.org (Ich empfehle, auf diese Seite nur mit TOR zuzugreifen!)

[9] Konkret würde ich für den Einstieg „Maßnahmen gegen Observation“ und die Bullenpublikation „Kriminaltechnik Expertise“ empfehlen (ACHTUNG: Links verweisen beide auf militanz.noblogs.org. Ich empfehle die Verwendung von TOR).

[10] Ein Beispiel für soetwas ist die Broschüre bzw. das Buch Stein für Stein, die den Kampf gegen den Bau eines Gefängnisses in Belgien dokumentiert und reflektiert.

[FAZ] Wegen alledem

Reaktion auf Artikel im Zündlumpen

Spiegelung der deutschen Fassung des Artikels, Ursprünglich veröffentlicht auf barrikade.info. Eine englische Fassung findet sich dort ebenfalls.

Wir möchten uns im Folgenden mit dem Artikel ’Wozu dann der Name?’ auseinandersetzen, der am 15.1.2020 im anarchistischen Wochenblatt ’Zündlumpen’ veröffentlicht wurde. Wir freuen uns über die ausführliche Auseinandersetzung mit den Texten der Feministischen Autonomen Zellen (FAZ), die prinzipiell positive Wahrnehmung der von den FAZ ausgeführten Aktionsformen und die Veröffentlichung von Gedanken dazu, die es uns ermöglicht, uns damit auseinanderzusetzen und darauf zu reagieren.

Wir entnehmen dem Artikel folgende Hauptstränge:
(1) Kritik an der (ausführlichen) öffentlichen Begründung von Aktionen der FAZ,
(2) Kritik an der Sammlung von Aktionen unter einem Gruppennamen, dem
(3) daraus resultierenden Entstehen von (vermeintlichem) Expert*innenstatus und Bindung von Aufmerksamkeit auf benannte Gruppen und der folgenden
(4) Unsichtbarmachung von Aktionen ohne Gruppennamen.

Anhand ausgewählter Textstellen aus dem Zündlumpen-Artikel möchten wir der Kritik in den Worten der*s Autor*in Platz geben und formulieren anschließend ein paar Gedanken dazu. Der komplette Artikel ist zu finden unter zuendlumpen.noblogs.org/post/2020/01/15/wozu-dann-der-name/, Zündlumpen Ausgabe Nr. 048. Für den englischen Text (s.u.) waren wir so frei, die ausgewählten Textausschnitte möglichst originalgetreu in Wortwahl und Ton zu übersetzen.

(1) „Interessierte [können auf indymedia] ein Bekenntnis einer »Feministischen Autonomen Zelle« (…) nachlesen, dass sich dieser Brandanschlag [Dezember 2019 gegen ein Bosch-Auto in Hamburg, barrikade.info/article/2957] (…) gegen Bosch als Entwickler von Sicherheits- und Überwachungstechnik richtete und zum Glück erlaubt es dieses Bekenntnis (…), Kritik an diesem Angriff zu üben (…) und außerdem fest[zu]stellen, dass unter dem Namen »Feministische Autonome Zelle« (…) noch ganz andere Aktionen stattgefunden haben (…) Spricht ein solcher Angriff nicht für sich? Und wenn nicht: Warum nicht? Zugegeben, ich könnte mir Situationen vorstellen, in denen ich das Bedürfnis haben könnte, einen Angriff kurz zu erläutern. Ein Hinweis auf das Betätigungsfeld eines Unternehmens, die Erkenntnis, dass die*der Besitzer*in eines Autos Politiker*in ist, die Information, dass ein Auto ein Zivilfahrzeug der Polizei ist, usw. Aber spätestens dann, wenn ich das Gefühl hätte, dass ich ein ganzes Manifest verfassen müsste, um meinen Angriff zu erklären, würde sich mir die Frage stellen, inwiefern mein Angriff als Vorschlag dienen kann, die Herrschaft anzugreifen. Vielleicht soll er das ja gar nicht. Wenn ich häufig die seitenlangen Erklärungen lese, die Personen anlässlich eines Angriffes abgeben, gewinne ich nicht selten den Eindruck, dass diese Angriffe nur Vorwand sind, um sich und den eigenen Ideen Gehör zu verschaffen. Eine Strategie, um Aufmerksamkeit zu erregen, sei es innerhalb einer »Szene« oder auch darüber hinaus. Eine Strategie, die leider viel zu häufig aufgeht.“

(Lange) Bekenner*innenschreiben sind für uns keine Rechtfertigung oder Versuche, unserer Sache abgeneigte Leute für unser Handeln zu erwärmen. Aber: Für uns ist zentral, Aktionen zu wählen, die wir richtig, machbar und effektiv finden – denn Militanz bedeutet auch Verantwortung für sorgfältige Arbeit, gerade, weil es danach keinen Dialog geben kann. Dafür betreiben wir ausführliche Recherchen und wollen unser Wissen teilen – auch, wenn lange Hintergrundtexte sicher höherschwelliger sind und nicht von allen (zu Ende) gelesen werden. Genau so, wie wir Recherchen Anderer nutzen, können dann Weitere von unsrer Arbeit profitieren. Dass das funktioniert, zeigen etwa die Verweise auf die Recherche der FAZ in Bekenner*innenschreiben zu auf unsere folgende Aktionen gegen Bosch. Die Vorstellung, (bestimmte) Aktionen und politische Gegner*innenschaften seien sowieso selbsterklärend, halten wir zudem für eine Position Erfahrener und Älterer in der „Szene“, die hierarchiebildend wirkt: Wenn als selbstverständlich dargestellt wird, warum etwas auf eine bestimmte Weise getan, warum die*derjenige nicht gemocht wird, kann das nur noch schwer er- oder hinterfragt werden. Niedrigschwellig handeln heißt daher für uns auch, uns nochmal neu darauf zu befragen, was und warum wir Dinge tun, und das sichtbar bzw. lesbar zu machen. Zum Vorwurf, „Angriffe [seien] nur Vorwand (…), um sich und den eigenen Ideen Gehör zu verschaffen“: Nein, denn direkte Aktionen gegen Herrschaft und Unterdrückung sind und bleiben für uns Selbstzweck. Und: Ja, denn natürlich wollen wir mit unseren Aktionen Effekte erzielen – durch die Verbreitung feministischer Ideen, möglichst große Sachschäden, Konsequenzen für unsere Anschlagsziele, z.B. auch durch mediale Aufmerksamkeit, wie etwa die breite öffentliche Kritik an der reaktionären christlichen Politik der ’Tübinger Offensive Stadtmission’ im Anschluss an die FAZ-Aktion um Weihnachten, 2019 https://de.indymedia.org/node/56865), die sogar kirchliche Institutionen teilten.
Queere, arme, „kranke“, rassifizierte und FLINT* Menschen und alle, die von gesellschaftlichen Normen abweichen, sind ständig gezwungen, mehr oder minder öffentliche „Bekenntnisse“, „outings“ zu produzieren. Als Medium für selbstbestimmte Statements über unsere politischen Standpunkte, unsere Handlungen, wird es für uns ein emanzipatorisches Tool. Das umzudrehen und uns deshalb ein „persönliches Geltungsbedürfnis“ (Zitat 2) zu attestieren, steht für uns in einer Tradition der (oh, so projektiven) Pathologisierung von starken Frauenfiguren, insbesondere Frauen of Color, Queers & Feminist*innen. Warum könnt ihr uns nicht ertragen? Und wieso wird eigentlich im ganzen Artikel kein Wort über unsere feministische Positionierung oder die (leider so rare) Verbindung von Feminismus und Militanz verloren? Feministische Wehrhaftigkeit und insbesondere feministische Militanz werden immer und immer wieder unsichtbar gemacht und weggeredet. Entweder werden konfrontativen Aktionen feministische Inhalte abgesprochen oder feministische Kämpfe unterliegen dem Dogma der ’Gewaltfreiheit’. Daher finden wir wichtig, dieser Verbindung Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dass Feminismus als das Grundthema unserer Texte und Organisierung im gesamten Zündlumpen-Text ignoriert wird, zeigt leider deutlich, was wir mit Unsichtbarmachung unserer Sache im linken militanten Diskurs meinen.

(2) „Während ich in einer Erklärung durchaus den Versuch sehen kann, die Hintergründe eines Angriffs zu erklären, scheint mir die Etablierung eines Namens viel eher Ausdruck eines persönlichen Geltungsbedürfnisses oder, wie es eine »Feministische Autonome Zelle« ausdrückte, der insgeheime Wunsh [sic] nach »Status« zu sein. Ich verstehe nicht, warum ein wiederkehrender Name »Kritisierbarkeit« schaffen sollte. Immerhin kann ich einen Angriff ja auch ohne ein solches Namensbekenntnis kritisieren. Egal ob ich meine Kritik mit »Unbekannte haben ein Auto abgefackelt« oder mit »Eine Feministische Autonome Zelle hat ein Auto abgefackelt« einleite, so kann sie doch in beiden Fällen mit »Deshalb halte ich diesen Angriff für fehlgeleitet« enden. Das gleiche gilt übrigens für eine positive Rezeption eines Angriffs. (…) [E]s erscheint mir nicht besonders sinnvoll, meine Meinung zu einer Handlung an einer Identität, an einer Reihe von Handlungen aus der Vergangenheit, die ein Profil einer Person oder gar einer Personengruppe schaffen, festzumachen. Wozu dieser militante »Lebenslauf« mit all seinen Referenzen?“

Im von der*m Autor*in zitierten FAZ-Gründungstext wurden einige Erfahrungen mit verschiedenen Organisierungsformen reflektiert, die mit zur Gründung der Zellen-Struktur geführt haben. Konkret hierzu ist unsere Erfahrung mit Aktionen ohne Gruppennamen – abgesehen von leider seltenen „outings“ anonymer Aktionsgruppen als FLINT* Gruppen – ein Schweigen nach außen über Organisierungsformen, Reflexionen und „Problemberichte“ – das sich unserer Ansicht nach über die Notwendigkeiten von Sicherheitskultur hinaus zu einer Art Tabu in der autonomen Szene verselbstständigt hat. Somit gab und gibt es aber auch kaum Erfahrungen, auf die andere und künftige Menschen sich beziehen und von denen sie lernen (oder sich abgrenzen) könnten. Und gleichzeitig wird auch innerhalb einzelner Strukturen meist geschwiegen über Zukunftspläne, größere Sorgen übers Leben und Älterwerden mit militantem Aktivismus. Wenn Gruppen es schaffen, nach außen anonym und ohne Namen zu handeln, aber intern nachhaltige Strukturen aufzubauen, diese stetig zu reflektieren und ihre Erfahrungen zu teilen, dann finden wir das bemerkenswert und toll. Für uns hat aber erst die Arbeit als FAZ ein committment zu langfristiger gemeinsamer Aktion und gegenseitiger Verantwortung – emotional, in Sachen Vertrauensbildung, Antirepression, gemeinsamer Professionalisierung… – bedeutet – und diese Belangen teilweise auch schon verwirklicht. Die Wahl eines öffentlichen Namens soll aber nicht nur Zwecke für uns erfüllen, sondern soll auch Bezugspunkt für Weitere sein und mehr kontinuierliche Gedanken und Diskussionen in der „Szene“ um uns herum anregen. Wann wurden schon mal (solidarisch und abseits der „Militanzdebatte“) einzelne anonyme no-name-Aktion öffentlich bzw. in der „Szene“ diskutiert? Und das auf dauerhafter Basis? Und wurde von den Angesprochenen darauf reagiert? Wir empfinden das als unwahrscheinlich und rar – auch, weil autonome Kleingruppen sich eben meist Event-bezogen oder kürzerfristig bilden, und oft nach einzelnen Aktionen oder spätestens mit dem nächsten „Lebensabschnitt“ ihrer Mitglieder zerfallen.
Was ist gemeint mit Kritisierbarkeit durch einen dauerhaften Namen? Als FAZ können wir unsere Reflexionen, Entwicklungen, Umdenken und Fehler über einzelne Aktionen hinaus sichtbar machen – was durch voneinander unabhängige, anonyme Einzeltexte eben nicht in dieser Weise möglich wäre. Und wir können so auch den größten Teil der Arbeit hinter Aktionen, der sonst verborgen bleibt, über einzelne Events hinaus thematisieren und sichtbar(er) machen – und z.B. aktionsunabhängigen Reflexionstexten (z.B. emrawijhwegozfze.onion/?FAZ-Auf-das-Feuer-hinter-den-Zellen-504) und Texten über nicht komplett erfolgreiche Aktionen wie die gegen Vonovia 2019 in Berlin ( emrawijhwegozfze.onion/?FAZ-Flammende-Solidaritat-mit-der-Liebig34-527) mehr Aufmerksamkeit ermöglichen, entgegen der patriarchalen Vorstellung „alles was zählt, ist die Aktion“. Denn: Es zählen auch die internen Prozesse, Emotionen, Umgänge mit Repression, Fehler und Scheitern, Spaß und all die Zwischenschritte, die halt auch verdammt viel Arbeit sind. Schon der Name FAZ positioniert uns feministisch und weist auf die Verbindung von Feminismus und klandestiner Organisierung hin, soll zum Diskutieren und Mitmachen bei explizit feministischen Militanzen anregen. Zudem erlaubt der immer wieder auftauchende Name Lesenden eine Einordnung von Aktionen in eben den theoretischen Rahmen, den die FAZ mit ihren ersten Texten gesetzt haben, sowie dessen Erweiterung und Kritik. Dass Aktionen oder Konzepte unter dem Namen der FAZ nicht nur theoretisch kritisierbar sind, sondern das auch getan wird und hilfreich sein kann, beweist ja der Zündlumpen-Artikel selbst.

(3) „[Solche Dynamiken, dass] ich einem Namen, unter dem bereits viele Angriffe begangen wurden, einen Expert*innenstatus einräume, (…) sind (…) absehbar und – ich behaupte – von denjenigen, die sich einen wiederkehrenden Namen geben, in der Regel gewollt. Wer Angriffe als Handlungsvorschläge versteht – und davon gehe ich aus, wenn von Reproduzierbarkeit und Einfachheit, sowie einem DIY-Charakter die Rede ist –, die*der sollte vielleicht auch darauf achten, dass das eigene Auftreten diesen nicht im Wege steht. (…) [Es geht] (scheinbar) gar nicht darum (…), Angriffe im Allgemeinen, wie sie täglich stattfinden, sichtbar zu machen, sondern eher darum, die eigenen Angriffe in große Worte zu kleiden.(…) [F)ür mich fallen darunter nicht nur die – oft betrunkenen – Bekenntnisse, um anderen zu imponieren oder sie zu beeindrucken, sondern auch die vergleichsweise nüchternen Bekenntnisse unter einem wiederkehrenden Namen. Auch diese Bekenntnisse führen zu einer Idolisierung einer bestimmten Gruppe oder auch nur eines Namens.“

Bestimmt haben Entscheidungen für und gegen Organisierungsformen solche und solche Folgen: Sie ermöglichen Dinge, die wir uns erhoffen, haben aber auch nicht abgesehene oder unerwünschte Nebenwirkungen. Gleichzeitig wünschen wir uns, dass die Unterstellung einer absichtlicher Herstellung von Hierarchie mal nicht (nur) feministisch-herrschaftskritischen Strukturen vorgeworfen würden, sondern auch und vor allem eben solchen Polit-Strukturen, in denen Mackertum und Angeberei ganz offen und unhinterfragt bestehen, akzeptiert oder sogar stolz vor sich hergetragen werden. Die hier vorgetragene Argumentationsweise erleben wir oft als Doppelmoral, mit der z.B. queere_feministische Akteur*innen delegitimiert werden. Auf welcher Ebene oder von wo herab wird hier theoretisch kritisiert und wessen Anerkennung sollen wir da erstreben?
In gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen uns Gehorsam vor Autoritäten, Individualismus, Wissenshierarchien und Informationshoheiten als normal und richtig dargestellt werden, läuft emanzipatorischen Projekten alles zuwider. Aber wir probieren es – explizit nicht mit dem Anspruch, „Expert*innenstatus“ innezuhaben, sondern weil wir es ganz notwendig finden, mit dem, was wir eben zum aktuellen Zeitpunkt können und wissen – anzufangen. Wenn wir Dinge herausfinden und lernen, die Anderen helfen können, dann geben wir sie gerne weiter. Wenn wir etwa einzelne Aktionsformen genau beschreiben, dient das dazu, sie niedrigschwelliger zu machen; und bewusst wurden von Zellen auch immer wieder Aktionen mit geringerem Aktionslevel ausgewählt, z.B. die Angriffe auf Amazon Locker mit Farbe und Werkzeug in Freiburg und Berlin 2019 (barrikade.info/article/2517 und emrawijhwegozfze.onion/?FAZ-Auch-Amazon-ist-kein-guter-Nachbar-Amazon-Locker-angegriffen-528).
Unsere Organisierungsform bedeutet für uns viel Arbeit unter hohen Sicherheitsstandards und Risiken und läuft stets anonym. Status, der FAZ-Aktionen vielleicht oder vielleicht auch nicht zugeschrieben wird, werden wir also ohnehin nie persönlich „genießen“ – aller Fame gilt feministischen Ideen und Strategien, aller Aufwand der nachhaltigen Organisation militanten Widerstands gegen die autoritäre, patriarchale Gesellschaft.

(4) „[Beeindruckte Reaktionen auf FAZ-Aktionen scheinen mir] beinahe unvermeidbar, während gleichartige Angriffe, vielleicht sogar kreativere, inhaltlich ausgefeiltere, elegantere und vor allem reproduzierbarere zugleich meist ungehört verhallen.“ (…) „Dadurch, dass sich zu diesem Angriff [auf einen Amazon-Locker mit Farbe in Berlin] als »FAZ« bekannt wurde, erfuhr dieser, so behaupte ich, insgesamt mehr Aufmerksamkeit als viele andere, in dieser Zeit ebenfalls stattfindenden Angriffe ähnlichen Inhalts (…). Indem (…) der eine Angriff unter einen wiederkehrenden Namen gestellt wird, der ihn mit weiteren Angriffen und zum Teil auch einer theoretischen Einbettung bündelt, scheint er mir verhältnismäßig stärker wahrgenommen zu werden. Das liegt meines Erachtens nach daran, dass auch ein Name, unter dem sich zu Angriffen bekannt wird, idolisiert wird. Freilich ist das zumindest auch die Schuld derer, die einem Namen eine solche Autorität zugestehen, aber da ich in einem solchen Namen kaum einen anderen Sinn sehe, denke ich, dass auch diejenigen, die ihre Angriffe mit einem Namen signieren, ihren Teil dazu beitragen.“

Die Hierarchisierung von FAZ-Aktionen gegenüber Aktionen ohne Namen empfinden wir als einen wichtigen Kritikpunkt. Wir stehen zur Diversität von (Organisierungs-)Taktiken und solidarisch mit allen feministisch-herrschaftskritischen Aktionen, auch und gerade, wenn sie anonym verübt werden, und wünschen uns für all diese Aufmerksamkeit und Credit, in der Szene und darüber hinaus. Und uns ist klar (geworden), dass die Arbeit mit Gruppennamen das eher ermöglicht. Das kann für uns aber kein Argument sein, unsere Aktionen (auch) verhallen zu lassen, zumal auf unsere spezielle Position verschiedene Unsichtbarmachungen wirken: etwa als linke gegenüber mainstream-Themen, militante gegenüber bürgerlichen Protestformen, feministische Auseinandersetzungen gegenüber Mackerei und männlich dominierten linken Themen. Wir denken, dass es unermessliche Kräfte mobilisiert, Bezugspunkte zu setzen, an deren Existenz Andere sich freuen, die sie nachmachen, auf die sie sich – jetzt oder in der Zukunft – beziehen können. Wie das Problem der Hierarchisierung lösen, darauf haben wir keine abschließende Antwort – und an solche glauben wir eh nicht. Als einen Versuch, Aufmerksamkeit auf Aktionen besser zu teilen, schließen wir an diesen Text eine Chronik verschiedener feministischer militanter Aktionen der letzten Zeit an.

Abschließend bedanken wir uns bei der*m Autor*in und dem Zündlumpen für die kritische Auseinandersetzung mit FAZ-Themen und deren Veröffentlichung, die uns Anstoß für viele Gedanken und Gespräche gegeben hat. Mit diesem Text hoffen wir, eine verständliche und hilfreiche Sammlung einiger Gedanken dazu bieten zu können, und freuen uns auf künftigen solidarischen Austausch. Gruß und Kuss,

eine Feministische Autonome Zelle

Chronik: Gegen die Unsichtbarkeit – für feministische Militanzen!

Wir haben ein bisschen recherchiert auf chronik, zündlumpen, barrikade, indy und so weiter und einige feministische Aktionen zusammengetragen. Lasst euch inspirieren!

17.12.18 Hamburg, Steine und Farbe gegen die glänzende Fassade eines Neubaus, Soligrüße an die Liebig34
01.02.19 Berlin, Farbe und Glasbruch bei Brasilianischer Botschaft in Solidarität mit dem feministischen, queeren und antifaschistischen Widerstand in Brasilien
01.02.19 Berlin, Farbe gegen İşbank zur Verteidigung der feministischen Revolution in Rojava
11.02.19 Berlin, Zalando Zentrale angegriffen: „Jeder Tag ist queer-feministischer Kampftag!“
07.03.19 München, feministische Graffiti von „Fantifa“ bis „Krieg dem Patriarchat“ in der Nacht vor dem 08. März aufgetaucht
08.03.19 Berlin, Dr. House Fahrzeug angezündet: „Für den polymorphen Angriff auf die patriarchalen Zustände!“ (Liebig34 Soli)
11.03.19 Schmidhausen, Farbe gegen Haus und Auto von antifeministischer AfD-Politikerin Carola Wolle
14.03.19 Frankfurt (aM), als Beitrag zur feministischen Offensive Burschenschaft Arminia mit Farbe angegriffen
18.03.19 Frankfurt (aM), als Beitrag zu der ausgerufenen Feministischen Offensive Katholische Deutsche Studentenverbindung Badenia Straßburg mit Farbe angegriffen
24.03.19 Hannover, im Nachklang des 8. März Buschenschaft „Akademische Landsmannschaft Niedersachsen“ und „Pennälerverbindung Honovere“ mit Farbe angegriffen
06.05.19 Berlin, feministsicher Zusammenhang markiert Fassade von antifeministischen Vereinen und Einzelpersonen
23.04.19 Berlin, wütende Queers zerstören Fassade eines Hauses (Liebig34 Soli)
20.06.19 Berlin, Apostolische Nuntiatur (Deutschlandsitz des Papstes) wird mit Farbe angegriffen
24.06.19 Rheinland, Feministische Baggerbesetzung im Tagebau Hambach
25.06.19 Leipzig, Straßenbaumaschine von Knastbauer Eurovia-Vinci brennt in Leipzig, grüße gehen an die gefangenen Anarchistinnen Anna und Sylvia im Hungerstreik
20.07.19 Berlin, ASW Bürogebäude von FLINT-Aktionsgruppe angegriffen
24.07.19 Berlin, FLTI* Gruppe gegen Verdrängungsakteur Dr. House
25.07.19 Wuppertal, in Solidarität mit Liebig34 Vonovia Transporter angezündet
29.07.19 Berlin, FLINT*-only Gruppe greift ASW zum 3. Mal in kurzer Zeit an
06.08.19 Freiburg, Amazon Locker von einer FAZ zerstört
13.09.19 Berlin, drei Autos der Deutsche Wohnen angezündet – antimilitaristisch, feministisch, antifaschistisch und unverhohlen gegen die Stadt der Reichen
30.09.19 Freiburg, Vonovia Auto angegriffen in Solidarität mit der gefangenen Primbo
01.10.19 Berlin, autonome FLINT*-Gruppe: Farbattacke auf das Amtsgericht Lichtenberg
06.10.19 Berlin, „Einbruch bei Pro Femina e.V. – Für den Feminismus!“
23.10.19 Berlin, Angriffe auf Anwaltsbüro und Immobilienfirma wegen Verdrängung
29.10.19 Berlin, Farbe und Glasbruch auf Baustelle eines Luxusquartiers
02.11.19 Berlin, Randale auf Liebig34 Demo und Angriff auf Bußgeldstelle der Polizei
11.11.19 Berlin, zwei Geldautomaten auf Eigentum von Padovicz flambiert (Liebig34 Soli)
13.11.19 Berlin, Glasbruch und SUV mit Buttersäure zerstört in Aktion gegen Familie Tragsdort, mitverantwortlich für den Liebig34-Verdrängungsversuch
15.11.19 Geisenheim, am Bürogebäude der Rüstungsfirma Ferrostaal Feuer gelegt durch das Kommando Hêlîn Qereçox/Anna Campbell
15.11.19 Berlin, Liebig34-Prozess ein Desaster „Nippel, Blut und Bomben/liebig34 unstoppable“
01.12.19 Hamburg, Bosch Auto von einer FAZ abgefackelt
14.12.19 Berlin, eine FAZ greift in Solidarität mit der Liebig34 ein Vonovia Auto an
08.12.19 Berlin, SPD-Parteizentrale mit Farbe angegriffen, Soli nach Rojava und an die Liebig34
13.12.19 Frankfurt (aM), anlässlich des Prozesses gegen die Liebig34 mit Hammerschlägen und Stinkeflüssigkeit Gewerkschaft der Polizei einen Besuch abgestattet
16.12.19 Berlin, wieder ein Amazon Locker von einer FAZ angegriffen
19.12.19 Berlin, Glasbruch bei der Immobilienagentur Next Estate GmbH in Solidarität mit der Liebig und anderen bedrohten Projekten
20.12.19 Berlin, FLINT only und gemischten Bezugsgruppen greifen in Aktion gegen Verdrängung drei SPD-Büros an
27.12.19 Tübingen, Evangelikale antifeministische TOS von einer FAZ angegriffen
31.12.19 Berlin, Dem Lokalcholeriker den SUV genommen – Antifeminst Gunnar Schupelius muss laufen.
31.12.19 Berlin, Silvester zum Frauen*knast! „Das Patriarchat soll sich an uns die Zähne ausbeißen“
09.01.20 Berlin, Farbanschlag gegen die St. Elisabeth-Kriche für ihre Propaganda zum „Marsch fürs Leben“
26.01.20 Berlin, Fassade des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg in Solidarität mit der Liebig34 beschädigt
28.01.20 Hamburg, Telekom Karre in Hamburg, in Solidarität mit der Liebig34, in die Knäste und an jene in der Klandestinität
28.01.20 Berlin, Soli-Aktion für die Liebig34, einige flauschige Unicorns nutzen Farbe gegen GreyStay Apartments: „Lasst uns mit glitzernden Pflastersteinen ihr Patriarchat einreißen!“
30.01.20: Karre von Padovicz Anwalt (Liebig34-Verdränger) Ferdinand Wrobel geschrottet
30.01.20 In den Morgenstunden vor Räumungsprozess gegen die Liebig34 Glasbruch bei zwei Büros
31.01.20 Berlin, 3 Thyssenkrupp Autos angezündet in Solidarität mit Rojava, den Festgenommenen bei der linksunten-Demo und der Liebig34
02.03.20 Frankfurt (aM), Auto von Pick-Up-Arschloch Marko Mitrovic zertrümmert
08.03.20 Lüneburg, Farbbeutelwürfe bei feministischer FLINT* Sponti
08.03.20 Nürnberg, inspiriert von kämpferischer 08. März Demo mehrere Vonovia-Transporter beschädigt
08.03.20 Frankfurt (aM), Aufruf und erste Aktion: Sexisten beklauen – Sachen mit sexistischem Inhalt klauen
19.03.20 Berlin, Fahrzeug von Bosch in der Ostseestraße angezündet und in der folgenden Nacht ein Fahrzeug von Dr. House Solutions (gehört zum Firmengeflecht Padovicz)
27.03.20 Hannover, Scheiben bei Verdrängungsunternehmen Delta Fonds eingeschlagen

[Hambacher Forst] Is Hambi a threat again?

Menschen aus dem besetzten Hambacher Forst haben einen Rückblick über durch Menschen aus dem Hambi verübte militante Aktionen des letzten Jahres nach dem letzten Räumungsversuch der Bull*innenschweine im September 2018 verfasst. Mit dem Text wollen sie „einen kleinen Überblick über militante Aktionen rund um den Hambi geben, da diese oft kaum Öffentlichkeit bekommen und von vielen im Herbst als Aktionen von Provokateur*innen abgetan wurden.“ Es geht dabei auch um einen kritischen Rückblick auf Vereinnahmungsversuche durch politische Akteur*innen und die Reflexion eigener interner Streitigkeiten durch viele neu hinzugekommene Menschen. Da uns der Text gut gefällt, wollen wir ihn hier vollständig wiedergeben:

Seit der kläglich gescheiterten Räumung der Polizei mit tausenden von Cops im September 2018 ist viel passiert rund um den Hambacher Wald. Die Baumhaussiedlungen wurden wieder aufgebaut, Kohlebagger blockiert, Häuser in Manheim und Morschenich (Dörfer die abgerissen werden sollen für die Kohle) besetzt, in sämtlichen Medien darüber berichtet und auch so manch eine Sabotageaktion durchgeführt. Es wurden viele Grundsatzdebatten innerhalb und außerhalb des Projektes geführt. Und die Frage um Deutungshoheit über das Projekt war ein zentraler Punkt im Herbst 2018. Mit dem Text wollen wir einen kleinen Überblick über militante Aktionen rund um den Hambi geben, da diese oft kaum Öffentlichkeit bekommen und von vielen im Herbst als Aktionen von Provokateur*innen abgetan wurden. Doch auch militante Taktiken sind seit Jahren ein Teil des Kampfes gegen den Hambacher Tagebau und die Klimakatastrophe. Um darauf hinzuweisen und zu zeigen, dass es in diesem Kontext viele militante Aktionen gibt, wie die Polizei dagegen vorgeht und wie es vielleicht weitergehen kann, haben wir diesen Text geschrieben.

* Chronologie

20.12.2019 Riot 1. Die Security Festung¹ von RWE wird mit Steinen angegriffen und in Teilen gestürmt. Securities, die sich aggressiv einer großen brennenden Barrikade auf der Security Straße nähern, werden mit Steinen angegriffen, ihre Autos stark beschädigt. Erst nach vielen Stunden ist ausreichend Polizei und ein Helikopter da, um die Reste der Barrikaden zu räumen, es bleibt ein hübsches großes Loch im Asphalt der Security Straße.

24.12.2019 Riot 2. Die Security Festung wird mit Steinen und Mollis angegriffen, es brennt in der Festung. Fahrzeuge der RWE Security werden beschädigt. Auch diesmal braucht die Polizei mit Helikopter sehr lange, um die Aktionen zu beenden.

24.12.2019 Brandanschlag auf Pumpstation: https://de.indymedia.org/taxonomy/term/2779

31.12.2019 Riot 3. Die Security Festung und Polizei auf der Security Straße werden über Stunden mit Mollis und Steinen angegriffen. Irgendwann nach Mitternacht stürmen mehrere Hundertschaften mit Spezialeinheiten den Wald.

31.12.2019 Brandanschlag auf mehrere Pumpstationen und einen Überwachungskameramasten: https://de.indymedia.org/node/27622

Im Zeitraum vom 20.12. bis Neujahr war die Security Straße konstant verbarrikadiert. Jedes Mal, wenn sie von Security oder Polizei geräumt wurde, wurde sie innerhalb kürzester Zeit neu verbarrikadiert. So konnte die Benutzung einer von zwei Zufahrtswegen zur Security Festung über längere Zeit massiv beeinträchtigt werden.

01.02.2019 Brandanschlag auf Stromkästen einer RWE Pumpstation: https://de.indymedia.org/node/29307

April 2019 Nachdem die Pumpstationen zwischen Manheim und dem Wald num zum xten Mal angegriffen und beschädigt oder zerstört wurden, werden sie von RWE entfernt.

06.05.2019 Boehls Fahrzeuge sabotiert in Böblingen, nachdem die Firma, die bereits bei der Hambi-Räumung 2018 Fahrzeuge im Einsatz hatte, bei der Räumung einer Schlachthofblockade in Düren einen Hubsteiger zur Verfügung stellte: https://de.indymedia.org/node/32419

06.05.2019 McDonalds wird in Freiburg im Breisgau wegen ihrer, auf den Hambi bezogenen, Greenwashing Kampagne angegriffen: https://barrikade.info/article/2244, kurze Zeit später werden zwei weitere Filialen angegriffen: https://barrikade.info/article/2268

05.06.2019 Nahe des Hambacher Forsts wird eine Polizeihunde Trainingsschule niedergebrannt: https://de.indymedia.org/node/33567

und viele weitere kleine und große Aktionen, die nicht veröffentlicht wurden.³

* Deutungshoheit über den Hambacher Wald

Nach dem vierwöchigen Räumungsversuch der Baumbesetzungen im September 2018 war es NGOs wie BUND, Campact und Greenpeace gelungen, den Wald immer mehr für sich zu vereinnahmen. Höhepunkt dessen war die Großdemo am 6. Oktober 2018, über die an anderer Stelle schon genug geschrieben wurde. Die Mischung aus Vereinnahmung durch NGOs, massiver Repression bei der Räumung und der Wiederaufbau mit vielen neuen Besetzer*innen sorgte für ein heftiges Setback in Bezug auf die radikale Kritik und utopische Ausrichtung der Hambi-Besetzung. Selbst so grundlegende Ideen und Konzepte wie keine Kooperation mit der Polizei, keine Distanzierung und Diversity of Tactics mussten komplett neu diskutiert werden. Beinahe wäre es der Allianz aus Staat und NGOs gelungen, das Projekt so sehr für sich zu vereinnahmen, dass das Projekt Hambacher Forst auf den Kampf um die Bewahrung eines Stückchen FFH Richtlinien geschützter Natur reduziert worden wäre. Der eigentliche Hauptaugenmerk, das Ende des Braunkohleabbaus, geriet in den Hintergrund. Naturschützer*innen schlugen vor, um den Hambacher Wald herum zu baggern oder die Steilheit der Kante zu ändern, damit die paar Bäume stehen bleiben können. Versteht das nicht falsch, der Wald war ein wertvolles Ökosystem mit einer extrem seltenen Artengemeinschaft, die von RWE für Profit niedergemäht wird. Aber es darf nicht vergessen werden, wie viel größer der Rahmen der Zerstörung durch den Braunkohleabbau ist. Wenn es nur um diesen einen Wald geht, heißt das im Umkehrschluss auch, dass an anderer Stelle, wo vielleicht nur eine Fichtenmonokultur steht, gerne so weiter gemacht werden kann?
Zudem ist der Wald durch Abpumpen des Grundwassers, extreme Bodenverdichtung durch die Räumungen, Belastung durch Licht-, Luft- und Lärmverschmutzung durch den Tagebau etc. nachhaltig zerstört worden. Er bleibt erhaltenswert, ist aber auch nur noch ein kläglicher Rest des ursprünglichen Ökosystems.
Es muss also um mehr als Naturschutz für ein paar Hektar Wald gehen. Es geht um die klimazerstörende Braunkohle. Dabei dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass die größten Schäden durch Braunkohle im globalen Süden entstehen.

Davon abgesehen ist das Projekt der Besetzung in seinen sieben Jahren auch immer ein anarchistisches Projekt gewesen und bleibt ein solches, das neben den konkreten Kämpfen gegen die Braunkohlegrube auch immer ein Versuch war, sich gegen Herrschaft und Kapitalismus zu organisieren und real utopische Alternativen des zusammen Lebens und zusammen Kämpfens zu schaffen und zu erproben.
Mit der Welle an militanten Angriffen Ende 2018 wurde es von NGO Seite schlagartig still in Bezug auf den Wald. Zusammen mit den vielen, kleinen Bemühungen, die Diskussionen und Ideen der letzten Jahre auch in der neuen Besetzung wieder einzubringen, konnte so die Deutungshoheit zu einem großen Teil zurück erkämpft werden.

Der Hambi spricht für sich selbst, in vielen Stimmen und mit vielen verschiedenen Meinungen.
Ohne Sprecher*innen, ohne NGOs.

* Handlungsraum und die Offensive

Nach der Räumung fühlte sich die RWE Security rund um den Wald offensichtlich sehr sicher. Sie standen den ganzen Oktober über an einer Kreuzung auf der alten A4, hinderten Besetzer*innen und Besucher*innen am Durchkommen, schikanierten und kontrollierten Leute. Das selbe Spiel am Eingang zur Securitystraße Richtung Buir und an vielen anderen Stellen. Immer wieder kam es zu Festnahmen, nachdem Securities Besetzer*innen gestoppt hatten. Auch gewaltsame Angriffe und Hetzjagden waren keine Seltenheiten und immer wieder kam es zu Verletzten auf Seite der Besetzer*innen.
Das erinnerte ungut an vergangene Jahre in denen die Übergriffe der Security unter anderem darin gipfelten, dass ein*e Besetzer*in im Krankenhaus landete, nachdem sie von einem Security Auto bewusst angefahren wurde.
Mit den offensiven Angriffen im Dezember 2018 endete diese Präsenz der Security abrupt. Seitdem standen das ganze Frühjahr über keine Security Autos mehr dauerhaft an festen Orten, es gab keine Dauerkontrollen mehr, keine Präsenz im Wald, kaum noch Hetzjagden und Übergriffe. Das eröffnete deutlich mehr Bewegungsfreiheit für die Besetzer*innen und bedeutete auch ein zumindest temporäres Ende der dauerhaften Angst, auf dem Weg zu Freund*innen oder nach Hause jederzeit von Securities zusammengeschlagen werden zu können. Insofern müssen die Angriffe auf die Security Festung und bei den brennenden Barrikaden auch als ein Teil einer Strategie der Selbstverteidigung gesehen werden. Nach monatelangen Angriffen durch die Securities wurde zurückgeschlagen und die Securities in ihrer Homezone, ihrer Festung, angegriffen. Damit wurden den Securities recht deutlich gezeigt, dass sie uns nicht einfach ohne Gegenwehr angreifen, schlagen und verletzen können. Sie konnten maßgeblich zurückgedrängt werden, damit wir in unserem Alltag wieder sicherer auf der Besetzung leben können.
Neben dieser Tatsache soll auch daraufhin gewiesen werden, dass es nur einen Grund gibt, warum Security und Polizei nur in Großaufgeboten (oder mit Spezialeinheiten) den Wald betreten. Sie wissen, dass sie dort nicht sicher sind.
Das schützt uns alle und ermöglicht ein Leben im Wald, bei dem nicht jeden Moment Securities über uns herfallen können.

* Erfahrungen mit Massenmilitanz: Selbstschutz, Nüchternheit, Militanz und Mackertum

Während es in Deutschland derzeit häufig Aktionen von Kleingruppen gibt, die auch immer wieder militant agieren, sind Momente der Massenmilitanz eher selten und es scheint an Wissen und einem Austausch zum Thema zu fehlen. Solche Aktionen sind häufig ihrer Eigenschaft nach spontan und entzünden sich situativ. Das heißt aber nicht, dass sie schlecht vorbereitet sein müssen. Wenn Wissen und Fähigkeiten, die Massenmilitanz effektiver und sicherer machen, weit verbreitet sind, werden wir auch in spontanen Momenten mehr Handlungsfähigkeit haben. Ob dies nun gute Vermummung, das Vermeiden von Fingerabdrücken, gute Scouting Systeme, Vorbereitungen von Materialdepots oder passende Schutzausrüstung sind.
Bei den Angriffen im Dezember war auffällig, dass viele Menschen schlecht vorbereitet waren und ein Wissensaustausch wichtig ist. Wie genau das sicher und gut funktionieren kann, ist eine schwierige Frage. Eine Möglichkeit wäre, Diskussionen über Massenmilitanz offener zu führen. Beispiele gibt es unter anderem beim G20 Gipfel 2017 in Hamburg, nach welchem einige Bezugsgruppen ihre Erfahrungen teilten und wertvolle Tipps gaben. Natürlich ist es wichtig, der Polizei keine unnötigen Informationen zu geben, aber das darf uns nicht an einem Erfahrungsaustausch hindern.

Konkret sind uns zu drei Themen aufgefallen:
Als erstes der Selbstschutz. Auch wenn einige Menschen Schilder bei den Angriffen nutzten, waren doch viele Menschen komplett ungeschützt vor Angriffen durch vor allem die Securities. Während die Polizei sehr selten Distanzwaffen in Deutschland nutzt, zeigte sich bei den Riots im Dezember, dass bei Angriffen auf Securities mit allem zu rechnen ist.
So wurden z.B. von Securities faustgroße Steine direkt auf die Angreifenden Aktivist*innen geworfen. Ein Treffer am Kopf wäre leicht tödlich. Auf so etwas kann mensch sich vorbereiten, ob nun durch Schilder oder Helme. Wir sollten uns einer solchen Gefahr nicht unbedacht aussetzen.

Ein weiterer Punkt ist Nüchternheit. Es scheint keine Seltenheit zu sein, dass Massenmilitanz und z.B. Alkoholkonsum ungünstig zusammenfallen. Während bei anderen Aktionsformen die Idee, Aktionen nur nüchtern zu machen, noch vergleichsweise verbreitet ist, ist dies bei Riots offensichtlich nicht der Fall, wie bei beispielsweise G20 2017 breit diskutiert. Nicht komplett zurechnungsfähig an einer militanten Aktion teilzunehmen ist extrem gefährlich, nicht nur für die Person selbst, sondern für uns alle.

Daran schließt auch das dritte Thema an: Mackertum. Auf höchst gefährliche Weise kombinieren sich Rausch und Mackertum bei militanten Massenaktionen und resultieren in für alle gefährliche Verhaltensweisen, unsinniges Inkaufnehmen von Risiken, um zu zeigen wie krass ‚Mann‘ ist, das Fehlen von kollektiver Strategie und sexistischer Scheiße auf Aktion. Das führt zu einer Gefährdung aller Beteiligten, einer Reproduktion patriarchaler Gewaltmuster und sollte von uns nicht toleriert werden. Wer sexistische Scheiße auf Aktion von sich gibt, fliegt raus aus der Aktion. Nur so können wir uns kollektiv schützen und verhindern, dass militante FLINT* durch Rummackern aus einer Aktion gedrängt werden.

* Die Polizeistrategie wechselt

Von den militanten offenen Angriffen Ende Dezember 2018 offensichtlich überrascht, fiel es der Polizei zunächst schwer, die Kontrolle zurückzuerlangen. Der Prozess, indem dies geschah, lohnt sich genauer zu analysieren. Während die Polizei in Zusammenarbeit mit RWEs Security normalerweise durch Präsenz, regelmäßige Machtdemonstrationen in Form von Kontrollen, Razzien, Bodenräumungen, etc. versucht, die Besetzer*innen und das subversive Umfeld des Hambacher Waldes in der Defensive zu halten, verloren sie beginnend mit der ersten Riot am 20. Dezember zunehmend die Kontrolle. Es gelang ihnen bei den beiden offensiven Angriffen auf die Security Festung direkt neben dem Wald nicht, die Angriffe zu stoppen. Sie konnten letztlich nur nach einigen Stunden, nachdem sich die Angreifenden so oder so schon im Rückzug befanden, die Hauptstraßen² räumen und brennende Barrikaden entfernen. Es gelang ihnen nicht, Menschen festzunehmen oder die Angriffe sonst irgendwie zurückzudrängen.

Als am 31.12. der bislang größte Angriff auf Securities und die bereits von Anfang an anwesende Polizei stattfand, war klar, dass die Polizei diesmal fest entschlossen sein würde, mit allen Mitteln die Kontrolle an sich zu reißen. Die Strategie war grob umrissen:

1. Masse: sehr viel mehr Einheiten, mit hunderten von Hundertschaftscops frontal angreifen.

2. Überraschungsmoment: durch den Wald nahe der Security Festung anschleichen und dann losstürmen.

3. Spezialeinheiten und Luftaufklärung: um gleichzeitig den Rückzugsraum der Angreifenden zurückzuerobern.

Nach einer Weile, in der es ein Hin- und Her zwischen Polizei und Angreifenden gab, stürmten plötzlich hunderte Riotcops mit Schildern aus einem kleinen Waldstück außerhalb des Blickfeldes auf die Straße und in den Wald und zwangen so alle zum Rückzug, während bereits hinter den Angreifenden im Wald Spezialeinheiten (vermutlich BFE) versuchten zu flankieren. Es gelang ihnen zwar so, die Angriffe letztlich zu einem selbst gewählten Zeitpunkt zu beenden und die Angreifenden in den Wald zurückzudrängen, doch auch diesmal endete der Einsatz nicht mit Festnahmen von den Angreifenden. Stattdessen zogen kleine Trupps der Polizei durch den Wald und schlugen sichtlich frustriert auf Bodenstrukturen ein. Die vielen Steine und Mollis auf Security und Polizei waren trotzdem geflogen. Und trotz massivster Polizeipräsenz und Wannen, die Waldränder konstant mit Suchscheinwerfern absuchten, konnten noch in der selben Nacht unentdeckt mehrere Pumpstationen und ein Videokameremast abgefackelt werden.

Sie hatten damit zwar die Hauptstraßen durch den Wald zurück erobert, aber der Hambi blieb außer Kontrolle.

* Drohneneinsatz

Interessant ist dabei auch ein weiterer Aspekt der Polizeistrategie. Im Hambacher Wald ist sicherlich der Einsatz von Luftaufklärung essentiell. Es ist auch für eine so hochgerüstete Polizei mit all ihren Spezialeinheiten weiterhin sehr schwierig in einem Wald, den sie nicht halb so gut kennen wie ihr*e Gegner*in, den Überblick zu behalten und mehr als einige wenige Hauptwege zu besetzen. Um Menschen im Wald zu verfolgen, die Einheiten im Wald abzusichern und einen Überblick über die Lage zu bekommen, ist die Polizei auf Hilfe aus der Luft schlicht angewiesen.
Daher ist es sehr auffällig, dass am 31.12. kein Polizeihelikopter im Einsatz war. Die Polizei war nach den Angriffen am 20. und 24.12. jeden Tag mit einer Hundertschaft vor Ort, die für den Zeitraum dauerhaft in der Security Festung stationiert war und die Hauptstraßen bestreifte. Es war offensichtlich, dass sie weitere Angriffe erwarteten und in Anbetracht dessen, wie schnell mehrere Hundertschaften und Spezialeinheiten am 31.12. (im Gegensatz zu den anderen beiden Tagen) vor Ort waren, war es wohl keine große Überraschung für sie, dass an diesem Tag Angriffe auf sie stattfanden. Warum war also kein Helikopter zu sehen?

Eine Beobachtung von Besetzer*innen lässt auf den einzig logischen Grund schließen. Es wurde ein kleines blinkendes Etwas beobachtet, das beim Abzug der Polizei in der Nacht hinter der Polizeikolonne herflog. Die Polizei hatte den lauten und leicht zu verortenden Helikopter durch eine oder mehrere Drohnen zur Luftaufklärung ersetzt.
Das ist ein sehr spannender Punkt, denn auch wenn es allgemein bekannt ist, dass die Polizei seit ca. 2016 begonnen hat, Drohnen einzusetzen und seit G20 die flächendeckende Beschaffung von Drohnen beschlossen wurde, sind bekannte Einsätze von Drohnen doch etwas Neues und es fehlt an Diskussion und Gegenstrategien.
Eine Drohne kann recht problemlos Kleingruppen und Einzelpersonen verfolgen und relativiert damit den Wald als Rückzugsort. Während es in Städten meist gute Möglichkeiten gibt, eine Drohne abzuschütteln (z.B. große Gebäude, U-Bahn, etc.), ist es auf offenem Gelände eine gänzlich andere Situation. Lasst uns gemeinsam an Gegenstrategien arbeiten!

*  Spezialeinheiten

Durch den Einsatz militärisch organisierter Spezialeinheiten wie BFE, BFE+ und SEK im Hambacher Wald scheint die Polizei zu versuchen, die Situation weiter zu eskalieren und ein permanentes Bedrohungsszenario für die Bewohner*innen des Waldes zu schaffen. Wer sich dazu entscheidet, im Wald zu wohnen, muss damit rechnen, jederzeit von schwer bewaffneten Einheiten aus dem Hinterhalt angegriffen, geschlagen und festgenommen zu werden. Diese Strategie sorgt für eine andere Grundsituation als regelmäßige Bodenräumungen. Denn eine Bodenräumung ist meist vorher absehbar und wenn die Polizei in großen Mengen ankommt, können Menschen sich warnen.
Ganz im Gegensatz dazu der Einsatz von kleinen Einheiten wie BFE, die sich nachts in Gruppen von 4-6 in den Wald schleichen mit Nachtsichtgeräten und dort Bewohner*innen auflauern – so während der Räumung im September 2018 geschehen und auch wieder rund um den Jahreswechsel, als ein Mensch der auf ein Baumhaus klettern wollte, aus dem Nichts von Cops angegriffen und vom Seil gezerrt wurde.

Die Nachricht ist klar: Ihr seid nie sicher vor uns. Eine klare psychologische Einschüchterungsstrategie.

* Bodenräumung: Zurückdrängen und Zwang in die Passivität durch Beschäftigungsstrategie

Im Oktober, direkt nach der erfolglosen Räumung des Hambacher Waldes, kam es zu einer Hochzeit des Wiederaufbau, aber auch an Aktionen gegen RWE. Es wurden viele Male Bagger besetzt, Barrikaden gebaut, Häuser in den umliegenden Dörfern besetzt, etc.
Das änderte sich mit den regelmäßigen Einsätzen der Polizei, bei denen alle Bodenstrukturen (also alles was nicht auf Bäumen gebaut ist, wie Küchen, Infobretter, Toiletten, Wohnzimmer, …) in einem mindestens monatlichen Rhythmus zerstört wurden. Die Besetzer*innen wurden so dazu gezwungen, immer und immer wieder ihre Infrastruktur für das alltägliche Leben neu aufzubauen, nachdem mal wieder ein Bulldozer oder Räumpanzer über ihre Küche gewalzt war.
Es ist traurig zu sehen, wie effektiv diese Strategie zunächst war. Gab es im Oktober bis Anfang November wöchentlich Aktionen außerhalb des Waldes, gerieten die Besetzer*innen zunehmend in die Defensive. Ein Erfolg für die Polizei, denn wer eine neue Küche baut oder erst mal neues Werkzeug, Töpfe, etc. besorgen muss, stört weder Polizei und Security, noch den reibungslosen Abbau der Braunkohle. Durch regelmäßige Beschäftigung mit diesen Räumungen wurden das Projekt Hambi gezielt in die Defensive getrieben. Das änderte sich erst Ende Dezember mit der Offensive gegen Security und Polizei wieder.

Die Strategie ist erfolgreich, wenn bei Bodenräumungen viel zerstörbar ist für die Polizei. Was in den Bäumen ist und besetzt ist, lässt sich nicht so leicht räumen.

Insgesamt lässt sich aus dem Winter 2018 / 2019 eines klar erkennen: Wenn wir es zulassen, dass Staat und Konzerne unsere Kämpfe bestimmen und uns in die Passivität drängen, werden sie die Chance nutzen. Die Bodenräumungen, die vielen Kontrollen, Neuausrufung des Gefahrengebiet, Angriffe durch Security auf uns etc. waren keine Antwort auf militante Aktionen, sondern auf die reine Existenz des widerständigen Projekts Hambacher Waldbesetzung. Erst durch massive militante Angriffe konnten RWE und Polizei aus der Offensive in eine Reaktion Ende des Jahres 2018 gezwungen werden. Auch wenn es zu einer kurzfristigen Zuspitzung der Repression (erhöhte Präsenz der Hundertschaften, Spezialeinheiten im Einsatz, etc.) führte, öffnete es auch an vielen anderen Punkten Räume und erlaubte ein Ausbruch aus der Passivität in den Monaten davor, in denen auf die Angriffe der Security und Polizei nur noch defensiv reagiert werden konnte. Bis heute trauen sich die Security nicht mehr, offen an Straßenkreuzungen Kontrollen durchzuführen, Menschen zu schikanieren und gewaltsam anzugreifen. Sie haben verstanden, dass das nicht ohne Konsequenz für sie bleibt.

Der Brandanschlag am 31.12. mitten in einem der größten und offensivsten Einsätze der Polizei in den letzten Monaten zeigt, dass, egal wie engmaschig ihr Überwachungsnetz ist, ein Netz immer aus Löchern bestehen wird!

In die Offensive gegen Klimazerstörung, Profitlogik und deren Profiteure!

P.S. Lasst uns mehr über Militanz, Repression und Gegenstrategien diskutieren. Würde uns freuen, wenn ihr den Artikel dafür weiterverbreitet!

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¹ Security Festung: Ein großer Komplex aus Schiffscontainern in denen die RWE Security ihre Einsätze rund um den Hambacher Wald koordiniert, Fahrzeuge parken und Material lagern. Sie befindet sich nur wenige Meter vom Wald entfernt neben dem Tagebau.

² Hauptstraßen: Securitystraße von Buir zur Security Festung, alte A4 von Manheim zur Security Festung und die Landstraßen zwischen Buir, Manheim und Morschenich.

³ In der Chronologie werden nur militantere Aktionen erwähnt, auch wenn genauso Plenum, Abspülen, Bauen, etc. Teil des Projekts sind. Darüber wird aber an anderer Stelle ausführlich berichtet und diskutiert, weswegen sich dieser Text auf das Militante fokussiert. Aber auch Abspülen und Plenum sind wichtig für militante Aktionen.

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