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Sabotagen gegen das (Telekommunikations-)Netz der Herrschaft – eine Sammlung

„Ich bin total empört, angewidert, dass Leute ausgerechnet gegen die Infrastruktur vorgehen, die wir benötigen, um mit diesem Gesundheitsnotstand umzugehen.“
Stephen Powis, medizinischer Direktor des nationalen Gesundheitsdienstes in England, Anfang April

Seit Jahrzehnten wird um uns ein unsichtbares Netz errichtet, das die Aufrechterhaltung von Herrschaft immer subtiler und gleichtzeitig engmaschiger, allumfassender macht. Mit der „Corona-Krise“ wird dieses Netz nun massiv ausgebaut. Angeblich könne nur der Ausbau der Digitalisierung die Krankheit bekämpfen, eine erstaunliche Aussage, würde manch einer wohl finden, der sich noch daran erinnern kann, dass man früher der Ansicht war, dass eine Krankheit mit Heilmethoden bekämpft wird und nicht mit mehr Internet, aber wer kann das schon? Die neue Devise lautet: Alle dauerhaft vor den Bildschirm verbannen, nur dann sind wir wirklich sicher. Wer braucht schon reale Begegnungen, reale Erlebnisse, wenn man mehr oder weniger dasselbe (LOL) hygienisch und sicher digital haben kann? Doch die Umstellung auf Zoom, Netflix & Co., Home Schooling, Home Office usw. ist erst der Anfang. Eine vollkommen smarte Umgebung ist das Ziel. Die Voraussetzung: ein funktionierendes leistungsstarkes Netz. Doch nicht alle sehen tatenlos zu, wie sich dieses Netz verfeinert. Letztes Jahr wurde insbesondere das Abfackeln von Mobilfunkmasten in einigen Ländern wie etwa Italien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden äußerst beliebt. Doch auch in Deutschland nehmen die Funkmastbrände zu. Neben flammenden Funkmasten gibt es eine weitere Vielzahl an anderen Sabotageakten gegen das Telekommunikationsnetz. Einige schöne Sabotagen seit Jahresbeginn (mit einem unabsichtlichen Schwerpunkt auf Frankreich) haben wir hier für euch gesammelt:

Crest (Frankreich), 17. Februar Nicht einmal 24 Stunden nach einem Brandanschlag auf einen Mobilfunkmast im benachbarten Gigors-et-Lozeron (übrigens der sechste im Département Drôme seit letzten Jahr) beschädigt ein Feuer einen Hauptverteiler in Crest. Unbekannte werfen durch ein eingeschlagenes Fenster im Erdgeschoss des dreistöckigen Gebäudes einen Brandsatz in den Technikraum, indem sich auch der Hauptverteiler befindet. 4000 Telefon- und 6000 Internetkunden, darunter auch 200 Unternehmen, sind von den Schäden betroffen. Auch das Mobilfunknetz sei eingeschränkt. Der Hauptverteiler ist der zentrale Verteiler einer Kommunikationsverkabelung einer Liegenschaft. Hier werden alle Kunden mit der entsprechenden Infrastruktur verbunden.

Brézins (Frankreich), 17. Februar Das Telekommunikationsinfrastruktur-Unternehmen Constructel Constructions et Telecom wird Ziel eines Brandangriffs. Fünf Kastenwägen werden zerstört, ebenso ein Lager mit Kabeltrommeln. Zwei Tage später wird ein zweiter Standort von Constructel in Grenoble Ziel eines Angriffs. Diesmal trifft es einen Funkmast, eine Glasfaserkabeltrommel und einen Firmenwagen. Constructel ist in der Errichtung von Telekommunikations- und Glasfasernetzen spezialisiert.

Rom (Italien), 16. Februar Glasfaserkabel entlang der TAV-Bahnstrecke werden angezündet.

Yutz (Frankreich), 03. Februar Am Fuß eines Funkmastes in Yutz werden Glasfaserkabel durchtrennt. Die Folge: 52 Funkmasten, die an diese Kabel angeschlossen sind, fallen aus, das Mobilfunknetz der Anbieter SFR und Bouygues sind für die Dauer der Reparatur, die etwa einen Tag in Anspruch nimmt, außer Gefecht.

Étampes (Frankreich), 30. Januar Ein Multifunktionsgehäuse (die großen weißen Kästen am Straßenrand) wird aufgehebelt und alle Kabel, die sich im Inneren befinden, durchtrennt. In Folge finden sich mehrere Dutzend Kunden, die direkt an diesen Kasten angeschlossen sind, ohne Internet, Telefon und Fernsehen wieder. Vier Tage sind nötig, um die Schäden zu beheben. Auch in den Orten Cugnaux (Ende Januar) und L’Arbresle (Anfang Februar) haben mehrere hundert Kunden mit der Vandalisierung von Multifunktionsgehäusen (einmal 850 Kabel durchtrennt und einmal Feuer gelegt) zu kämpfen. Teilweise dauern die Reparaturen mehrere Wochen. Das liegt daran, dass Glasfaserkabel relativ aufwändig wieder zusammengefügt werden müssen (angeblich dauert es auch wegen der Einhaltung von Corona-Abstandsregelungen momentan länger). Übrigens wird die Sabotage von Multifunktionsgehäusen auch gerne bei Einbrüchen benutzt, um Alarmanlagen auszuschalten.

Osnabrück, 22. Januar Ein Bagger gerät auf einer Baustelle, die Straßenbauarbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabeln für ein schnelles und 5G-fähiges Internet durchführt, in Brand.

Les Cars (Frankreich), 11. Januar Ein Funkmast des Unternehmens TDF wird in Brand gesetzt. Das Feuer beginnt in ca. 100 Metern Höhe des 230 Meter hohen Mastes. 1,4 Millionen Menschen können kein Fernsehen, kein Radio und teilweise keinen Mobilfunk empfangen. Mehrere hundert Meter entfernt fängt ein Mobilfunkmast des Anbieters Orange ebenfalls Feuer. Es dauert voraussichtlich mehrere Wochen, um die Schäden zu beheben.