Category Archives: Bericht

42,2% Mehr …

… Widerstand leisteten (radikale) Linke in München im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus der von den Bull*innen veröffentlichten „Kriminalitätsstatistik“ hervor. Die Zahl der von den Bull*innen erfassten Straftaten aus dem „Phänomenbereich“ „politisch motivierte Kriminalität – Links“ zählt 593 Delikte. Natürlich sagt das nichts konkretes über das Engagement der radikalen Linken in München aus, aber erfreulich ist es trotzdem, dass diese Zahl wieder so deutlich steigt.

Übrigens macht sich auch die Solidarität mit YPG und YPJ zahlenmäßig bemerkbar: Die entsprechende Zahl stieg um 189,3%.

Kabelbrand in Bogenhausen

In Bogenhausen kam es in der Nacht auf Dienstag zu einem Kabelbrand an einer Kommunikationsleitung. Was genau angegriffen wurde verraten die Bull*innen zwar leider nicht, sie scheinen sich jedoch sicher zu sein, dass es sich hier um einen Angriff von links handelt.

Angriffe auf Kommunikationsleitungen können dazu genutzt werden, verschiedene Komponenten einer Infrastruktur lahmzulegen und so deren reibungslosen Ablauf zu stören.

UPDATE: Es handelte sich bei dem betroffenen Kabel wohl um ein Glasfaserkabel der Firma Vodafone, das an einem Kabelschacht unter der John-F.-Kennedy-Brücke entzündet worden war. Auch wenn Vodafone behauptet, dass es durch den Vorfall keine Ausfälle gegeben habe, war der Angriff wohl dennoch erfolgreich. Der entstandene Schaden wird auf 100.000 Euro geschätzt.

Feministische GraffitiSerie in der Westendstraße

Schon in der Nacht auf Donnerstag, den 07. März sind in der Westendstraße zahlreiche feministische Graffiti anlässlich des 08. März (Frauenkampftag) aufgetaucht.

„FANTIFA“, „No Sexism“, „Jin Jiyan Azadi“, „Feminismus ist leiwand“, „8. März“, „Jeder Tag ist Frauenkampf“, „Krieg dem Patriarchat“ und „I love Feminism“ lauteten einige der hinterlassenen Botschaften.

Einem der Eigentümer gefielen die Graffiti gar nicht. Laut schimpfend und fluchend hatte er bereits am Tag darauf damit begonnen diese wieder zu entfernen.

Nebenwidersprüche Ausgabe 02 erschienen

Das anarchafeministische Fanzine Nebenwidersprüche ist am 09. März zum zweiten Mal erschienen. Die neue Ausgabe behandelt den Themenkomplex Toxische Männlichkeit. 17 Beiträge, ein Glossar und ein Kreuzworträtsel beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.

Das Zine hat einen Umfang von 104 Seiten und wird von kaos München in Zusammenarbeit mit der Antisexistischen Aktion München herausgegeben. Es ist online und als Printversion gegen Spende erhältlich.

nebenwidersprueche.noblogs.org

„Letzte Nacht ist wieder ein Auto abgebrannt …

… Grillkohleanzünder lagen auf dem Vorderreifen“ (Liedzeile aus Gentrification von Mono für alle). In der Nacht auf Sonntag, den 03. März, brannten in Neuperlach gleich zwei Autos der Firma Siemens. Sie waren auf einem privaten Firmenparkplatz abgestellt. Beide Fahrzeuge brannten im Motorraum komplett aus.

Gründe, die Firma Siemens anzugreifen gibt es nun wirklich genug. Die Zusammenarbeit mit autoritären und faschistischen Staaten, die Entwicklung und Verbreitung von Technologien zur Überwachung und Kontrolle von Menschen oder die Tätigkeit als Rüstungsunternehmen sind nur einige Beispiele, die sich die handelnden Aktivist*innen zum Anlass genommen haben könnten.

Angepisste Bullenschweine

Beitrag übernommen von https://insurrectionchroniclemuc.blackblogs.org/de/2019/02/23/bullenauto-angepisst-7-bullen-verletzt-2-personen-in-u-haft/

Gegen einen Baum zu pissen ist ja grundsätzlich nur die zweite Wahl. Besser ist immer ein Bullenauto. Das dachten sich wohl auch einige Personen, die in Sendling gerade eine Party feierten, als uneingeladen eine Bullenstreife vorbei kam. Den Bullen gefiel es jedoch gar nicht, dass da jemensch so respektlos gegen ihr Auto urinierte. Was dann passierte kann sich jede*r ausmalen, der*die schon einmal unfreiwillig die Bekanntschaft in ihrer Ehre gekränkter blau-grüner Söldner gemacht hat. Das wiederum ließen sich die Menschen vor Ort nicht gefallen. Sie gingen zum Gegenangriff über, traten und schlugen die Bullen, die sie mit Pfefferspray angriffen, und bewarfen die 40 zur Verstärkung herbeigerufenen Bullen mit Flaschen.

Leider wurden dabei  insgesamt 7 Personen festgenommen von denen nun wohl zwei in U-Haft sitzen. Immerhin hat es auch den Bullen ein bisschen weh getan. Ebenfalls 7 Bullen wurden Angaben der Polizei zufolge verletzt. Hoffentlich tut’s noch weh.

Alles voller Bull*innen

In ganz München kann mensch derzeit Bull*innen beobachten. Vor allem in der Innenstadt. Das liegt an der Münchner Sicherheitskonferenz, die an diesem Wochenende wie jedes Jahr im Hotel Bayerischer Hof stattfindet. 4000 Bull*innen sollen diese schützen.

Deshalb passt dieses Wochenende ganz besonders auf euch auf und lasst euch bei nichts erwischen!

Fridays for Future?

Unter dem Motto »Fridays for Future« gehen seit einigen Monaten in ganz Europa Millionen Schüler*innen auf die Straßen. Auch in München. Diesen Freitag demonstrierten rund 1000 Personen vom Kaiser-Ludwig-Platz aus in Richtung Innenstadt. Anlass für die Demonstra-tionen der Schüler*innen ist die Klimapolitik der EU-Staaten. Sie halten diese für verfehlt und sehen auch ihre eigene Zukunft durch sie gefährdet.

Rund 1000 Schüler*innen haben sich auf dem Kaiser-Ludwig-Platz versammelt. Sie haben ganz unterschiedliche politische Ansichten, das bringen die von ihnen mitgebrachten Schilder, Transparente und Fahnen deutlich zum Ausdruck. Ein*e Schüler*in hat eine EU-Fahne dabei, am anderen Ende der Demonstration weht eine Antifa-Flagge. Eine Person hat ein Plakat mitgebracht auf dem vor dem Hintergrund einer schwarz-grünen Flagge der Slogan »Hambi bleibt!« prangt. Es ist eine der seltenen radikalen Botschaften auf der Demonstration.

Wie protestiert mensch eigentlich gegen den Klimawandel? Die Demonstrant*innen der »Fridays for Future«-Bewegung richten ihre Forderungen zunächst an eine unbestimmte Autorität: »Wir streiken bis ihr handelt« steht auf einem Transparent. Die Frage dabei bleibt: Wer? Wer soll handeln? Wer wird handeln? Macht es Sinn, sich an die Verantwortungsträger*innen in den Regierungen zu richten? Oder ist das bloße Zeitverschwendung? Welche Optionen bleiben?

Für die Schüler*innen, die an der Demonstration teilnehmen, obwohl sie eigentlich Unterricht hätten, werden die Fragen langsam drängender. Einige Schulen haben bereits Verbote, zu den Demonstrationen zu gehen, ausgesprochen, manche drohen gar mit einem Schulverweis. Diese Form der Repression droht, den Protest zu spalten. Bald werden einige Schüler*innen es nicht mehr wagen, die Demonstrationen zu besuchen. Die anderen stehen dann umso isolierter da, sind der Repression durch die Schule umso mehr ausgesetzt. Die Frage wird dann sein: Welche Druckmittel besitzen schulstreikende Schüler*innen gegen die Schule. Eine Schule ist ein angreifbarer Ort. So viele Scheiben, so viel Fassade. Wie das die Direktor*innen wohl fänden, wenn sich diese verfärben würde? Freilich sollten das nur Gedankenspiele bleiben …

Die »Fridays for Future« Proteste haben es in den vergangenen Wochen und Monaten geschafft, das Thema Klima- und Umweltschutz zurück auf die Tagesordnung zu setzen. Das ist eine beeindruckende Leistung gewesen. Für die Zukunft stellt sich nun die Frage, wie sich die Proteste entwickeln werden, welchen Weg sie einschlagen werden.

Wir hoffen auf Scherben!