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Angriff auf die technologische Herrschaft – Wie man Mobilfunkmasten zerstört

Die Auswertung von Mobilfunkdaten oder eine Spionage-App auf dem Handy, die alle andere Handys (sowie sonstige Buetooth-fähige Geräte) registrieren soll, werden als eine der zentralen Lösungen im Kampf gegen Corona gehandelt. So deutlich wie nie zuvor zeigt sich, wie das technologische Netz sich um uns schließt und uns auf eine nie dagewesene Art und Weise überwachbar macht. 5G als neuer Mobilfunkstandard ermöglicht dabei eine neue Stufe der smarten Einbettung und Überwachung. Doch gegen 5G regt sich bereits Widerstand. Insbesondere in Großbritannien, aber auch in anderen Teilen der Welt gehen 5G- sowie andere Moilfunkmasten in Flammen auf.

Wir müssen dem technologischen Umbau der Herrschaft nicht tatenlos zusehen. Denn Technologie benötigt eine fragile Infrastruktur, die mithilfe von Benzin und Kreativität leicht sabotiert werden kann. Hier ein kleines Rezept:

Dieses Rezept gibt es auch auf Englisch und Französisch.

Wie du DNA-Spuren verhindern oder zerstören kannst

Um das Legen beiläufiger Spuren zu verhindern oder zumindest deutlich einzuschränken, ist es nötig, neue Handschuhe, Mundschutz, Haarnetz oder noch besser geschlossene Kopfbedeckung (z.B. Bade-kappe) und gewaschene Klamotten mit langen Ärmeln und Hosenbeinen zu tragen.

Allerdings hinterlassen normalerweise auch alle anderen Menschen Spuren, so dass an halbwegs öffentlichen Orten die Polizei ein einfaches Zusammenfegen von Mischdreck nicht weiterbringen wird – und auch häufig angefasste Dinge führen manchmal zu Mischspuren, die nicht ausgewertet werden können. Sich darauf zu verlassen, ist allerdings gefährlich: In manchen Ermittlungsverfahren werden aufwendige Analysen betrieben, und wenn Eure DNA auch unter vielen anderen gefunden wird, ist sie nun einmal da.

Eine zentrale Herausforderung für die DNA-Forensik ist, Spuren zu finden, die mit der verfolgten Übertretung in Zusammenhang stehen. Der Polizei in die Hände spielt, dass Kleiderfasern, auf die die Spurensicherungen dieses Planeten seit Jahrzehnten programmiert sind, fast regelmäßig verwertbare DNA der Träger*in der Kleider zeigen. Auch Orte, an denen gepinkelt wurde, können für die Ermittler*innen von Interesse sein. Von legendärer Popularität sind Zigarettenkippen oder Speichelreste an Briefmarken und Briefumschlägen. Die ähnlich legendären Haare sind allerdings weniger geeignet, wenn sie keine Wurzel mehr enthalten. Nicht hilfreich zur Verwirrung der Polizei, sind übrigens nichtmenschliche Zellen – die zur Analyse verwandten Primer, um einzelne DNA-Sequenzen zu isolieren, sind sehr artspezifisch. Es ist aber umgekehrt so, dass Haare eines bestimmten Hundes identifiziert werden können und der Polizei Hinweise geben können.

In vielen Filmen gesehen, ist das Wegwischen von (»normalen«) Fingerabdrücken. Für die DNA ist das aber ungleich schwieriger. DNA-Spuren lassen sich durch Wischen und Desinfizieren allerhöchstens auf sehr glatten Oberflächen entfernen, und auch nur dann, wenn es keine Ritzen o.ä. gibt. Werkzeug hingegen, Papier, Textilien oder sonstige Gegenstände mit rauen Oberflächen sind auf diese Weise praktisch nicht zu reinigen, weder von menschlicher, noch tierischer, noch pflanzlicher DNA (auch diese DNA kann relevant sein, weil sie Rückschlüsse auf den Herkunftsort zulassen kann).

DNA ist ein erstaunlich stabiles Molekül. Daher ist auch eine chemische Entfernung von DNA-Spuren schwierig, zumal nicht ausreicht, was zur Sterilisation taugen mag (etwa einfaches Erhitzen oder Alkohol). Ihr müsst die STRs zertrümmern, und die sind klein. Was erfahrungsgemäß ganz gut wirkt, ist Natriumhypochlorit, das aber nicht so leicht zu beschaffen ist. Eine Alternative sind Bleiche oder aggressive Putzmittel, in denen Natriumhypochlorit enthalten ist (siehe Inhaltsstoffe und Gebrauchsanweisung beachten). Handelsnamen sind etwa Dan Klorix oder Schimmelentferner mit Aktivchlor oder Clorox (amerikanisches Produkt). Hypochlorit ist nicht sehr stabil, daher empfiehlt es sich, immer eine neue Flasche zu benutzen. Es stinkt ziemlich, eben nach Chlor, und ist aggressiv gegenüber vielen Materialien, deswegen glatte und dafür unempfindliche Arbeitsflächen benutzen wie eine Badewanne, intakte Gummihandschuhe und eventuell auch eine einfache Schutzbrille tragen. Vorsicht beim Umgang! Nicht mit anderen Reinigern zusammen nutzen. Und darauf achten, dass Ihr in alle Rillen und Ritzen damit vordringt.

Es gibt im Laborfachhandel auch sonstige Produkte zum Zerstören von DNA wie DNA-Exitusplus oder DNA-ZAP (life technologies). Nach veröffentlichten Studien ist letzteres aber nicht effektiver als zehnprozentige Bleiche.

Salzsäurebasierte Reiniger wirken dagegen schlechter. Erhitzen über einige Zeit bei 250 Grad Celsius etwa von Metallgegenständen im Backofen zerstört die DNA ebenfalls. Was nicht mehr gebraucht wird, ist am sichersten durch Verbrennen zu vernichten.

Text übernommen aus „Der polizeiliche Zugriff auf DNA-Daten: Strategien der Gegenwehr“, Gen-ethisches Netzwerk, Februar 2019, S. 24 f.

Graffiti, aber wie?

Bestimmt hast du es schon einmal ausprobiert oder dir wenigstens vorgenommen, es einmal selbst zu versuchen: Graffiti. Gesprühte Botschaften sind ein simples und direktes Mittel, um in das Stadtbild zu intervenieren, um Botschaften, die einer*einem wichtig sind zu vermitteln oder auch um einfach dem eigenen künstlerischen Drängen freien Lauf zu lassen.

Das Prinzip ist klar: Sprühdose besorgen, schütteln, loslegen, doch das führt nicht immer zum gewünschten Ergebnis. Oft ist der Farbstrahl zu dünn, wodurch die Buchstaben nicht richtig zur Geltung kommen, manchmal kommt die Farbe auf einem Untergrund nicht richtig zur Geltung oder verläuft und nach dem Akt des Sprühens sind Hände und Kleidung oft voll von verräterischen Farbspuren. Diese Dinge passieren eigentlich allen, die regelmäßig und unregelmäßig zur Can greifen. Mit zunehmender Erfahrung bekommst du jedoch ein besseres Gefühl für viele Dinge und kannst sie mehr oder weniger vermeiden. Die folgenden Tipps können dir dabei und bei anderen gängigen Problemen helfen.

Was ist die richtige Farbe?

Es gibt ganz unterschiedliche Ausführungen von Sprühfarbe, die in der Regel unterschiedliche Zwecke erfüllt. In der Regel am besten geeignet sind Dosen der unterschiedlichen Graffiti-Marken wie Montana oder Molotow. Die bekommst du in einschlägigen Geschäften oder im Kunstbedarfshandel. In der Regel haben diese Cans 400ml Inhalt, es gibt sie aber auch in kleineren (z.B.: 200ml) und größeren Ausführungen (z.B.: 600ml). Unterschiede gibt es auch hinsichtlich des Druckes. Cans mit hohem Druck sind oft schwieriger zu handhaben, mit etwas Übung lässt sich mit ihnen jedoch deutlich schneller arbeiten. Cans mit geringem Druck erlauben präziseres arbeiten, zuweilen dauert die Arbeit mit ihnen jedoch auch quälend lange.

Neben Graffiti-Marken gibt es Sprühfarbe anderer Marken auch im Baumarkt (oft nicht besonders empfehlenswert) und in Kaufhäusern und Drogeriegeschäften werden oft 200ml Sprühdosen von Edding verkauft, die relativ gute Resultate liefern, aber die auch – sofern du sie kaufen willst – sehr teuer sind.

Kleinere Cans sind prima geeignet, um einfache Sprüche an Fassaden, Mauern, usw. zu hinterlassen. Sie lassen sich oft in die Tasche stecken oder gar in der Hand verstecken und sie sind verhältnismäßig schnell aufgebraucht, was bedeutet, dass du nicht zu lange die gleiche Can benutzen musst. Wofür 200ml oft nicht reichen sind größere Flächen, dafür empfehlen sich 400ml Cans und größere.

Die richtige Cap

Kennst du das, wenn du das Gefühl hast, dass deine Buchstaben zu schmal für ihre Größe sind? Oder wolltest du schon einmal kleinere Buchstaben machen, aber der Farbstrahl war zu dick dafür und mensch konnte nichts mehr lesen? Das kann durch unterschiedliche Caps, also die Sprühaufsätze beeinflusst werden: Die üblicherweise aufgesetzten Medium-Caps kannst du für dickere Strichstärken durch sogenannte Fat-Caps ersetzen, für dünnere Strichstärken durch Skinny-Caps. Beides bekommst du einzeln im Kunstbedarfs- oder Graffiti-Laden oder meist im Set überall wo es Sprühfarbe gibt. Du kannst die Stärke der Caps an der Unterseite erkennen. Je breiter die Einkerbung in dem Ventilaufsatz, desto dicker die Strichstärke. Unbhängig von der verwendeten Cap kannst du die Strichstärke aber auch durch den Abstand zur zu besprühenden Fläche beeinflussen. Da die Caps auch den Farbdurchsatz beeinflussen, haben sie auch Einfluss auf deine Arbeitsgeschwindigkeit. Mit Fat-Caps kannst du deutlich schneller arbeiten.

Weitere Tipps

Damit sich die Farbe in einer Can besser durchmischt ist meist eine Metallkugel in den Cans. Diese klappert recht verräterisch, was nicht selten dazu führt, dass Menschen erwischt werden. Mit einem starken (!) Magneten kannst du die Metallkugeln am Boden oder Rand der Can fixieren. Eventuell musst du die Can dann etwas länger schütteln, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

Viele Cans haben einen Sicherheitsring, der verhindert, dass sie aus Versehen betätigt werden. Entferne diesen am besten immer bevor du losziehst, dann erlebst du keine bösen Überraschungen, wenn du loslegen willst.

Falls du beim Sprühen erwischt wirst und rennen musst, ist es meist sinnvoll, die Can(s) wegzuwerfen oder stehen zu lassen. Sind deine Fingerabdrücke darauf, kann es passieren, dass du im Nachhinein doch noch ermittelt wirst. Daher empfiehlt es sich, Cans immer vorher von Fingerabdrücken (auch von fremden!) zu befreien und während dem Sprühen Einmalhandschuhe zu tragen. Die schützen auch vor verräterischen Farbspuren an den Händen.

Einige Untergründe wie unbehandeltes Holz oder Naturstein saugen die Farbe sehr stark auf, was zu einem blassen Erscheinungsbild führt. Am besten du suchst dir andere Untergründe, ansonsten hilft es meist, die Farbe mehrfach aufzutragen.

Wenn deine Sprüche und Gemälde verlaufen liegt das meist daran, dass du zu viel Farbe aufgetragen hast. Vergrößere entweder den Abstand zwischen Can und Untergrund oder versuche, die Can schneller zu bewegen, um das zu vermeiden. Je kälter es ist, desto mehr neigen die meisten Farben dazu, zu verlaufen und desto mehr Rücksicht musst du darauf nehmen.

Entleerte Cans solltest du immer sicher entsorgen und zur Vermeidung von Spuren möglichst nicht in der Nähe deines/deiner Gemälde(s) zurücklassen. Auch halbaufgebrauchte Cans, die du zuhause lagerst können im Falle einer Hausdurchsuchung zum Verhängnis werden. Oft ist das aber Abwägungssache.